Gibt Bauerngut den Standort Bückeburg auf? Leonhard Behmann Bückeburg (szlz). Es ist eine überraschende Nachricht, die im Rathaus am Donnerstag durchaus für große Sorgenfalten sorgt. Telefonisch hat Bauerngut-Geschäftsführer Klaus Jeinsen Bürgermeister Reiner Brombach bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass man nun auch nach anderen Standorten für das geplante Hochregallager suche. Dafür sei man bereits mit anderen Kommunen im Gespräch. Entsprechende Informationen bestätigte eine Unternehmenssprecherin im Gespräch. Weil sich der Ersatzneubau am Standort Bückeburg möglicherweise nicht realisieren ließe, sehe man sich als Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, auch alternative Standorte zu prüfen, heißt es. Bauerngut schließt nun auch nicht mehr aus, Bückeburg als Standort komplett aufzugeben. „Sollten wir gezwungen sein, das Logistikzentrum an einem neu zu erschließenden Standort zu errichten, ist es eine realistische Option, dass Bauerngut mittelfristig auch seine gesamten Produktionskapazitäten dorthin verlagern wird“, kündigt eine Edeka-Sprecherin an. „Das war die Sorge, die ich immer hatte“, sagt Bürgermeister Reiner Brombach. Für Bückeburg würde die Aufgabe des gesamten Standortes den Verlust eines zentralen Wirtschaftsfaktors bedeuten. Bauerngut ist mit etwa 800 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber und Steuerzahler der Stadt. Die Schließung von Bückeburger Produktionsstandorten wie die von Kögel Fahrzeugbau oder der Fränkischen Rohrwerke hätten gezeigt, „dass wirtschaftliche Entscheidungen brutal sein können“, sagt der Verwaltungschef. Er habe aber auch Verständnis dafür, dass Bauerngut „vorsichtig sei und nach Alternativen suche“. „Ich kann verstehen, dass Edeka verunsichert ist, weil das Verfahren noch keinen weiteren Stand erreicht hat“, sagt Brombach. Aus Unternehmenskreisen heißt es, Hauptgrund für die Neuorientierung von Bauerngut seien die „zögerliche Haltung der Stadt und die vielen Nachforderungen der Stadt“. Auch die bisher nur wenigen klaren Bekenntnisse zum Bauvorhaben würden eine Rolle spielen, heißt es. Nach Informationen der Redaktion ist Bauerngut mit seinem Zeitplan schon jetzt sehr weit nach hinten gerutscht. Die nötige Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Ausweisung von Ausgleichsflächen sind nach Angaben der Stadt Bückeburg weiter offen. Immer wieder hatte Bauerngut in der Vergangenheit Boden-, Verkehrs- und Umweltgutachten sowie Artenschutzberichte vorlegen und schalltechnische Untersuchungen machen müssen. Dass die Stadt zögerlich handelt, lässt sich Brombach nicht vorwerfen. „Das stimmt nicht. Stadt und Landkreis arbeiten mit Hochdruck daran, die Planungen, die wir angeschoben haben, weiterzuführen. Hier wird nichts verzögert“, erklärt der Verwaltungschef auf Nachfrage. Trotz der gestarteten Suche nach alternativen Standorten betont Edeka, man bekenne sich weiterhin „klar zum langjährigen Standort Bückeburg“ und wolle sich weiter dafür einsetzen, eine Baugenehmigung für den Neubau eines neuen Logistikzentrums in Bückeburg zu bekommen. Kritiker des Hochregallagers befürchten, dass anstatt nur eines Logistikzentrums von Bauerngut ein großes Industriegebiet südlich der B 83 entstehen könnte. Sie wollen klagen, haben eigenen Angaben zufolge bereits das Innen- und das Umweltministerium eingeschaltet.

Gibt Bauerngut den Standort Bückeburg auf?

Bauerngut schließt nicht aus, seinen Standort in Bückeburg aufzugeben. Gespräche mit anderen Kommunen über den Hochregallager-Bau führt das Unternehmen bereits. Foto: Leonhard Behmann © Leonhard behmann

Bückeburg (szlz). Es ist eine überraschende Nachricht, die im Rathaus am Donnerstag durchaus für große Sorgenfalten sorgt. Telefonisch hat Bauerngut-Geschäftsführer Klaus Jeinsen Bürgermeister Reiner Brombach bei einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass man nun auch nach anderen Standorten für das geplante Hochregallager suche. Dafür sei man bereits mit anderen Kommunen im Gespräch. Entsprechende Informationen bestätigte eine Unternehmenssprecherin im Gespräch.

Weil sich der Ersatzneubau am Standort Bückeburg möglicherweise nicht realisieren ließe, sehe man sich als Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, auch alternative Standorte zu prüfen, heißt es. Bauerngut schließt nun auch nicht mehr aus, Bückeburg als Standort komplett aufzugeben. „Sollten wir gezwungen sein, das Logistikzentrum an einem neu zu erschließenden Standort zu errichten, ist es eine realistische Option, dass Bauerngut mittelfristig auch seine gesamten Produktionskapazitäten dorthin verlagern wird“, kündigt eine Edeka-Sprecherin an.

„Das war die Sorge, die ich immer hatte“, sagt Bürgermeister Reiner Brombach. Für Bückeburg würde die Aufgabe des gesamten Standortes den Verlust eines zentralen Wirtschaftsfaktors bedeuten. Bauerngut ist mit etwa 800 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber und Steuerzahler der Stadt. Die Schließung von Bückeburger Produktionsstandorten wie die von Kögel Fahrzeugbau oder der Fränkischen Rohrwerke hätten gezeigt, „dass wirtschaftliche Entscheidungen brutal sein können“, sagt der Verwaltungschef. Er habe aber auch Verständnis dafür, dass Bauerngut „vorsichtig sei und nach Alternativen suche“. „Ich kann verstehen, dass Edeka verunsichert ist, weil das Verfahren noch keinen weiteren Stand erreicht hat“, sagt Brombach.

Aus Unternehmenskreisen heißt es, Hauptgrund für die Neuorientierung von Bauerngut seien die „zögerliche Haltung der Stadt und die vielen Nachforderungen der Stadt“. Auch die bisher nur wenigen klaren Bekenntnisse zum Bauvorhaben würden eine Rolle spielen, heißt es. Nach Informationen der Redaktion ist Bauerngut mit seinem Zeitplan schon jetzt sehr weit nach hinten gerutscht. Die nötige Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Ausweisung von Ausgleichsflächen sind nach Angaben der Stadt Bückeburg weiter offen. Immer wieder hatte Bauerngut in der Vergangenheit Boden-, Verkehrs- und Umweltgutachten sowie Artenschutzberichte vorlegen und schalltechnische Untersuchungen machen müssen.

Dass die Stadt zögerlich handelt, lässt sich Brombach nicht vorwerfen. „Das stimmt nicht. Stadt und Landkreis arbeiten mit Hochdruck daran, die Planungen, die wir angeschoben haben, weiterzuführen. Hier wird nichts verzögert“, erklärt der Verwaltungschef auf Nachfrage. Trotz der gestarteten Suche nach alternativen Standorten betont Edeka, man bekenne sich weiterhin „klar zum langjährigen Standort Bückeburg“ und wolle sich weiter dafür einsetzen, eine Baugenehmigung für den Neubau eines neuen Logistikzentrums in Bückeburg zu bekommen. Kritiker des Hochregallagers befürchten, dass anstatt nur eines Logistikzentrums von Bauerngut ein großes Industriegebiet südlich der B 83 entstehen könnte. Sie wollen klagen, haben eigenen Angaben zufolge bereits das Innen- und das Umweltministerium eingeschaltet.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales