Dem Landvolk im Weserbergland stinken die Düngeregeln Weserbergland (dwz). Das Landvolk Weserbergland wehrt sich gegen die neue Düngeverordnung des Landes Niedersachsen. Selbst Fachleute könnten diese nicht nachvollziehen. In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie im westlichen Schaumburg entstünde ein Flickenteppich „roter“, also überdüngter und nitratbelasteter Felder, „obwohl dort alle Grundwasserkörper in einem guten Zustand sind“. Nach Vorgaben des Bundes hätte das Land Abschnitte mit in die Betrachtung einbezogen, „die eigentlich hinsichtlich des Nitratgehalts in einem guten Zustand sind“, argumentiert das Landvolk in einer Stellungnahme. Es lägen dort lediglich vereinzelt Messstellen, „die im Durchschnitt der letzten vier Jahre entweder 50 mg/l Nitrat übersteigen oder unter dem Grenzwert liegen, jedoch eine steigende Tendenz aufweisen“. Dadurch werde beinahe das gesamte Weserbergland in die Betrachtung mit einbezogen. Das Landvolk kritisiert, dass Niedersachsen nicht, wie andere Bundesländer, den Einzugsbereich dieser vereinzelten Messstellen betrachtet, sondern große Teilräume. Nach eigenen Angaben liegen dem Landvolk die Daten darüber vor, welche Messstellen für welche Teilräume verantwortlich sind. So lasse zum Beispiel eine Messstelle in Hessisch Oldendorf Ackerflächen im Rintelner Ortsteil Goldbeck „rot“ werden und eine bei Hastenbeck die problematischen Flächen in Rinteln-Engern, nicht jedoch Voremberg. Hinzu komme, dass das Messstellennetz immer noch unter den Mängeln leide, die ein vom Landvolk in Auftrag gegebenes Gutachten aufgezeigt habe. Lediglich im Osten Schaumburgs fielen demnächst einige Gebiete aus der bisherigen Kulisse heraus. Besonders hart treffe es zum Beispiel die Ottensteiner Hochebene, Vahlbruch und Gebiete südlich von Rinteln entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Nach Landvolkangaben gibt es dort nicht einmal Messstellen mit einer Grenzwertüberschreitung. Für Unverständnis bei den Landwirten sorge auch, dass Nordrhein-Westfalen auf der gegenüberliegenden Seite der Landesgrenze keine problematischen Gebiete ausgewiesen hat. Wer im „roten“ Gebiet wirtschaftet, darf nur noch 80 Prozent des Stickstoff-Bedarfs düngen, den die Ackerfrüchte laut Landvolk zum Wachsen benötigen. Pflanzen und Böden würden „permanent unterversorgt“, Brotweizen werde auf diesen Flächen „zukünftig wohl nicht mehr wachsen“. Besonders ärgerlich sei, dass derzeit beinahe das gesamte Weserbergland übergangsweise als „rotes“ Gebiet gilt, weil das Land Niedersachsen nicht, wie vom Bund gefordert, seine Gebietskulisse bis zum Jahreswechsel überarbeitet hat. Das Landvolk fordert „vehement, dass die Landesregierung hier schleunigst die Regionalisierung nachbessert und insbesondere das Messstellennetz endlich bedarfsgerecht ausbaut“. Landwirtinnen und Landwirte sähen Maßnahmen zur Vermeidung von Nitrat im Grundwasser ein, „soweit sie fachlich nachvollziehbar sind“. Einschränkungen „nach Schema F“, die zu teilweise erheblichen Einkommenseinbußen für die Betriebe führen, aber keine Verbesserung der Wasserqualität erwarten lassen, akzeptierten sie aber nicht.

Dem Landvolk im Weserbergland stinken die Düngeregeln

Die Landwirte im Weserbergland befürchten Einbußen. Foto: Archiv/dwz © dwz

Weserbergland (dwz). Das Landvolk Weserbergland wehrt sich gegen die neue Düngeverordnung des Landes Niedersachsen. Selbst Fachleute könnten diese nicht nachvollziehen. In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie im westlichen Schaumburg entstünde ein Flickenteppich „roter“, also überdüngter und nitratbelasteter Felder, „obwohl dort alle Grundwasserkörper in einem guten Zustand sind“. Nach Vorgaben des Bundes hätte das Land Abschnitte mit in die Betrachtung einbezogen, „die eigentlich hinsichtlich des Nitratgehalts in einem guten Zustand sind“, argumentiert das Landvolk in einer Stellungnahme.

Es lägen dort lediglich vereinzelt Messstellen, „die im Durchschnitt der letzten vier Jahre entweder 50 mg/l Nitrat übersteigen oder unter dem Grenzwert liegen, jedoch eine steigende Tendenz aufweisen“.

Dadurch werde beinahe das gesamte Weserbergland in die Betrachtung mit einbezogen. Das Landvolk kritisiert, dass Niedersachsen nicht, wie andere Bundesländer, den Einzugsbereich dieser vereinzelten Messstellen betrachtet, sondern große Teilräume.

Nach eigenen Angaben liegen dem Landvolk die Daten darüber vor, welche Messstellen für welche Teilräume verantwortlich sind. So lasse zum Beispiel eine Messstelle in Hessisch Oldendorf Ackerflächen im Rintelner Ortsteil Goldbeck „rot“ werden und eine bei Hastenbeck die problematischen Flächen in Rinteln-Engern, nicht jedoch Voremberg.

Hinzu komme, dass das Messstellennetz immer noch unter den Mängeln leide, die ein vom Landvolk in Auftrag gegebenes Gutachten aufgezeigt habe. Lediglich im Osten Schaumburgs fielen demnächst einige Gebiete aus der bisherigen Kulisse heraus.

Besonders hart treffe es zum Beispiel die Ottensteiner Hochebene, Vahlbruch und Gebiete südlich von Rinteln entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Nach Landvolkangaben gibt es dort nicht einmal Messstellen mit einer Grenzwertüberschreitung. Für Unverständnis bei den Landwirten sorge auch, dass Nordrhein-Westfalen auf der gegenüberliegenden Seite der Landesgrenze keine problematischen Gebiete ausgewiesen hat.

Wer im „roten“ Gebiet wirtschaftet, darf nur noch 80 Prozent des Stickstoff-Bedarfs düngen, den die Ackerfrüchte laut Landvolk zum Wachsen benötigen. Pflanzen und Böden würden „permanent unterversorgt“, Brotweizen werde auf diesen Flächen „zukünftig wohl nicht mehr wachsen“. Besonders ärgerlich sei, dass derzeit beinahe das gesamte Weserbergland übergangsweise als „rotes“ Gebiet gilt, weil das Land Niedersachsen nicht, wie vom Bund gefordert, seine Gebietskulisse bis zum Jahreswechsel überarbeitet hat. Das Landvolk fordert „vehement, dass die Landesregierung hier schleunigst die Regionalisierung nachbessert und insbesondere das Messstellennetz endlich bedarfsgerecht ausbaut“.

Landwirtinnen und Landwirte sähen Maßnahmen zur Vermeidung von Nitrat im Grundwasser ein, „soweit sie fachlich nachvollziehbar sind“. Einschränkungen „nach Schema F“, die zu teilweise erheblichen Einkommenseinbußen für die Betriebe führen, aber keine Verbesserung der Wasserqualität erwarten lassen, akzeptierten sie aber nicht.

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