Corona-Mutation: 600 Beschäftigte der Lebenshilfe dürfen nicht zur Arbeit Natalie Gottwald Kreis Herford (nw). Das Gesundheitsamt des Kreises Herford hat für die Zeit von Montag, 1. März, zunächst bis Sonntag, 14. März, ein Betretungsverbot für die Beschäftigten der Werkstätten der Lebenshilfe Herford und des Wittekindshofs ausgesprochen. Das Verbot betrifft ebenfalls die Werkstätten der Lebenshilfe Lübbecke, die sich im Kreis Herford befinden, und bezieht sowohl die Werkstätten für geistig behinderte Menschen als auch für die psychisch behinderten Menschen mit ein. Grund ist die Ausbreitung der britischen Mutationsvariante des Coronavirus in den Wohneinrichtungen des Wittekindshofes. Für die Lebenshilfe Herford betrifft das Betretungsverbot den Füllenbruch-Betrieb, die Werkstatt Heidsiek, den Industrieservice Radewig sowie den Industrieservice Königstraße. „Die Nachricht, dass keiner mehr zum Arbeiten kommen darf, kam für uns relativ kurzfristig“, sagt Ralf Tautz, Betriebsleiter der Werkstatt Füllenbruch, auf Anfrage. Er habe erst am Sonntagabend Kenntnis von der Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes erhalten. „Deshalb mussten wir am Montag zunächst einmal viel organisieren und Anrufe von verunsicherten Beschäftigten und deren Angehörigen entgegennehmen.“ Eigentlich hatte Tautz bereits in der Vorwoche mit Auswirkungen der Ausbreitung der britischen Mutation des Coronavirus im Wittekindshof gerechnet. „Davon hatten wir natürlich gehört, und es leben einige unserer Beschäftigten in den Einrichtungen des Wittekindshofes. Außerdem gibt es auch Kontakte über die Fahrdienste in den Bussen.“ In den Werkstätten Füllenbruch, Heidsiek, Radewig und Königstraße arbeiten zusammengenommen gut 600 Menschen mit geistiger, mehrfacher, schwerst-mehrfacher oder psychischer Behinderung. „Die Produktion liegt jetzt erst einmal zwei Wochen lang mehr oder weniger lahm“, so Tautz. Am Montag habe man zunächst gesichtet, mit welchen Aufträgen ein gewisser Zeitdruck verbunden sei. „Da muss dann das Personal einspringen, denn wir wollen unsere Kunden schließlich behalten.“ Auch schon vor dem Betretungsverbot hatten die Werkstätten der Lebenshilfe einige Möglichkeiten, zum Beispiel Arbeitsplätze zu Hause, angeboten. „Wenn Behinderte Angst hatten, sich zu infizieren, haben wir zum Beispiel in den Wohngruppen Arbeitsplätze eingerichtet oder auch eine telefonische Betreuung eingerichtet. Darauf können wir jetzt natürlich auch zurückgreifen.“ Für Menschen, die außerhalb der Werkstätten gar nicht betreut werden können, gibt es in den Einrichtungen der Lebenshilfe eine Notbetreuung. „Da sind wir allerdings ziemlich restriktiv und loten zunächst alle Alternativmöglichkeiten aus, um keine unnötigen Risiken einzugehen“, sagt Ralf Tautz. Darüber hinaus würden die Mitarbeiter, die zuvor einmal in der Woche getestet wurden, nun zwei Mal in der Woche abgestrichen. Über die genannten hinaus ist auch die Betriebsstätte Ulenburg der Diakonischen Stiftung des Wittekindshofs miteinbezogen. Für die Lebenshilfe Lübbecke sind der ReTec-Industrieservice Bünde, die Werkstatt Hunnebrock sowie die Werkstatt Oberbehme in Kirchlengern betroffen.

