Die kleine Wiktoria liegt nach Hundeattacke im Krankenhaus Bielefeld. „Meine Mama soll sich keine Sorgen um mich machen. Mir geht es gut hier", erzählt das tapfere Mädchen, die zehnjährige Wiktoria, im Krankenbett. Am Mittwochabend wurde sie von einem Hund, der nach dem Landeshundegesetze als „gefährlicher Hund" eingestuft ist, gleich zwei Mal gebissen. Die Verletzungen waren so schlimm, dass sie mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus Gilead 1 eingeliefert wurde und dort noch einige Tage bleiben muss. Mit ihrem zweijährigen Bruder Toni und ihrer Mutter Marlena Piekarek ist sie seit ein paar Tagen zu Besuch bei Tante und Onkel, Danuta und Paul Kaiser. Aus Polen, ihrer Heimat, hatten sie sich auf den Weg in die Drögestraße gemacht, um ein paar schöne Tage in Bielefelder Westen zu verbringen. Doch die Urlaubs- und Besuchsfreuden endeten jäh am Mittwochabend. Onkel Paul Kaiser kann immer noch nicht fassen, was passierte. „Meine Schwägerin ist gestern Abend gegen 20.10 Uhr mit ihrem zweijährigen Sohn Toni und ihrer Tochter Wiktoria noch auf den Spielplatz gegangen. Kurze Zeit später stand die Mutter aufgelöst vor der Tür und berichtete, dass ihre Tochter von einem Hund gebissen wurde. Sofort eilten wir beide zum Spielplatz, der nicht weit von unserem Haus entfernt ist. Wiktoria war sehr gefasst, sie stand wohl unter Schock. Es waren zwei mächtige Wunden am linken Bein, einmal am Oberschenkel und ebenso an der Wade", berichtet der Onkel. Hund und Halterin waren da bereits verschwunden. Die alarmierte Polizei schickte sofort einen Rettungswagen, der das verletzte Kind ins Krankenhaus transportierte. Polizeibeamte, die ebenso schnell vor Ort waren, machten sich sofort auf die Suche nach Zeugen. Drei Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, die in dem parkähnlichen Spielplatz Tischtennis spielten, berichteten, dass auch sie kurzzeitig von dem Hund attackiert, aber nicht gebissen wurden. Der Hund sei dann abgedreht und Richtung Wiktoria gelaufen, die an einem Klettergerüst stand. Zu diesem Zeitpunkt steht die Mutter, mit ihrem zweijährigen Sohn auf dem Arm, nur wenige Meter von ihrer Tochter entfernt. Sie sieht das Unheil kommen. „Es war zu wenig Zeit, dass sich mein Kind auf eine Rutsche retten konnte. Sie blieb ganz still stehen. Nach dem ersten Biss ließ der Hund von meinem Kind ab, kehrte dann noch einmal zurück und schnappte wieder zu", berichtet die Mutter. Sie habe noch versucht, mit Tritten den Hund zu verscheuchen, doch das war vergeblich. „Wir haben zuhause einen Schäferhund, meine Tochter hat keine Angst vor großen Hunden", fügt die Mutter hinzu. Kurze Zeit später tauchte eine Frau mit blonden Haaren und Tätowierungen am Arm auf, versuchte, ihren Hund einzufangen. Sie schaute sich die Verletzungen des Kindes an. „Dann wollte sie kurz telefonieren. Ein Mann kam hinzu, leinte den Hund an, und beide verschwanden, ohne sich weiter um meine Tochter zu kümmern, durch den Park Richtung Gustav-Freitag-Straße", berichtet die Frau. Die drei Jugendlichen, die den Vorfall beobachtet hatten, konnten die Hunderasse als Staffordshire Terrier identifizieren. Er gehört zur Klasse der „gefährlichen Hunde", zu denen auch Pitbull Terrier, Bullterrier sowie Kreuzungen und Hunde, die durch Verhalten und Ausbildung individuell gefährlich sind, zählen. Bei der Stadt sind 205 erlaubnispflichtige Hundehaltungen bekannt, darunter 48 von der Rasse, die am Mittwoch angriff. Deren Halter werden nun von der Polizei in den Fokus genommen. Inzwischen hat die Polizei wohl doch eine heiße Spur zu der Halterin und ihrem Begleiter (Stand: Freitagmittag). Es seien nun wohl doch gute Hinweise eingegangen, erklärte Polizeisprecher Michael Kötter: "Die Ermittler sind guter Dinge, den Halter zu finden." Trotzdem bittet die Behörde weiterhin um Zeugenhinweise, die die Ermittlungen voranbringen können. Kontakt unter Tel. (0521) 54 50. Halter-Suche Nach den Hundebissen verschwanden eine Frau und ein Hund mit dem bissigen Tier. Nun sucht die Polizei die offensichtliche Hundehalterin (20 Jahre, lange blonde Haare, schlank), die eine rosa Jacke, helle Hosen und ein weißes Basecap (Baseball-Kappe) trug. Der Mann, möglicherweise ihr Begleiter, wird als südländischer Typ mit dunklen Haaren und Bart beschrieben. Erste Zeugenhiweise deuteten darauf, dass Hund und Halter möglicherweise an der Kopernikusstraße oder Gerhard-Hauptmann-Straße leben.

Die kleine Wiktoria liegt nach Hundeattacke im Krankenhaus

Nach den Bissen eines nicht angeleinten Hundes sitzt die zehnjährige Wiktoria mit dickem Verband am Oberschenkel im Krankenbett. Ihre Tante Danuta Kaiser hält ihre Hand und tröstet das Kind. Ein paar Tage muss das Mädchen noch im Krankenhaus bleiben. © EvKB

Bielefeld. „Meine Mama soll sich keine Sorgen um mich machen. Mir geht es gut hier", erzählt das tapfere Mädchen, die zehnjährige Wiktoria, im Krankenbett. Am Mittwochabend wurde sie von einem Hund, der nach dem Landeshundegesetze als „gefährlicher Hund" eingestuft ist, gleich zwei Mal gebissen. Die Verletzungen waren so schlimm, dass sie mit einem Rettungswagen in das Krankenhaus Gilead 1 eingeliefert wurde und dort noch einige Tage bleiben muss.

Mit ihrem zweijährigen Bruder Toni und ihrer Mutter Marlena Piekarek ist sie seit ein paar Tagen zu Besuch bei Tante und Onkel, Danuta und Paul Kaiser. Aus Polen, ihrer Heimat, hatten sie sich auf den Weg in die Drögestraße gemacht, um ein paar schöne Tage in Bielefelder Westen zu verbringen. Doch die Urlaubs- und Besuchsfreuden endeten jäh am Mittwochabend. Onkel Paul Kaiser kann immer noch nicht fassen, was passierte.

Mutter Marlena Piekarek, ihr Sohn Toni und Onkel Paul Kaiser stehen auf dem Spielplatz Ecke Drögestraße/Am Brodhagen, wo Wiktoria zwei Mal ins Bein gebissen wurde.  - © Sarah Jonek
Mutter Marlena Piekarek, ihr Sohn Toni und Onkel Paul Kaiser stehen auf dem Spielplatz Ecke Drögestraße/Am Brodhagen, wo Wiktoria zwei Mal ins Bein gebissen wurde.  - © Sarah Jonek

„Meine Schwägerin ist gestern Abend gegen 20.10 Uhr mit ihrem zweijährigen Sohn Toni und ihrer Tochter Wiktoria noch auf den Spielplatz gegangen. Kurze Zeit später stand die Mutter aufgelöst vor der Tür und berichtete, dass ihre Tochter von einem Hund gebissen wurde. Sofort eilten wir beide zum Spielplatz, der nicht weit von unserem Haus entfernt ist. Wiktoria war sehr gefasst, sie stand wohl unter Schock. Es waren zwei mächtige Wunden am linken Bein, einmal am Oberschenkel und ebenso an der Wade", berichtet der Onkel.

