Corona-Impfungen bei Hausärzten in Bad Oeynhausen gut angelaufen Heidi Froreich Bad Oeynhausen (nw). Dienstagnachmittag wurde pünktlich geliefert, einen Tag später haben Günter Braun und Wolfgang Jungmann ihre ersten Patienten mit dem Biontech-Pfizer-Vakzin gegen Corona geimpft. Gemeinsam mit den anderen Bad Oeynhausener Hausärzten engagieren sie sich im Kampf gegen die Pandemie – und nehmen dafür auch erheblichen zusätzlichen bürokratischen Aufwand in Kauf. Der ist gesetzlich vorgegeben, deshalb können sie ihn kritisieren, aber nicht ändern. Ihre Patienten können ihnen hingegen sehr wohl helfen, den Arbeitsalltag etwas zu erleichtern. Günter Braun hat drei Flaschen Impfstoff bestellt – und auch bekommen. 18 Patienten wird er damit in den nächsten Tagen in seiner Praxis an der Herforder Straße versorgen. Den Anfang hat gestern ein über 80-jähriger Mann gemacht, zwei weitere Menschen dieser Altersgruppe werden noch folgen, dann werden Patienten über 70 und solche mit schweren Vorerkrankungen geimpft. „Wir halten uns genau an die Priorisierungsliste“, betont Braun, bittet deshalb insbesondere jüngere Menschen um Verständnis und Geduld. In den vergangenen Tagen lief das Telefon in der Praxis heiß, einige Patienten haben täglich nach einem Termin gefragt. „Regelmäßige Nachfragen nach Terminen sind überflüssig“, stellt er klar. Denn alle Impfwilligen werden auf einer Warteliste registriert und von den Praxismitarbeiterinnen rechtzeitig telefonisch von einem Termin informiert. Auch für die nächste Woche hat er wieder drei Impfflaschen bestellt. „Mehr ist nicht zu schaffen“, ist er sich mit seiner medizinischen Fachangestellten Alicia Stremming einig. Schließlich muss trotz Corona-Impfsprechstunde auch die Behandlung aller anderen Patienten gewährleistet sein. Es ist nicht nur das Aufklärungsgespräch, das zusätzliche Zeit kostet. In der Praxis muss auch – ebenso wie im Impfzentrum – ein Ruheraum vorgehalten werden, in der sich Patienten eine Viertelstunde nach der Impfung zur vorsorglichen Beobachtung aufhalten müssen. „Wir müssen auch die Aufklärungsbögen und Etiketten selbst ausdrucken“, beschreibt Wolfgang Jungmann weitere bürokratische Aspekte. Dazu kommen natürlich die Registrierung der Impfwilligen, die Aufstellung der Warteliste mit Berücksichtigung der Priorisierung. Auch der Impfstoff selbst macht deutlich mehr Arbeit als der für eine Grippe-Impfung. Er muss rechtzeitig aus dem Kühlschrank geholt und erwärmt werden, mit Kochsalzlösung verlängert und dann ganz präzise aufgezogen werden, damit ein Fläschchen auch für sechs Patienten reicht. „Die Impfung selbst ist dann nur eine Sekundensache“, stellt Jungmann nüchtern fest. „Wir kommen aktiv auf Sie zu, so bald wir einen Termin vereinbaren können“, verspricht auch Jungmann seinen Patienten. Und folgt damit auch der Empfehlung von Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Sie kann zwar derzeit nicht genau sagen, wie viele Hausärzte sich in Bad Oeynhausen beteiligen und wie viele Impfdosen die erste Lieferung für die Kurstadt umfasst, lobt aber grundsätzlich die hohe Bereitschaft der Kollegen. Auch sie freut sich über das große Impfinteresse der Patienten, hofft aber wie Braun und Jungmann, dass „auf vorsorgliche Terminnachfragen verzichtet wird“. Beweise für das große Engagement Bad Oeynhausener Hausärzte für den Coronaschutz gibt es genügend. Mehrere Mediziner fanden gestern keine Zeit für ein kurzes Telefongespräch mit der Redaktion – weil sie sich stattdessen ihrer Impfsprechstunde widmeten. Wolfgang Jungmann bietet die auch zwischen dem 12. und 25. April an – obwohl er seine Praxis in dieser Zeit urlaubsbedingt geschlossen hat. 48 Impfdosen sind bereits bestellt.

