Bad Oeynhausen Größter Getränke-Großhändler Deutschlands baut Lager an der Weser Investor Lars Hölkemeier baut für die Deutsche Getränke Logistik an der Weser in Rehme ein Zentrallager für Mehrweggetränke. Hier sollen jährlich 11 Millionen Getränkekisten umgeschlagen werden. Jörg Stuke Bad Oeynhausen. Schnell muss es gehen. Und groß muss es sein. Diese beiden Herausforderungen muss Investor Lars Hölkemeier meistern, um sein Projekt eines Logistikzentrums an der Weser umzusetzen. Dass er auf dem Gelände der ehemaligen Holz-Großhandlung Landré und Bartels ein Großhandelslager plant, das hatte der Speditionsunternehmer schon berichtet. Nur was dort in Rehme künftig gelagert und umgeschlagen werden soll, war noch unbekannt. Nun präsentierten Hölkemeier und der künftige Betreiber, die Deutsche Getränke Logistik (DGL), ihre Pläne. "Wir brauchen eine neue Heimat" Die DGL ist ein 2019 gegründetes Joint Venture der Veltins Brauerei und der Radeberger-Gruppe (Oetker). "Wir sind der größte Getränke-Großhändler Deutschlands", sagt Markus Rütters, Vorsitzender der Geschäftsführung der DGL. Das Unternehmen beschäftigt 2.100 Mitarbeiter und betreibt Logistikzentren für Mehrweg-Getränke an zwölf Standorten in Deutschland. Einer davon ist Bielefeld. Dort habe die DGL beziehungsweise eine der Vorläufer-Gesellschaften, Getränke Essmann, langfristig Lagerhallen angemietet. "Nun aber läuft der Pachtvertrag aus und der Eigentümer hat andere Pläne mit dem Grundstück", berichtet Rütters."Wir brauchen also eine neue Heimat", so der Geschäftsführer. Auf der Suche nach einem neuen Standort habe er von einer möglichen Gewerbefläche in Vlotho gehört. Rütters schaltete Lars Hölkemeier ein, Speditionsunternehmer mit Standorten in Minden, Porta und Bad Oeynhausen. Und ein alter Bekannter. "Wir haben vor 28 Jahren zusammen studiert", sagt Rütters. Die Option in Vlotho habe sich dann zwar rasch zerschlagen. Doch Hölkemeier hörte sich nach Alternativen um. Auch beim Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Oeynhausen, Patrick Zahn. Und der wiederum brachte das Gelände von Landré und Bartels in Rehme ins Spiel. Bier von 80 Brauereien im Angebot Hölkemeier wurde sich mit den Eigentümern Ulrike und Ulrich Borchers einig und kaufte das Gelände. Damit war das Kernstück gesichert, aber noch nicht die volle Fläche, die gebraucht wurde. Von drei weiteren Eigentümern erwarb Hölkemeier angrenzende Flächen, nun stehen für das Projekt 41.100 Quadratmeter zur Verfügung. Darauf sollen zwei Hallen errichtet werden. Ein 10.000 Quadratmeter großes Lager für die vollen Getränkekisten inklusive eines Bürotraktes und eine 3.000 Quadratmeter große Halle, in der das Leergut sortiert wird. Gelagert werden die Kisten mit den leeren Flaschen dann auf der Freifläche des Geländes. Und die DGL braucht Platz. "Pro Jahr werden wir von diesem Standort aus rund 11 Millionen Getränke-Vollgut-Kisten umschlagen", sagt Rütters. Kisten mit Mineralwasser, Säften, Softdrinks und - angesichts der Mutterhäuser Radeberger und Veltins - natürlich: Bier. Gut die Hälfte der Menge werde das Bier ausmachen, schätzt Rütters. Produkte aus rund 80 Brauereien wird die DGL über Bad Oeynhausen vertreiben. "Insgesamt sind es etwa 1.800 Artikel", sagt Rütters. Die DGL beliefere vom Lager in Rehme alle namhaften Handelsketten in der Region, in einem Umkreis von etwa 80 Kilometern. Im Durchschnitt werden in dem Logistikzentrum zwischen 300.000 und 350.000 volle und bis zu 400.000 leere Getränkekisten gelagert, berichtet der DGL-Geschäftsführer. 140 Arbeitsplätze im Logistikzentrum Hölkemeier ist Bauherr des Projekts, in das er "einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren" werde, wie er vage verrät. Die DGL wird das Logistikzentrum langfristig von ihm anmieten. "Das wird unser neuer Heimathafen", sagt Rütters. Bereits im August soll der Bau beginnen. "Wir arbeiten ausschließlich mit regionalen Unternehmen zusammen", versichert Hölkemeier. So habe ein heimischer Hersteller bereits begonnen, Betonteile für die Hallen vorzufertigen. Denn: Im März 2022 soll der Bau bereits fertig sein. Und damit die zweite Herausforderung für das Projekt erfüllen, den engen Zeitplan. Bis April, so Rütters, müsse die DGL ihren Standort in Bielefeld räumen. "Wir werden allen 140 Mitarbeitern dort ein Angebot machen, mit uns nach Bad Oeynhausen zu gehen" sagt der Geschäftsführer. Der Standort in Rehme sei durch die unmittelbare Nähe zu den Autobahnen A 2 und A 30 geradezu ideal, so Rütters. Ausdrücklich loben Rütters und Hölkemeier die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Oeynhausen und den Fraktionen im Stadtrat. Denn die notwendigen Änderungen am Flächennutzungsplan sind vollzogen, der Bebauungsplan ist aufgestellt. Im März wurden die alten Hallen von Landré und Bartels abgerissen. "Wenn wir hier keinen neuen Standort gefunden hätten, dann hätte sich schon die Frage gestellt, wie die Märkte in der Region künftig mit Getränken hätten beliefert werden können", so Rütters.
Bad Oeynhausen

