Bad Oeynhausen Corona-Leugner verteilen in Bad Oeynhausen Flyer mit falschen Informationen Heidi Froreich Bad Oeynhausen (nw). Bodo Schiffmann, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Inhaber einer Schwindel-Praxis, gilt als zentrale Figur der Corona-Proteste. Jetzt versucht er auch, in Bad Oeynhausen Unterstützer zu finden. In zahlreichen Briefkästen landeten vierseitige Flyer, für die er die inhaltliche Verantwortung übernimmt. Darin wird unter anderem mit einer gefährlichen Zwangsimpfung gedroht und das Corona-Geschehen als„Fake-Pandemie“ beschrieben. „Hören Sie nicht auf diese sachlich nicht korrekten Ausführungen der Verschwörungstheoretiker“, bittet Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des Herzund Diabeteszentrums NRW. Auch der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken und der Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Minden schließen sich dieser dringenden Warnung an. „Wir rechnen mit 80.000 Toten und vier Millionen Impfgeschädigten durch eine Corona-Zwangsimpfung“ heißt es in dem Flyer. Es sei zu befürchten, dass der Wirkstoff schlecht geprüft und miserabel zugelassen würde. Als Autor wird die Initiative „Ärzte für Aufklärung „ genannt. Der Organisation gehören bundesweit derzeit etwa 700 Ärzte und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an. Mehr als 300 werden auf der Internetseite namentlich genannt, unter ihnen auch der Bünder Arzt Robert Kluger und mit Wolfgang Schamberger auch ein Heilpraktiker aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Die Mitglieder kritisieren die Corona-Maßnahmen der Regierung als überzogen. Aus Sicht von Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken, eine völlige Fehleinschätzung. „Es steht völlig außer Frage, dass wir uns mitten in einer weltweiten Pandemie befinden. Das Sars-CoV2-Virus ist eine reale Gefahr. Die Flyer vermitteln Falschinformationen“, sagt der Mediziner, als ihm der Flyer präsentiert wird. „Informieren Sie sich jetzt“, werden die Leser des Flyers aufgefordert. Unter anderem wird auf die Bürgerinitiative„Querdenken 711“ verwiesen, die zuletzt zu Protesten vor dem Reichstag in Berlin aufgerufen hatte – mit den bekannten Folgen: Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger stürmten Ende August die Treppe zum Reichstagsgebäude hoch, umgeben auch von Flaggen aus der Zeit des Kaiserreiches. Wer auf die Seite www.elternstehenauf.de klickt, landet bei einer Initiative, die sich gegen eine Maskenpflicht in Schulen ausspricht. Auf www.schlussjetzt.org wird Covid-19 als „milder Erreger“ beschrieben, auf den das Gesundheitswesen von Anfang an bestens gerüstet gewesen war“. Das ist aus Sicht von Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums, eine völlig falsche Einschätzung: „Aufgrund der Erfahrungen des HDZ in der Behandlung von Covid-19-Patienten in den vergangenen Wochen und Monaten kann ich nur bestätigen, wie gefährlich Covid-19 ist. Es ist eine ernstzunehmende Erkrankung und auf keinen Fall mit einer normalen Grippe vergleichbar.“ Besonders ältere Menschen und Risikogruppen seien stark gefährdet, aber auch junge Menschen können nach einer Infektion erkranken. Gummert: „Jedem mit einem gesunden Menschenverstand sollte klar sein, dass die empfohlenen Maßnahmen – Abstand, Hände waschen, Tragen einer Maske – ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung der Verbreitung des Virus sind.“ Das sieht Hermann Lorenz, niedergelassener Hausarzt in Herford und Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Minden, genauso. Diese Empfehlungen stammen vom Robert Koch-Institut, das aus seiner Sicht die höchste wissenschaftliche Kompetenz besitzt. „Wir können uns der Pandemie nur mit fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegenstellen“, betont Lorenz. Gerade Ärzte mit ihrer akademischen wissenschaftlichen Ausbildung seien verpflichtet, nach aktuellen Empfehlungen und Leitlinien zu handeln. Lorenz: „Einzelmeinungen und Querdenkervorstellungen sind eine Gefahr für die gesamte Bevölkerung.“
Bad Oeynhausen

Corona-Leugner verteilen in Bad Oeynhausen Flyer mit falschen Informationen

Aus Sicht heimischer Mediziner ist das richtige Botschaft, die dieser Demonstrant auf seinem Plakat verbreitet. In den Flyern, die derzeit in Bad Oeynhausen verteilt werden, erkennen sie dagegen viele Falschinformationen. Foto: Feil © Verwendung weltweit

Bad Oeynhausen (nw). Bodo Schiffmann, Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Inhaber einer Schwindel-Praxis, gilt als zentrale Figur der Corona-Proteste. Jetzt versucht er auch, in Bad Oeynhausen Unterstützer zu finden. In zahlreichen Briefkästen landeten vierseitige Flyer, für die er die inhaltliche Verantwortung übernimmt. Darin wird unter anderem mit einer gefährlichen Zwangsimpfung gedroht und das Corona-Geschehen als„Fake-Pandemie“ beschrieben. „Hören Sie nicht auf diese sachlich nicht korrekten Ausführungen der Verschwörungstheoretiker“, bittet Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des Herzund Diabeteszentrums NRW. Auch der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken und der Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Minden schließen sich dieser dringenden Warnung an.

„Wir rechnen mit 80.000 Toten und vier Millionen Impfgeschädigten durch eine Corona-Zwangsimpfung“ heißt es in dem Flyer. Es sei zu befürchten, dass der Wirkstoff schlecht geprüft und miserabel zugelassen würde. Als Autor wird die Initiative „Ärzte für Aufklärung „ genannt. Der Organisation gehören bundesweit derzeit etwa 700 Ärzte und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an. Mehr als 300 werden auf der Internetseite namentlich genannt, unter ihnen auch der Bünder Arzt Robert Kluger und mit Wolfgang Schamberger auch ein Heilpraktiker aus dem Kreis Minden-Lübbecke. Die Mitglieder kritisieren die Corona-Maßnahmen der Regierung als überzogen.

Aus Sicht von Peter Witte, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene der Mühlenkreiskliniken, eine völlige Fehleinschätzung. „Es steht völlig außer Frage, dass wir uns mitten in einer weltweiten Pandemie befinden. Das Sars-CoV2-Virus ist eine reale Gefahr. Die Flyer vermitteln Falschinformationen“, sagt der Mediziner, als ihm der Flyer präsentiert wird.

„Informieren Sie sich jetzt“, werden die Leser des Flyers aufgefordert. Unter anderem wird auf die Bürgerinitiative„Querdenken 711“ verwiesen, die zuletzt zu Protesten vor dem Reichstag in Berlin aufgerufen hatte – mit den bekannten Folgen: Rechtsextreme, Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger stürmten Ende August die Treppe zum Reichstagsgebäude hoch, umgeben auch von Flaggen aus der Zeit des Kaiserreiches. Wer auf die Seite www.elternstehenauf.de klickt, landet bei einer Initiative, die sich gegen eine Maskenpflicht in Schulen ausspricht. Auf www.schlussjetzt.org wird Covid-19 als „milder Erreger“ beschrieben, auf den das Gesundheitswesen von Anfang an bestens gerüstet gewesen war“.

Das ist aus Sicht von Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des Herz- und Diabeteszentrums, eine völlig falsche Einschätzung: „Aufgrund der Erfahrungen des HDZ in der Behandlung von Covid-19-Patienten in den vergangenen Wochen und Monaten kann ich nur bestätigen, wie gefährlich Covid-19 ist. Es ist eine ernstzunehmende Erkrankung und auf keinen Fall mit einer normalen Grippe vergleichbar.“ Besonders ältere Menschen und Risikogruppen seien stark gefährdet, aber auch junge Menschen können nach einer Infektion erkranken. Gummert: „Jedem mit einem gesunden Menschenverstand sollte klar sein, dass die empfohlenen Maßnahmen – Abstand, Hände waschen, Tragen einer Maske – ein wesentlicher Beitrag zur Eindämmung der Verbreitung des Virus sind.“

Das sieht Hermann Lorenz, niedergelassener Hausarzt in Herford und Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Minden, genauso. Diese Empfehlungen stammen vom Robert Koch-Institut, das aus seiner Sicht die höchste wissenschaftliche Kompetenz besitzt. „Wir können uns der Pandemie nur mit fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen entgegenstellen“, betont Lorenz. Gerade Ärzte mit ihrer akademischen wissenschaftlichen Ausbildung seien verpflichtet, nach aktuellen Empfehlungen und Leitlinien zu handeln. Lorenz: „Einzelmeinungen und Querdenkervorstellungen sind eine Gefahr für die gesamte Bevölkerung.“

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