Großer Andrang an Bädern und Seen Jan-Henrik Gerdener,Sandra Spieker Kreis Minden-Lübbecke (nw). Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, ist es genau die richtige Zeit für einen Sprung ins kühle Nass – egal ob im Freibad oder an einem Badesee. Doch im Corona-Jahr ist auch das komplizierter als sonst. Wegen des guten Wetters der letzten Woche herrscht an den Bädern im Kreis aber auch mit Abstandsregeln ein hoher Andrang. In einem Bad sind es sogar so viele Schwimmer, dass die Besucherkapazität heruntergefahren werden muss. An den Seen ist es derweil nicht überall sicher zu schwimmen. „Ursprünglich hatten wir ausgerechnet, dass bei uns 560 Besucher ins Bad können“, sagt Frank Knickmeier, Betriebsleitung im Freibad Gehlenbeck. Es sei davon ausgegangen worden, dass sich diese Besucher auf Liegewiese und Becken so verteilen würden, dass ein Mindestabstand immer möglich wäre. Doch die Praxis bewies nun das Gegenteil. „Es hat sich gezeigt, dass doch zu viele Menschen im Becken waren. Nun haben wir die Besucher-Kapazität auf 300 reduziert.“ Am Wochenende wurde diese neue Grenze dann auch direkt ein paar Mal erreicht, sodass das Freibad zeitweise keine neuen Besucher einlassen konnte. Auch im Freibad Rahden und im Freibad Preußisch Oldendorf wurde schon die Grenze von 100 Gästen gleichzeitig erreicht. „Insgesamt gab es an einem Tag auch schon bis zu 400 Besucher insgesamt“, sagt Stefan Mochmann vom Miet-Schwimmmeister-Service Heino Kruse, der das Bad in Preußisch Oldendorf betreibt. „Die meisten halten sich auch immer noch an die Corona-Regeln. Einige nicht.“ Davon kann auch Mike Fonas, Fachangestellter für Bäderbetrieb beim Hallen- und Freibad Rahden, ein Liedchen singen. „Viele verstehen nicht, dass sie nicht ins Freibad dürfen, obwohl es nicht proppenvoll ist. Es fehlt das Bewusstsein, dass wir uns immer noch mitten in einer Pandemie befinden“, sagt er. Wenn es um das Einhalten der Corona-Regeln ginge, seien die meisten aber nach Hinweisen durch das Badepersonal einsichtig. Es habe aber auch schon Begegnungen mit Corona-Leugnern gegeben, die kein Einsehen gezeigt hätten. „Da kann ich dann nur sagen: Es tut mir leid, wenn Sie sich hier nicht an die Regeln halten wollen, müssen Sie an einen Badesee gehen.“ An ausgewiesen Stellen ist das Baden zum Beispiel am Kleihügelsee in Espelkamp erlaubt. „Dort gelten trotzdem die Regeln aus der allgemeinen Coronaschutzverordnung“, sagt Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke Espelkamp, die unter anderem durch regelmäßige Testungen sicherstellen, dass das Gewässer weiterhin als Badesee genutzt werden kann. Ob an dem See auch weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, überprüfe währenddessen das Ordnungsamt der Stadt. Die stellen dort wenige Verstöße fest. „Derzeit dürfen sich ja auch wieder bis zu zehn Personen treffen, ohne Abstand zu halten“, sagt Sachgebietsleiter Marco Hennig. Der Sprung ins kühle Nass des Lahder Badesees war für kurze Zeit wegen Blaualgen erneut verboten, ist aber mittlerweile wieder erlaubt. Blaualgen trüben auch den Badespaß am Dümmer See. Bei der regelmäßigen Überwachung der Badewasserqualität durch das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz ist eine Zunahme der Algenmasse festgestellt worden. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Da 2019 am Dümmer immer wieder eine starke Blaualgen-Entwicklung beobachtet wurde, hat der Landkreis Warnhinweise an den Badestellen anbringen lassen. Ein generelles Badeverbot gibt es nicht. „In Anbetracht des bekannten Vermehrungspotenzials der Cyanobakterien und den damit einhergehenden Risiken soll so vor einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung gewarnt werden“, heißt es vom Landkreis. Insbesondere Eltern badender Kinder sollen für mögliche Gefahren sensibilisiert werden. Beliebt bei Erfrischung-Suchenden ist auch der Mittellandkanal. Er gehört nicht zu den offiziellen Badegewässern. Erlaubt ist das Schwimmen hier, wenn die Badenden die Schifffahrt nicht behindern und die Verbotsbereiche einhalten. Experten warnen aber vor dem Schwimmen im Kanal. Denn immer wieder kommt es zu Unfällen. Im Schleusenbereich sowie im Bereich von Brücken, Liegestellen, Häfen, Pumpwerken und Wehren gilt ein Schwimmverbot, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) mit. Bei Nichtbeachtung des Badeverbots können Bußgelder bis zu 200 Euro fällig werden. In besonders schweren Fällen droht sogar eine Strafverfolgung wegen gefährlichem Eingriff in den Schiffsverkehr. Und: „Das Springen von Brücken stellt eine große Gefahr dar und ist daher streng verboten“, so das WSA. Im Wasser liegende Treibhölzer, spitze Gegenstände oder leere Flaschen seien unter der Wasseroberfläche für Brückenspringer nicht zu erkennen.

