Eltern erhalten Haftstrafen Urteile nach Teufelsaustreibung und Missbrauch der Tochter Steinheim/Paderborn (JS). Neuneinhalb Jahre muss Klaus Dieter M. (Namen von der Redaktion geändert) ins Gefängnis, seine Frau Heike wird sechs Jahre hinter Gittern verbringen müssen. Das Martyrium ihrer Tochter Nicole dauerte länger. Elf Jahre lang musste sie sexuelle Übergriffe ihres Vaters erdulden, in einigen Fällen begleitet von Gewalt und exorzistischen Ritualen. Beistand und Schutz fand sie bei ihrer Mutter nicht. Ganz im Gegenteil leistete die 45-Jährige ihrem Mann bei seinen Taten Hilfestellung.Eindreiviertel Stunden berieten die Richter über ihr Urteil. Dachten darüber nach, was sie an vier Prozesstagen gehört hatten über die Zustände in der Steinheimer Familie M., in der sechs Kinder isoliert von der Außenwelt lebten, jede Förderung vermissen mussten, über die Bibel befragt, bei falschen Antworten geschlagen wurden und die einzige Tochter missbraucht und malträtiert wurde."Es lässt sich gar nichts zugunsten der Angeklagten finden", bilanzierten die Richter. Hingegen sei dem Opfer Glauben zu schenken und so seien 48 Inzest-Taten sowie vier Vergewaltigungen nachgewiesen, von denen drei unter dem Vorwand von Teufelsaustreibungen und mit Beihilfe der Mutter stattfanden.Dass im Falle von Heike M. für "nur" drei Tatbeteiligungen sechs Jahre Gefängnis zu verhängen waren, lag für das Gericht auf der Hand: Die Frau habe nämlich nicht nur bei den drei Vergewaltigungen Beihilfe geleistet, sondern überhaupt das Verhalten ihres Mannes, der immer wieder mit seiner Tochter den Geschlechtsverkehr vollzog, mitgetragen.Dass mit der Urteilsverkündung der Fall abgeschlossen ist, ist nicht anzunehmen. "Wir werden wahrscheinlich in Revision gehen", kündigte Heike M.s Verteidiger Franz Zacharias an. Außerdem denkt Staatsanwalt Oppenkamp über neue Ermittlungen gegen das Ehepaar nach. Schließlich hatte Nicole M. in ihrer Aussage weitere, bis dahin unbekannte Taten öffentlich gemacht. Auch die Staatsanwaltschaft Hannover ist weiter aktiv. Sie hat Klaus Dieter M. und seine Frau Heike im Verdacht, etwas mit dem ungeklärten Verschwinden eines 38-jährigen Hamelners zu tun zu haben.

Eltern erhalten Haftstrafen

Steinheim/Paderborn (JS). Neuneinhalb Jahre muss Klaus Dieter M. (Namen von der Redaktion geändert) ins Gefängnis, seine Frau Heike wird sechs Jahre hinter Gittern verbringen müssen. Das Martyrium ihrer Tochter Nicole dauerte länger.

Elf Jahre lang musste sie sexuelle Übergriffe ihres Vaters erdulden, in einigen Fällen begleitet von Gewalt und exorzistischen Ritualen. Beistand und Schutz fand sie bei ihrer Mutter nicht. Ganz im Gegenteil leistete die 45-Jährige ihrem Mann bei seinen Taten Hilfestellung.

Eindreiviertel Stunden berieten die Richter über ihr Urteil. Dachten darüber nach, was sie an vier Prozesstagen gehört hatten über die Zustände in der Steinheimer Familie M., in der sechs Kinder isoliert von der Außenwelt lebten, jede Förderung vermissen mussten, über die Bibel befragt, bei falschen Antworten geschlagen wurden und die einzige Tochter missbraucht und malträtiert wurde.

"Es lässt sich gar nichts zugunsten der Angeklagten finden", bilanzierten die Richter. Hingegen sei dem Opfer Glauben zu schenken und so seien 48 Inzest-Taten sowie vier Vergewaltigungen nachgewiesen, von denen drei unter dem Vorwand von Teufelsaustreibungen und mit Beihilfe der Mutter stattfanden.

Dass im Falle von Heike M. für "nur" drei Tatbeteiligungen sechs Jahre Gefängnis zu verhängen waren, lag für das Gericht auf der Hand: Die Frau habe nämlich nicht nur bei den drei Vergewaltigungen Beihilfe geleistet, sondern überhaupt das Verhalten ihres Mannes, der immer wieder mit seiner Tochter den Geschlechtsverkehr vollzog, mitgetragen.

Dass mit der Urteilsverkündung der Fall abgeschlossen ist, ist nicht anzunehmen. "Wir werden wahrscheinlich in Revision gehen", kündigte Heike M.s Verteidiger Franz Zacharias an. Außerdem denkt Staatsanwalt Oppenkamp über neue Ermittlungen gegen das Ehepaar nach. Schließlich hatte Nicole M. in ihrer Aussage weitere, bis dahin unbekannte Taten öffentlich gemacht. Auch die Staatsanwaltschaft Hannover ist weiter aktiv. Sie hat Klaus Dieter M. und seine Frau Heike im Verdacht, etwas mit dem ungeklärten Verschwinden eines 38-jährigen Hamelners zu tun zu haben.

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