Sommerferien und Homeoffice-Ende Gibt es eine Rückgabewelle von Corona-Tieren in OWL? Viele kehren ins Büro zurück oder fahren in den Urlaub. Tierschützer beobachten vermehrte Rückgaben von Haustieren. Eine Umfrage in OWLs Tierheimen zur Lage. Jemima Wittig Bielefeld. Seit Beginn der Pandemie haben sich immer mehr Menschen ein Haustier angeschafft. "Jetzt schlägt das Pendel in eine andere Richtung aus", so der Deutsche Tierschutzbund. Die Tierheime würden sich wieder füllen. Beispiele finden sich in Berlin und München. Aber geben auch die Menschen in Ostwestfalen-Lippe ihre Tiere in Tierheimen ab, jetzt wo zum einen viele aus dem Homeoffice an ihren Arbeitsplatz zurück gekehrt und zum anderen Sommerferien sind? Eine Umfrage in den Tierheimen der Region zeigt: Nein - mit zwei Ausnahmen. In der Sommerzeit gibt es immer mehr Nachfragen nach Abgabetieren, so Renate Siekkötter vom Herforder Tierschutzverein. In diesem Jahr seien die Zahlen aber besonders hoch. Kein Wunder, denn die Nachfrage nach Haustieren ist im Jahr 2020 enorm gestiegen. So wurden im Jahr 2020 bei der Haustier-Registrierung Tasso zehn Prozent mehr Hunde und Katzen angemeldet als im Vorjahr - dazu kommen noch etliche unregistrierte Tiere. Und die werden nicht unbedingt aus Tierheimen aufgenommen. In Online-Portalen werden immer mehr Vierbeiner und Co. angeboten. Der Tierschutzverband Peta warnt: "Diese Tiere werden oft mit gefälschten Heimtierausweisen verkauft. Sie werden unter schlechten Bedingungen gezüchtet, sind "sind oftmals schwer krank, von Würmern und anderen Parasiten befallen und ohne Impfschutz". Gerade erst hat eine Polizeimeldung gezeigt, dass das auch in OWL vorkommt: Bei einer Hausdurchsuchung fanden Fahnder in Bad Lippspringe im Kreis Paderborn 18 Hunde verschiedener Rassen. Die Tiere schienen krank, die Käfige verdreckt. Die Vierbeiner wurden über das Kleinanzeigenportal Ebay-Kleinanzeigen angeboten. Tierabgaben wegen Jobs oder weil die Besitzer nicht mit ihnen klar kommen Dass dort nun gerade die Tiere, die im Internet beschafft wurden, landen, bestätigt Siekkötter. Die Hunde hätten sich nach dem Kauf als schwierig oder sogar bissig herausgestellt. Manche der Menschen würden aber auch einfach ihre Arbeit als Grund der Abgabe angeben. "Es gibt Menschen, die direkt sagen, dass sie Tiere abgeben wollen, weil zum Beispiel die Gastronomie geöffnet hat und sie wieder arbeiten müssen", so Siekkötter. Auch das Paderborner Tierheim hat inzwischen mehr Anfragen. "Wir versuchen, die Tiere jetzt von privat an privat zu vermitteln. Einige kommen natürlich auch ins Tierheim", so Sabine Glahe, 2. Vorsitzende des Paderborner Tierschutzvereins "Tiere in Not" gegenüber nw.de. Immerhin, so zeigt die Umfrage, gibt es in den anderen Tierheimen der Region noch keine vermehrten Abgaben, heißt es aus Bielefeld, Gütersloh, Lübbecke und Detmold. Peta: Tier nicht im Internet kaufen "Aber die Sommerferien haben ja auch gerade erst angefangen", so Sophie Winter, Leiterin des Gütersloher Tierheims. "In der Corona-Zeit war der Welpen-Markt leer gefegt. Doch die süßen Hundebabys kommen allmählich in die Pubertät und können schwierig werden", ergänzt ihre Kollegin Sarah Keulert. Anja Langer, Leiterin des Bielefelder Tierheims, appelliert, die Aufnahme eines Tieres gut zu durchdenken: "Tiere sind kein Konsumgut. Hunde oder Katzen werden teilweise 15 Jahre alt. Eine Entscheidung für ein solches Tier muss gut durchdacht sein." Peta warnt die, die Hund, Katze oder andere Lebewesen bei sich aufnehmen möchten, "niemals ein Tier über Internetportale zu kaufen und stattdessen einen tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim zu adoptieren". Und wem der Vierbeiner dann mal zu viel wird, dem empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten, eine Hunde- oder Welpenschule mit dem Schützling zu besuchen. "Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen", ergänzte eine Sprecherin.
Sommerferien und Homeoffice-Ende

Gibt es eine Rückgabewelle von Corona-Tieren in OWL?