Hund und Halterin waren da bereits verschwunden. Die alarmierte Polizei schickte sofort einen Rettungswagen, der das verletzte Kind ins Krankenhaus transportierte. Polizeibeamte, die ebenso schnell vor Ort waren, machten sich sofort auf die Suche nach Zeugen. Drei Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, die in dem parkähnlichen Spielplatz Tischtennis spielten, berichteten, dass auch sie kurzzeitig von dem Hund attackiert, aber nicht gebissen wurden. Der Hund sei dann abgedreht und Richtung Wiktoria gelaufen, die an einem Klettergerüst stand.

Ein junger, grauer Staffordshire Terrier soll nach Zeugenaussagen zugebissen haben.  - © Peter Förster, dpa
Ein junger, grauer Staffordshire Terrier soll nach Zeugenaussagen zugebissen haben.  - © Peter Förster, dpa

Zu diesem Zeitpunkt steht die Mutter, mit ihrem zweijährigen Sohn auf dem Arm, nur wenige Meter von ihrer Tochter entfernt. Sie sieht das Unheil kommen. „Es war zu wenig Zeit, dass sich mein Kind auf eine Rutsche retten konnte. Sie blieb ganz still stehen. Nach dem ersten Biss ließ der Hund von meinem Kind ab, kehrte dann noch einmal zurück und schnappte wieder zu", berichtet die Mutter. Sie habe noch versucht, mit Tritten den Hund zu verscheuchen, doch das war vergeblich.

„Wir haben zuhause einen Schäferhund, meine Tochter hat keine Angst vor großen Hunden", fügt die Mutter hinzu. Kurze Zeit später tauchte eine Frau mit blonden Haaren und Tätowierungen am Arm auf, versuchte, ihren Hund einzufangen. Sie schaute sich die Verletzungen des Kindes an. „Dann wollte sie kurz telefonieren. Ein Mann kam hinzu, leinte den Hund an, und beide verschwanden, ohne sich weiter um meine Tochter zu kümmern, durch den Park Richtung Gustav-Freitag-Straße", berichtet die Frau.

Die drei Jugendlichen, die den Vorfall beobachtet hatten, konnten die Hunderasse als Staffordshire Terrier identifizieren. Er gehört zur Klasse der „gefährlichen Hunde", zu denen auch Pitbull Terrier, Bullterrier sowie Kreuzungen und Hunde, die durch Verhalten und Ausbildung individuell gefährlich sind, zählen.

Bei der Stadt sind 205 erlaubnispflichtige Hundehaltungen bekannt, darunter 48 von der Rasse, die am Mittwoch angriff. Deren Halter werden nun von der Polizei in den Fokus genommen.

Inzwischen hat die Polizei wohl doch eine heiße Spur zu der Halterin und ihrem Begleiter (Stand: Freitagmittag). Es seien nun wohl doch gute Hinweise eingegangen, erklärte Polizeisprecher Michael Kötter: "Die Ermittler sind guter Dinge, den Halter zu finden."

Trotzdem bittet die Behörde weiterhin um Zeugenhinweise, die die Ermittlungen voranbringen können. Kontakt unter Tel. (0521) 54 50.

Halter-Suche

Nach den Hundebissen verschwanden eine Frau und ein Hund mit dem bissigen Tier.

Nun sucht die Polizei die offensichtliche Hundehalterin (20 Jahre, lange blonde Haare, schlank), die eine rosa Jacke, helle Hosen und ein weißes Basecap (Baseball-Kappe) trug.

Der Mann, möglicherweise ihr Begleiter, wird als südländischer Typ mit dunklen Haaren und Bart beschrieben.

Erste Zeugenhiweise deuteten darauf, dass Hund und Halter möglicherweise an der Kopernikusstraße oder Gerhard-Hauptmann-Straße leben.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales