Herford/Gütersloh Corona-Fall im "X": Disco-Besucherin wehrt sich gegen Quarantäne Irja Most Herford/Gütersloh. Endlich wieder feiern, dachten sich viele, als in Herford die Disco X nach langer Corona-Zwangspause am Freitag, 23. Juli, wieder zum Partyspaß lud. Doch schon am nächsten Tag dürfte die Stimmung umgeschlagen sein. Denn da stellte sich heraus: Eine Person war mit dem Coronavirus infiziert und sei nach Angaben des Kreises Herford inzwischen an Covid-19 erkrankt. Und das zieht sogar Kreise bis in die hiesige Region. Denn eine Disco-Besucherin aus dem Kreis Gütersloh musste deshalb in Quarantäne. Das Gesundheitsamt des Kreises Herford stellte eigenen Angaben zufolge alle engen Kontaktpersonen der infizierten Person unter Quarantäne. Dazu zählten die Kontaktpersonen aus der Veranstaltung und dem familiären Umfeld. Andere Behörden aus Ostwestfalen wurden ebenfalls aktiv. So auch im Kreis Gütersloh. Das passte einer Betroffenen aus Borgholzhausen überhaupt nicht. Sie wehrt sich nun juristisch gegen die Quarantäne-Anordnung, wie das Verwaltungsgericht Minden auf Nachfrage bestätigt. Antragstellerin hatte nach eigenen Angaben keinen Kontakt Am vergangenen Mittwoch, 28. Juli, sei in Minden ein Eilantrag eingegangen, in dem sich eine Antragstellerin gegen die Quarantäne, im amtsdeutsch: Absonderungsverfügung genannt, des Kreises Gütersloh wende, gibt Pressesprecherin Amrei Stocksmeyer Auskunft. Die Besucherin gehe damit gegen die Maßnahme mit der Begründung vor, keinen direkten Kontakt mit der Infizierten Person gehabt zu haben. „Die Antragstellerin macht im Wesentlichen geltend, dass die Anordnung rechtswidrig sei, weil sie keinen Kontakt zu dem ermittelten Quellfall gehabt habe und während der Veranstaltung ausreichende Hygienemaßnahmen (insbesondere auch Belüftung) eingehalten worden seien", wird in dem Eilantrag der Borgholzhausenerin bei Gericht angeführt. Die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts definieren eine enge Kontaktperson als eine Person, die sich mit dem oder der Infizierten länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz in einem Gespräch befand. Bei dem Infektionsfall werde nach Angaben des Kreises Herford davon ausgegangen, dass die Ansteckung im familiären Umfeld erfolgt sei. Quarantäne endet am 6. August Der Kreis Gütersloh hat am Freitagnachmittag fristgerecht gemeinsam mit der Stadt Borgholzhausen dazu Stellung bezogen. Nähere Angaben wollte die Kreisverwaltung auf Anfrage jedoch nicht machen. Da die verfügte Quarantäne der Disco-Besucherin mit Ablauf des 6. August ende, gilt es nun zu einer schnellen Entscheidung zu kommen. Am kommenden Montag oder Dienstag werde dann am Verwaltungsgericht Minden über den Eilantrag entschieden. Eine Klage, die für ein Hauptsacheverfahren erforderlich sei, sei bisher bei Gericht noch nicht eingegangen, so Stocksmeyer. Der Kreis Herford gibt indes am 27. Juli an, dass es keine weiteren positiven Schnelltests gegeben habe. Ein weiteres Ausbruchsgeschehen sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar, heißt es weiter. „Mehrere hundert Besucher der Veranstaltung sind bislang dem Aufruf des Kreises gefolgt und haben sich testen lassen", teilt die Behörde auf ihrer Facebookseite am vergangenen Dienstag mit. Rund 1.200 Besucherinnen und Besucher waren an dem Abend in der Disco. Aus Lippe müssen den dortigen Behördenangaben nach bis zu 100 Personen nach dem Besuch der Herforder Disco vorsorglich in Quarantäne, heißt es in einer Mitteilung vom vergangenen Mittwoch.
Herford/Gütersloh

Corona-Fall im "X": Disco-Besucherin wehrt sich gegen Quarantäne

Ein Gast der Diskothek X ist an Covid-19 erkrankt. Hat es noch mehr erwischt? Etliche sind jetzt in Quarantäne. © Andreas Frücht (Symbolbild)

Herford/Gütersloh. Endlich wieder feiern, dachten sich viele, als in Herford die Disco X nach langer Corona-Zwangspause am Freitag, 23. Juli, wieder zum Partyspaß lud. Doch schon am nächsten Tag dürfte die Stimmung umgeschlagen sein. Denn da stellte sich heraus: Eine Person war mit dem Coronavirus infiziert und sei nach Angaben des Kreises Herford inzwischen an Covid-19 erkrankt. Und das zieht sogar Kreise bis in die hiesige Region. Denn eine Disco-Besucherin aus dem Kreis Gütersloh musste deshalb in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt des Kreises Herford stellte eigenen Angaben zufolge alle engen Kontaktpersonen der infizierten Person unter Quarantäne. Dazu zählten die Kontaktpersonen aus der Veranstaltung und dem familiären Umfeld. Andere Behörden aus Ostwestfalen wurden ebenfalls aktiv. So auch im Kreis Gütersloh. Das passte einer Betroffenen aus Borgholzhausen überhaupt nicht. Sie wehrt sich nun juristisch gegen die Quarantäne-Anordnung, wie das Verwaltungsgericht Minden auf Nachfrage bestätigt.

Antragstellerin hatte nach eigenen Angaben keinen Kontakt

Am vergangenen Mittwoch, 28. Juli, sei in Minden ein Eilantrag eingegangen, in dem sich eine Antragstellerin gegen die Quarantäne, im amtsdeutsch: Absonderungsverfügung genannt, des Kreises Gütersloh wende, gibt Pressesprecherin Amrei Stocksmeyer Auskunft. Die Besucherin gehe damit gegen die Maßnahme mit der Begründung vor, keinen direkten Kontakt mit der Infizierten Person gehabt zu haben. „Die Antragstellerin macht im Wesentlichen geltend, dass die Anordnung rechtswidrig sei, weil sie keinen Kontakt zu dem ermittelten Quellfall gehabt habe und während der Veranstaltung ausreichende Hygienemaßnahmen (insbesondere auch Belüftung) eingehalten worden seien", wird in dem Eilantrag der Borgholzhausenerin bei Gericht angeführt.

Die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts definieren eine enge Kontaktperson als eine Person, die sich mit dem oder der Infizierten länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz in einem Gespräch befand. Bei dem Infektionsfall werde nach Angaben des Kreises Herford davon ausgegangen, dass die Ansteckung im familiären Umfeld erfolgt sei.

Quarantäne endet am 6. August

Der Kreis Gütersloh hat am Freitagnachmittag fristgerecht gemeinsam mit der Stadt Borgholzhausen dazu Stellung bezogen. Nähere Angaben wollte die Kreisverwaltung auf Anfrage jedoch nicht machen. Da die verfügte Quarantäne der Disco-Besucherin mit Ablauf des 6. August ende, gilt es nun zu einer schnellen Entscheidung zu kommen. Am kommenden Montag oder Dienstag werde dann am Verwaltungsgericht Minden über den Eilantrag entschieden. Eine Klage, die für ein Hauptsacheverfahren erforderlich sei, sei bisher bei Gericht noch nicht eingegangen, so Stocksmeyer.

Der Kreis Herford gibt indes am 27. Juli an, dass es keine weiteren positiven Schnelltests gegeben habe. Ein weiteres Ausbruchsgeschehen sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar, heißt es weiter. „Mehrere hundert Besucher der Veranstaltung sind bislang dem Aufruf des Kreises gefolgt und haben sich testen lassen", teilt die Behörde auf ihrer Facebookseite am vergangenen Dienstag mit. Rund 1.200 Besucherinnen und Besucher waren an dem Abend in der Disco. Aus Lippe müssen den dortigen Behördenangaben nach bis zu 100 Personen nach dem Besuch der Herforder Disco vorsorglich in Quarantäne, heißt es in einer Mitteilung vom vergangenen Mittwoch.

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