Bückeburg 25 Jahre nach der Renovierung: Im Bergbad blitzt der Edelstahl immer noch Johannes Pietsch Bückeburg. Als am 8. Juli 1995 das Bergbad bei seiner Wiedereröffnung im wahrsten Sinne des Wortes erstrahlte, ging die mit Abstand größte Renovierungs- und Umbaumaßnahme in der Geschichte der Bückeburger Bäder zu Ende. Fast ein Jahr lang dauerten die Arbeiten, in deren Verlauf dem Badeparadies an der Birkenallee nicht nur optisch ein neues Gesicht verliehen wurde. Die alten, gefliesten Becken gehörten fortan der Vergangenheit an, stattdessen leuchten beide große Becken in blankem Edelstahl. Vollständig erneuert wurde zudem die Technik, das Kesselhaus und die Beheizung. Die Sanierungsbedürftigkeit des im Juni 1959 eröffneten Bergbads hatte sich schon seit Jahren immer deutlicher abgezeichnet. Das Hauptproblem lag in den veralteten Fliesen, deren Frostschäden jedes Jahr nach den Wintermonaten vor Beginn der Freibadsaison ausgebessert werden mussten. Pro Sekunde gingen bis zu 60 Liter Wasser verloren „Wir mussten jedes Mal auf eine Schönwetterperiode warten, um diese Arbeiten in Angriff nehmen zu können", erinnert sich der bis Dezember 1999 amtierende Schwimmmeister Eitel Radek. Trotz der enormen Aufwände, die dafür jedes Mal betrieben werden musste, wurden die Wasserverluste durch die Lecks der beiden Becken immer gravierender. Laut Radek beliefen sich die Verluste zum Schluss auf bis zu 60 Liter in der Sekunde. Zu Beginn der 90er Jahre war damit unbestritten, dass etwas geschehen musste, um das Bad langfristig zu sichern und zu erhalten. Doch wie, darüber herrschte lange Zeit alles andere als Einigkeit. Während Teile der Ratspolitik aus Kostengründen für eine Sparvariante plädierten und nur das 50-Meter-Sportbecken sanieren wollten, kamen von anderer Seite Vorschläge, das bislang in erster Linie auf sportliches Schwimmen und Naherholung ausgerichtete Bergbad nach dem Vorbild der seinerzeit populären Spaß- und Freizeitbäder umzuwandeln. Ideen, das Bergbad mit einer gewaltigen, spiralförmigen Riesenrutsche auszustatten, machten ebenso die Runde wie die Vorstellung, das Nichtschwimmerbecken mit einem Sprudelkanal zu umrunden. Als wesentlich weitsichtiger erwiesen sich da die Mitarbeiter und die Stammgäste des Bergbads, die schon früh argwöhnten, der Umbau zu einem Spaßbad werde zwar hohe Kosten, aber nicht die damit verbundenen, erhofften Besucherzuwächse erbringen und damit das Bad als Ganzes gefährden. Es war unter anderem Radek, der Rat und Verwaltung schlussendlich davon überzeugen konnte, beide Fliesenbecken durch Edelstahlwannen zu ersetzen und die Technik zu modernisieren – ansonsten den Grundcharakter des Bergbads aber nicht anzutasten. Mit dem Edelstahl entfielen die teuren Reparaturen der Frostschäden. Zudem musste nur noch ein Bruchteil des Chlors zur Wasserreinigung eingesetzt werden, da Edelstahl Keimen und Verunreinigungen viel weniger Raum bietet als großporige Fliesen. Nach der Sanierung wurde nur ein Bruchteil des Chlors benötigt Sechseinhalb Millionen Mark ließ sich die Stadt den gewaltigen Umbau kosten. Es ist vor allem dem von 1985 bis Ende 1993 amtierenden Stadtdirektor Ernst Möller zuzurechnen, dass die Finanzierung durch die wirtschaftliche Kopplung der Bäder mit den Stadtwerken zustande kam. Auch der Umbautermin wurde heiß diskutiert. Große Bestürzung herrschte, als sich im Spätsommer 1993 andeutete, das Bad werde wegen der Sanierung das gesamte Folgejahr geschlossen. Aber Pläne, Ausschreibungen und Auftragsvergaben verzögerten sich. Statt im Frühjahr 1994 begannen die Bauarbeiten nach verkürzter Sommersaison im September. Nach zehn Monaten erfolgte am 8. Juli 1995 die feierliche Wiedereröffnung durch den damaligen stellvertretenden Bürgermeister Dr. Alfons Echterhoff.
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25 Jahre nach der Renovierung: Im Bergbad blitzt der Edelstahl immer noch

So kennen die nicht nur Bückeburger das Bergbad. Der geschwungene Sprungturm ist ein Hingucker in dem beliebten Freibad. © Foto: szlz

Bückeburg. Als am 8. Juli 1995 das Bergbad bei seiner Wiedereröffnung im wahrsten Sinne des Wortes erstrahlte, ging die mit Abstand größte Renovierungs- und Umbaumaßnahme in der Geschichte der Bückeburger Bäder zu Ende. Fast ein Jahr lang dauerten die Arbeiten, in deren Verlauf dem Badeparadies an der Birkenallee nicht nur optisch ein neues Gesicht verliehen wurde. Die alten, gefliesten Becken gehörten fortan der Vergangenheit an, stattdessen leuchten beide große Becken in blankem Edelstahl. Vollständig erneuert wurde zudem die Technik, das Kesselhaus und die Beheizung.

Die Sanierungsbedürftigkeit des im Juni 1959 eröffneten Bergbads hatte sich schon seit Jahren immer deutlicher abgezeichnet. Das Hauptproblem lag in den veralteten Fliesen, deren Frostschäden jedes Jahr nach den Wintermonaten vor Beginn der Freibadsaison ausgebessert werden mussten.

Pro Sekunde gingen bis zu 60 Liter Wasser verloren

„Wir mussten jedes Mal auf eine Schönwetterperiode warten, um diese Arbeiten in Angriff nehmen zu können", erinnert sich der bis Dezember 1999 amtierende Schwimmmeister Eitel Radek. Trotz der enormen Aufwände, die dafür jedes Mal betrieben werden musste, wurden die Wasserverluste durch die Lecks der beiden Becken immer gravierender. Laut Radek beliefen sich die Verluste zum Schluss auf bis zu 60 Liter in der Sekunde.

Zehn Monate lang war das Bergbad eine Großbaustelle. Archivfoto: szlz
Zehn Monate lang war das Bergbad eine Großbaustelle. Archivfoto: szlz

Zu Beginn der 90er Jahre war damit unbestritten, dass etwas geschehen musste, um das Bad langfristig zu sichern und zu erhalten. Doch wie, darüber herrschte lange Zeit alles andere als Einigkeit. Während Teile der Ratspolitik aus Kostengründen für eine Sparvariante plädierten und nur das 50-Meter-Sportbecken sanieren wollten, kamen von anderer Seite Vorschläge, das bislang in erster Linie auf sportliches Schwimmen und Naherholung ausgerichtete Bergbad nach dem Vorbild der seinerzeit populären Spaß- und Freizeitbäder umzuwandeln.

Ideen, das Bergbad mit einer gewaltigen, spiralförmigen Riesenrutsche auszustatten, machten ebenso die Runde wie die Vorstellung, das Nichtschwimmerbecken mit einem Sprudelkanal zu umrunden. Als wesentlich weitsichtiger erwiesen sich da die Mitarbeiter und die Stammgäste des Bergbads, die schon früh argwöhnten, der Umbau zu einem Spaßbad werde zwar hohe Kosten, aber nicht die damit verbundenen, erhofften Besucherzuwächse erbringen und damit das Bad als Ganzes gefährden.

Es war unter anderem Radek, der Rat und Verwaltung schlussendlich davon überzeugen konnte, beide Fliesenbecken durch Edelstahlwannen zu ersetzen und die Technik zu modernisieren – ansonsten den Grundcharakter des Bergbads aber nicht anzutasten. Mit dem Edelstahl entfielen die teuren Reparaturen der Frostschäden. Zudem musste nur noch ein Bruchteil des Chlors zur Wasserreinigung eingesetzt werden, da Edelstahl Keimen und Verunreinigungen viel weniger Raum bietet als großporige Fliesen.

Nach der Sanierung wurde nur ein Bruchteil des Chlors benötigt

Sechseinhalb Millionen Mark ließ sich die Stadt den gewaltigen Umbau kosten. Es ist vor allem dem von 1985 bis Ende 1993 amtierenden Stadtdirektor Ernst Möller zuzurechnen, dass die Finanzierung durch die wirtschaftliche Kopplung der Bäder mit den Stadtwerken zustande kam. Auch der Umbautermin wurde heiß diskutiert.

Große Bestürzung herrschte, als sich im Spätsommer 1993 andeutete, das Bad werde wegen der Sanierung das gesamte Folgejahr geschlossen. Aber Pläne, Ausschreibungen und Auftragsvergaben verzögerten sich. Statt im Frühjahr 1994 begannen die Bauarbeiten nach verkürzter Sommersaison im September. Nach zehn Monaten erfolgte am 8. Juli 1995 die feierliche Wiedereröffnung durch den damaligen stellvertretenden Bürgermeister Dr. Alfons Echterhoff.

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