Lübbecke / Espelkamp Impfen bei McDonald's - und dann ab in den Urlaub: So lief die Sonderaktion Die mobilen Impfaktionen kommen gut an. Sowohl bei McDonalds in Lübbecke als auch am Bürgerhaus und in einer Mennonitengemeinde bildeten sich lange Schlangen. Michael Grundmeier,Karsten Schulz Lübbecke/Espelkamp. Volles Haus bei den Impfaktionen des mobilen Impfteams in Espelkamp und Lübbecke. Sowohl am Gemeindezentrum der John Gingerich Mennoniten-Gemeinde Espelkamp, als auch auf dem Parkplatz von McDonald’s in Lübbecke war der Andrang groß. Die Wagen des mobilen Impfteams des Impfzentrums Hille-Unterlübbe waren noch nicht angekommen, da hatte sich vor dem Gemeindezentrum schon eine lange Schlange gebildet. "Ohne einen guten Schutz geht es nicht" Viele kommen aus Espelkamp, aber auch aus Rahden und Lübbecke waren Impfwillige angereist. Jörg Niemeyer hat erst kurzfristig erfahren, dass in Espelkamp ohne langwierige Anmeldung geimpft wird. „Ich habe mir sofort meinen Impfausweis geschnappt und bin hierher gefahren", sagt der Lübbecker. Die Idee derartiger Aktionen findet er gut, das lange Anstehen nimmt er in Kauf. „Mir ist wichtig, dass ich durchs Impfen Andere schütze und dass ich vielleicht noch in den Urlaub fahren kann." Ganz sicher ist es noch nicht, eventuell will Niemeyer aber in ein paar Wochen Richtung Spanien aufbrechen. „Ohne einen guten Schutz geht das nicht", ist er überzeugt. Niemeyer hat sich schon einmal impfen lassen, große Probleme habe es nicht gegeben. Ein bisschen Schwindel, Schmerzen an der Impfstelle – das war’s. Er hoffe, dass er diesmal wieder so gut durchkomme, sagt Niemeyer bevor er im Gemeindezentrum verschwindet. Eine Ebene tiefer, im Keller des Zentrums, wartet Anke Richter-Scheer auf die Impfwilligen. Die Leiterin des Impfzentrums Hille-Unterlübbe verimpft vor allem mRNA-Impfstoffe, außerdem den Einmal-Impfstoff Johnson & Johnson. "Schön, dass so viele Menschen erschienen sind" „Schön, dass so viele Menschen erschienen sind", sagt die Fachärztin angesichts der vielen Impfwilligen. „Wir brauchen diese niedrigschwelligen Aktionen, damit wir auch Hotspots erreichen", ist die routinierte Impfärztin überzeugt. Die Ende vergangene Woche begonnenen Impfaktionen hätten sich als „zielführend" erwiesen. Laut Richter-Scheer braucht eine erfolgreiche Impfkampagne Teamarbeit und kreative Ideen, aber auch „aktive Leitungen", wie die in Espelkamp. Hier sei man sehr aktiv, lobt Richter-Scheer.„Hier wird viel gemacht", Ebenfalls positiv sieht Richter-Scheer die aktuelle Impfquote im Kreis Minden-Lübbecke – der Kreis stehe mit Blick auf Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gut da: „Wir spielen in der obersten Liga", bringt es Richter-Scheer auf den Punkt. Bürgermeister Vieker hatte Idee mit dem Gemeindezentrum Zusammen mit den Impfwilligen ist auch der Bürgermeister der Stadt Espelkamp, Henning Vieker, zum Gemeindezentrum gekommen, obwohl er sich gerade im Urlaub befindet. Er habe sich von Anfang an dafür stark gemacht, dass sich möglichst Viele impfen lassen, „deshalb bin ich heute auch hierher gekommen". In die Planung der Impfaktionen war Vieker von Beginn an eingebunden. Die Idee einen Termin auf dem Wochenmarkt stattfinden zu lassen, sei von ihm gewesen, erklärt er. „Wichtig ist, dass es sich um einen zentralen Ort handelt, wo die Menschen gut hinkommen und sich auch spontan entscheiden können, auf dem Wochenmarkt hoffen wir