Espelkamp Er wollte in den Bundestag: Impfskeptiker Dietrich Janzen an Corona erkrankt Karsten Schulz,Joern Spreen-Ledebur Espelkamp. Impfskeptiker Dietrich Janzen und dessen Familie wird jetzt auch vom Corona-Virus heimgesucht. Fünf von zehn Familienmitgliedern seien inzwischen betroffen, erklärt er im Gespräch mit nw.de. In diversen Chat-Foren war bereits seit einiger Zeit über die Erkrankung des heimischen Kommunalpolitikers, der als einziger Vertreter für die Partei Bündnis C in den Espelkamper Rat gewählt worden war, spekuliert worden. Alle Familienmitglieder befinden sich jetzt in Quarantäne Alle Familienmitglieder und er selbst befinden sich jetzt in Quarantäne, die bis zum Sonntag, 12. Dezember, befristet sei. Janzen möchte an der Hauptausschuss-Sitzung, die am Mittwoch, 15. Dezember, um 16 Uhr im Bürgerhaus stattfindet, auf alle Fälle teilnehmen. Sie sei sehr wichtig. "Es ist vor etwa einer Woche passiert" „Das ist korrekt, es ist vor etwa einer Woche passiert", gibt Janzen im Gespräch zu. Sein 13-jähriger Sohn, der eine christliche weiterführende Schule in Minden besucht, sei am 29. November gemeinsam mit zwei weiteren Schülern positiv getestet worden. Auch er habe sich „zwei Tage lang nicht wohl gefühlt". Er habe sich beim Testzentrum in Blasheim einen Termin geben lassen und sei auch sofort an die Reihe gekommen. „Wir haben hier alle nicht lange gewartet und wollten wissen, wie sich das entwickelt". Inzwischen steht fest, dass von insgesamt zehn Familienmitgliedern fünf erkrankt bzw. positiv sind, macht er deutlich. Bei ihm hätten sich – wie bei den übrigen Familienmitgliedern, seine Frau eingeschlossen, „sehr milde Verläufe gezeigt". Er habe „etwas erhöhte Temperatur" gehabt und „Symptome wie bei einer Erkältung". Mit einer Aspirin-Tablette oder mit Paracetamol ließen die sich gut behandeln, meint Janzen. Kritik im Rat an Tests und Einspruch gegen Bußgeld Ob er sich nach diesen Erfahrungen impfen lassen wolle? „Auf keinen Fall. Ich bleibe Impf-Skeptiker", antwortete Janzen auf eine entsprechende Frage der Redaktion. Das Impfen sei kein Allheilmittel", so Janzens Meinung. Dennoch gibt er zu, dass „Corona keine Bagatell-Erkrankung ist". Vor allem für die älteren Mitbürger und auch für die Personen, die an starken Vorerkrankungen litten, könne es auch „schwere Verläufe geben", da sei er sich sicher. Auf die Frage, ob er sich denn impfen lasse, wenn der Totimpfstoff auf dem Markt sei, kommt er ins Grübeln: „Darüber denke ich nach." (Anm. der Redaktion: Totimpfstoffe – oder inaktivierte Impfstoffe – enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur Bestandteile der Erreger. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne das die jeweilige Krankheit ausbricht. Zu den Totimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.). "Das ist eine reine Gerüchteküche" Janzen freut sich darüber, dass er und ein Teil seiner Familie zumindest ein halbes Jahr lang immunisiert seien. Auf den Hinweis, dass die neue Corona-Variante Omikron, die aus dem südlichen Afrika nach Europa eingeschleppt wurde, nicht auf die Immunisierung reagieren würde, wiegelt Janzen ab: „Das ist eine reine Gerüchteküche. Damit soll nur Angst erzeugt werden." Mit Dietrich Janzen und Oliver Vogt sind jetzt zwei Politiker aus der Region bekannt, die an Corona erkrankt sind. Nach NW-Informationen soll es in allen Parlamenten – auch im Lübbecker Land – inzwischen mehrere Kommunalpolitiker geben, die mit dem Corona-Virus in Berührung gekommen sind. Dietrich Janzen jedenfalls hat aus seiner Impfverweigerung nie einen Hehl gemacht. Während der Ratssitzung Ende Oktober hatte er gegen die 3G-Regel protestiert und dabei einen Test-Nachweis vorgewiesen. Er sprach seinerzeit gegenüber dem Bürgermeister von einer „indirekten Impfpflicht". Das sei verfassungswidrig. „Nur in einer sehr kranken Gesellschaft müssten sich Gesunde ausweisen. Die Verwaltung solle Ratsmitglieder von der Testpflicht befreien, forderte er. Dem widersprach Bürgermeister Henning Vieker und verwies auf die Gerichte, die entschieden hätten, dass die Testpflicht legal sei. Bei seiner Rede im Mai während des so genannten „Friedenspaziergangs" hatte Janzen behauptet, dass eine „globalistische Elite" kein Interesse an einer Rückkehr aus der Coronakrise zur Normalität habe und die Weltbevölkerung mit Hilfe von Impfungen dezimieren wolle. Dietrich Janzen wehrte sich vor Gericht gegen Bußgeldbescheid Mitte November war Janzen vor das Amtsgericht Rahden gezogen und wehrte sich gegen einen 50-Euro-Bußgeldbescheid der Stadt Espelkamp, weil er einen Moment die Maske nicht richtig trug. Janzen war bei einer Kirchenkontrolle aufgefallen. Sein Einspruch wurde abgelehnt. Gegenüber Richterin Hildebrand hatte der Espelkamper Politiker unter anderem erklärt, dass „Masken die Viren so abhalten wie ein Maschendrahtzaun". Seine Familie und er nähmen das Thema Corona ernst, hatte Janzen vor vier Wochen im Amtsgericht erklärt. Seine Kinder hätten voriges Jahr zu Weihnachten Fieberthermometer bekommen und gingen bei Fieber nicht aus dem Haus.
Espelkamp

Er wollte in den Bundestag: Impfskeptiker Dietrich Janzen an Corona erkrankt

Die Anzahl der positiv Getesteten ist in den vergangenen Wochen zunächst stark gestiegen. © THORSTEN ULONSKA

Espelkamp. Impfskeptiker Dietrich Janzen und dessen Familie wird jetzt auch vom Corona-Virus heimgesucht. Fünf von zehn Familienmitgliedern seien inzwischen betroffen, erklärt er im Gespräch mit nw.de. In diversen Chat-Foren war bereits seit einiger Zeit über die Erkrankung des heimischen Kommunalpolitikers, der als einziger Vertreter für die Partei Bündnis C in den Espelkamper Rat gewählt worden war, spekuliert worden.

Alle Familienmitglieder befinden sich jetzt in Quarantäne

Alle Familienmitglieder und er selbst befinden sich jetzt in Quarantäne, die bis zum Sonntag, 12. Dezember, befristet sei. Janzen möchte an der Hauptausschuss-Sitzung, die am Mittwoch, 15. Dezember, um 16 Uhr im Bürgerhaus stattfindet, auf alle Fälle teilnehmen. Sie sei sehr wichtig.

Der Espelkamper Dietrich Janzen hat Corona. - © Bündnis C
Der Espelkamper Dietrich Janzen hat Corona. - © Bündnis C

"Es ist vor etwa einer Woche passiert"

„Das ist korrekt, es ist vor etwa einer Woche passiert", gibt Janzen im Gespräch zu. Sein 13-jähriger Sohn, der eine christliche weiterführende Schule in Minden besucht, sei am 29. November gemeinsam mit zwei weiteren Schülern positiv getestet worden. Auch er habe sich „zwei Tage lang nicht wohl gefühlt". Er habe sich beim Testzentrum in Blasheim einen Termin geben lassen und sei auch sofort an die Reihe gekommen. „Wir haben hier alle nicht lange gewartet und wollten wissen, wie sich das entwickelt". Inzwischen steht fest, dass von insgesamt zehn Familienmitgliedern fünf erkrankt bzw. positiv sind, macht er deutlich. Bei ihm hätten sich – wie bei den übrigen Familienmitgliedern, seine Frau eingeschlossen, „sehr milde Verläufe gezeigt".

Er habe „etwas erhöhte Temperatur" gehabt und „Symptome wie bei einer Erkältung". Mit einer Aspirin-Tablette oder mit Paracetamol ließen die sich gut behandeln, meint Janzen.

Kritik im Rat an Tests und Einspruch gegen Bußgeld

Ob er sich nach diesen Erfahrungen impfen lassen wolle? „Auf keinen Fall. Ich bleibe Impf-Skeptiker", antwortete Janzen auf eine entsprechende Frage der Redaktion. Das Impfen sei kein Allheilmittel", so Janzens Meinung. Dennoch gibt er zu, dass „Corona keine Bagatell-Erkrankung ist". Vor allem für die älteren Mitbürger und auch für die Personen, die an starken Vorerkrankungen litten, könne es auch „schwere Verläufe geben", da sei er sich sicher. Auf die Frage, ob er sich denn impfen lasse, wenn der Totimpfstoff auf dem Markt sei, kommt er ins Grübeln: „Darüber denke ich nach."

(Anm. der Redaktion: Totimpfstoffe – oder inaktivierte Impfstoffe – enthalten entsprechend ihrer Bezeichnung nur abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder auch nur Bestandteile der Erreger. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne das die jeweilige Krankheit ausbricht. Zu den Totimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae Typ b), Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.).

"Das ist eine reine Gerüchteküche"

Janzen freut sich darüber, dass er und ein Teil seiner Familie zumindest ein halbes Jahr lang immunisiert seien. Auf den Hinweis, dass die neue Corona-Variante Omikron, die aus dem südlichen Afrika nach Europa eingeschleppt wurde, nicht auf die Immunisierung reagieren würde, wiegelt Janzen ab: „Das ist eine reine Gerüchteküche. Damit soll nur Angst erzeugt werden."

Mit Dietrich Janzen und Oliver Vogt sind jetzt zwei Politiker aus der Region bekannt, die an Corona erkrankt sind. Nach NW-Informationen soll es in allen Parlamenten – auch im Lübbecker Land – inzwischen mehrere Kommunalpolitiker geben, die mit dem Corona-Virus in Berührung gekommen sind.

Dietrich Janzen jedenfalls hat aus seiner Impfverweigerung nie einen Hehl gemacht. Während der Ratssitzung Ende Oktober hatte er gegen die 3G-Regel protestiert und dabei einen Test-Nachweis vorgewiesen. Er sprach seinerzeit gegenüber dem Bürgermeister von einer „indirekten Impfpflicht". Das sei verfassungswidrig. „Nur in einer sehr kranken Gesellschaft müssten sich Gesunde ausweisen. Die Verwaltung solle Ratsmitglieder von der Testpflicht befreien, forderte er. Dem widersprach Bürgermeister Henning Vieker und verwies auf die Gerichte, die entschieden hätten, dass die Testpflicht legal sei.

Bei seiner Rede im Mai während des so genannten „Friedenspaziergangs" hatte Janzen behauptet, dass eine „globalistische Elite" kein Interesse an einer Rückkehr aus der Coronakrise zur Normalität habe und die Weltbevölkerung mit Hilfe von Impfungen dezimieren wolle.

Dietrich Janzen wehrte sich vor Gericht gegen Bußgeldbescheid

Mitte November war Janzen vor das Amtsgericht Rahden gezogen und wehrte sich gegen einen 50-Euro-Bußgeldbescheid der Stadt Espelkamp, weil er einen Moment die Maske nicht richtig trug. Janzen war bei einer Kirchenkontrolle aufgefallen. Sein Einspruch wurde abgelehnt.

Gegenüber Richterin Hildebrand hatte der Espelkamper Politiker unter anderem erklärt, dass „Masken die Viren so abhalten wie ein Maschendrahtzaun". Seine Familie und er nähmen das Thema Corona ernst, hatte Janzen vor vier Wochen im Amtsgericht erklärt. Seine Kinder hätten voriges Jahr zu Weihnachten Fieberthermometer bekommen und gingen bei Fieber nicht aus dem Haus.

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