Elf Monate nach SEK-Einsatz: Polizei startet Fahndung nach diesem vierten Mann Ulf Hanke Bad Oeynhausen. Die Polizei fahndet elf Monate nach dem SEK-Einsatz in der Gaststätte „New Orleans" offenbar immer noch vergeblich, aber erstmals öffentlich nach dem unbekannten vierten Angreifer von der Messerstecherei mitten in der Fußgängerzone der Kurstadt. Mittwochmorgen, 26. Oktober 2020, sind mehrere Männer zweier Großfamilien mit Waffen vor dem Lenné-Karree auf der Herforder Straße aufeinander losgegangen. Ein 26-jähriger Mann wurde mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Das Polizeipräsidium Bielefeld übernahm zunächst die Ermittlungen und gründete die Mordkommission „Korso". Von versuchtem Mord oder Totschlag ist inzwischen nicht mehr die Rede. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage beim Schöffengericht Herford erhoben. Der Hauptvorwurf lautet jetzt: gefährliche Körperverletzung. Die Verletzungen des 26-jährigen Messeropfers waren offenbar nicht lebensgefährlich. Der 26-Jährige hatte kurz nach der Tat bereits zur Pressekonferenz vor das Krankenhaus Bad Oeynhausen geladen und seine Sicht der Dinge geschildert. Demnach ging die Gewalt von vier Männern aus. Er und zwei Familienangehörige hätten sich verteidigt. Die Polizei nahm bereits wenige Minuten nach der Auseinandersetzung drei Tatverdächtige auf der Terrasse des „New Orleans" vorübergehend in Gewahrsam, darunter den Wirt und den Vater des Wirtes. Die Innenstadt wurde abgeriegelt. Spezialeinsatzkräfte durchsuchen die Gaststätte vergeblich nach einem vierten Mann. Bei dem Vater des Wirtes waren wenige Wochen zuvor bei einem Einsatz des Zolls Waffen und Bargeld in beträchtlicher Höhe entdeckt worden. Das Verfahren ist in der Zwischenzeit eingestellt worden, weil der Unternehmer Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 32.000 Euro nachzahlte und zudem 4.600 Euro an eine gemeinnützige Organisation überwies. Offenbar wurde ein Teil des sichergestellten Bargelds dafür verwendet. Mordkommission gibt den Fall ab Von dem vierten Mann fehlte jedoch jede Spur. Jetzt veröffentlichen die Ermittler erstmals ein Foto von diesem Unbekannten. Der Gesuchte ist bei dem gewaltsamen Streit auf der Herforder Straße etwa auf Höhe des Nordbahnhofes um 9.40 Uhr gefilmt worden. Ein Standfoto aus dem Film zeigt einen mittelalten Mann mit athletischer Figur, der in seiner linken Hand einen schwarzen, länglichen Gegenstand hält, vermutlich einen Schlagstock. Er trägt blaue Jeanshosen, einen dunklen Pullover, dunkle Schuhe, eine auffällig große Armbanduhr und hat dunkle, kurze Haare. Die Ermittler aus Bielefeld haben in den vergangenen elf Monaten seine Identität nicht klären können und bitten nun die Öffentlichkeit um Hilfe. Das Amtsgericht Bielefeld hat die Veröffentlichung des Fahndungsfotos Ende August genehmigt. Der vierte Mann ist demnach „dringend tatverdächtig, gemeinschaftlich mit weiteren bereits identifizierten Tatverdächtigen zwei Personen angegriffen und auf diese mit einem Messer eingewirkt zu haben", schreibt die Polizei. Zuständig ist nun offenbar nicht mehr die Mordkommission „Korso" im Polizeipräsidium Bielefeld, sondern die Kreispolizeibehörde Minden. Hinweise zu dem Tatverdächtigen werden unter Tel. (05 71) 8 86 60 erbeten. Anlass für den Gewaltausbruch ist angeblich ein Streit um einen Parkplatz. Zwischen dem Lenné-Karree und der Gaststätte „New Orleans" befindet sich eine gepflasterte Fläche, die als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet ist. Am Lenné-Karree befindet sich zudem die Löschwasserzufuhr der Feuerwehr. Über mehrere Wochen soll auf dieser Feuerwehrzufahrt ein Anhänger geparkt haben, obwohl mehrere Schilder am Gebäude das Parken verbieten. Als der damalige Hausmeister des Lenné-Karrees sich bei der Gastwirtfamilie darüber beschwerte, ist der Streit eskaliert. Offenbar eilten mehrere Familienangehörige den Kontrahenten zur Hilfe. Das Messeropfer ist der Bruder des ehemaligen Hausmeisters. Hetzjagd durchdie Innenstadt Zahlreiche Passanten wurden Zeugen des Streits und leisteten Erste Hilfe. Einige schilderten der Redaktion später eine regelrechte Hetzjagd durch die Innenstadt. Demnach standen vier Angreifer drei Angegriffenen gegenüber. Der erste Notruf erreichte die Polizei um 9.45 Uhr. Nachdem auch das SEK den vierten Tatverdächtigen nicht finden konnte und die weitere Fahndung im Umfeld ergebnislos blieb, forderte die Polizei noch am Abend Fährtenhunde an, die am Bahnhof und in der Innenstadt nach Spuren des vierten Mannes suchten. Ob die Tatwaffe inzwischen gefunden wurde, ist nicht bekannt. Das Schöffengericht soll nun klären, wer für den Messerstich zur Verantwortung zu ziehen ist und warum der Streit überhaupt so eskalierte. Der Prozess könnte auch ohne den vierten Mann beginnen.

