Schulungen dauern noch Impfen in Apotheken in Westfalen flächendeckend frühestens im Februar Björn Vahle Covid-19-Impfungen in Apotheken wird es nach Informationen von nw.de in Westfalen-Lippe großflächig wohl frühestens ab Februar geben. Die gesetzliche Grundlage dafür ist im Infektionsschutzgesetz zwar mittlerweile gegeben. Allerdings müssen hunderte Apotheker und Mitarbeiter erst noch geschult werden. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat für am Impfen interessierte Mitglieder ein Schulungsprogramm aufgelegt, das bis Ende Januar laufen soll. Allerdings können die praktischen Kurse pandemiebedingt nur in kleineren Gruppen durchgeführt werden. Einer jüngsten Befragung des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe zufolge hatten 40 Prozent der Apotheker erklärt, sie wollten "in jedem Fall" mitimpfen. Die Schulungen der Kammer sollen einem Sprecher zufolge bis Anfang Februar abgeschlossen sein. Sie stellten aber nicht die einzige Möglichkeit dar, das praktische Wissen für die Impfung zu erlangen. Apotheker könnten sich auch anderweitig um eine Schulung bemühen. Außerdem haben im Rahmen eines Modellprojekts für die Grippeimpfung bereits Mitarbeiter in 700 Apotheken in Westfalen-Lippe eine Impfschulung erhalten und könnten jederzeit starten. Ob das allerdings flächendeckend der Fall sein wird, ist aktuell nicht klar. Nicht alle Apotheker können Räumlichkeiten zum Impfen einrichten. Ob es überhaupt eine ausreichende Nachfrage gibt, muss sich ebenso noch zeigen. Der Apothekerkammer zufolge würden sich die Apotheker die Situation vor Ort zunächst "sehr genau anschauen". Denn: "Es ist natürlich nicht sinnvoll, dass geöffnete Impffläschchen verfallen, weil sie nicht rechtzeitig verimpft werden konnten", sagte ein Sprecher. Wo kann man sich in OWL in Apotheken impfen lassen? In OWL bereiten sich dennoch bereits Apotheker auf das Impfen vor, beispielsweise im Kreis Paderborn. In der Region könnte es mit dem Impfen tatsächlich schneller losgehen, da bereits 350 Apotheker in 250 Filialen für das Impfen geschult sind. Manche von ihnen befürchten allerdings Konflikte mit den Hausärzten, die das Impfen als eine ihrer zentralen Aufgaben betrachten. Aktuell werden laut Robert-Koch-Institut in Deutschland täglich rund 600.000 Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt. Das sind deutlich weniger als zu Spitzenzeiten, als Impftermine und Impfstoff teilweise knapp waren und Hausarztpraxen unter Anfragen ächzten. Aus dieser Zeit stammt auch die Überlegung, Apotheker und andere Ärzte mitimpfen zu lassen. Aktuell wird allerdings beispielsweise im Impfzentrum Bielefeld ohne Termin geimpft. Wer will, kann einfach hingehen. Wie Apotheker der Impfkampagne helfen Der Paderborner Apotheker Philipp Hoffmann versucht, das Gute daran zu sehen. Dass der Andrang aktuell nicht mehr so groß sei, erleichtere den Apothekern den Einstieg in die Impfkampagne, sagt der pharmazeutische Leiter des Impfzentrums in Salzkotten. "Der Hauptteil wird in den Arztpraxen bleiben, aber als Apotheken können wir vielleicht die Spitzen rausnehmen." Aus seiner Sicht könnte das vor allem dann helfen, wenn eine von Experten als notwendig erachtete vierte Impfung möglich wird - und damit die Nachfrage wieder steigt. Es sei klar geworden, dass eine Impfkampagne für den Großteil der Bevölkerung nicht von den Ärzten allein zu stemmen sei. "Wir müssen alles tun, um die Pandemie zu beenden. Das ist eine Mammutaufgabe."
Schulungen dauern noch

Impfen in Apotheken in Westfalen flächendeckend frühestens im Februar

Viele Apotheker haben während eines Modellprojekts bereits Impfschulungen erhalten. © picture alliance/dpa

Covid-19-Impfungen in Apotheken wird es nach Informationen von nw.de in Westfalen-Lippe großflächig wohl frühestens ab Februar geben. Die gesetzliche Grundlage dafür ist im Infektionsschutzgesetz zwar mittlerweile gegeben. Allerdings müssen hunderte Apotheker und Mitarbeiter erst noch geschult werden.

Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat für am Impfen interessierte Mitglieder ein Schulungsprogramm aufgelegt, das bis Ende Januar laufen soll. Allerdings können die praktischen Kurse pandemiebedingt nur in kleineren Gruppen durchgeführt werden. Einer jüngsten Befragung des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe zufolge hatten 40 Prozent der Apotheker erklärt, sie wollten "in jedem Fall" mitimpfen.

Die Schulungen der Kammer sollen einem Sprecher zufolge bis Anfang Februar abgeschlossen sein. Sie stellten aber nicht die einzige Möglichkeit dar, das praktische Wissen für die Impfung zu erlangen. Apotheker könnten sich auch anderweitig um eine Schulung bemühen. Außerdem haben im Rahmen eines Modellprojekts für die Grippeimpfung bereits Mitarbeiter in 700 Apotheken in Westfalen-Lippe eine Impfschulung erhalten und könnten jederzeit starten.

Ob das allerdings flächendeckend der Fall sein wird, ist aktuell nicht klar. Nicht alle Apotheker können Räumlichkeiten zum Impfen einrichten. Ob es überhaupt eine ausreichende Nachfrage gibt, muss sich ebenso noch zeigen. Der Apothekerkammer zufolge würden sich die Apotheker die Situation vor Ort zunächst "sehr genau anschauen". Denn: "Es ist natürlich nicht sinnvoll, dass geöffnete Impffläschchen verfallen, weil sie nicht rechtzeitig verimpft werden konnten", sagte ein Sprecher.

Wo kann man sich in OWL in Apotheken impfen lassen?

In OWL bereiten sich dennoch bereits Apotheker auf das Impfen vor, beispielsweise im Kreis Paderborn. In der Region könnte es mit dem Impfen tatsächlich schneller losgehen, da bereits 350 Apotheker in 250 Filialen für das Impfen geschult sind. Manche von ihnen befürchten allerdings Konflikte mit den Hausärzten, die das Impfen als eine ihrer zentralen Aufgaben betrachten.

Aktuell werden laut Robert-Koch-Institut in Deutschland täglich rund 600.000 Impfungen gegen Covid-19 durchgeführt. Das sind deutlich weniger als zu Spitzenzeiten, als Impftermine und Impfstoff teilweise knapp waren und Hausarztpraxen unter Anfragen ächzten. Aus dieser Zeit stammt auch die Überlegung, Apotheker und andere Ärzte mitimpfen zu lassen. Aktuell wird allerdings beispielsweise im Impfzentrum Bielefeld ohne Termin geimpft. Wer will, kann einfach hingehen.

Wie Apotheker der Impfkampagne helfen

Der Paderborner Apotheker Philipp Hoffmann versucht, das Gute daran zu sehen. Dass der Andrang aktuell nicht mehr so groß sei, erleichtere den Apothekern den Einstieg in die Impfkampagne, sagt der pharmazeutische Leiter des Impfzentrums in Salzkotten. "Der Hauptteil wird in den Arztpraxen bleiben, aber als Apotheken können wir vielleicht die Spitzen rausnehmen."

Aus seiner Sicht könnte das vor allem dann helfen, wenn eine von Experten als notwendig erachtete vierte Impfung möglich wird - und damit die Nachfrage wieder steigt. Es sei klar geworden, dass eine Impfkampagne für den Großteil der Bevölkerung nicht von den Ärzten allein zu stemmen sei. "Wir müssen alles tun, um die Pandemie zu beenden. Das ist eine Mammutaufgabe."

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