Insolvenz bei Steinkamp: Fehlender Betriebsrat könnte Konsequenzen haben Karsten Schulz Espelkamp. Das für die bekannte Firma Steinkamp angekündigte Insolvenzverfahren hat in der Zwischenzeit weitere Kreise gezogen. Nicht nur die Bürger in Espelkamp, die Stadtverwaltung, die Politik und auch die übrigen Firmen zeigten sich sehr überrascht von der finanziellen und wirtschaftlichen Schieflage des bekannten und renommierten Unternehmens. Auch die Branche selbst, wie auch die Innung hätten nicht mit einer solchen Entwicklung gerechnet, zeige sich doch die Branche insgesamt sehr robust gegenüber den Auswirkungen der Corona-Pandemie oder auch der Problematik mit den Lieferketten, so ein Sprecher der Innung aus Minden. Überhaupt sei die wirtschaftliche Lage in Deutschland insgesamt gesehen sehr stabil, so heißt es weiter. Von weiteren Unternehmensschließungen oder Personalabbau sei ihnen „weit und breit nichts bekannt“. "Wir stehen erst am Anfang des Verfahrens" Der Fachanwalt für Insolvenzrecht von der Pluta-Rechtsanwalts GmbH aus Lübbecke, Stefan Meyer, wollte gegenüber nw.de nicht weiter ins Detail gehen, nachdem er am Donnerstag mit einer umfangreichen Presseerklärung zum Unternehmen Steinkamp an die Öffentlichkeit gegangen war. „Wir stehen hier am Anfang des Verfahrens. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich zu den Hintergründen noch nichts Genaueres sagen“, machte er deutlich. Zum gegebenen Zeitpunkt werde er, sobald ihm entsprechende Informationen vorliegen, wieder an die Öffentlichkeit treten. Keine Chance für Interessenausgleich oder SozialplanIG Metall-Gewerkschaftssekretär Lutz Schäffer von der IG-Metall-Verwaltungsstelle Minden hatte bereits mit einem Anruf gerechnet. Natürlich sei er von Mitarbeitern des Unternehmens selbst über die Vorkommnisse im Unternehmen informiert worden, nachdem eine Betriebsversammlung über den Stand der Dinge informiert hatte. „Es rufen hier schon mal Kollegen an und wünschen Informationen“, bestätigt Schäffer. Dennoch stellte er in diesem Zusammenhang fest, dass es im Unternehmen keinen Betriebsrat gebe und sich auch der Organisationsgrad der Kolleginnen und Kollegen vor Ort in Grenzen halte. Somit könne zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht über einen Interessenausgleich oder einen Sozialplan verhandelt werden, da eben kein Betriebsrat vor Ort existiere. Es habe in der Vergangenheit mehrere Male Anläufe gegeben, einen solchen zu gründen. Das sei jedoch aus unterschiedlichen Gründen vor Ort immer wieder gescheitert. Somit habe der Insolvenzverwalter auch „kein Gegenüber, mit dem er verhandeln kann“. Meyer muss die Insolvenzgründe dem Gericht darlegen Nach nw.de-Informationen wird das Verfahren am 28. Februar offiziell vor Gericht eröffnet. Bis dahin muss Meyer herausgefunden haben, welche Insolvenzgründe denn genau vorliegen. Meyer muss auch darüber entscheiden, ob er das Angebot des bisherigen geschäftsführenden Gesellschafters Lars Steinkamp annehmen soll, das Unternehmen weiterführen zu wollen. Bis dahin muss Meyer auch geklärt haben, ob Steinkamp dafür überhaupt in Frage kommen kann. „Auf alle Fälle bekommen die Mitarbeiter drei Monate lang von der öffentlichen Hand die Gehälter bezahlt. Wie es dann weitergeht, kann man jetzt mit Bestimmtheit noch nicht sagen“, so Lutz Schäffer. Steinpils ging als Deputat an die Mitarbeiter Bekannt geworden ist Steinkamp in der Vergangenheit vor allem dadurch, dass Firmengründer Ingolf Steinkamp ein eigenes Brauhaus in der Nachbarschaft als Hobby betrieb. Es ist später in die USA verkauft worden, einschließlich der Rezeptur des Steinpils, das in Espelkamp gebraut wurde und auch an die Mitarbeiter als Deputat abgegeben wurde.