Elf Monate nach SEK-Einsatz: Polizei startet Fahndung nach diesem vierten Mann

Die Polizei riegelte die Innenstadt von Bad Oeynhausen über mehrere Stunden ab und suchte vergeblich nach dem vierten Tatverdächtigen. © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen. Die Polizei fahndet elf Monate nach dem SEK-Einsatz in der Gaststätte „New Orleans" offenbar immer noch vergeblich, aber erstmals öffentlich nach dem unbekannten vierten Angreifer von der Messerstecherei mitten in der Fußgängerzone der Kurstadt. Mittwochmorgen, 26. Oktober 2020, sind mehrere Männer zweier Großfamilien mit Waffen vor dem Lenné-Karree auf der Herforder Straße aufeinander losgegangen. Ein 26-jähriger Mann wurde mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Das Polizeipräsidium Bielefeld übernahm zunächst die Ermittlungen und gründete die Mordkommission „Korso".

Von versuchtem Mord oder Totschlag ist inzwischen nicht mehr die Rede. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Anklage beim Schöffengericht Herford erhoben. Der Hauptvorwurf lautet jetzt: gefährliche Körperverletzung. Die Verletzungen des 26-jährigen Messeropfers waren offenbar nicht lebensgefährlich. Der 26-Jährige hatte kurz nach der Tat bereits zur Pressekonferenz vor das Krankenhaus Bad Oeynhausen geladen und seine Sicht der Dinge geschildert. Demnach ging die Gewalt von vier Männern aus. Er und zwei Familienangehörige hätten sich verteidigt.

Wer kann Hinweise auf die Identität des abgebildeten Tatverdächtigen geben? - © Polizei Minden-Lübbecke
Wer kann Hinweise auf die Identität des abgebildeten Tatverdächtigen geben? - © Polizei Minden-Lübbecke

Die Polizei nahm bereits wenige Minuten nach der Auseinandersetzung drei Tatverdächtige auf der Terrasse des „New Orleans" vorübergehend in Gewahrsam, darunter den Wirt und den Vater des Wirtes. Die Innenstadt wurde abgeriegelt. Spezialeinsatzkräfte durchsuchen die Gaststätte vergeblich nach einem vierten Mann. Bei dem Vater des Wirtes waren wenige Wochen zuvor bei einem Einsatz des Zolls Waffen und Bargeld in beträchtlicher Höhe entdeckt worden. Das Verfahren ist in der Zwischenzeit eingestellt worden, weil der Unternehmer Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 32.000 Euro nachzahlte und zudem 4.600 Euro an eine gemeinnützige Organisation überwies. Offenbar wurde ein Teil des sichergestellten Bargelds dafür verwendet.