Größter Getränke-Großhändler Deutschlands baut Lager an der Weser

Vom Logistikzentrum an der Weser sollen alle namhaften Handelsketten der Region mit Mehrweg-Getränken beliefert werden. Teile der Hallenfassaden sollen begrünt werden. © Ingenieur- & Planungsbüro Steinleger

Bad Oeynhausen. Schnell muss es gehen. Und groß muss es sein. Diese beiden Herausforderungen muss Investor Lars Hölkemeier meistern, um sein Projekt eines Logistikzentrums an der Weser umzusetzen. Dass er auf dem Gelände der ehemaligen Holz-Großhandlung Landré und Bartels ein Großhandelslager plant, das hatte der Speditionsunternehmer schon berichtet. Nur was dort in Rehme künftig gelagert und umgeschlagen werden soll, war noch unbekannt. Nun präsentierten Hölkemeier und der künftige Betreiber, die Deutsche Getränke Logistik (DGL), ihre Pläne.

"Wir brauchen eine neue Heimat"

Die DGL ist ein 2019 gegründetes Joint Venture der Veltins Brauerei und der Radeberger-Gruppe (Oetker). "Wir sind der größte Getränke-Großhändler Deutschlands", sagt Markus Rütters, Vorsitzender der Geschäftsführung der DGL. Das Unternehmen beschäftigt 2.100 Mitarbeiter und betreibt Logistikzentren für Mehrweg-Getränke an zwölf Standorten in Deutschland. Einer davon ist Bielefeld. Dort habe die DGL beziehungsweise eine der Vorläufer-Gesellschaften, Getränke Essmann, langfristig Lagerhallen angemietet. "Nun aber läuft der Pachtvertrag aus und der Eigentümer hat andere Pläne mit dem Grundstück", berichtet Rütters."Wir brauchen also eine neue Heimat", so der Geschäftsführer.

