Bürgermeister Vieker lobt Espelkamper für Disziplin Karsten Schulz Espelkamp (nw). Mitten in der Corona-Krise musste Henning Vieker die Amtsgeschäfte von Vater Heinrich übernehmen und gleich unpopuläre Entscheidungen treffen. Nunmehr hat das neue erste Amtsjahr begonnen. Im Interview macht das neue Stadtoberhaupt von Espelkamp deutlich, wie es ihm bisher in seiner neuen Tätigkeit ergangen ist. Herr Vieker, was waren nach Ihrem Dienstbeginn die für Sie einschneidensten Erlebnisse am neuen Arbeitsplatz? Ein Bürgermeister ist nur so gut wie sein Team und deshalb stand für mich von Anfang an fest, als erste Amtshandlung die Menschen in der Verwaltung kennenzulernen. Teilweise ging das durch Corona noch nicht, hat aber im Wesentlichen doch sehr gut funktioniert. Überhaupt haben sie mir den Start hier ganz einfach gemacht und ich möchte auch mal dankend erwähnen, dass momentan wirklich jeder im Rathaus vorbildlich daran mitwirkt, dass wir die Corona-Krise meistern. Namentlich nennen möchte ich hier Matthias Tegeler, der als mein Allgemeiner Vertreter und Leiter unseres Pandemiestabes großartige Arbeit leistet. Das tun alle anderen natürlich aber auch. Die Aufgaben und Erwartungen an das Amt waren mir im Großen und Ganzen ja nicht neu. Ich wusste, was grundsätzlich auf mich zukommt. Allerdings bin ich auch erst gut zwei Monate im Amt. Im Detail kommt da schon noch immer sehr viel Neues auf mich zu, und das in hoher Geschwindigkeit. Die Corona-Pandemie stellt alle politisch Verantwortlichen tagtäglich vor immer neue Aufgaben. Gab es – außer Corona – noch freie Zeit, um sich mit anderen Themen auseinanderzusetzen? Corona bindet schon erhebliche Ressourcen und verhindert viele Treffen, die ansonsten sicherlich auf der Agenda gewesen wären. Das ist sehr schade, die persönlichen Begegnungen fehlen mir. Aber natürlich gibt es auch Arbeit abseits von Corona. Wir hatten die reibungslose Konstituierung von Rat und den Ausschüssen. Der Kauf des Adient-Geländes ist nun abgeschlossen. Das Gelände mitten in der Stadt wird ein wichtiger Baustein für die weitere Stadtentwicklung. Auch beim Schülerticket geht es voran. Ich rechne mit der Umsetzung in diesem Jahr. Kurzum: Es gibt viel zu tun und auch Dinge, auf die wir uns in diesem Jahr freuen dürfen. Im Herbst geht es mit dem Neubau unseres Waldfreibades los. Den Neubau der Stadtsporthalle haben wir auf dem Plan. Und die Planungen für die Umgestaltung des Wilhelm-Kern-Platzes werden konkreter. Haben Sie den Eindruck, dass sich die Espelkamper nach dem zweiten totalen Lockdown diszipliniert mit der Situation auseinandersetzen? Auf jeden Fall und dafür möchte ich mich persönlich bedanken. Das ist alles nicht einfach, ich weiß das, und trotzdem hält sich eine überwältigende Mehrheit vorbildlich an die Regeln. Wir alle wissen, was auf dem Spiel steht. Glauben Sie mit diesen jetzt getroffenen Maßnahmen die Lage bald wieder in den Griff zu bekommen? Die Corona-Pandemie wird ja nicht von einem auf den anderen Tag zu Ende sein, das steht fest. Ich setze große Hoffnungen in die Impfungen und dass wir dann ähnlich zu 2020 mit dem Frühling und den steigenden Temperaturen europaweit abklingende Fallzahlen erleben. . Welche Erwartungen haben Sie an das bevorstehende Jahr? Mein größter Wunsch ist natürlich, dass wir diese Krise gut überwinden. Das geht nur gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Als Gesellschaft, die zusammenhält – indem wir uns auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen in Espelkamp. Welche Vorhaben haben Sie sich für 2021 auf die Agenda gesetzt? Neben der Pandemie-Bewältigung wird es künftig noch viel mehr auf eine stabile Finanzpolitik und Wirtschaftsförderung ankommen. Da geht es nicht zuletzt um die Sicherung von Arbeitsplätzen. Nun sind wir als Stadt bisher finanziell besser durch die Krise gekommen als erwartet. Das haben wir auch Land und Bund zu verdanken, die Ausfälle bei der Gewerbesteuer ausgeglichen haben. Ob das 2021 noch mal so klappt, weiß niemand. Deshalb müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Eines davon ist doch sicherlich das Haus der Geschichte. Wie sehen Sie denn dort die Chancen auf Verwirklichung? Ich stehe dem Projekt offen gegenüber. Die politische Diskussion sollte jetzt auch zeitnah starten. Aber ich will nicht leugnen, dass die Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie leider zusätzlich schwieriger geworden sind. Egal, welche der vorgestellten Varianten weiterverfolgt werden wird: Herzstück ist bei allen eine multimediale Präsentation der Espelkamper Stadtgeschichte. Mit deren Erarbeitung können wir unabhängig von einer baulichen Umsetzung in diesem Jahr durchaus starten. Seitdem Sie im Amt sind, betreiben Sie ja eine noch aktivere Öffentlichkeitsarbeit, vor allem auch in den sozialen Medien. Wie sind denn dort die bisher gemachten Erfahrungen? Direkte Erreichbarkeit der Verwaltung und des Bürgermeisters ist mir wichtig. Für Bürgeranliegen steht meine Tür immer offen – auch die virtuelle Tür. Und ja, gerade um möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu erreichen, sind die sozialen Medien ein wichtiges Element. Insgesamt habe ich mir persönlich auf die Fahnen geschrieben, die gesamte Kommunikation von der Verwaltung als auch zur Verwaltung zu verbessern. Zum Beispiel arbeiten wir gerade an der Umsetzung eines digitalen Mängelmelders. Aber natürlich sollen auch die persönlichen Kontaktmöglichkeiten erhalten und sogar ausgebaut werden. Ich habe da noch einige Ideen. Sie haben jetzt viele Themen angesprochen: das hoffentlich baldige Abklingen der Pandemie, wichtige Projekte der Stadtentwicklung und eine noch bürgerorientiertere Verwaltung. Wo sehen Sie die Stadt Espelkamp in fünf Jahren? Als Stadt mit Menschen in guter Nachbarschaft. Mit Menschen, die hier gut wohnen, gut arbeiten und gut leben. Kurz gesagt, ich sehe sie da, wo sie hingehört: an der Spitze unseres Mühlenkreises.

Bürgermeister Vieker lobt Espelkamper für Disziplin

Espelkamps Bürgermeister Henning Vieker setzt in diesem Jahr auf ein Ende der Pandemie und will viele große Bauvorhaben für die Stadt auf den Weg bringen. Foto: Stadt Espelkamp © stadt espelkamp

Espelkamp (nw). Mitten in der Corona-Krise musste Henning Vieker die Amtsgeschäfte von Vater Heinrich übernehmen und gleich unpopuläre Entscheidungen treffen. Nunmehr hat das neue erste Amtsjahr begonnen. Im Interview macht das neue Stadtoberhaupt von Espelkamp deutlich, wie es ihm bisher in seiner neuen Tätigkeit ergangen ist.

Herr Vieker, was waren nach Ihrem Dienstbeginn die für Sie einschneidensten Erlebnisse am neuen Arbeitsplatz?

Ein Bürgermeister ist nur so gut wie sein Team und deshalb stand für mich von Anfang an fest, als erste Amtshandlung die Menschen in der Verwaltung kennenzulernen. Teilweise ging das durch Corona noch nicht, hat aber im Wesentlichen doch sehr gut funktioniert. Überhaupt haben sie mir den Start hier ganz einfach gemacht und ich möchte auch mal dankend erwähnen, dass momentan wirklich jeder im Rathaus vorbildlich daran mitwirkt, dass wir die Corona-Krise meistern. Namentlich nennen möchte ich hier Matthias Tegeler, der als mein Allgemeiner Vertreter und Leiter unseres Pandemiestabes großartige Arbeit leistet. Das tun alle anderen natürlich aber auch. Die Aufgaben und Erwartungen an das Amt waren mir im Großen und Ganzen ja nicht neu. Ich wusste, was grundsätzlich auf mich zukommt. Allerdings bin ich auch erst gut zwei Monate im Amt. Im Detail kommt da schon noch immer sehr viel Neues auf mich zu, und das in hoher Geschwindigkeit. Die Corona-Pandemie stellt alle politisch Verantwortlichen tagtäglich vor immer neue Aufgaben.

Gab es – außer Corona – noch freie Zeit, um sich mit anderen Themen auseinanderzusetzen?

