Bürgermeister zu hoher Inzidenz in Espelkamp: "Mir sind die Hände gebunden" Karsten Schulz Espelkamp. Die Mitglieder des Espelkamper Rates zeigten sich erschüttert über die aktuelle Infizierten-Entwicklung in der gesamten Stadt. Deutlich mache dies vor allem SPD-Rats-Mitglied Reinhard Bösch. Er ist auch derjenige, der zurzeit dem höchsten politischen Gremium Espelkamps am längsten angehört. „Wir haben den zehn- bis elffachen Wert des Bundesdurchschnitts. Das kann man doch nicht so laufen lassen. Es kann nicht angehen, dass wir täglich zu der Stadt gehören, die bundesweit bei der Inzidenz am höchsten liegt. Das ist doch traurig." "Mehr als appellative Möglichkeiten haben wir nicht" Damit sprach er den meisten Mitgliedern sicherlich aus der Seele. Dennoch gebe es kaum Möglichkeiten, vom Gesetzgeber darauf einzuwirken, machte Bürgermeister Henning Vieker deutlich. Er verwies noch einmal in aller Deutlichkeit auf den Espelkamper Impfaufruf, der von den Ehrenbürgern der Stadt, den Ärzten und vielen Unternehmen unterstützt wird. „Mehr als appellative Möglichkeiten haben wir nicht", sagt er in aller Deutlichkeit. Und die „repressiven Möglichkeiten sind mehr als begrenzt". Als Kommune habe man „so gut wie keine Handlungsmöglichkeit", ihm seien „die Hände gebunden". Dennoch hat die Stadt gemeinsam mit dem Kreis jetzt beschlossen, direkte Gespräche mit den christlichen Gemeinden und Gemeinschaften aufzunehmen, um zu versuchen, gemeinsam die Krise zu bewältigen. Das bestätigte jetzt die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, Sabine Ohnesorge, im Gespräch mit nw.de. Impfgegner haben zum Teil "überragenden Erfolg" Die Impfgegner und Corona-Leugner hätten in „Teilen der Bevölkerung einen überragenden Erfolg", musste Bürgermeister Vieker zugeben . Er warnt jedoch gleichzeitig davor, „Bevölkerungsteile an den Pranger zu stellen". Das helfe niemanden, eben sowenig wie eine Schuld-Debatte zu führen. Möglicherweise sei Espelkamp mit der Infiziertenzahl jetzt so hoch und nehme die Entwicklung, die im Winter auf alle zukomme, schon vorweg. Vielleicht sind wir jetzt schneller und haben dann zum Winter schon wieder alles überwunden?," hofft das Stadtoberhaupt. Dann hätten die Virologen doch Recht behalten, kam es aus der Ratsrunde. "Ganz besondere Corona-Situation in der Stadt" Grünen-Abgeordneter Alfred Bußmann stellte fest, dass „es in Espelkamp eine besondere Corona-Inzidenz-Situation gibt". Er fragte an, ob es nicht sinnvoll sei, verstärkt Impfaktionen in der Stadt und den Stadtvierteln zu organisieren?. Da stieß er beim Bürgermeister sofort auf offene Ohren. Darüber habe er mit dem Gesundheitsamt und dem Kreis fast täglich gesprochen. Dies habe man auch vor. Er sprach Bußmann direkt an: „Du bist doch Arzt. Hättest Du nicht Lust selbst auch zu impfen?" Es gebe nämlich auch in diesem Bereich immer mehr Schwierigkeiten, Freiwillige für diese mobilen Impfaktionen zu rekrutieren, stellte Vieker fest.

Bürgermeister zu hoher Inzidenz in Espelkamp: "Mir sind die Hände gebunden"

Die Inzidenzen in Espelkamp gehen durch die Decke. © (Symbolbild): Pixabay

Espelkamp. Die Mitglieder des Espelkamper Rates zeigten sich erschüttert über die aktuelle Infizierten-Entwicklung in der gesamten Stadt. Deutlich mache dies vor allem SPD-Rats-Mitglied Reinhard Bösch. Er ist auch derjenige, der zurzeit dem höchsten politischen Gremium Espelkamps am längsten angehört. „Wir haben den zehn- bis elffachen Wert des Bundesdurchschnitts. Das kann man doch nicht so laufen lassen. Es kann nicht angehen, dass wir täglich zu der Stadt gehören, die bundesweit bei der Inzidenz am höchsten liegt. Das ist doch traurig."

"Mehr als appellative Möglichkeiten haben wir nicht"

Damit sprach er den meisten Mitgliedern sicherlich aus der Seele. Dennoch gebe es kaum Möglichkeiten, vom Gesetzgeber darauf einzuwirken, machte Bürgermeister Henning Vieker deutlich. Er verwies noch einmal in aller Deutlichkeit auf den Espelkamper Impfaufruf, der von den Ehrenbürgern der Stadt, den Ärzten und vielen Unternehmen unterstützt wird. „Mehr als appellative Möglichkeiten haben wir nicht", sagt er in aller Deutlichkeit.

SPD-Ratsherr Reinhard Bösch ist besorgt über die Inzidenz-Entwicklung. - © SPD Espelkamp
SPD-Ratsherr Reinhard Bösch ist besorgt über die Inzidenz-Entwicklung. - © SPD Espelkamp

Und die „repressiven Möglichkeiten sind mehr als begrenzt". Als Kommune habe man „so gut wie keine Handlungsmöglichkeit", ihm seien „die Hände gebunden". Dennoch hat die Stadt gemeinsam mit dem Kreis jetzt beschlossen, direkte Gespräche mit den christlichen Gemeinden und Gemeinschaften aufzunehmen, um zu versuchen, gemeinsam die Krise zu bewältigen. Das bestätigte jetzt die Pressesprecherin der Kreisverwaltung, Sabine Ohnesorge, im Gespräch mit nw.de.

Alfred Bußmann will mehr mobile Impfaktionen nach Espelkamp holen. - © Grüne Espelkamp
Alfred Bußmann will mehr mobile Impfaktionen nach Espelkamp holen. - © Grüne Espelkamp

Impfgegner haben zum Teil "überragenden Erfolg"

Die Impfgegner und Corona-Leugner hätten in „Teilen der Bevölkerung einen überragenden Erfolg", musste Bürgermeister Vieker zugeben . Er warnt jedoch gleichzeitig davor, „Bevölkerungsteile an den Pranger zu stellen". Das helfe niemanden, eben sowenig wie eine Schuld-Debatte zu führen. Möglicherweise sei Espelkamp mit der Infiziertenzahl jetzt so hoch und nehme die Entwicklung, die im Winter auf alle zukomme, schon vorweg. Vielleicht sind wir jetzt schneller und haben dann zum Winter schon wieder alles überwunden?," hofft das Stadtoberhaupt. Dann hätten die Virologen doch Recht behalten, kam es aus der Ratsrunde.

Bürgermeister Henning Vieker stellt hier seine Mängel-App vor. Doch in Sachen Inzidenz sind ihm die Hände gebunden. - © Stadt Espelkamp
Bürgermeister Henning Vieker stellt hier seine Mängel-App vor. Doch in Sachen Inzidenz sind ihm die Hände gebunden. - © Stadt Espelkamp

"Ganz besondere Corona-Situation in der Stadt"

Grünen-Abgeordneter Alfred Bußmann stellte fest, dass „es in Espelkamp eine besondere Corona-Inzidenz-Situation gibt". Er fragte an, ob es nicht sinnvoll sei, verstärkt Impfaktionen in der Stadt und den Stadtvierteln zu organisieren?. Da stieß er beim Bürgermeister sofort auf offene Ohren. Darüber habe er mit dem Gesundheitsamt und dem Kreis fast täglich gesprochen. Dies habe man auch vor. Er sprach Bußmann direkt an: „Du bist doch Arzt. Hättest Du nicht Lust selbst auch zu impfen?" Es gebe nämlich auch in diesem Bereich immer mehr Schwierigkeiten, Freiwillige für diese mobilen Impfaktionen zu rekrutieren, stellte Vieker fest.

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