Corona-Mutation: 600 Beschäftigte der Lebenshilfe dürfen nicht zur Arbeit

In den Herforder Werkstätten führen die Mitarbeiter die Aufträge der Industriekunden weiter, die sehr eilig sind. Die Beschäftigten mit Behinderungen müssen zunächst bis zum 14. März zu Hause bleiben. Archiv-Foto: Frank-Michael Kiel-Steinkamp © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford (nw). Das Gesundheitsamt des Kreises Herford hat für die Zeit von Montag, 1. März, zunächst bis Sonntag, 14. März, ein Betretungsverbot für die Beschäftigten der Werkstätten der Lebenshilfe Herford und des Wittekindshofs ausgesprochen. Das Verbot betrifft ebenfalls die Werkstätten der Lebenshilfe Lübbecke, die sich im Kreis Herford befinden, und bezieht sowohl die Werkstätten für geistig behinderte Menschen als auch für die psychisch behinderten Menschen mit ein. Grund ist die Ausbreitung der britischen Mutationsvariante des Coronavirus in den Wohneinrichtungen des Wittekindshofes.

Für die Lebenshilfe Herford betrifft das Betretungsverbot den Füllenbruch-Betrieb, die Werkstatt Heidsiek, den Industrieservice Radewig sowie den Industrieservice Königstraße. „Die Nachricht, dass keiner mehr zum Arbeiten kommen darf, kam für uns relativ kurzfristig“, sagt Ralf Tautz, Betriebsleiter der Werkstatt Füllenbruch, auf Anfrage. Er habe erst am Sonntagabend Kenntnis von der Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes erhalten. „Deshalb mussten wir am Montag zunächst einmal viel organisieren und Anrufe von verunsicherten Beschäftigten und deren Angehörigen entgegennehmen.“

Eigentlich hatte Tautz bereits in der Vorwoche mit Auswirkungen der Ausbreitung der britischen Mutation des Coronavirus im Wittekindshof gerechnet. „Davon hatten wir natürlich gehört, und es leben einige unserer Beschäftigten in den Einrichtungen des Wittekindshofes. Außerdem gibt es auch Kontakte über die Fahrdienste in den Bussen.“

In den Werkstätten Füllenbruch, Heidsiek, Radewig und Königstraße arbeiten zusammengenommen gut 600 Menschen mit geistiger, mehrfacher, schwerst-mehrfacher oder psychischer Behinderung. „Die Produktion liegt jetzt erst einmal zwei Wochen lang mehr oder weniger lahm“, so Tautz. Am Montag habe man zunächst gesichtet, mit welchen Aufträgen ein gewisser Zeitdruck verbunden sei. „Da muss dann das Personal einspringen, denn wir wollen unsere Kunden schließlich behalten.“

Auch schon vor dem Betretungsverbot hatten die Werkstätten der Lebenshilfe einige Möglichkeiten, zum Beispiel Arbeitsplätze zu Hause, angeboten. „Wenn Behinderte Angst hatten, sich zu infizieren, haben wir zum Beispiel in den Wohngruppen Arbeitsplätze eingerichtet oder auch eine telefonische Betreuung eingerichtet. Darauf können wir jetzt natürlich auch zurückgreifen.“

Für Menschen, die außerhalb der Werkstätten gar nicht betreut werden können, gibt es in den Einrichtungen der Lebenshilfe eine Notbetreuung. „Da sind wir allerdings ziemlich restriktiv und loten zunächst alle Alternativmöglichkeiten aus, um keine unnötigen Risiken einzugehen“, sagt Ralf Tautz. Darüber hinaus würden die Mitarbeiter, die zuvor einmal in der Woche getestet wurden, nun zwei Mal in der Woche abgestrichen.

Über die genannten hinaus ist auch die Betriebsstätte Ulenburg der Diakonischen Stiftung des Wittekindshofs miteinbezogen. Für die Lebenshilfe Lübbecke sind der ReTec-Industrieservice Bünde, die Werkstatt Hunnebrock sowie die Werkstatt Oberbehme in Kirchlengern betroffen.

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