Tiere sollten nicht im Internet gekauft werden, appelliert Peta. © Symbolbild: Pixabay

Bielefeld. Seit Beginn der Pandemie haben sich immer mehr Menschen ein Haustier angeschafft. "Jetzt schlägt das Pendel in eine andere Richtung aus", so der Deutsche Tierschutzbund. Die Tierheime würden sich wieder füllen. Beispiele finden sich in Berlin und München. Aber geben auch die Menschen in Ostwestfalen-Lippe ihre Tiere in Tierheimen ab, jetzt wo zum einen viele aus dem Homeoffice an ihren Arbeitsplatz zurück gekehrt und zum anderen Sommerferien sind? Eine Umfrage in den Tierheimen der Region zeigt: Nein - mit zwei Ausnahmen.

In der Sommerzeit gibt es immer mehr Nachfragen nach Abgabetieren, so Renate Siekkötter vom Herforder Tierschutzverein. In diesem Jahr seien die Zahlen aber besonders hoch. Kein Wunder, denn die Nachfrage nach Haustieren ist im Jahr 2020 enorm gestiegen. So wurden im Jahr 2020 bei der Haustier-Registrierung Tasso zehn Prozent mehr Hunde und Katzen angemeldet als im Vorjahr - dazu kommen noch etliche unregistrierte Tiere. Und die werden nicht unbedingt aus Tierheimen aufgenommen.

In Online-Portalen werden immer mehr Vierbeiner und Co. angeboten. Der Tierschutzverband Peta warnt: "Diese Tiere werden oft mit gefälschten Heimtierausweisen verkauft. Sie werden unter schlechten Bedingungen gezüchtet, sind "sind oftmals schwer krank, von Würmern und anderen Parasiten befallen und ohne Impfschutz". Gerade erst hat eine Polizeimeldung gezeigt, dass das auch in OWL vorkommt: Bei einer Hausdurchsuchung fanden Fahnder in Bad Lippspringe im Kreis Paderborn 18 Hunde verschiedener Rassen. Die Tiere schienen krank, die Käfige verdreckt. Die Vierbeiner wurden über das Kleinanzeigenportal Ebay-Kleinanzeigen angeboten.

Tierabgaben wegen Jobs oder weil die Besitzer nicht mit ihnen klar kommen

Dass dort nun gerade die Tiere, die im Internet beschafft wurden, landen, bestätigt Siekkötter. Die Hunde hätten sich nach dem Kauf als schwierig oder sogar bissig herausgestellt. Manche der Menschen würden aber auch einfach ihre Arbeit als Grund der Abgabe angeben. "Es gibt Menschen, die direkt sagen, dass sie Tiere abgeben wollen, weil zum Beispiel die Gastronomie geöffnet hat und sie wieder arbeiten müssen", so Siekkötter.

Auch das Paderborner Tierheim hat inzwischen mehr Anfragen. "Wir versuchen, die Tiere jetzt von privat an privat zu vermitteln. Einige kommen natürlich auch ins Tierheim", so Sabine Glahe, 2. Vorsitzende des Paderborner Tierschutzvereins "Tiere in Not" gegenüber nw.de. Immerhin, so zeigt die Umfrage, gibt es in den anderen Tierheimen der Region noch keine vermehrten Abgaben, heißt es aus Bielefeld, Gütersloh, Lübbecke und Detmold.

Peta: Tier nicht im Internet kaufen

"Aber die Sommerferien haben ja auch gerade erst angefangen", so Sophie Winter, Leiterin des Gütersloher Tierheims. "In der Corona-Zeit war der Welpen-Markt leer gefegt. Doch die süßen Hundebabys kommen allmählich in die Pubertät und können schwierig werden", ergänzt ihre Kollegin Sarah Keulert.

Anja Langer, Leiterin des Bielefelder Tierheims, appelliert, die Aufnahme eines Tieres gut zu durchdenken: "Tiere sind kein Konsumgut. Hunde oder Katzen werden teilweise 15 Jahre alt. Eine Entscheidung für ein solches Tier muss gut durchdacht sein." Peta warnt die, die Hund, Katze oder andere Lebewesen bei sich aufnehmen möchten, "niemals ein Tier über Internetportale zu kaufen und stattdessen einen tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim zu adoptieren".

Und wem der Vierbeiner dann mal zu viel wird, dem empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten, eine Hunde- oder Welpenschule mit dem Schützling zu besuchen. "Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen", ergänzte eine Sprecherin.

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