auch auf Laufkundschaft." Für Espelkamp gebe es noch eine Reihe von Ideen, er wolle aber dem Landkreis nicht vorgreifen. „Wir hoffen aber, dass es nach der jetzt anberaumten Aktion weiter geht." Nötig seien diese Aktionen auch wegen der ein wenig flacher werdenden Impfrate. „Das soll mit solchen Aktionen aufgefangen werden." Zentrale Lage und kurze Anmeldeprozedur Warum so viele Menschen zu der Impfaktion im Gemeindezentrum gekommen sind – Renate Wiebe, Mitglied der John Gingerich Mennoniten-Gemeinde Espelkamp, versucht eine Erklärung: „Das liegt sicher daran, dass wir relativ zentral liegen und dass es keine große Anmeldung braucht. Die Leute können spontan und zu Fuß hierher kommen und auch ihre Kinder mitnehmen." Für sich selbst empfindet Wiebe das Impfen als „Pflicht", motiviert werde sie durch ihre schulmedizinische Ausbildung als Krankenschwester. Zwar liege das Impfen im Ermessen jedes Einzelnen, andererseits habe es sicher damit zu tun,wie man sich über die weltweite Pandemielage informiere oder ob man selbst einen Corona-Kranken gesehen habe. „Dann ändert sich die Einstellung vielleicht." Menschen, die in der Pflege arbeiteten, würden die Notwendigkeit des Impfens sicher eher sehen. Die Warteschlange vor dem Gemeindehaus bestand, laut Wiebe, vor allem („zu 90 Prozent") aus „Nichtgemeindemitgliedern". Volles Haus nicht nur in Espelkamp, auch bei McDonald’s in Lübbecke war jede Menge los. Von Mitarbeitern war zu erfahren, dass sie die Aktion „richtig gut finden" und die Impfkampagne unterstützen wollten. "Ich würde das machen wie bei einer Blutspende" Maik Busche aus Pr. Oldendorf findet die Idee „richtig gut" und hofft, dass die Aktionen noch ausgeweitet werden. „Ich würde das machen wie bei einer Blutspende." Dass auf dem McDonald’s Parkplatz geimpft wird, hat Busche erst relativ kurzfristig erfahren. „Eigentlich bin ich bei einem Hausarzt, aber da kommt man schlecht durch." Aber egal, wo der 2. Piks herkommt – „Hauptsache ist, dass ich geimpft bin, auch um in den Urlaub fahren und Veranstaltungen besuchen zu können". Direkt auf dem Wochenmarkt konnte das mobile Impfteam Freitagmorgen um 9 Uhr in Espelkamp wegen des strömenden Regens zwar nicht seine Zelte aufbauen, dafür wurde ihnen jedoch das benachbarte Bürgerhaus geöffnet, wo im großen Saal schnell alles aufgebaut war. Der technische Leiter der kommunalen Einrichtung, Thomas Mrozinski, stand den Impfenden hilfreich zur Seite. 90 Menschen aus allen Altersgruppen im Bürgerhaus Bevor sich die großen Türen öffneten, hatte sich auf dem Vorplatz in Höhe der Freiherr-vom-Stein-Apotheke bereits eine lange Schlange gebildet. Auf dem benachbarten Wochenmarkt hatte sich schnell herumgesprochen, dass gleich nebenan geimpft werden soll, sodass sich viele Einkaufende gleich in die Schlange weiter einreihten. 90 Menschen aus allen Altersgruppen waren dabei, auch viele Jüngere, wie Mrozinski beobachtete. Er hatte sich kurz entschlossen ebenfalls dazugesellt, denn auf diese Weise konnte er seine zweite Impfung erhalten. Dabei fiel ihm auf, dass der Arzt nicht direkt in sein großes Tattoo am rechten Arm hineinspritzte. „Das geht nicht aus medizinischer Sicht, denn der Impfstoff darf sich nicht mit den Farbpigmenten des Tattoos mischen, das gibt sonst Entzündungen im Blut", so der Arzt. So gab’s den Piks in eins der beiden großen (ungefärbten) Augen des Wolfes, der Mrozinskis Oberarm ziert.
Lübbecke / Espelkamp