Corona-Impfungen bei Hausärzten in Bad Oeynhausen gut angelaufen

Alicia Stremming holt den Impfstoff aus dem Kühlschrank. Das Vakzin muss nun erwärmt und mit Kochsalzlösung versetzt werden. Fotos: Heidi Froreich © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen (nw). Dienstagnachmittag wurde pünktlich geliefert, einen Tag später haben Günter Braun und Wolfgang Jungmann ihre ersten Patienten mit dem Biontech-Pfizer-Vakzin gegen Corona geimpft. Gemeinsam mit den anderen Bad Oeynhausener Hausärzten engagieren sie sich im Kampf gegen die Pandemie – und nehmen dafür auch erheblichen zusätzlichen bürokratischen Aufwand in Kauf. Der ist gesetzlich vorgegeben, deshalb können sie ihn kritisieren, aber nicht ändern. Ihre Patienten können ihnen hingegen sehr wohl helfen, den Arbeitsalltag etwas zu erleichtern. Günter Braun hat drei Flaschen Impfstoff bestellt – und auch bekommen. 18 Patienten wird er damit in den nächsten Tagen in seiner Praxis an der Herforder Straße versorgen. Den Anfang hat gestern ein über 80-jähriger Mann gemacht, zwei weitere Menschen dieser Altersgruppe werden noch folgen, dann werden Patienten über 70 und solche mit schweren Vorerkrankungen geimpft. „Wir halten uns genau an die Priorisierungsliste“, betont Braun, bittet deshalb insbesondere jüngere Menschen um Verständnis und Geduld.

In den vergangenen Tagen lief das Telefon in der Praxis heiß, einige Patienten haben täglich nach einem Termin gefragt. „Regelmäßige Nachfragen nach Terminen sind überflüssig“, stellt er klar. Denn alle Impfwilligen werden auf einer Warteliste registriert und von den Praxismitarbeiterinnen rechtzeitig telefonisch von einem Termin informiert. Auch für die nächste Woche hat er wieder drei Impfflaschen bestellt. „Mehr ist nicht zu schaffen“, ist er sich mit seiner medizinischen Fachangestellten Alicia Stremming einig. Schließlich muss trotz Corona-Impfsprechstunde auch die Behandlung aller anderen Patienten gewährleistet sein.

Günter Braun hat drei Flaschen Biontech-Impfstoff bestellt und auch bekommen. - © Heidi Froreich
Günter Braun hat drei Flaschen Biontech-Impfstoff bestellt und auch bekommen. - © Heidi Froreich

Es ist nicht nur das Aufklärungsgespräch, das zusätzliche Zeit kostet. In der Praxis muss auch – ebenso wie im Impfzentrum – ein Ruheraum vorgehalten werden, in der sich Patienten eine Viertelstunde nach der Impfung zur vorsorglichen Beobachtung aufhalten müssen. „Wir müssen auch die Aufklärungsbögen und Etiketten selbst ausdrucken“, beschreibt Wolfgang Jungmann weitere bürokratische Aspekte. Dazu kommen natürlich die Registrierung der Impfwilligen, die Aufstellung der Warteliste mit Berücksichtigung der Priorisierung.

Auch der Impfstoff selbst macht deutlich mehr Arbeit als der für eine Grippe-Impfung. Er muss rechtzeitig aus dem Kühlschrank geholt und erwärmt werden, mit Kochsalzlösung verlängert und dann ganz präzise aufgezogen werden, damit ein Fläschchen auch für sechs Patienten reicht. „Die Impfung selbst ist dann nur eine Sekundensache“, stellt Jungmann nüchtern fest.

„Wir kommen aktiv auf Sie zu, so bald wir einen Termin vereinbaren können“, verspricht auch Jungmann seinen Patienten. Und folgt damit auch der Empfehlung von Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Sie kann zwar derzeit nicht genau sagen, wie viele Hausärzte sich in Bad Oeynhausen beteiligen und wie viele Impfdosen die erste Lieferung für die Kurstadt umfasst, lobt aber grundsätzlich die hohe Bereitschaft der Kollegen. Auch sie freut sich über das große Impfinteresse der Patienten, hofft aber wie Braun und Jungmann, dass „auf vorsorgliche Terminnachfragen verzichtet wird“.

Beweise für das große Engagement Bad Oeynhausener Hausärzte für den Coronaschutz gibt es genügend. Mehrere Mediziner fanden gestern keine Zeit für ein kurzes Telefongespräch mit der Redaktion – weil sie sich stattdessen ihrer Impfsprechstunde widmeten. Wolfgang Jungmann bietet die auch zwischen dem 12. und 25. April an – obwohl er seine Praxis in dieser Zeit urlaubsbedingt geschlossen hat. 48 Impfdosen sind bereits bestellt.

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