Insolvenz bei Steinkamp: Fehlender Betriebsrat könnte Konsequenzen haben

Bei der Firma Steinkamp an der Tütenbeke im Industriegebiet West in Espelkamp wird weiter gearbeitet, obwohl das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. © Klaus Frensing

Espelkamp. Das für die bekannte Firma Steinkamp angekündigte Insolvenzverfahren hat in der Zwischenzeit weitere Kreise gezogen. Nicht nur die Bürger in Espelkamp, die Stadtverwaltung, die Politik und auch die übrigen Firmen zeigten sich sehr überrascht von der finanziellen und wirtschaftlichen Schieflage des bekannten und renommierten Unternehmens. Auch die Branche selbst, wie auch die Innung hätten nicht mit einer solchen Entwicklung gerechnet, zeige sich doch die Branche insgesamt sehr robust gegenüber den Auswirkungen der Corona-Pandemie oder auch der Problematik mit den Lieferketten, so ein Sprecher der Innung aus Minden.

Überhaupt sei die wirtschaftliche Lage in Deutschland insgesamt gesehen sehr stabil, so heißt es weiter. Von weiteren Unternehmensschließungen oder Personalabbau sei ihnen „weit und breit nichts bekannt“.

"Wir stehen erst am Anfang des Verfahrens"

Der Fachanwalt für Insolvenzrecht von der Pluta-Rechtsanwalts GmbH aus Lübbecke, Stefan Meyer, wollte gegenüber nw.de nicht weiter ins Detail gehen, nachdem er am Donnerstag mit einer umfangreichen Presseerklärung zum Unternehmen Steinkamp an die Öffentlichkeit gegangen war. „Wir stehen hier am Anfang des Verfahrens. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich zu den Hintergründen noch nichts Genaueres sagen“, machte er deutlich. Zum gegebenen Zeitpunkt werde er, sobald ihm entsprechende Informationen vorliegen, wieder an die Öffentlichkeit treten.

Keine Chance für Interessenausgleich oder Sozialplan

IG Metall-Gewerkschaftssekretär Lutz Schäffer von der IG-Metall-Verwaltungsstelle Minden hatte bereits mit einem Anruf gerechnet. Natürlich sei er von Mitarbeitern des Unternehmens selbst über die Vorkommnisse im Unternehmen informiert worden, nachdem eine Betriebsversammlung über den Stand der Dinge informiert hatte. „Es rufen hier schon mal Kollegen an und wünschen Informationen“, bestätigt Schäffer. Dennoch stellte er in diesem Zusammenhang fest, dass es im Unternehmen keinen Betriebsrat gebe und sich auch der Organisationsgrad der Kolleginnen und Kollegen vor Ort in Grenzen halte. Somit könne zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht über einen Interessenausgleich oder einen Sozialplan verhandelt werden, da eben kein Betriebsrat vor Ort existiere. Es habe in der Vergangenheit mehrere Male Anläufe gegeben, einen solchen zu gründen. Das sei jedoch aus unterschiedlichen Gründen vor Ort immer wieder gescheitert. Somit habe der Insolvenzverwalter auch „kein Gegenüber, mit dem er verhandeln kann“.

Meyer muss die Insolvenzgründe dem Gericht darlegen

Nach nw.de-Informationen wird das Verfahren am 28. Februar offiziell vor Gericht eröffnet. Bis dahin muss Meyer herausgefunden haben, welche Insolvenzgründe denn genau vorliegen. Meyer muss auch darüber entscheiden, ob er das Angebot des bisherigen geschäftsführenden Gesellschafters Lars Steinkamp annehmen soll, das Unternehmen weiterführen zu wollen. Bis dahin muss Meyer auch geklärt haben, ob Steinkamp dafür überhaupt in Frage kommen kann. „Auf alle Fälle bekommen die Mitarbeiter drei Monate lang von der öffentlichen Hand die Gehälter bezahlt. Wie es dann weitergeht, kann man jetzt mit Bestimmtheit noch nicht sagen“, so Lutz Schäffer.

Steinpils ging als Deputat an die Mitarbeiter

Bekannt geworden ist Steinkamp in der Vergangenheit vor allem dadurch, dass Firmengründer Ingolf Steinkamp ein eigenes Brauhaus in der Nachbarschaft als Hobby betrieb. Es ist später in die USA verkauft worden, einschließlich der Rezeptur des Steinpils, das in Espelkamp gebraut wurde und auch an die Mitarbeiter als Deputat abgegeben wurde.

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