Bielefeld Inzidenzwert explodiert - Bielefeld wieder auf dem Weg zum Corona-Hotspot Bielefeld. Von 119,1 auf 175,9 steigt der Bielefelder Inzidenzwert in der Nacht zu Freitag - eine derart extreme Aufwärtsbewegung hat es in der Corona-Krise bislang noch nicht gegeben. 219 Neuinfektionen meldet das Robert-Koch-Institut: ein erschreckender Rekord. Wie berichtet, arbeitet das Gesundheitsamt einen Covid-"Meldestau" ab. Ob der Anstieg des Warnwerts schon ein mittelfristiger Trend ist, bleibt angesichts der unsicheren Auswertungslage beim Datenmaterial unklar. Aber die alarmierenden Zahlen heißen jetzt de facto, dass die Bielefelder bald wohl tatsächlich mit der angekündigten Begrenzung ihrer Bewegungsfreiheit rechnen könnten: die 15-Kilometer-Regel droht. 7.772 Bielefelder haben sich mittlerweile seit Pandemiebeginn mit dem Coronavirus angesteckt. 588 waren es laut RKI seit dem 1. Januar. Zwei weitere Todesfälle meldet das Institut am Freitag außerdem. Insgesamt 127 Menschen sind mit oder am Virus gestorben. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"])for(var e in a.data["datawrapper-height"]){var t=document.getElementById("datawrapper-chart-"+e)||document.querySelector("iframe[src*='"+e+"']");t&&(t.style.height=a.data["datawrapper-height"][e]+"px")}}))}();Die Gesundheitsämter in OWL haben dem RKI am Freitag insgesamt 685 neue Corona-Infektionen gemeldet - der Ausnahmezustand in der Region hält an. 11 Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Auffällig ist, dass es aus dem Kreis Minden-Lübbecke keine neuen Zahlen gibt. 130 Covid-19-Patienten wurden in OWL laut dem Intensivregister (Stand Freitag, 5.19 Uhr) auf Intensivstationen behandelt. Der Anteil derer, die invasiv beatmet werden müssen, ist mit 76 weiter hoch. Der Kreis Höxter überschreitet bei der Sieben-Tage-Inzidenz wieder die 200er-Marke (209,6, am Donnerstag betrug der Wert 201,8). Der Kreis ist damit jetzt bereits ein Corona-Hotspot. Der Kreis Herford weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 181,2 auf, gefolgt von Bielefeld und dem Kreis Gütersloh (175,1). Der Kreis Paderborn hat weiter den niedrigsten Wert (108,8, am Vortag: 97,8). Der Corona-Ausnahmezustand in OWL in der interaktiven Karte: !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"])for(var e in a.data["datawrapper-height"]){var t=document.getElementById("datawrapper-chart-"+e)||document.querySelector("iframe[src*='"+e+"']");t&&(t.style.height=a.data["datawrapper-height"][e]+"px")}}))}();Die bundesweite Verschärfung der ohnehin bereits drastischen Alltagseinschränkungen rückt unterdessen näher. Ab Montag, 11. Januar, sollen die neuen Regeln gelten - aber ob sie rechtens sind? Das zweifelt ein Bielefelder Jura-Professor an. Er sagt beispielsweise, dass ein Bußgeld bei Missachtung der 15-Kilometer-Bewegungsfreiheit vor Gericht kaum Bestand haben dürfte. Von der Polizeigewerkschaft heißt es, dass man die von Bund und Ländern anvisierte Ein-Personen-Regel bei privaten Treffen nicht ohne Anlass kontrollieren werde. Die Polizei sei auf die "Unterstützung der Bevölkerung" angewiesen, um diese neu beschlossene Regel durchzusetzen, sagte Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), am Donnerstag dem Portal Watson. Verstöße gegen die Ein-Personen-Regelung könnten laut Wendt in privaten Haushalten nur bei konkreten Hinweisen kontrolliert werden. "Jedenfalls ist nicht damit zu rechnen, dass die Polizei anlasslos in Privathaushalten vorstellig wird, um Kontrollen durchzuführen - das gilt auch für Ordnungsbehörden", so Wendt. Manche Einzelhändler sind über die Verlängerung des Lockdowns so sauer, dass sie einfach ihre Läden öffnen wollen. In einer rasch wachsenden Chatgruppe wird dazu aufgerufen. Der Initiator sagt, er sei ein unpolitischer Geschäftsmann. Doch er verbreitet seit Monaten Falschbehauptungen.
Bielefeld

