Booster-Impfung: Das müssen Johnson & Johnson-Geimpfte jetzt wissen Larissa Kirchhoff Bielefeld. Im Kampf gegen Omikron setzt Deutschland auf den ersten, zweiten und dritten Piks. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, muss neuerdings mit harten Einschränkungen leben. Umso verwirrender für Menschen, die ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson erhalten haben, dass sie trotz zusätzlicher Impfung immense Einschränkungen erleben. In einem Überblick erklären wir, was für Betroffene gilt. In Deutschland wurden etwa 3,5 Millionen Menschen mit einem Impfstoff des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson gegen das Coronavirus geimpft. Bei dieser Vakzine wurde zunächst angenommen, dass schon eine einzige Spitze einen vollständigen Impfschutz bietet. Die Ständige Impfkommission (Stiko) bewertet die Einmalimpfung allerdings als weniger effektiv. Zudem wurden bei diesem Impfstoff die meisten Impfdurchbrüche in Deutschland beobachtet. Die Empfehlung der Stiko lautet daher: zusätzlich piksen lassen. Wann sollten Johnson & Johnson-Geimpfte ihren Impfschutz auffrischen? Alle Personen, die ihre erste Impfdosis erhalten haben, sollten ihren Schutz nach mindestens vier Wochen durch eine Zweitimpfung auffrischen lassen. Das ist die offizielle Empfehlung der Stiko. Weil mit der ersten Impfung ein vektor-basierter Impfstoff (Johnson & Johnson) gespritzt wurde, sollte es bei der zweiten Impfung ein mRNA-Impfstoff, etwa der des Herstellers Pfizer Biontech sein. Nach einem Mindestabstand von drei Monaten zur zweiten Impfung empfiehlt die Stiko den dritten Piks mit einem mRNA-Impfstoff.Ist die zweite Impfung eine Booster-Impfung? Ja. Weil die Bundesländer dies unterschiedlich handhaben und widersprüchliche Aussagen dazu vorlagen, war diese Frage zunächst nicht leicht zu klären. "Derzeit liegt bei einer Impfung mit Johnson&Johnson eine vollständige Impfung vor, so dass dann mit einer weiteren Impfung eine Boosterung besteht", lautet nun die offizielle Angabe des NRW-Gesundheitsministeriums. Allerdings weist das Ministerium darauf hin, dass dies unter Umständen nicht mehr gültig sei, wenn das Paul-Ehrlich-Institut die Voraussetzungen, wie viele Impfdosen bei Verwendung von Johnson&Johnson für eine vollständige Impfung benötigt werden, ändere. Wann ist zusätzlich ein Test notwendig? Aktuell gilt in einigen Bereichen in NRW die 2G-Plus-Regel, welche sowohl von Grundimmunisierten als auch von Geboosterten einen Testnachweis verlangt. Im Zuge der aktualisierten Coronaschutzverordnung, welche ab dem 13. Januar greift, ändert sich das bald zugunsten geboosterter Personen. Menschen mit Corona-Booster-Impfung werden in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit, etwa im Freizeitsport. Diese Erleichterung wird in NRW auch für diejenigen gelten, die zweimal geimpft und genesen sind. Wieso erhalten Johnson & Johnson-Geimpfte eine Kreuz-Impfung als Auffrischung? "Die Wirksamkeit einer Kreuzimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach Erstimpfung mit einem Vektor-Impfstoff ist besonders vielversprechend", erklärt Anke Richter-Scheer, 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe und Hausärztin aus Bad Oeynhausen. Das gelte nicht nur im Fall von Astrazeneca, sondern eben auch im Fall von Johnson & Johnson. Die Präparate von Astrazeneca oder Johnson & Johnson sind ohnehin nicht als Booster zugelassen. Wie schützt die Booster-Impfung vor der Omikron-Variante? Bei der Frage nach der Impfwirkung müsse man zwischen dem Schutz vor einer Infektion und dem Schutz vor einer schweren Erkrankung unterscheiden, sagt Immunologe Carsten Watzl. „Der reine Schutz vor Ansteckung mit Omikron wird mit den jetzigen Impfstoffen immer suboptimal sein“, so der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Aber: Die Impfstoffe tun trotzdem, was sie sollen: "Sie schützen vor schweren Verläufen und das sehen wir aktuell.“

Booster-Impfung: Das müssen Johnson & Johnson-Geimpfte jetzt wissen

Menschen, die mit dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, haben laut Studien nicht denselben Impfschutz wie jene, die mit Biontech oder Moderna geimpft wurden. © picture alliance/dpa

Bielefeld. Im Kampf gegen Omikron setzt Deutschland auf den ersten, zweiten und dritten Piks. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, muss neuerdings mit harten Einschränkungen leben. Umso verwirrender für Menschen, die ihre Erstimpfung mit dem Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson erhalten haben, dass sie trotz zusätzlicher Impfung immense Einschränkungen erleben. In einem Überblick erklären wir, was für Betroffene gilt.

In Deutschland wurden etwa 3,5 Millionen Menschen mit einem Impfstoff des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson gegen das Coronavirus geimpft. Bei dieser Vakzine wurde zunächst angenommen, dass schon eine einzige Spitze einen vollständigen Impfschutz bietet. Die Ständige Impfkommission (Stiko) bewertet die Einmalimpfung allerdings als weniger effektiv. Zudem wurden bei diesem Impfstoff die meisten Impfdurchbrüche in Deutschland beobachtet. Die Empfehlung der Stiko lautet daher: zusätzlich piksen lassen.

Wann sollten Johnson & Johnson-Geimpfte ihren Impfschutz auffrischen?

Alle Personen, die ihre erste Impfdosis erhalten haben, sollten ihren Schutz nach mindestens vier Wochen durch eine Zweitimpfung auffrischen lassen. Das ist die offizielle Empfehlung der Stiko. Weil mit der ersten Impfung ein vektor-basierter Impfstoff (Johnson & Johnson) gespritzt wurde, sollte es bei der zweiten Impfung ein mRNA-Impfstoff, etwa der des Herstellers Pfizer Biontech sein. Nach einem Mindestabstand von drei Monaten zur zweiten Impfung empfiehlt die Stiko den dritten Piks mit einem mRNA-Impfstoff.

Ist die zweite Impfung eine Booster-Impfung?

Ja. Weil die Bundesländer dies unterschiedlich handhaben und widersprüchliche Aussagen dazu vorlagen, war diese Frage zunächst nicht leicht zu klären. "Derzeit liegt bei einer Impfung mit Johnson&Johnson eine vollständige Impfung vor, so dass dann mit einer weiteren Impfung eine Boosterung besteht", lautet nun die offizielle Angabe des NRW-Gesundheitsministeriums. Allerdings weist das Ministerium darauf hin, dass dies unter Umständen nicht mehr gültig sei, wenn das Paul-Ehrlich-Institut die Voraussetzungen, wie viele Impfdosen bei Verwendung von Johnson&Johnson für eine vollständige Impfung benötigt werden, ändere.

Wann ist zusätzlich ein Test notwendig?

Aktuell gilt in einigen Bereichen in NRW die 2G-Plus-Regel, welche sowohl von Grundimmunisierten als auch von Geboosterten einen Testnachweis verlangt. Im Zuge der aktualisierten Coronaschutzverordnung, welche ab dem 13. Januar greift, ändert sich das bald zugunsten geboosterter Personen. Menschen mit Corona-Booster-Impfung werden in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit, etwa im Freizeitsport. Diese Erleichterung wird in NRW auch für diejenigen gelten, die zweimal geimpft und genesen sind.

Wieso erhalten Johnson & Johnson-Geimpfte eine Kreuz-Impfung als Auffrischung?

"Die Wirksamkeit einer Kreuzimpfung mit einem mRNA-Impfstoff nach Erstimpfung mit einem Vektor-Impfstoff ist besonders vielversprechend", erklärt Anke Richter-Scheer, 1. Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe und Hausärztin aus Bad Oeynhausen. Das gelte nicht nur im Fall von Astrazeneca, sondern eben auch im Fall von Johnson & Johnson. Die Präparate von Astrazeneca oder Johnson & Johnson sind ohnehin nicht als Booster zugelassen.

Wie schützt die Booster-Impfung vor der Omikron-Variante?

Bei der Frage nach der Impfwirkung müsse man zwischen dem Schutz vor einer Infektion und dem Schutz vor einer schweren Erkrankung unterscheiden, sagt Immunologe Carsten Watzl. „Der reine Schutz vor Ansteckung mit Omikron wird mit den jetzigen Impfstoffen immer suboptimal sein“, so der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Aber: Die Impfstoffe tun trotzdem, was sie sollen: "Sie schützen vor schweren Verläufen und das sehen wir aktuell.“

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