In Bad Oeynhausen werden vier wichtige Brücken gleichzeitig saniert Jörg Stuke Bad Oeynhausen (nw). Wenn man’s genau nimmt, sind es sechs. Und von den sechs großen Brücken der Autobahn 2 im Osten Bad Oeynhausens will Straßen NRW in den nächsten Monaten vier instandsetzen. Derzeit beginnen die Vorarbeiten, in der zweiten Julihälfte wird die Baustelle eingerichtet. Und die wird voraussichtlich bis Ende des Jahres für Behinderungen sorgen. Es sind vier Brücken, die die Autobahn über die dem Fluss vorgelagerten Wiesen und Felder führen, die sogenannten Weserflutbrücken. Schon 1938 wurden hier beim Bau der A 2 zwei Brücken über der Flutmulde errichtet, eine für jede Fahrtrichtung. Doch diese gemauerten Gewölbebrücken aus Hitlers Zeiten sind nicht die Sorgenkinder der Straßenbauer. Probleme machen vielmehr die Stahlbetonkonstruktionen, die 1977 bei der Verbreiterung der A 2 auf sechs Spuren neu gebaut wurden. Hier hapert es an den Übergängen zwischen Brücke und fester Fahrbahn, die Straßen NRW schon zwei Mal versucht hat zu reparieren. Nun soll die Sanierung länger halten, so versichern Thorsten Hild, Abteilungsleiter für Brückenbau bei Straßen NRW Hamm, dem für die Unterhaltung der Autobahnen zuständigen Landesbetrieb, und Projektleiter Ariaz Tabrizi. Schon im vergangenen Jahr war klar, dass die Reparatur der Fahrbahnübergänge der neueren Weserflutbrücken nur ein Provisorium sein würde. „Wir konnten die Übergänge 2019 nur notdürftig instandsetzen, auch, weil einige Schäden erst während der Arbeiten zutage traten“,erläutert Tabrizi. Zum Beispiel, wie marode und bröckelig der Beton an einigen Stellen am Rand der Brücke bereits ist. „Diese Schäden hatten sich seit der Reparatur 2018 noch einmal verschlimmert“, berichtet er. Nun soll der schadhafte Beton beseitigt werden, von Robotern, die ihn mit Wasserdruck herausspülen. Dann sollen die Fugen an den Brückenübergängen mit einer modernen Stahlkonstruktion neu aufgebaut werden. „Das wird die Übergänge auch viel leiser machen“, verspricht Tabrizi. Schließlich sind täglich im Durchschnitt mehr als 100.000 Fahrzeuge auf der A 2 in diesem Bereich unterwegs. Gleichzeitig will der Landesbetrieb auch die Weserstrombrückensanieren, die ein paar 100 Meter weiter östlich die Autobahn über den Fluss führen. Auch hier gibt es für jede Fahrtrichtung eine eigene Brücke und auch an ihnen müssen die Fahrbahnübergänge erneuert werden. Im Grund ist dies auch das größere Gewerk, das auch die zeitliche Taktung für die Baustelle bestimmt. „Beide Maßnahmen parallel zu erledigen, spart eine Menge Geld“, sagt Tabrizi und verrät auch, wie viel: Etwa zwei Millionen Euro hat Straßen NRW für die Gesamtmaßnahme eingeplant. „Würden wir die Weserflutbrücken und die Weserstrombrücken nicht gleichzeitig sanieren, würde das etwa 600.000 Euro mehr kosten.“ Denn bei solchen Autobahnbaustellen sei die Verkehrslenkung wesentlicher Kostenfaktor, also: die Umleitungsstrecken, die Beschilderung und die Einrichtung der Baustelle selbst. Und der Vorteil für die Autofahrer: So gibt es nur eine Stauphase statt zweien. Zu den ersten Vorarbeiten, die jetzt beginnen, gehört der Aufbau einer Stauwarnanlage. Voraussichtlich ab dem 20.Juli wird die eigentliche Baustelle eingerichtet, und ab dann wird es eng auf der A 2. „Wir werden in der gesamten Bauphase jeweils drei Fahrspuren für jede Richtung beibehalten“, versichert Thorsten Hild. Die Fahrspuren werden aber natürlich schmaler, eine Spur wird, je nach Bauphase, mit auf die Gegenfahrbahn verlegt. In der Baustelle wird Tempo 60 angeordnet. „Allein das wird einen Abbremseffekt haben“, ist sich Tabrizi sicher. Und vermutlich auch zu Staus führen. Die aber, so hoffen die Fachleute in Hamm, nicht so schlimm werden wie 2018 und 2019. Der aktuelle Bauzeitenplan von Straßen NRW sieht vor, dass die Arbeiten bis zur 51. Kalenderwoche dauern. „Wir wollen vor Weihnachten fertig sein“, sagt Hilt. Er und Tabrizi hoffen, dass die Sanierung der Weserflutbrücken diesmal dauerhaft ist. Bis zum Neubau der Brücken soll sie halten. Denn der ist, wie Tabrizi berichtet, schon in der Planung.Wohlgemerkt: Die alten Gewölbebrücken sollen stehen bleiben. Neu gebaut werden nur die Brücken aus den 1970er Jahren. „Aber frühestens in 15 Jahren“, so Ariaz Tabrizi.

