Falscher Bus: Mindener schlägt Fahrer mit Gehstock Ulf Hanke Bad Oeynhausen (nw). Ein 77-jähriger Mann aus Minden hat einen Busfahrer beleidigt und ihm mit dem Gehstock auf den Kopf geschlagen. Offenbar war der Rentner in den falschen Bus eingestiegen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den Mann deshalb am Freitag wegen Körperverletzung und Beleidigung vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen angeklagt. Der Mindener erschien mit seinem Rechtsanwalt zum Prozess und stellte die Sache zunächst ganz anders dar. In einer längeren Erklärung behauptete der Angeklagte, dass mehrere Fahrgäste denselben Fehler gemacht hätten. An der Linie 428 am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Bad Oeynhausensei das Fahrtziel gar nicht angezeigt worden. Weil aber niemand zum Werrepark fahren wollte, mussten alle hinten wieder aussteigen. Wegen seiner Gehbehinderung sei er jedoch nicht schnell genug gewesen und musste vorne am schimpfenden Busfahrer vorbei. „Natürlich habe ich auch ein paar Worte dazu abgegeben", sagte der Rentner. Der gehbehinderte Rentner stürzte angeblich beim Aussteigen Beim Aussteigen sei er in der Eile gestürzt, der Fahrer habe ihn verfolgt und ihm den Gehstock weggenommen. Umstehende Fahrgäste hätten ihn gestützt. „Aber die verstanden ja nichts, alles Ausländer!" Selbst die herbeigerufenen Polizisten hätten ihm den Gehstock vorenthalten. Noch während der Angeklagte seine Sicht der Dinge schildert, überreicht sein Rechtsanwalt dem Richter Atteste, die seinen Mandanten als mehrfach behinderten Rentner ausweisen. Der Busfahrer kennt den Angeklagten. Er hat ihn bereits öfter durch Bad Oeynhausen gefahren und wurde wohl jedes Mal im Vorbeigehen beim Einsteigen beleidigt. An diesem 12. April 2019 wollte der Fahrer seinen Fahrgast jedoch zur Rede stellen, als der - ohne zu stürzen - wieder aus dem Bus ausstieg. Da habe er den Gehstock auf den Kopf bekommen. „Das hat aber nicht wehgetan", sagt der Busfahrer auf Nachfrage des Richters. An den Wortlaut der Beleidigung könne er sich nicht mehr erinnern. Und andere Fahrgäste seien zu diesem Zeitpunkt auch nicht im Bus gewesen. Der Richter hat eine überraschende Frage an den Rechtsanwalt Zur Überraschung des Angeklagten fragt der Richter deshalb den Zeugen: „Würden Sie denn eine Entschuldigung des Angeklagten annehmen?" Der Busfahrer bejaht. Er wolle mit der Sache abschließen, wohne auch längst nicht mehr in Bad Oeynhausen. Der Rechtsanwalt des Angeklagten schaltet blitzschnell von Angriff auf Verteidigung und bittet um eine kurze Pause fürs Mandantengespräch. Als der Verteidiger zurückkommt, bittet er den Busfahrer im Namen seines Mandanten um Vergebung, wenn der ihn beleidigt haben sollte. Der Richter stellt das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ohne Auflagen ein.

Falscher Bus: Mindener schlägt Fahrer mit Gehstock

Weil er sich in der Buslinie irrte soll ein 77-jähriger Rentner aus Minden mit dem Gehstock auf einen Busfahrer am Bad Oeynhausener ZOB losgegangen sein. © Pixabay

Bad Oeynhausen (nw). Ein 77-jähriger Mann aus Minden hat einen Busfahrer beleidigt und ihm mit dem Gehstock auf den Kopf geschlagen. Offenbar war der Rentner in den falschen Bus eingestiegen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den Mann deshalb am Freitag wegen Körperverletzung und Beleidigung vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen angeklagt. Der Mindener erschien mit seinem Rechtsanwalt zum Prozess und stellte die Sache zunächst ganz anders dar.

In einer längeren Erklärung behauptete der Angeklagte, dass mehrere Fahrgäste denselben Fehler gemacht hätten. An der Linie 428 am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Bad Oeynhausensei das Fahrtziel gar nicht angezeigt worden. Weil aber niemand zum Werrepark fahren wollte, mussten alle hinten wieder aussteigen. Wegen seiner Gehbehinderung sei er jedoch nicht schnell genug gewesen und musste vorne am schimpfenden Busfahrer vorbei. „Natürlich habe ich auch ein paar Worte dazu abgegeben", sagte der Rentner.

Der gehbehinderte Rentner stürzte angeblich beim Aussteigen

Beim Aussteigen sei er in der Eile gestürzt, der Fahrer habe ihn verfolgt und ihm den Gehstock weggenommen. Umstehende Fahrgäste hätten ihn gestützt. „Aber die verstanden ja nichts, alles Ausländer!" Selbst die herbeigerufenen Polizisten hätten ihm den Gehstock vorenthalten.

Noch während der Angeklagte seine Sicht der Dinge schildert, überreicht sein Rechtsanwalt dem Richter Atteste, die seinen Mandanten als mehrfach behinderten Rentner ausweisen.

Der Busfahrer kennt den Angeklagten. Er hat ihn bereits öfter durch Bad Oeynhausen gefahren und wurde wohl jedes Mal im Vorbeigehen beim Einsteigen beleidigt. An diesem 12. April 2019 wollte der Fahrer seinen Fahrgast jedoch zur Rede stellen, als der - ohne zu stürzen - wieder aus dem Bus ausstieg. Da habe er den Gehstock auf den Kopf bekommen. „Das hat aber nicht wehgetan", sagt der Busfahrer auf Nachfrage des Richters. An den Wortlaut der Beleidigung könne er sich nicht mehr erinnern. Und andere Fahrgäste seien zu diesem Zeitpunkt auch nicht im Bus gewesen.

Der Richter hat eine überraschende Frage an den Rechtsanwalt

Zur Überraschung des Angeklagten fragt der Richter deshalb den Zeugen: „Würden Sie denn eine Entschuldigung des Angeklagten annehmen?" Der Busfahrer bejaht. Er wolle mit der Sache abschließen, wohne auch längst nicht mehr in Bad Oeynhausen. Der Rechtsanwalt des Angeklagten schaltet blitzschnell von Angriff auf Verteidigung und bittet um eine kurze Pause fürs Mandantengespräch.

Als der Verteidiger zurückkommt, bittet er den Busfahrer im Namen seines Mandanten um Vergebung, wenn der ihn beleidigt haben sollte. Der Richter stellt das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ohne Auflagen ein.

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