Unternehmer Lars Hölkemeier ist Bauherr des Logistikzentrums. - © Jörg Stuke
Unternehmer Lars Hölkemeier ist Bauherr des Logistikzentrums. - © Jörg Stuke

Auf der Suche nach einem neuen Standort habe er von einer möglichen Gewerbefläche in Vlotho gehört. Rütters schaltete Lars Hölkemeier ein, Speditionsunternehmer mit Standorten in Minden, Porta und Bad Oeynhausen. Und ein alter Bekannter. "Wir haben vor 28 Jahren zusammen studiert", sagt Rütters. Die Option in Vlotho habe sich dann zwar rasch zerschlagen. Doch Hölkemeier hörte sich nach Alternativen um. Auch beim Wirtschaftsförderer der Stadt Bad Oeynhausen, Patrick Zahn. Und der wiederum brachte das Gelände von Landré und Bartels in Rehme ins Spiel.

Markus Rütters, Vorsitzender der Geschäftsführung der DGL. - © DGL
Markus Rütters, Vorsitzender der Geschäftsführung der DGL. - © DGL

Bier von 80 Brauereien im Angebot

Hölkemeier wurde sich mit den Eigentümern Ulrike und Ulrich Borchers einig und kaufte das Gelände. Damit war das Kernstück gesichert, aber noch nicht die volle Fläche, die gebraucht wurde. Von drei weiteren Eigentümern erwarb Hölkemeier angrenzende Flächen, nun stehen für das Projekt 41.100 Quadratmeter zur Verfügung. Darauf sollen zwei Hallen errichtet werden. Ein 10.000 Quadratmeter großes Lager für die vollen Getränkekisten inklusive eines Bürotraktes und eine 3.000 Quadratmeter große Halle, in der das Leergut sortiert wird. Gelagert werden die Kisten mit den leeren Flaschen dann auf der Freifläche des Geländes.

Und die DGL braucht Platz. "Pro Jahr werden wir von diesem Standort aus rund 11 Millionen Getränke-Vollgut-Kisten umschlagen", sagt Rütters. Kisten mit Mineralwasser, Säften, Softdrinks und - angesichts der Mutterhäuser Radeberger und Veltins - natürlich: Bier. Gut die Hälfte der Menge werde das Bier ausmachen, schätzt Rütters. Produkte aus rund 80 Brauereien wird die DGL über Bad Oeynhausen vertreiben. "Insgesamt sind es etwa 1.800 Artikel", sagt Rütters. Die DGL beliefere vom Lager in Rehme alle namhaften Handelsketten in der Region, in einem Umkreis von etwa 80 Kilometern. Im Durchschnitt werden in dem Logistikzentrum zwischen 300.000 und 350.000 volle und bis zu 400.000 leere Getränkekisten gelagert, berichtet der DGL-Geschäftsführer.

140 Arbeitsplätze im Logistikzentrum

Hölkemeier ist Bauherr des Projekts, in das er "einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren" werde, wie er vage verrät. Die DGL wird das Logistikzentrum langfristig von ihm anmieten. "Das wird unser neuer Heimathafen", sagt Rütters. Bereits im August soll der Bau beginnen. "Wir arbeiten ausschließlich mit regionalen Unternehmen zusammen", versichert Hölkemeier. So habe ein heimischer Hersteller bereits begonnen, Betonteile für die Hallen vorzufertigen. Denn: Im März 2022 soll der Bau bereits fertig sein. Und damit die zweite Herausforderung für das Projekt erfüllen, den engen Zeitplan. Bis April, so Rütters, müsse die DGL ihren Standort in Bielefeld räumen. "Wir werden allen 140 Mitarbeitern dort ein Angebot machen, mit uns nach Bad Oeynhausen zu gehen" sagt der Geschäftsführer. Der Standort in Rehme sei durch die unmittelbare Nähe zu den Autobahnen A 2 und A 30 geradezu ideal, so Rütters.

Ausdrücklich loben Rütters und Hölkemeier die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Oeynhausen und den Fraktionen im Stadtrat. Denn die notwendigen Änderungen am Flächennutzungsplan sind vollzogen, der Bebauungsplan ist aufgestellt. Im März wurden die alten Hallen von Landré und Bartels abgerissen. "Wenn wir hier keinen neuen Standort gefunden hätten, dann hätte sich schon die Frage gestellt, wie die Märkte in der Region künftig mit Getränken hätten beliefert werden können", so Rütters.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales