Ermittler im Drogen-Prozess: "So ein Labor habe ich noch nicht gesehen" Nils Middelhauve Pr. Oldendorf/Rödinghausen/Bielefeld. Es war den zuerst eintreffenden Feuerwehrmännern bereits verdächtig vorgekommen, dass bei ihrer Ankunft an einer brennenden Lagerhalle im April 2019 zwei Männer fluchtartig das Gebäude verlassen hatten und mit einem Auto davon gerast waren. Im Innern der Halle stießen die Einsatzkräfte sodann auf große Mengen verdächtiger Chemikalien und Geräte - und gleichzeitig auf eines der größten jemals entdeckten Drogenlabore Deutschlands. Nun müssen sich drei Männer aus Rödinghausen, Pr. Oldendorf sowie aus dem niederländischen Nijmegen wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Rödinghauser soll die unscheinbare Halle angemietet haben Alle drei sollen arbeitsteilig mit weiteren Mittätern am Aufbau der Halle sowie an der Herstellung des dort produzierten Amphetaminöls beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der aus Rödinghausen stammende Erik J. (31; Namen aller Betroffenen geändert) im Januar 2019 die unscheinbare, an der Ravensberger Straße in Pr. Oldendorf-Börninghausen gelegene Lagerhalle angemietet hatte, um dort ein professionelles Drogenlabor einzurichten. Der nun ebenfalls angeklagte Ingo B. soll sich sodann gemeinsam mit J. an den Umbau der 660 Quadratmeter großen Halle gemacht haben. Unter anderem beauftragte der aus Pr. Oldendorf stammende B. laut Anklage eine Firma mit der Bohrung zweier Löcher zur Kühlwassergewinnung sowie zur Entsorgung des anfallenden flüssigen Abfalls im Erdreich. Zwei Löcher gebohrt für Kühlwassergewinnung und Abfallentsorgung Gemeinsam mit weiteren Beteiligten - unter diesen auch der nun ebenfalls angeklagte Vilco I. aus den Niederlanden - sollen die Männer sich sodann an die geradezu industrielle Produktion von Amphetaminöl für den gewinnbringenden Weiterverkauf gemacht haben. Das Treiben fand ein Ende, als es am 28. April 2019 in einem der Räume der Lagerhalle brannte. Im Gebäude stießen die Ermittler auf 35.000 Tonnen Chemikalien sowie zahlreiche Apparaturen, die der Produktion von Amphetaminöl dienen sollten. "So ein Labor habe ich noch nicht gesehen", berichtete der als Zeuge geladene Ermittlungsführer der hinzugezogenen Bielefelder Polizei nun vor Gericht. Aus diesem Grund hätte sich die hiesige Polizei Hilfe vom Landes- und Bundeskriminalamt sowie von Europol gesucht. Ermittler: "So ein Labor habe ich noch nicht gesehen" Im Zuge der Ermittlungen sei Erik J. als Mieter der Halle schnell in den Kreis der Verdächtigen geraten, führte der Zeuge weiter aus. Auch gegen Ingo B. sei bald ermittelt worden, weitere Verdächtige seien dann im Laufe der Zeit - unter anderem aufgrund von DNA-Spuren - in den Fokus der Polizei geraten, sagte der damalige Ermittlungsführer. Eigentlich hätten sich neben den drei bereits genannten Männern zwei weitere Angeklagte zum Prozessauftakt vor der XX. Großen Strafkammer am Bielefelder Landgericht einfinden sollen. Doch verbüßt einer dieser Angeklagten derzeit in seiner niederländischen Heimat wegen Drogendelikten eine Haftstrafe und war deshalb bisher noch nicht ausgeliefert worden. Einer der Niederländer ist derzeit wegen eines anderen Deliktes in Haft Ein weiterer angeklagter Niederländer, der sich derzeit auf freiem Fuß befindet, blieb der Verhandlung unentschuldigt fern, die Verfahren gegen die beiden Letztgenannten wurden abgetrennt. In der Verhandlung teilten die Verteidiger der drei anwesenden Angeklagten mit, dass sich ihre Mandanten zu den Tatvorwürfen nicht äußern würden. Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt.

Ermittler im Drogen-Prozess: "So ein Labor habe ich noch nicht gesehen"

Bei dem Prozess geht um eines der größten Drogenlabore in Deutschland. © (Archivbild): Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf/Rödinghausen/Bielefeld. Es war den zuerst eintreffenden Feuerwehrmännern bereits verdächtig vorgekommen, dass bei ihrer Ankunft an einer brennenden Lagerhalle im April 2019 zwei Männer fluchtartig das Gebäude verlassen hatten und mit einem Auto davon gerast waren. Im Innern der Halle stießen die Einsatzkräfte sodann auf große Mengen verdächtiger Chemikalien und Geräte - und gleichzeitig auf eines der größten jemals entdeckten Drogenlabore Deutschlands.

Nun müssen sich drei Männer aus Rödinghausen, Pr. Oldendorf sowie aus dem niederländischen Nijmegen wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

Rödinghauser soll die unscheinbare Halle angemietet haben

Alle drei sollen arbeitsteilig mit weiteren Mittätern am Aufbau der Halle sowie an der Herstellung des dort produzierten Amphetaminöls beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der aus Rödinghausen stammende Erik J. (31; Namen aller Betroffenen geändert) im Januar 2019 die unscheinbare, an der Ravensberger Straße in Pr. Oldendorf-Börninghausen gelegene Lagerhalle angemietet hatte, um dort ein professionelles Drogenlabor einzurichten.

Der nun ebenfalls angeklagte Ingo B. soll sich sodann gemeinsam mit J. an den Umbau der 660 Quadratmeter großen Halle gemacht haben. Unter anderem beauftragte der aus Pr. Oldendorf stammende B. laut Anklage eine Firma mit der Bohrung zweier Löcher zur Kühlwassergewinnung sowie zur Entsorgung des anfallenden flüssigen Abfalls im Erdreich.

Zwei Löcher gebohrt für Kühlwassergewinnung und Abfallentsorgung

Gemeinsam mit weiteren Beteiligten - unter diesen auch der nun ebenfalls angeklagte Vilco I. aus den Niederlanden - sollen die Männer sich sodann an die geradezu industrielle Produktion von Amphetaminöl für den gewinnbringenden Weiterverkauf gemacht haben. Das Treiben fand ein Ende, als es am 28. April 2019 in einem der Räume der Lagerhalle brannte. Im Gebäude stießen die Ermittler auf 35.000 Tonnen Chemikalien sowie zahlreiche Apparaturen, die der Produktion von Amphetaminöl dienen sollten.

"So ein Labor habe ich noch nicht gesehen", berichtete der als Zeuge geladene Ermittlungsführer der hinzugezogenen Bielefelder Polizei nun vor Gericht. Aus diesem Grund hätte sich die hiesige Polizei Hilfe vom Landes- und Bundeskriminalamt sowie von Europol gesucht.

Ermittler: "So ein Labor habe ich noch nicht gesehen"

Im Zuge der Ermittlungen sei Erik J. als Mieter der Halle schnell in den Kreis der Verdächtigen geraten, führte der Zeuge weiter aus. Auch gegen Ingo B. sei bald ermittelt worden, weitere Verdächtige seien dann im Laufe der Zeit - unter anderem aufgrund von DNA-Spuren - in den Fokus der Polizei geraten, sagte der damalige Ermittlungsführer.

Eigentlich hätten sich neben den drei bereits genannten Männern zwei weitere Angeklagte zum Prozessauftakt vor der XX. Großen Strafkammer am Bielefelder Landgericht einfinden sollen. Doch verbüßt einer dieser Angeklagten derzeit in seiner niederländischen Heimat wegen Drogendelikten eine Haftstrafe und war deshalb bisher noch nicht ausgeliefert worden.

Einer der Niederländer ist derzeit wegen eines anderen Deliktes in Haft

Ein weiterer angeklagter Niederländer, der sich derzeit auf freiem Fuß befindet, blieb der Verhandlung unentschuldigt fern, die Verfahren gegen die beiden Letztgenannten wurden abgetrennt. In der Verhandlung teilten die Verteidiger der drei anwesenden Angeklagten mit, dass sich ihre Mandanten zu den Tatvorwürfen nicht äußern würden.

Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt.

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