Großer Andrang an Bädern und Seen

Milow (von links, 3), Neyla (10) und Daliah (5) planschen im seichten Wasser am Ufer des Kleihügelsee im Naherholungsgebiet Große Aue in Espelkamp. Viktor Olfert aus Preußisch Oldendorf genießt den Nachmittag mit seinen Kindern an dem heißen Sommertag. Foto: Heike von Schulz © Heike von Schulz

Kreis Minden-Lübbecke (nw). Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, ist es genau die richtige Zeit für einen Sprung ins kühle Nass – egal ob im Freibad oder an einem Badesee. Doch im Corona-Jahr ist auch das komplizierter als sonst. Wegen des guten Wetters der letzten Woche herrscht an den Bädern im Kreis aber auch mit Abstandsregeln ein hoher Andrang. In einem Bad sind es sogar so viele Schwimmer, dass die Besucherkapazität heruntergefahren werden muss. An den Seen ist es derweil nicht überall sicher zu schwimmen.

„Ursprünglich hatten wir ausgerechnet, dass bei uns 560 Besucher ins Bad können“, sagt Frank Knickmeier, Betriebsleitung im Freibad Gehlenbeck. Es sei davon ausgegangen worden, dass sich diese Besucher auf Liegewiese und Becken so verteilen würden, dass ein Mindestabstand immer möglich wäre. Doch die Praxis bewies nun das Gegenteil. „Es hat sich gezeigt, dass doch zu viele Menschen im Becken waren. Nun haben wir die Besucher-Kapazität auf 300 reduziert.“

Am Wochenende wurde diese neue Grenze dann auch direkt ein paar Mal erreicht, sodass das Freibad zeitweise keine neuen Besucher einlassen konnte. Auch im Freibad Rahden und im Freibad Preußisch Oldendorf wurde schon die Grenze von 100 Gästen gleichzeitig erreicht. „Insgesamt gab es an einem Tag auch schon bis zu 400 Besucher insgesamt“, sagt Stefan Mochmann vom Miet-Schwimmmeister-Service Heino Kruse, der das Bad in Preußisch Oldendorf betreibt. „Die meisten halten sich auch immer noch an die Corona-Regeln. Einige nicht.“

Davon kann auch Mike Fonas, Fachangestellter für Bäderbetrieb beim Hallen- und Freibad Rahden, ein Liedchen singen. „Viele verstehen nicht, dass sie nicht ins Freibad dürfen, obwohl es nicht proppenvoll ist. Es fehlt das Bewusstsein, dass wir uns immer noch mitten in einer Pandemie befinden“, sagt er. Wenn es um das Einhalten der Corona-Regeln ginge, seien die meisten aber nach Hinweisen durch das Badepersonal einsichtig. Es habe aber auch schon Begegnungen mit Corona-Leugnern gegeben, die kein Einsehen gezeigt hätten. „Da kann ich dann nur sagen: Es tut mir leid, wenn Sie sich hier nicht an die Regeln halten wollen, müssen Sie an einen Badesee gehen.“

An ausgewiesen Stellen ist das Baden zum Beispiel am Kleihügelsee in Espelkamp erlaubt. „Dort gelten trotzdem die Regeln aus der allgemeinen Coronaschutzverordnung“, sagt Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke Espelkamp, die unter anderem durch regelmäßige Testungen sicherstellen, dass das Gewässer weiterhin als Badesee genutzt werden kann. Ob an dem See auch weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, überprüfe währenddessen das Ordnungsamt der Stadt. Die stellen dort wenige Verstöße fest. „Derzeit dürfen sich ja auch wieder bis zu zehn Personen treffen, ohne Abstand zu halten“, sagt Sachgebietsleiter Marco Hennig.

Der Sprung ins kühle Nass des Lahder Badesees war für kurze Zeit wegen Blaualgen erneut verboten, ist aber mittlerweile wieder erlaubt.

Blaualgen trüben auch den Badespaß am Dümmer See. Bei der regelmäßigen Überwachung der Badewasserqualität durch das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz ist eine Zunahme der Algenmasse festgestellt worden. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Da 2019 am Dümmer immer wieder eine starke Blaualgen-Entwicklung beobachtet wurde, hat der Landkreis Warnhinweise an den Badestellen anbringen lassen. Ein generelles Badeverbot gibt es nicht. „In Anbetracht des bekannten Vermehrungspotenzials der Cyanobakterien und den damit einhergehenden Risiken soll so vor einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung gewarnt werden“, heißt es vom Landkreis. Insbesondere Eltern badender Kinder sollen für mögliche Gefahren sensibilisiert werden.

Beliebt bei Erfrischung-Suchenden ist auch der Mittellandkanal. Er gehört nicht zu den offiziellen Badegewässern. Erlaubt ist das Schwimmen hier, wenn die Badenden die Schifffahrt nicht behindern und die Verbotsbereiche einhalten. Experten warnen aber vor dem Schwimmen im Kanal. Denn immer wieder kommt es zu Unfällen. Im Schleusenbereich sowie im Bereich von Brücken, Liegestellen, Häfen, Pumpwerken und Wehren gilt ein Schwimmverbot, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) mit. Bei Nichtbeachtung des Badeverbots können Bußgelder bis zu 200 Euro fällig werden. In besonders schweren Fällen droht sogar eine Strafverfolgung wegen gefährlichem Eingriff in den Schiffsverkehr. Und: „Das Springen von Brücken stellt eine große Gefahr dar und ist daher streng verboten“, so das WSA. Im Wasser liegende Treibhölzer, spitze Gegenstände oder leere Flaschen seien unter der Wasseroberfläche für Brückenspringer nicht zu erkennen.

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