In Bad Oeynhausen werden vier wichtige Brücken gleichzeitig saniert

Über die Wiese: Die Weserflutbrücken sind so mitgenommen, dass Straßen NRW ihren Neubau plant. Foto: Jörg Stuke © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen (nw). Wenn man’s genau nimmt, sind es sechs. Und von den sechs großen Brücken der Autobahn 2 im Osten Bad Oeynhausens will Straßen NRW in den nächsten Monaten vier instandsetzen. Derzeit beginnen die Vorarbeiten, in der zweiten Julihälfte wird die Baustelle eingerichtet. Und die wird voraussichtlich bis Ende des Jahres für Behinderungen sorgen.

Es sind vier Brücken, die die Autobahn über die dem Fluss vorgelagerten Wiesen und Felder führen, die sogenannten Weserflutbrücken. Schon 1938 wurden hier beim Bau der A 2 zwei Brücken über der Flutmulde errichtet, eine für jede Fahrtrichtung. Doch diese gemauerten Gewölbebrücken aus Hitlers Zeiten sind nicht die Sorgenkinder der Straßenbauer. Probleme machen vielmehr die Stahlbetonkonstruktionen, die 1977 bei der Verbreiterung der A 2 auf sechs Spuren neu gebaut wurden. Hier hapert es an den Übergängen zwischen Brücke und fester Fahrbahn, die Straßen NRW schon zwei Mal versucht hat zu reparieren. Nun soll die Sanierung länger halten, so versichern Thorsten Hild, Abteilungsleiter für Brückenbau bei Straßen NRW Hamm, dem für die Unterhaltung der Autobahnen zuständigen Landesbetrieb, und Projektleiter Ariaz Tabrizi.

Über den Fluss: Dies sind die beiden „Weserstrombrücken“der A2 an der Nahtstelle zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke
Über den Fluss: Dies sind die beiden „Weserstrombrücken“der A2 an der Nahtstelle zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke

Schon im vergangenen Jahr war klar, dass die Reparatur der Fahrbahnübergänge der neueren Weserflutbrücken nur ein Provisorium sein würde. „Wir konnten die Übergänge 2019 nur notdürftig instandsetzen, auch, weil einige Schäden erst während der Arbeiten zutage traten“,erläutert Tabrizi. Zum Beispiel, wie marode und bröckelig der Beton an einigen Stellen am Rand der Brücke bereits ist. „Diese Schäden hatten sich seit der Reparatur 2018 noch einmal verschlimmert“, berichtet er.

Die Weserbrücken der Autobahn 2 bei Bad Oeynhausen werden aufwendig saniert. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke
Die Weserbrücken der Autobahn 2 bei Bad Oeynhausen werden aufwendig saniert. Foto: Jörg Stuke - © Jörg Stuke

Nun soll der schadhafte Beton beseitigt werden, von Robotern, die ihn mit Wasserdruck herausspülen. Dann sollen die Fugen an den Brückenübergängen mit einer modernen Stahlkonstruktion neu aufgebaut werden. „Das wird die Übergänge auch viel leiser machen“, verspricht Tabrizi. Schließlich sind täglich im Durchschnitt mehr als 100.000 Fahrzeuge auf der A 2 in diesem Bereich unterwegs.

Gleichzeitig will der Landesbetrieb auch die Weserstrombrückensanieren, die ein paar 100 Meter weiter östlich die Autobahn über den Fluss führen. Auch hier gibt es für jede Fahrtrichtung eine eigene Brücke und auch an ihnen müssen die Fahrbahnübergänge erneuert werden. Im Grund ist dies auch das größere Gewerk, das auch die zeitliche Taktung für die Baustelle bestimmt. „Beide Maßnahmen parallel zu erledigen, spart eine Menge Geld“, sagt Tabrizi und verrät auch, wie viel: Etwa zwei Millionen Euro hat Straßen NRW für die Gesamtmaßnahme eingeplant. „Würden wir die Weserflutbrücken und die Weserstrombrücken nicht gleichzeitig sanieren, würde das etwa 600.000 Euro mehr kosten.“ Denn bei solchen Autobahnbaustellen sei die Verkehrslenkung wesentlicher Kostenfaktor, also: die Umleitungsstrecken, die Beschilderung und die Einrichtung der Baustelle selbst. Und der Vorteil für die Autofahrer: So gibt es nur eine Stauphase statt zweien.

Zu den ersten Vorarbeiten, die jetzt beginnen, gehört der Aufbau einer Stauwarnanlage. Voraussichtlich ab dem 20.Juli wird die eigentliche Baustelle eingerichtet, und ab dann wird es eng auf der A 2. „Wir werden in der gesamten Bauphase jeweils drei Fahrspuren für jede Richtung beibehalten“, versichert Thorsten Hild. Die Fahrspuren werden aber natürlich schmaler, eine Spur wird, je nach Bauphase, mit auf die Gegenfahrbahn verlegt. In der Baustelle wird Tempo 60 angeordnet. „Allein das wird einen Abbremseffekt haben“, ist sich Tabrizi sicher. Und vermutlich auch zu Staus führen. Die aber, so hoffen die Fachleute in Hamm, nicht so schlimm werden wie 2018 und 2019.

Der aktuelle Bauzeitenplan von Straßen NRW sieht vor, dass die Arbeiten bis zur 51. Kalenderwoche dauern. „Wir wollen vor Weihnachten fertig sein“, sagt Hilt. Er und Tabrizi hoffen, dass die Sanierung der Weserflutbrücken diesmal dauerhaft ist. Bis zum Neubau der Brücken soll sie halten. Denn der ist, wie Tabrizi berichtet, schon in der Planung.Wohlgemerkt: Die alten Gewölbebrücken sollen stehen bleiben. Neu gebaut werden nur die Brücken aus den 1970er Jahren. „Aber frühestens in 15 Jahren“, so Ariaz Tabrizi.

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