Corona bindet schon erhebliche Ressourcen und verhindert viele Treffen, die ansonsten sicherlich auf der Agenda gewesen wären. Das ist sehr schade, die persönlichen Begegnungen fehlen mir. Aber natürlich gibt es auch Arbeit abseits von Corona. Wir hatten die reibungslose Konstituierung von Rat und den Ausschüssen. Der Kauf des Adient-Geländes ist nun abgeschlossen. Das Gelände mitten in der Stadt wird ein wichtiger Baustein für die weitere Stadtentwicklung. Auch beim Schülerticket geht es voran. Ich rechne mit der Umsetzung in diesem Jahr. Kurzum: Es gibt viel zu tun und auch Dinge, auf die wir uns in diesem Jahr freuen dürfen. Im Herbst geht es mit dem Neubau unseres Waldfreibades los. Den Neubau der Stadtsporthalle haben wir auf dem Plan. Und die Planungen für die Umgestaltung des Wilhelm-Kern-Platzes werden konkreter.

Haben Sie den Eindruck, dass sich die Espelkamper nach dem zweiten totalen Lockdown diszipliniert mit der Situation auseinandersetzen?

Auf jeden Fall und dafür möchte ich mich persönlich bedanken. Das ist alles nicht einfach, ich weiß das, und trotzdem hält sich eine überwältigende Mehrheit vorbildlich an die Regeln. Wir alle wissen, was auf dem Spiel steht.

Glauben Sie mit diesen jetzt getroffenen Maßnahmen die Lage bald wieder in den Griff zu bekommen?

Die Corona-Pandemie wird ja nicht von einem auf den anderen Tag zu Ende sein, das steht fest. Ich setze große Hoffnungen in die Impfungen und dass wir dann ähnlich zu 2020 mit dem Frühling und den steigenden Temperaturen europaweit abklingende Fallzahlen erleben. .

Welche Erwartungen haben Sie an das bevorstehende Jahr?

Mein größter Wunsch ist natürlich, dass wir diese Krise gut überwinden. Das geht nur gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Als Gesellschaft, die zusammenhält – indem wir uns auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen in Espelkamp.

Welche Vorhaben haben Sie sich für 2021 auf die Agenda gesetzt?

Neben der Pandemie-Bewältigung wird es künftig noch viel mehr auf eine stabile Finanzpolitik und Wirtschaftsförderung ankommen. Da geht es nicht zuletzt um die Sicherung von Arbeitsplätzen. Nun sind wir als Stadt bisher finanziell besser durch die Krise gekommen als erwartet. Das haben wir auch Land und Bund zu verdanken, die Ausfälle bei der Gewerbesteuer ausgeglichen haben. Ob das 2021 noch mal so klappt, weiß niemand. Deshalb müssen wir unsere Hausaufgaben machen.

Eines davon ist doch sicherlich das Haus der Geschichte. Wie sehen Sie denn dort die Chancen auf Verwirklichung?

Ich stehe dem Projekt offen gegenüber. Die politische Diskussion sollte jetzt auch zeitnah starten. Aber ich will nicht leugnen, dass die Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie leider zusätzlich schwieriger geworden sind. Egal, welche der vorgestellten Varianten weiterverfolgt werden wird: Herzstück ist bei allen eine multimediale Präsentation der Espelkamper Stadtgeschichte. Mit deren Erarbeitung können wir unabhängig von einer baulichen Umsetzung in diesem Jahr durchaus starten.

Seitdem Sie im Amt sind, betreiben Sie ja eine noch aktivere Öffentlichkeitsarbeit, vor allem auch in den sozialen Medien. Wie sind denn dort die bisher gemachten Erfahrungen?

Direkte Erreichbarkeit der Verwaltung und des Bürgermeisters ist mir wichtig. Für Bürgeranliegen steht meine Tür immer offen – auch die virtuelle Tür. Und ja, gerade um möglichst viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu erreichen, sind die sozialen Medien ein wichtiges Element. Insgesamt habe ich mir persönlich auf die Fahnen geschrieben, die gesamte Kommunikation von der Verwaltung als auch zur Verwaltung zu verbessern. Zum Beispiel arbeiten wir gerade an der Umsetzung eines digitalen Mängelmelders. Aber natürlich sollen auch die persönlichen Kontaktmöglichkeiten erhalten und sogar ausgebaut werden. Ich habe da noch einige Ideen.

Sie haben jetzt viele Themen angesprochen: das hoffentlich baldige Abklingen der Pandemie, wichtige Projekte der Stadtentwicklung und eine noch bürgerorientiertere Verwaltung. Wo sehen Sie die Stadt Espelkamp in fünf Jahren?

Als Stadt mit Menschen in guter Nachbarschaft. Mit Menschen, die hier gut wohnen, gut arbeiten und gut leben. Kurz gesagt, ich sehe sie da, wo sie hingehört: an der Spitze unseres Mühlenkreises.

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