Impfen bei McDonald's - und dann ab in den Urlaub: So lief die Sonderaktion

auf dem Parkplatz von Mc Donalds Lübbecke ist der Andrang groß. © Michael Grundmeier

Lübbecke/Espelkamp. Volles Haus bei den Impfaktionen des mobilen Impfteams in Espelkamp und Lübbecke. Sowohl am Gemeindezentrum der John Gingerich Mennoniten-Gemeinde Espelkamp, als auch auf dem Parkplatz von McDonald’s in Lübbecke war der Andrang groß. Die Wagen des mobilen Impfteams des Impfzentrums Hille-Unterlübbe waren noch nicht angekommen, da hatte sich vor dem Gemeindezentrum schon eine lange Schlange gebildet.

"Ohne einen guten Schutz geht es nicht"

Viele kommen aus Espelkamp, aber auch aus Rahden und Lübbecke waren Impfwillige angereist. Jörg Niemeyer hat erst kurzfristig erfahren, dass in Espelkamp ohne langwierige Anmeldung geimpft wird. „Ich habe mir sofort meinen Impfausweis geschnappt und bin hierher gefahren", sagt der Lübbecker. Die Idee derartiger Aktionen findet er gut, das lange Anstehen nimmt er in Kauf. „Mir ist wichtig, dass ich durchs Impfen Andere schütze und dass ich vielleicht noch in den Urlaub fahren kann." Ganz sicher ist es noch nicht, eventuell will Niemeyer aber in ein paar Wochen Richtung Spanien aufbrechen. „Ohne einen guten Schutz geht das nicht", ist er überzeugt.

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Niemeyer hat sich schon einmal impfen lassen, große Probleme habe es nicht gegeben. Ein bisschen Schwindel, Schmerzen an der Impfstelle – das war’s. Er hoffe, dass er diesmal wieder so gut durchkomme, sagt Niemeyer bevor er im Gemeindezentrum verschwindet. Eine Ebene tiefer, im Keller des Zentrums, wartet Anke Richter-Scheer auf die Impfwilligen. Die Leiterin des Impfzentrums Hille-Unterlübbe verimpft vor allem mRNA-Impfstoffe, außerdem den Einmal-Impfstoff Johnson & Johnson.

Thomas Mrozinski ist technischer Leiter des Bürgerhauses und zeigt seinen Impf-Arm. Die Einstichstelle ist dabei gar nicht mehr zu erkennen. - © Karsten Schulz
Thomas Mrozinski ist technischer Leiter des Bürgerhauses und zeigt seinen Impf-Arm. Die Einstichstelle ist dabei gar nicht mehr zu erkennen. - © Karsten Schulz

"Schön, dass so viele Menschen erschienen sind"

„Schön, dass so viele Menschen erschienen sind", sagt die Fachärztin angesichts der vielen Impfwilligen. „Wir brauchen diese niedrigschwelligen Aktionen, damit wir auch Hotspots erreichen", ist die routinierte Impfärztin überzeugt. Die Ende vergangene Woche begonnenen Impfaktionen hätten sich als „zielführend" erwiesen. Laut Richter-Scheer braucht eine erfolgreiche Impfkampagne Teamarbeit und kreative Ideen, aber auch „aktive Leitungen", wie die in Espelkamp.

Hier sei man sehr aktiv, lobt Richter-Scheer.„Hier wird viel gemacht", Ebenfalls positiv sieht Richter-Scheer die aktuelle Impfquote im Kreis Minden-Lübbecke – der Kreis stehe mit Blick auf Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe gut da: „Wir spielen in der obersten Liga", bringt es Richter-Scheer auf den Punkt.

Bürgermeister Vieker hatte Idee mit dem Gemeindezentrum

Zusammen mit den Impfwilligen ist auch der Bürgermeister der Stadt Espelkamp, Henning Vieker, zum Gemeindezentrum gekommen, obwohl er sich gerade im Urlaub befindet. Er habe sich von Anfang an dafür stark gemacht, dass sich möglichst Viele impfen lassen, „deshalb bin ich heute auch hierher gekommen". In die Planung der Impfaktionen war Vieker von Beginn an eingebunden. Die Idee einen Termin auf dem Wochenmarkt stattfinden zu lassen, sei von ihm gewesen, erklärt er.

