Bad Oeynhausen Fallen für Mountainbiker: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein Bad Oeynhausen. Weil er im Wiehengebirge in Bergkirchen zwischen Bäumen gespannte Drahtseile und ein massives Absperrgitter entdeckt hatte, hatte ein 35-jähriger Löhner die Polizei alarmiert und Anzeige erstattet. Der Mann war am Vatertag (21. Mai 2020) mit seinem Mountainbike im Berg unterwegs gewesen, als er die "Fallen" entdeckte. Die hinzugerufenen Beamten sicherten die Gefahrenstelle mit Flatterband und leiteten Ermittlungen gegen unbekannt ein. Die Polizei gerufen habe er vor allem, weil „Stahlseile, versteckt hinter Laub und Ästen, für mich eine Falle sind, die jemanden verletzten sollen. Im schlimmsten Fall kann dort jemand ums Leben kommen", hatte der 35-Jährige wenige Tage nach dem Vatertag erklärt. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat die im Mai aufgenommenen Ermittlungen allerdings jetzt eingestellt. "Weil wir keine Anzeichen auf einen Täter haben", begründete Staatsanwalt Moritz Kutkuhn die Einstellung der Ermittlungen wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung auf Nachfrage. Die Berichterstattung über die am Vatertag erstattete Anzeige hatte im Frühsommer eine hitzige öffentliche Diskussion zwischen Mountainbikern, Waldbesitzern und der Forstverwaltung über einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen den verschiedenen Nutzern des Waldes entfacht. "Verstärkt habe sich der Konflikt mit Beginn der Corona-Pandemie, weil immer mehr Menschen ins Wiehengebirge kommen - sei um dort spazieren zu gehen oder Rad zu fahren", teilte Revierförster Markus Uhr mit. Doch der Wald habe nicht nur unter der zunehmenden Nutzung zu leiden, die durch den Klimawandel bedingte Trockenheit, der sich ausbreitende Borkenkäfer sowie das Fichtensterben setzen dem Wald im Wiehengebirge in erheblichem Maße zu. Um auf die zunehmend schwierige Situation hinzuweisen und vorzugehen - vor allem Mountainbiker, die auf unerlaubten Routen unterwegs sind - hatten das Regionalforstamt, die Untere Naturschutzbehörde und die Waldbesitzer im Spätsommer eine Informationskampagnegestartet. Dazu wurden Verbotsschilder an den illegalen Abfahrtspisten angebracht und Info-Blätterverteilt. Ein wichtiger Baustein solle in Zukunft auch eine intensivierte Kommunikation untereinander bilden, teilten das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe und die Untere Naturschutzbehördedes Kreises Minden-Lübbecke mit. Grundsätzlich darf jeder – gleich ob, Spaziergänger, Gassigänger, Wanderer oder Fahrradfahrer – den Wald betreten und zu seiner Erholung nutzen. Dieses allgemeine Betretungsrecht sieht sowohl das Bundeswaldgesetz als auch das Landesforstgesetz NRW vor. Aber diesem Recht auf Erholung stehen auch klare Regeln gegenüber, die im Gesetz definiert sind. Wer den Wald betritt, habe sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden.
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Fallen für Mountainbiker: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Am Vatertag entdeckte der 35-jährige Mountainbiker im Wiehengebirge diese massive Absperrung zwischen zwei Bäumen. Das Hindernis wurde mit Absperrband der Polizei markiert. © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Weil er im Wiehengebirge in Bergkirchen zwischen Bäumen gespannte Drahtseile und ein massives Absperrgitter entdeckt hatte, hatte ein 35-jähriger Löhner die Polizei alarmiert und Anzeige erstattet. Der Mann war am Vatertag (21. Mai 2020) mit seinem Mountainbike im Berg unterwegs gewesen, als er die "Fallen" entdeckte. Die hinzugerufenen Beamten sicherten die Gefahrenstelle mit Flatterband und leiteten Ermittlungen gegen unbekannt ein. Die Polizei gerufen habe er vor allem, weil „Stahlseile, versteckt hinter Laub und Ästen, für mich eine Falle sind, die jemanden verletzten sollen. Im schlimmsten Fall kann dort jemand ums Leben kommen", hatte der 35-Jährige wenige Tage nach dem Vatertag erklärt.

Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat die im Mai aufgenommenen Ermittlungen allerdings jetzt eingestellt. "Weil wir keine Anzeichen auf einen Täter haben", begründete Staatsanwalt Moritz Kutkuhn die Einstellung der Ermittlungen wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung auf Nachfrage.

Die Berichterstattung über die am Vatertag erstattete Anzeige hatte im Frühsommer eine hitzige öffentliche Diskussion zwischen Mountainbikern, Waldbesitzern und der Forstverwaltung über einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen den verschiedenen Nutzern des Waldes entfacht. "Verstärkt habe sich der Konflikt mit Beginn der Corona-Pandemie, weil immer mehr Menschen ins Wiehengebirge kommen - sei um dort spazieren zu gehen oder Rad zu fahren", teilte Revierförster Markus Uhr mit. Doch der Wald habe nicht nur unter der zunehmenden Nutzung zu leiden, die durch den Klimawandel bedingte Trockenheit, der sich ausbreitende Borkenkäfer sowie das Fichtensterben setzen dem Wald im Wiehengebirge in erheblichem Maße zu.

Um auf die zunehmend schwierige Situation hinzuweisen und vorzugehen - vor allem Mountainbiker, die auf unerlaubten Routen unterwegs sind - hatten das Regionalforstamt, die Untere Naturschutzbehörde und die Waldbesitzer im Spätsommer eine Informationskampagnegestartet. Dazu wurden Verbotsschilder an den illegalen Abfahrtspisten angebracht und Info-Blätterverteilt. Ein wichtiger Baustein solle in Zukunft auch eine intensivierte Kommunikation untereinander bilden, teilten das Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe und die Untere Naturschutzbehördedes Kreises Minden-Lübbecke mit.

Grundsätzlich darf jeder – gleich ob, Spaziergänger, Gassigänger, Wanderer oder Fahrradfahrer – den Wald betreten und zu seiner Erholung nutzen. Dieses allgemeine Betretungsrecht sieht sowohl das Bundeswaldgesetz als auch das Landesforstgesetz NRW vor. Aber diesem Recht auf Erholung stehen auch klare Regeln gegenüber, die im Gesetz definiert sind. Wer den Wald betritt, habe sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden.

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