Hunderte stellen sich gegen Tagung der NRW-AfD im lippischen Lage Lage. Im lippischen Lage haben am Samstag mehr als 300 Menschen gegen eine Veranstaltung der nordrhein-westfälischen AfD demonstriert. Unter dem Motto "SchiefLage beenden! – Gegen die AfD-Kreissprecherkonferenz" trafen sich Anhängerinnen und Anhänger von rund 40 Initiativen auf dem Marktplatz der Stadt, anschließend zogen sie – wie die Polizei später mitteilt: friedlich – gemeinsam durch die Stadt. Zu dem Protest aufgerufen hatten unter anderem die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, das Bielefelder sowie das Paderborner Bündnis gegen rechts, die Detmolder Ortsgruppe der Omas gegen rechts, der Antifaschistische Arbeitskreis der Stadt, außerdem Gewerkschaften, lokale Kreis- und Stadtverbände sowie Jugendorganisationen von SPD, Grünen, FDP und der Linken. Die CDU bleibt der Versammlung fern Die FDP-Landtagsabgeordnete Martina Hannen kritisierte die Mitglieder der AfD-Fraktion im NRW-Landesparlament. Weder sei die AfD "eine politische Alternative" noch eine Vereinigung "irgendwelcher Wutbürger", sagte Hannen, "das sind Rechtsradikale". Der CDU-Stadtverband ist der Aktion ferngeblieben. Aus Sicht der Organisatoren des Vereins Woodstick spiele diese Haltung der AfD in die Karten. Der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer sagte, im Kampf gegen rechts "dürfen sich Demokraten nicht auseinanderdividieren lassen". Politische Morde gehörten heute wieder zum Alltag, "auch dass eine Rechtsaußen-Partei wieder in den Parlamenten sitzt". AfD empfängt Vorsitzenden Meuthen Grünen-Politiker Robin Wagener strich die Vielfalt der Veranstaltung heraus. "Ich bin froh, wenn ich mich umgucke, wie unterschiedlich Ihr alle seid." Lippe sei bunt, "mit der Realität der AfD hat das nichts zu tun". Landrat Axel Lehmann (SPD) setzte zu Beginn der Versammlung den Ton: "Lippe ist weltoffen, Lippe ist tolerant, Lippe ist vielfältig", sagte er auf dem Marktplatz. "Ich möchte, dass Lippe so bleibt." Die weitgehend national-völkische AfD erwartete zu ihrer Tagung in Lage den Parteivorsitzenden Jörg Meuthen zu einer Aussprache vor der Kommunalwahl. Medien hatten keinen Zutritt zu der Veranstaltung. Eine Partei, die in NRW noch immer als gemäßigt gelten will Dieter Bökemeier, Pfarrer für Flucht und Migration der Lippischen Landeskirche, verteidigte geflüchtete Menschen gegen Angriffe der AfD. "Das nehme ich persönlich", sagte er. Hasstiraden der Partei blieben nicht ohne Wirkung, geflüchtete Familien lebten zuweilen in Angst. "Auch das nehme ich persönlich." Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Matitjahu Kellig, warnte vor "Hass und Hetze" der Partei, die in NRW noch immer als gemäßigt gelten will. "Hass spaltet, Hass tötet", sagte Kellig während einer Kundgebung an der Straßenecke in Lage, an der bis 1938 eine Synagoge stand.

Hunderte stellen sich gegen Tagung der NRW-AfD im lippischen Lage

Mehrere hundert Menschen zeigten in Lage (Kreis Lippe) Flagge gegen gegen die AfD. © Florian Pfitzner

Ein Bündnis aus rund 40 Initiativen zog am Samstag durch die Stadt, um der weitgehend national-völkischen Partei die Grenzen aufzuzeigen. Indes empfing die AfD ihren Vorsitzenden Meuthen zu einer Aussprache.

Lage. Im lippischen Lage haben am Samstag mehr als 300 Menschen gegen eine Veranstaltung der nordrhein-westfälischen AfD demonstriert. Unter dem Motto "SchiefLage beenden! – Gegen die AfD-Kreissprecherkonferenz" trafen sich Anhängerinnen und Anhänger von rund 40 Initiativen auf dem Marktplatz der Stadt, anschließend zogen sie – wie die Polizei später mitteilt: friedlich – gemeinsam durch die Stadt.

Zu dem Protest aufgerufen hatten unter anderem die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, das Bielefelder sowie das Paderborner Bündnis gegen rechts, die Detmolder Ortsgruppe der Omas gegen rechts, der Antifaschistische Arbeitskreis der Stadt, außerdem Gewerkschaften, lokale Kreis- und Stadtverbände sowie Jugendorganisationen von SPD, Grünen, FDP und der Linken.

Die CDU bleibt der Versammlung fern

Die FDP-Landtagsabgeordnete Martina Hannen kritisierte die Mitglieder der AfD-Fraktion im NRW-Landesparlament. Weder sei die AfD "eine politische Alternative" noch eine Vereinigung "irgendwelcher Wutbürger", sagte Hannen, "das sind Rechtsradikale".

Der CDU-Stadtverband ist der Aktion ferngeblieben. Aus Sicht der Organisatoren des Vereins Woodstick spiele diese Haltung der AfD in die Karten. Der SPD-Abgeordnete Dennis Maelzer sagte, im Kampf gegen rechts "dürfen sich Demokraten nicht auseinanderdividieren lassen". Politische Morde gehörten heute wieder zum Alltag, "auch dass eine Rechtsaußen-Partei wieder in den Parlamenten sitzt".

AfD empfängt Vorsitzenden Meuthen

Grünen-Politiker Robin Wagener strich die Vielfalt der Veranstaltung heraus. "Ich bin froh, wenn ich mich umgucke, wie unterschiedlich Ihr alle seid." Lippe sei bunt, "mit der Realität der AfD hat das nichts zu tun". Landrat Axel Lehmann (SPD) setzte zu Beginn der Versammlung den Ton: "Lippe ist weltoffen, Lippe ist tolerant, Lippe ist vielfältig", sagte er auf dem Marktplatz. "Ich möchte, dass Lippe so bleibt."

Die weitgehend national-völkische AfD erwartete zu ihrer Tagung in Lage den Parteivorsitzenden Jörg Meuthen zu einer Aussprache vor der Kommunalwahl. Medien hatten keinen Zutritt zu der Veranstaltung.

Eine Partei, die in NRW noch immer als gemäßigt gelten will

Dieter Bökemeier, Pfarrer für Flucht und Migration der Lippischen Landeskirche, verteidigte geflüchtete Menschen gegen Angriffe der AfD. "Das nehme ich persönlich", sagte er. Hasstiraden der Partei blieben nicht ohne Wirkung, geflüchtete Familien lebten zuweilen in Angst. "Auch das nehme ich persönlich."

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, Matitjahu Kellig, warnte vor "Hass und Hetze" der Partei, die in NRW noch immer als gemäßigt gelten will. "Hass spaltet, Hass tötet", sagte Kellig während einer Kundgebung an der Straßenecke in Lage, an der bis 1938 eine Synagoge stand.

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