Lübbecke Jahrelanger Psychokrieg in Lübbecke: Ob am Gartenzaun jetzt Ruhe einkehrt? Lübbecke. Was mit einem Streit um einen Zaun begann, hat längst immer weitere Kreise gezogen. Am Amtsgericht Lübbecke ging es diesmal um Beleidigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Unter anderem soll Herr B. Herrn L. getreten, angespuckt und beleidigt haben, er wird außerdem für den Wurf mit einem Erdklumpen und Beschädigungen eines Autos verantwortlich gemacht. Exemplarisch für die Auseinandersetzungen ist eine Beleidigung, die in einer Zeugenvernehmung (Frau L.) so beschrieben wird: Nachdem Herr B. immer wieder einen Ball gegen den (Grenz-)Zaun geschossen habe, habe man ihn aufgefordert das zu unterlassen. Nach einer beleidigenden Aufforderung („komm doch rüber, f..., f...", habe B. „seine Buchse runter gezogen, sich mit der Hand auf den Hintern geklatscht und den Mittelfinger gezeigt". Herr B. konnte zu dieser Episode nicht befragt werden, weil er auf Anraten seines Verteidigers Christian Knüpling von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte. Ebenfalls verhandelt wurde ein Tritt, der bei Herrn L. einen „großen Bluterguss" hinterließ und ein Wurf mit einem „steinigen Erdklumpen", der seinen Sohn am Ohr und am Kopf verletzte („Kopfprellung"). Dazu kamen weitere Beleidigungen, ein „Anrotzen" und eine Sachbeschädigung, die offenbar sogar auf Video aufgenommen worden ist. Das Video soll Herrn B. und einen weiteren Mann zeigen, wie sie „mit einem spitzen Gegenstand" an dem Auto vorbeigehen, wobei Herr B. den Lack zerkratzt. Das hatte Verteidiger Christian Knüpling schon am ersten Verhandlungstag bestritten und argumentiert, dass man gar nicht sehen könne, was der im Video gezeigte Mann in der Hand hält. Dafür stellte er Herrn L. Fragen wie: „Haben Sie gesagt, er solle zurück in sein Erdoganland gehen? Haben sie ihn Sozialschmarotzer genannt?" Antwort L.s: „Wenn Herr B. ein Deutscher wäre und Müller oder Meier hieße und sich so benehmen würde, würde ich mich genauso verhalten." Das Gericht verurteilte Herrn B. wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, wobei die Strafe für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss Herr B. 150 Sozialstunden ableisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sowohl Herr B., als auch Familie L. haben Berufung eingelegt, Familie L. deshalb, weil Herr B. nicht für den Wurf mit einem „steinigen Erdklumpen" verurteilt wurde. Die während der Verhandlung geäußerte Annahme, B.s Sohn könnte den Klumpen geworfen haben, hält die Familie für eine Schutzbehauptung. „Ich glaube nicht das es hiermit zu Ende ist, es wird bestimmt weitergehen, man wird uns weiter terrorisieren", meint Frau L. nach der Verhandlung. Die Gegenseite habe „systematisch versucht", ihre Glaubwürdigkeit herabzusetzen, „jetzt gehen wir an die Öffentlichkeit", sagt Frau L. Angefragt hätten sowohl das ZDF, als auch RTL und andere Produktionsfirmen – „wir wollen zeigen, was hier vor sich geht".
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Jahrelanger Psychokrieg in Lübbecke: Ob am Gartenzaun jetzt Ruhe einkehrt?

Derber Nachbarschaftsstreit in Lübbecke: Mit einem Streit über einen Zaun hat alles angefangen. © Symbolbild: Michael Grundmeier

Lübbecke. Was mit einem Streit um einen Zaun begann, hat längst immer weitere Kreise gezogen. Am Amtsgericht Lübbecke ging es diesmal um Beleidigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Unter anderem soll Herr B. Herrn L. getreten, angespuckt und beleidigt haben, er wird außerdem für den Wurf mit einem Erdklumpen und Beschädigungen eines Autos verantwortlich gemacht.

Exemplarisch für die Auseinandersetzungen ist eine Beleidigung, die in einer Zeugenvernehmung (Frau L.) so beschrieben wird: Nachdem Herr B. immer wieder einen Ball gegen den (Grenz-)Zaun geschossen habe, habe man ihn aufgefordert das zu unterlassen. Nach einer beleidigenden Aufforderung („komm doch rüber, f..., f...", habe B. „seine Buchse runter gezogen, sich mit der Hand auf den Hintern geklatscht und den Mittelfinger gezeigt".

Herr B. konnte zu dieser Episode nicht befragt werden, weil er auf Anraten seines Verteidigers Christian Knüpling von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machte.

Ebenfalls verhandelt wurde ein Tritt, der bei Herrn L. einen „großen Bluterguss" hinterließ und ein Wurf mit einem „steinigen Erdklumpen", der seinen Sohn am Ohr und am Kopf verletzte („Kopfprellung"). Dazu kamen weitere Beleidigungen, ein „Anrotzen" und eine Sachbeschädigung, die offenbar sogar auf Video aufgenommen worden ist. Das Video soll Herrn B. und einen weiteren Mann zeigen, wie sie „mit einem spitzen Gegenstand" an dem Auto vorbeigehen, wobei Herr B. den Lack zerkratzt. Das hatte Verteidiger Christian Knüpling schon am ersten Verhandlungstag bestritten und argumentiert, dass man gar nicht sehen könne, was der im Video gezeigte Mann in der Hand hält. Dafür stellte er Herrn L. Fragen wie: „Haben Sie gesagt, er solle zurück in sein Erdoganland gehen? Haben sie ihn Sozialschmarotzer genannt?" Antwort L.s: „Wenn Herr B. ein Deutscher wäre und Müller oder Meier hieße und sich so benehmen würde, würde ich mich genauso verhalten."

Das Gericht verurteilte Herrn B. wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, wobei die Strafe für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss Herr B. 150 Sozialstunden ableisten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sowohl Herr B., als auch Familie L. haben Berufung eingelegt, Familie L. deshalb, weil Herr B. nicht für den Wurf mit einem „steinigen Erdklumpen" verurteilt wurde. Die während der Verhandlung geäußerte Annahme, B.s Sohn könnte den Klumpen geworfen haben, hält die Familie für eine Schutzbehauptung.

„Ich glaube nicht das es hiermit zu Ende ist, es wird bestimmt weitergehen, man wird uns weiter terrorisieren", meint Frau L. nach der Verhandlung. Die Gegenseite habe „systematisch versucht", ihre Glaubwürdigkeit herabzusetzen, „jetzt gehen wir an die Öffentlichkeit", sagt Frau L. Angefragt hätten sowohl das ZDF, als auch RTL und andere Produktionsfirmen – „wir wollen zeigen, was hier vor sich geht".

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