Drogenlabor-Prozess: Richterin überrascht von Fülle an Beweisanträgen Anke Schneider Pr. Oldendorf-Börninghausen/Bielefeld/Rödinghausen. Eigentlich sollte der Prozess gegen die mutmaßlichen Drogenköche in Pr. Oldendorf schon längst beendet sein. Die Anwälte der beiden Angeklagten stellten nun am 12. Verhandlungstag neun neue Beweisanträge. Den beiden 31- und 39-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, in der Zeit vom 1. Februar bis zum 28. April 2019 in einer Lagerhalle in Börninghausen ein professionelles Drogenlabor betrieben haben. Sie sollen aus verschiedenen Grundstoffen Amphetaminöl hergestellt haben, das zum Weiterverkauf bestimmt war. Der 31-jährige Angeklagte aus Rödinghausen soll die Lagerhalle angemietet, sein 39-jähriger Komplize aus Pr. Oldendorf soll die Inneneinrichtung erstellt haben. Das Ganze flog auf, als es in der Lagerhalle am 28. April 2019 brannte. Polizei und Feuerwehr entdeckten tausende Liter verschiedenster Chemikalien. Ermittler der Kripo fanden schließlich ein professionelles Labor, Lagerräume und Schlafräume. Zudem war in der Halle ein Brunnen gebohrt worden, der Wasser für die Herstellung des Amphetaminöls liefern sollte. Seit dem Prozessauftakt hat die 20. Strafkammer des Bielefelder Landgerichtes eine ganze Reihe von Zeugen gehört, die jedoch keine handfesten Beweise gegen die beiden Angeklagten liefern konnten. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass drei weitere Angeklagte aus Holland nicht greifbar sind. Einer sitzt in den Niederlanden in Haft, ein weiterer ist verschwunden und der dritte inzwischen verstorben. Die Anwälte sprachen nun von einem Indizienprozess und versuchten, mit zahlreichen Beweisanträgen die Ermittlungsergebnisse infrage zu stellen. So soll zum Beispiel ein Schrift-Sachverständiger hinzugezogen werden, der bestätigen kann, dass die Unterschriften auf den Bestellscheinen für die Chemikalien nicht von den beiden Angeklagten stammen. Ein weiterer Sachverständiger soll erklären, dass zur Herstellung von Amphetaminöl keine größere Menge an Wasser gebraucht wird. Zudem beantragten die Verteidiger, den Käufer des Fluchtwagens, mit dem die beiden Angeklagten sich am Tag des Brandes von der Lagerhalle entfernt hatten, zu laden. Der Käufer wohnt in Griechenland und hat den Mercedes Sprinter nebst Papieren und zwei Schlüsseln übernommen. In der Lagerhalle wurde jedoch der Schlüssel eines Sprinters gefunden. Die Verteidiger wollen beweisen, dass dieser Schlüssel nicht zu dem Auto gehört, das die Angeklagten verkauft haben. Die Vorsitzende Richterin zeigte sich von der Fülle an Beweisanträgen überrascht und erklärte, man müsse die Anträge zunächst ausführlich beraten. Der Prozess wird am 1. Juli fortgesetzt.

Drogenlabor-Prozess: Richterin überrascht von Fülle an Beweisanträgen

Im Prozess rund um das Drogenlabor Börninghausen soll nun ein Schrift-Sachverständiger hinzugezogen werden. © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf-Börninghausen/Bielefeld/Rödinghausen. Eigentlich sollte der Prozess gegen die mutmaßlichen Drogenköche in Pr. Oldendorf schon längst beendet sein. Die Anwälte der beiden Angeklagten stellten nun am 12. Verhandlungstag neun neue Beweisanträge.

Den beiden 31- und 39-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, in der Zeit vom 1. Februar bis zum 28. April 2019 in einer Lagerhalle in Börninghausen ein professionelles Drogenlabor betrieben haben. Sie sollen aus verschiedenen Grundstoffen Amphetaminöl hergestellt haben, das zum Weiterverkauf bestimmt war. Der 31-jährige Angeklagte aus Rödinghausen soll die Lagerhalle angemietet, sein 39-jähriger Komplize aus Pr. Oldendorf soll die Inneneinrichtung erstellt haben.

Das Ganze flog auf, als es in der Lagerhalle am 28. April 2019 brannte. Polizei und Feuerwehr entdeckten tausende Liter verschiedenster Chemikalien. Ermittler der Kripo fanden schließlich ein professionelles Labor, Lagerräume und Schlafräume. Zudem war in der Halle ein Brunnen gebohrt worden, der Wasser für die Herstellung des Amphetaminöls liefern sollte.

Seit dem Prozessauftakt hat die 20. Strafkammer des Bielefelder Landgerichtes eine ganze Reihe von Zeugen gehört, die jedoch keine handfesten Beweise gegen die beiden Angeklagten liefern konnten. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass drei weitere Angeklagte aus Holland nicht greifbar sind. Einer sitzt in den Niederlanden in Haft, ein weiterer ist verschwunden und der dritte inzwischen verstorben.

Die Anwälte sprachen nun von einem Indizienprozess und versuchten, mit zahlreichen Beweisanträgen die Ermittlungsergebnisse infrage zu stellen. So soll zum Beispiel ein Schrift-Sachverständiger hinzugezogen werden, der bestätigen kann, dass die Unterschriften auf den Bestellscheinen für die Chemikalien nicht von den beiden Angeklagten stammen. Ein weiterer Sachverständiger soll erklären, dass zur Herstellung von Amphetaminöl keine größere Menge an Wasser gebraucht wird.

Zudem beantragten die Verteidiger, den Käufer des Fluchtwagens, mit dem die beiden Angeklagten sich am Tag des Brandes von der Lagerhalle entfernt hatten, zu laden. Der Käufer wohnt in Griechenland und hat den Mercedes Sprinter nebst Papieren und zwei Schlüsseln übernommen. In der Lagerhalle wurde jedoch der Schlüssel eines Sprinters gefunden. Die Verteidiger wollen beweisen, dass dieser Schlüssel nicht zu dem Auto gehört, das die Angeklagten verkauft haben.

Die Vorsitzende Richterin zeigte sich von der Fülle an Beweisanträgen überrascht und erklärte, man müsse die Anträge zunächst ausführlich beraten. Der Prozess wird am 1. Juli fortgesetzt.

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