Dance-Challenge zu "Jerusalema" hat ein Nachspiel Kirsten Tirre Lübbecke. Weltweit tanzten Menschen zu "Jerusalema" des südafrikanischen Musikers Master KG. Auch mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Medizinischen Zentrums für Seelische Gesundheit und des Krankenhauses Lübbecke beteiligten sich Anfang 2021 an der Dance Challenge und stellten das Video dazu ins Netz. Das könnte für die Mühlenkreiskliniken jetzt ein teures Nachspiel haben, denn Warner Music kassiert dafür ab. Insbesondere weil die Menschen im Mühlenkreis stark von Corona betroffen sind, wollten die Mitarbeitende des Krankenhauses mit ihrer Tanz-Aktion zum Durchhalten motivieren. Aus der Idee entstand eine Welle der Begeisterung, auch aus anderen Standorten der Mühlenkreiskliniken kamen Mitarbeitende zum Mittanzen nach Lübbecke. „Es war wie ein Ventil. Endlich Lachen, Freude, Tanzen", erzählt Sarina Stockmann, Teamleiterin der Station 7 Ost am Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit in dem zum Video gehörigen Text auf der Homepage der Mühlenrkeiskliniken. Das dreiminütige Video, für das sogar auf dem Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses gedreht wurde, kam super in der Öffentlichkeit an. Auf YouTube erhielt „Lübbecke tanzt" rund 60.000 Aufrufe und mehr als tausend Likes. Doch Warner Music, eines der drei weltgrößten Major-Label und Heimat vieler internationaler Künstler, gefielen die Jerusalema-Auftritte von Polizisten, Feuerwehrleuten und medizinischem Personal offenbar nicht so gut – zumindest nicht, das diese kein Geld in die Kasse spülten. Der Konzern Warner Music hat nachträglich Lizenzgebühren gefordert. Für die betroffenen Polizeidienststellen ist der Obolus bereits bezahlt worden, hat eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. In diesen schwierigen Zeiten sei es wichtiger denn je, dass Künstler und Künstlerinnen für ihre Musik bezahlt werden, wenn sie von Dritten genutzt wird, um die Reputation zu steigern, soll sich eine Warner-Sprecherin zur der Sache geäußert haben. Wie Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK), auf Anfrage sagte, hätten die MKK bislang kein Mahnschreiben erreicht. Aber darauf wolle man auch gar nicht warten. Durch aktuelle Medienberichte waren auch die Mühlenkreiskliniken aufgeschreckt worden. Busse dazu: „Wir sind mit Warner Music in Kontakt. Man hat uns versichert, eine gestaffeltes Lizenzmodell für den Song zu entwickeln, welches die Art der Institution und die Verbreitung berücksichtigt." Abmahnungen und Strafen stünden nicht zur Debatte. „Wir werden selbstverständlich die Arbeit des Künstlers respektieren und die Lizenzgebühren entrichten." Den Mühlenkreiskliniken sei nicht bewusst gewesen, dass eventuelle Lizenzgebühren zu entrichten seien. Man habe gedacht, dass es sich bei der Challenge um eine weltweite Tanz-Aktion handele, bei der jeder zum Mitmachen aufgerufen sei.

Dance-Challenge zu "Jerusalema" hat ein Nachspiel

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten viel Freude beim Tanzen und fleißig für die Choreografie geübt. © Christian Schwier

Lübbecke. Weltweit tanzten Menschen zu "Jerusalema" des südafrikanischen Musikers Master KG. Auch mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Medizinischen Zentrums für Seelische Gesundheit und des Krankenhauses Lübbecke beteiligten sich Anfang 2021 an der Dance Challenge und stellten das Video dazu ins Netz. Das könnte für die Mühlenkreiskliniken jetzt ein teures Nachspiel haben, denn Warner Music kassiert dafür ab.

Insbesondere weil die Menschen im Mühlenkreis stark von Corona betroffen sind, wollten die Mitarbeitende des Krankenhauses mit ihrer Tanz-Aktion zum Durchhalten motivieren. Aus der Idee entstand eine Welle der Begeisterung, auch aus anderen Standorten der Mühlenkreiskliniken kamen Mitarbeitende zum Mittanzen nach Lübbecke.

Empfohlener redaktioneller Inhalt


Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick können Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Externe Inhalte

Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass möglicherweise personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.
Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

„Es war wie ein Ventil. Endlich Lachen, Freude, Tanzen", erzählt Sarina Stockmann, Teamleiterin der Station 7 Ost am Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit in dem zum Video gehörigen Text auf der Homepage der Mühlenrkeiskliniken. Das dreiminütige Video, für das sogar auf dem Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses gedreht wurde, kam super in der Öffentlichkeit an. Auf YouTube erhielt „Lübbecke tanzt" rund 60.000 Aufrufe und mehr als tausend Likes.

Doch Warner Music, eines der drei weltgrößten Major-Label und Heimat vieler internationaler Künstler, gefielen die Jerusalema-Auftritte von Polizisten, Feuerwehrleuten und medizinischem Personal offenbar nicht so gut – zumindest nicht, das diese kein Geld in die Kasse spülten.

Der Konzern Warner Music hat nachträglich Lizenzgebühren gefordert. Für die betroffenen Polizeidienststellen ist der Obolus bereits bezahlt worden, hat eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. In diesen schwierigen Zeiten sei es wichtiger denn je, dass Künstler und Künstlerinnen für ihre Musik bezahlt werden, wenn sie von Dritten genutzt wird, um die Reputation zu steigern, soll sich eine Warner-Sprecherin zur der Sache geäußert haben.

Wie Christian Busse, Sprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK), auf Anfrage sagte, hätten die MKK bislang kein Mahnschreiben erreicht. Aber darauf wolle man auch gar nicht warten. Durch aktuelle Medienberichte waren auch die Mühlenkreiskliniken aufgeschreckt worden. Busse dazu: „Wir sind mit Warner Music in Kontakt. Man hat uns versichert, eine gestaffeltes Lizenzmodell für den Song zu entwickeln, welches die Art der Institution und die Verbreitung berücksichtigt."

Abmahnungen und Strafen stünden nicht zur Debatte. „Wir werden selbstverständlich die Arbeit des Künstlers respektieren und die Lizenzgebühren entrichten." Den Mühlenkreiskliniken sei nicht bewusst gewesen, dass eventuelle Lizenzgebühren zu entrichten seien. Man habe gedacht, dass es sich bei der Challenge um eine weltweite Tanz-Aktion handele, bei der jeder zum Mitmachen aufgerufen sei.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales