Geständnis erspart Gefängnis: Bad Oeynhausener im Kinderporno-Prozess zu Bewährungsstrafe verurteilt Nicole Sielermann Bad Oeynhausen (nw). Daniel M. (Name von der Redaktion geändert) war der Termin vor Gericht sichtlich unangenehm. Der bisher nicht straffällig gewordene 39-jährige Familienvater musste sich wegen des Besitzes und der Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten (das MT berichtete). Etwa 6.000 Bilder und 360 Videos mit sexuellen Handlungen an Kindern, sowie 2.616 Dateien mit jugendpornografischen Inhalten hatten die Ermittler auf diversen Datenträgern bei dem Bad Oeynhausener gefunden. „Eine tickende Zeitbombe“, nannte der Staatsanwalt ihn. Vom Besitz zu eigenen Handlungen sei es oft nur ein kleiner Schritt. Auch sei die Menge der Daten und die darauf zu sehenden Handlungen innerhalb des Strafmaßes an der absolut oberen Grenze anzusiedeln. Weil M. aber geständig war, bleibt ihm die Haft erspart. Nahezu ein Jahr lang – von Dezember 2018 bis Dezember 2019 – soll Daniel M. mehrmals an verschiedene Frauen (gegen zwei wird gesondert verhandelt) Bilder mit kinderpornografischen Comiczeichnungen verschickt haben. Bis am 5. Dezember 2019 im Morgengrauen die Polizei zu einer Hausdurchsuchung vor der Tür stand. Sie nahmen nicht nur Smartphone und PC mit, sondern auch diverse Festplatten. Darauf Dateien, so der Staatsanwalt, die Kinder zu Lustobjekten degradierten, und Material mit sexuellen Handlungen vor und an Kindern. Auch die Videos zeigten Kindesmissbrauch durch erwachsene Männer. Eines davon sei, so der Staatsanwalt, 1 Stunde und 21 Minuten lang. Nach der Verlesung der Anklageschrift bat Verteidiger Mario Prigge um eine kurze Unterbrechung. Um danach zu verkünden, dass sein Mandant im vollen Umfang geständig sei. „Es ist alles richtig und hat sich alles genauso zugetragen. Es tut mir sehr leid. Auch was ich damit meiner Familie angetan habe“, lies M. durch Prigge verlesen. Auch erkläre er Therapiebereitschaft. Für den Besitz und die Verbreitung kinderpornografischer Schriften liegt, so die Staatsanwaltschaft, das Strafmaß zwischen einer Geldbuße und einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. „Und damit deutlich unter dem Höchstmaß für Diebstahlsdelikte“, betonte der Staatsanwalt. Zugute kam Daniel M. sein Geständnis und seine bisherige weiße Weste. „Ihre Taten allerdings sind aufgrund der Datenmenge und des Dateninhaltes an der ganz, ganz oberen Strafmaßgrenze anzusiedeln. Für Ihren Genuss sind Kinder schwerst sexuell missbraucht worden“, appellierte er an den Angeklagten. „Sie müssen dankbar sein, aufgeflogen zu sein. Denn Sie waren denkbar knapp davor, selbst zum Täter zu werden. Dies ist eine Chance, eine Chance zu bekommen.“ Weil M. geständig war, war die Verhandlung schnell beendet. „Das spricht für Sie“, betonte der Staatsanwalt. „So muss sich niemand hier vor Gericht noch einmal die Fotos und die Handlungen anschauen.“ Weshalb der Staatsanwalt letztlich eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, eine Therapie gegen pädophile Neigungen, einen Bewährungshelfer („Das können Sie nicht alleine wuppen.“) sowie eine Geldauflage in Höhe von 3.000 Euro für eine Einrichtung, die sich um missbrauchte Kinder kümmert, forderte. Verteidiger Prigge zeigte sich fast mit den Forderungen einverstanden. Allerdings plädierte er für eine kürzere Bewährungszeit, weil die zehn Monate seit der Hausdurchsuchung auch schon anzurechnen seien, und eine geringere Geldbuße. Amtsrichter Cornelius aber folgte in seinem Strafmaß den Forderungen der Staatsanwaltschaft. „Weil Sie eine riesige Menge an Dateien und Bildern besessen haben, die teilweise schwerste Missbrauchshandlungen an Kindern zeigten. An wirklichen Menschen“, erklärte Cornelius. Daniel M. und sein Anwalt erklärten noch im Gerichtssaal Rechtsmittelverzicht und nahmen das Urteil an.

Geständnis erspart Gefängnis: Bad Oeynhausener im Kinderporno-Prozess zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischen Bildern und Videos ist ein 39-jähriger Familienvater aus Bad Oeynhausen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Symbolfoto: Pixabay

Bad Oeynhausen (nw). Daniel M. (Name von der Redaktion geändert) war der Termin vor Gericht sichtlich unangenehm. Der bisher nicht straffällig gewordene 39-jährige Familienvater musste sich wegen des Besitzes und der Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Schriften vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen verantworten (das MT berichtete).

Etwa 6.000 Bilder und 360 Videos mit sexuellen Handlungen an Kindern, sowie 2.616 Dateien mit jugendpornografischen Inhalten hatten die Ermittler auf diversen Datenträgern bei dem Bad Oeynhausener gefunden. „Eine tickende Zeitbombe“, nannte der Staatsanwalt ihn. Vom Besitz zu eigenen Handlungen sei es oft nur ein kleiner Schritt. Auch sei die Menge der Daten und die darauf zu sehenden Handlungen innerhalb des Strafmaßes an der absolut oberen Grenze anzusiedeln. Weil M. aber geständig war, bleibt ihm die Haft erspart.

Nahezu ein Jahr lang – von Dezember 2018 bis Dezember 2019 – soll Daniel M. mehrmals an verschiedene Frauen (gegen zwei wird gesondert verhandelt) Bilder mit kinderpornografischen Comiczeichnungen verschickt haben. Bis am 5. Dezember 2019 im Morgengrauen die Polizei zu einer Hausdurchsuchung vor der Tür stand. Sie nahmen nicht nur Smartphone und PC mit, sondern auch diverse Festplatten. Darauf Dateien, so der Staatsanwalt, die Kinder zu Lustobjekten degradierten, und Material mit sexuellen Handlungen vor und an Kindern. Auch die Videos zeigten Kindesmissbrauch durch erwachsene Männer. Eines davon sei, so der Staatsanwalt, 1 Stunde und 21 Minuten lang.

Nach der Verlesung der Anklageschrift bat Verteidiger Mario Prigge um eine kurze Unterbrechung. Um danach zu verkünden, dass sein Mandant im vollen Umfang geständig sei. „Es ist alles richtig und hat sich alles genauso zugetragen. Es tut mir sehr leid. Auch was ich damit meiner Familie angetan habe“, lies M. durch Prigge verlesen. Auch erkläre er Therapiebereitschaft.

Für den Besitz und die Verbreitung kinderpornografischer Schriften liegt, so die Staatsanwaltschaft, das Strafmaß zwischen einer Geldbuße und einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. „Und damit deutlich unter dem Höchstmaß für Diebstahlsdelikte“, betonte der Staatsanwalt. Zugute kam Daniel M. sein Geständnis und seine bisherige weiße Weste. „Ihre Taten allerdings sind aufgrund der Datenmenge und des Dateninhaltes an der ganz, ganz oberen Strafmaßgrenze anzusiedeln. Für Ihren Genuss sind Kinder schwerst sexuell missbraucht worden“, appellierte er an den Angeklagten. „Sie müssen dankbar sein, aufgeflogen zu sein. Denn Sie waren denkbar knapp davor, selbst zum Täter zu werden. Dies ist eine Chance, eine Chance zu bekommen.“

Weil M. geständig war, war die Verhandlung schnell beendet. „Das spricht für Sie“, betonte der Staatsanwalt. „So muss sich niemand hier vor Gericht noch einmal die Fotos und die Handlungen anschauen.“ Weshalb der Staatsanwalt letztlich eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, eine Therapie gegen pädophile Neigungen, einen Bewährungshelfer („Das können Sie nicht alleine wuppen.“) sowie eine Geldauflage in Höhe von 3.000 Euro für eine Einrichtung, die sich um missbrauchte Kinder kümmert, forderte.

Verteidiger Prigge zeigte sich fast mit den Forderungen einverstanden. Allerdings plädierte er für eine kürzere Bewährungszeit, weil die zehn Monate seit der Hausdurchsuchung auch schon anzurechnen seien, und eine geringere Geldbuße.

Amtsrichter Cornelius aber folgte in seinem Strafmaß den Forderungen der Staatsanwaltschaft. „Weil Sie eine riesige Menge an Dateien und Bildern besessen haben, die teilweise schwerste Missbrauchshandlungen an Kindern zeigten. An wirklichen Menschen“, erklärte Cornelius. Daniel M. und sein Anwalt erklärten noch im Gerichtssaal Rechtsmittelverzicht und nahmen das Urteil an.

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