Mordkommission gibt den Fall ab

Von dem vierten Mann fehlte jedoch jede Spur. Jetzt veröffentlichen die Ermittler erstmals ein Foto von diesem Unbekannten. Der Gesuchte ist bei dem gewaltsamen Streit auf der Herforder Straße etwa auf Höhe des Nordbahnhofes um 9.40 Uhr gefilmt worden. Ein Standfoto aus dem Film zeigt einen mittelalten Mann mit athletischer Figur, der in seiner linken Hand einen schwarzen, länglichen Gegenstand hält, vermutlich einen Schlagstock. Er trägt blaue Jeanshosen, einen dunklen Pullover, dunkle Schuhe, eine auffällig große Armbanduhr und hat dunkle, kurze Haare. Die Ermittler aus Bielefeld haben in den vergangenen elf Monaten seine Identität nicht klären können und bitten nun die Öffentlichkeit um Hilfe.

Das Amtsgericht Bielefeld hat die Veröffentlichung des Fahndungsfotos Ende August genehmigt. Der vierte Mann ist demnach „dringend tatverdächtig, gemeinschaftlich mit weiteren bereits identifizierten Tatverdächtigen zwei Personen angegriffen und auf diese mit einem Messer eingewirkt zu haben", schreibt die Polizei. Zuständig ist nun offenbar nicht mehr die Mordkommission „Korso" im Polizeipräsidium Bielefeld, sondern die Kreispolizeibehörde Minden. Hinweise zu dem Tatverdächtigen werden unter Tel. (05 71) 8 86 60 erbeten.

Anlass für den Gewaltausbruch ist angeblich ein Streit um einen Parkplatz. Zwischen dem Lenné-Karree und der Gaststätte „New Orleans" befindet sich eine gepflasterte Fläche, die als Feuerwehrzufahrt gekennzeichnet ist. Am Lenné-Karree befindet sich zudem die Löschwasserzufuhr der Feuerwehr. Über mehrere Wochen soll auf dieser Feuerwehrzufahrt ein Anhänger geparkt haben, obwohl mehrere Schilder am Gebäude das Parken verbieten. Als der damalige Hausmeister des Lenné-Karrees sich bei der Gastwirtfamilie darüber beschwerte, ist der Streit eskaliert. Offenbar eilten mehrere Familienangehörige den Kontrahenten zur Hilfe. Das Messeropfer ist der Bruder des ehemaligen Hausmeisters.

Hetzjagd durchdie Innenstadt

Zahlreiche Passanten wurden Zeugen des Streits und leisteten Erste Hilfe. Einige schilderten der Redaktion später eine regelrechte Hetzjagd durch die Innenstadt. Demnach standen vier Angreifer drei Angegriffenen gegenüber. Der erste Notruf erreichte die Polizei um 9.45 Uhr. Nachdem auch das SEK den vierten Tatverdächtigen nicht finden konnte und die weitere Fahndung im Umfeld ergebnislos blieb, forderte die Polizei noch am Abend Fährtenhunde an, die am Bahnhof und in der Innenstadt nach Spuren des vierten Mannes suchten. Ob die Tatwaffe inzwischen gefunden wurde, ist nicht bekannt.

Das Schöffengericht soll nun klären, wer für den Messerstich zur Verantwortung zu ziehen ist und warum der Streit überhaupt so eskalierte. Der Prozess könnte auch ohne den vierten Mann beginnen.

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