„Wichtig ist, dass es sich um einen zentralen Ort handelt, wo die Menschen gut hinkommen und sich auch spontan entscheiden können, auf dem Wochenmarkt hoffen wir auch auf Laufkundschaft." Für Espelkamp gebe es noch eine Reihe von Ideen, er wolle aber dem Landkreis nicht vorgreifen. „Wir hoffen aber, dass es nach der jetzt anberaumten Aktion weiter geht." Nötig seien diese Aktionen auch wegen der ein wenig flacher werdenden Impfrate. „Das soll mit solchen Aktionen aufgefangen werden."

Zentrale Lage und kurze Anmeldeprozedur

Warum so viele Menschen zu der Impfaktion im Gemeindezentrum gekommen sind – Renate Wiebe, Mitglied der John Gingerich Mennoniten-Gemeinde Espelkamp, versucht eine Erklärung: „Das liegt sicher daran, dass wir relativ zentral liegen und dass es keine große Anmeldung braucht. Die Leute können spontan und zu Fuß hierher kommen und auch ihre Kinder mitnehmen." Für sich selbst empfindet Wiebe das Impfen als „Pflicht", motiviert werde sie durch ihre schulmedizinische Ausbildung als Krankenschwester.

Zwar liege das Impfen im Ermessen jedes Einzelnen, andererseits habe es sicher damit zu tun,wie man sich über die weltweite Pandemielage informiere oder ob man selbst einen Corona-Kranken gesehen habe. „Dann ändert sich die Einstellung vielleicht." Menschen, die in der Pflege arbeiteten, würden die Notwendigkeit des Impfens sicher eher sehen. Die Warteschlange vor dem Gemeindehaus bestand, laut Wiebe, vor allem („zu 90 Prozent") aus „Nichtgemeindemitgliedern".

Volles Haus nicht nur in Espelkamp, auch bei McDonald’s in Lübbecke war jede Menge los. Von Mitarbeitern war zu erfahren, dass sie die Aktion „richtig gut finden" und die Impfkampagne unterstützen wollten.

"Ich würde das machen wie bei einer Blutspende"

Maik Busche aus Pr. Oldendorf findet die Idee „richtig gut" und hofft, dass die Aktionen noch ausgeweitet werden. „Ich würde das machen wie bei einer Blutspende." Dass auf dem McDonald’s Parkplatz geimpft wird, hat Busche erst relativ kurzfristig erfahren. „Eigentlich bin ich bei einem Hausarzt, aber da kommt man schlecht durch." Aber egal, wo der 2. Piks herkommt – „Hauptsache ist, dass ich geimpft bin, auch um in den Urlaub fahren und Veranstaltungen besuchen zu können".

Direkt auf dem Wochenmarkt konnte das mobile Impfteam Freitagmorgen um 9 Uhr in Espelkamp wegen des strömenden Regens zwar nicht seine Zelte aufbauen, dafür wurde ihnen jedoch das benachbarte Bürgerhaus geöffnet, wo im großen Saal schnell alles aufgebaut war. Der technische Leiter der kommunalen Einrichtung, Thomas Mrozinski, stand den Impfenden hilfreich zur Seite.

90 Menschen aus allen Altersgruppen im Bürgerhaus

Bevor sich die großen Türen öffneten, hatte sich auf dem Vorplatz in Höhe der Freiherr-vom-Stein-Apotheke bereits eine lange Schlange gebildet. Auf dem benachbarten Wochenmarkt hatte sich schnell herumgesprochen, dass gleich nebenan geimpft werden soll, sodass sich viele Einkaufende gleich in die Schlange weiter einreihten. 90 Menschen aus allen Altersgruppen waren dabei, auch viele Jüngere, wie Mrozinski beobachtete.

Er hatte sich kurz entschlossen ebenfalls dazugesellt, denn auf diese Weise konnte er seine zweite Impfung erhalten. Dabei fiel ihm auf, dass der Arzt nicht direkt in sein großes Tattoo am rechten Arm hineinspritzte. „Das geht nicht aus medizinischer Sicht, denn der Impfstoff darf sich nicht mit den Farbpigmenten des Tattoos mischen, das gibt sonst Entzündungen im Blut", so der Arzt. So gab’s den Piks in eins der beiden großen (ungefärbten) Augen des Wolfes, der Mrozinskis Oberarm ziert.

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