Inzidenzwert explodiert - Bielefeld wieder auf dem Weg zum Corona-Hotspot

© Mike-Dennis Müller (Symbolbild/Archiv)

Bielefeld. Von 119,1 auf 175,9 steigt der Bielefelder Inzidenzwert in der Nacht zu Freitag - eine derart extreme Aufwärtsbewegung hat es in der Corona-Krise bislang noch nicht gegeben. 219 Neuinfektionen meldet das Robert-Koch-Institut: ein erschreckender Rekord.

- © Screenshot: RKI
© Screenshot: RKI

Wie berichtet, arbeitet das Gesundheitsamt einen Covid-"Meldestau" ab. Ob der Anstieg des Warnwerts schon ein mittelfristiger Trend ist, bleibt angesichts der unsicheren Auswertungslage beim Datenmaterial unklar.

Aber die alarmierenden Zahlen heißen jetzt de facto, dass die Bielefelder bald wohl tatsächlich mit der angekündigten Begrenzung ihrer Bewegungsfreiheit rechnen könnten: die 15-Kilometer-Regel droht.

7.772 Bielefelder haben sich mittlerweile seit Pandemiebeginn mit dem Coronavirus angesteckt. 588 waren es laut RKI seit dem 1. Januar. Zwei weitere Todesfälle meldet das Institut am Freitag außerdem. Insgesamt 127 Menschen sind mit oder am Virus gestorben.


Die Gesundheitsämter in OWL haben dem RKI am Freitag insgesamt 685 neue Corona-Infektionen gemeldet - der Ausnahmezustand in der Region hält an. 11 Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Auffällig ist, dass es aus dem Kreis Minden-Lübbecke keine neuen Zahlen gibt.

130 Covid-19-Patienten wurden in OWL laut dem Intensivregister (Stand Freitag, 5.19 Uhr) auf Intensivstationen behandelt. Der Anteil derer, die invasiv beatmet werden müssen, ist mit 76 weiter hoch.

Der Kreis Höxter überschreitet bei der Sieben-Tage-Inzidenz wieder die 200er-Marke (209,6, am Donnerstag betrug der Wert 201,8). Der Kreis ist damit jetzt bereits ein Corona-Hotspot. Der Kreis Herford weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 181,2 auf, gefolgt von Bielefeld und dem Kreis Gütersloh (175,1). Der Kreis Paderborn hat weiter den niedrigsten Wert (108,8, am Vortag: 97,8).

Der Corona-Ausnahmezustand in OWL in der interaktiven Karte:


Die bundesweite Verschärfung der ohnehin bereits drastischen Alltagseinschränkungen rückt unterdessen näher. Ab Montag, 11. Januar, sollen die neuen Regeln gelten - aber ob sie rechtens sind? Das zweifelt ein Bielefelder Jura-Professor an. Er sagt beispielsweise, dass ein Bußgeld bei Missachtung der 15-Kilometer-Bewegungsfreiheit vor Gericht kaum Bestand haben dürfte.

Von der Polizeigewerkschaft heißt es, dass man die von Bund und Ländern anvisierte Ein-Personen-Regel bei privaten Treffen nicht ohne Anlass kontrollieren werde. Die Polizei sei auf die "Unterstützung der Bevölkerung" angewiesen, um diese neu beschlossene Regel durchzusetzen, sagte Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), am Donnerstag dem Portal Watson.

Verstöße gegen die Ein-Personen-Regelung könnten laut Wendt in privaten Haushalten nur bei konkreten Hinweisen kontrolliert werden. "Jedenfalls ist nicht damit zu rechnen, dass die Polizei anlasslos in Privathaushalten vorstellig wird, um Kontrollen durchzuführen - das gilt auch für Ordnungsbehörden", so Wendt.

Manche Einzelhändler sind über die Verlängerung des Lockdowns so sauer, dass sie einfach ihre Läden öffnen wollen. In einer rasch wachsenden Chatgruppe wird dazu aufgerufen. Der Initiator sagt, er sei ein unpolitischer Geschäftsmann. Doch er verbreitet seit Monaten Falschbehauptungen.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales