Betrunkener Einbrecher scheitert an der Kellertür Ulf Hanke Bad Oeynhausen. Die Ausgangssperre in der Coronakrise hat Einbrechern und solchen, die es werden wollen, das Leben schon ziemlich schwer gemacht. Eine weitere Hürde für den gelingenden Einbruch ist offenbar Alkohol. Ein 31-jähriger Mechaniker aus Bad Oeynhausen versuchte im April in einen Keller in der Südstadt reinzukommen, nachdem er bereits die Garage durchsucht hatte. Er scheiterte dann an der Kellertür. Eine aufmerksame Nachbarin entdeckte den Fremden auf dem Grundstück. Und die Polizei griff den Mann wenig später in der Innenstadt auf. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den 31-Jährigen wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen angeklagt. Die Polizei fand bei dem Mann einen Schraubenzieher. Seine Jacke hatte er weggeworfen, Beute machte er nicht. Der Eigentümer vermisste jedenfalls nichts aus seiner Garage. An der Kellertür entstand allerdings ein Schaden von rund 1.500 Euro. Vor Gericht versucht der Richter am Montag zu ergründen, was der Angeklagte in der Garage und im Keller eigentlich suchte. So genau könne er das nicht sagen, erwiderte der Mechaniker. Er habe ein Alkoholproblem und habe sich an dem Abend auch mit Tabletten berauscht. "Ich wusste echt gar nichts mehr, außer dass ich bei der Polizei aufgewacht bin." Nachher habe er sich dann zusammengereimt, dass er sein E-Bike vermisste und es ausgerechnet in dem fremden Keller an der Wichernstraße vermutete. Später wurde ihm jedoch klar, dass sein E-Bike gar nicht verschollen war. Das war wohl nur eine Wahnvorstellung im Rausch. Fahrrad vom Kumpel Die Polizei erwischte den Mann allerdings später auf einem Fahrrad, das angeblich "einem Kumpel" des Angeklagten gehörte. Die Nachbarin, die den Fremden auf dem Grundstück entdeckte, hat den Angeklagten zuvor mit einem Fahrrad wegfahren sehen. Bei der kurzen Begegnung am Kellereingang bemerkte sie die Alkoholfahne des Angeklagten. Der Richter hat den Angeklagten erst vor wenigen Wochen wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt. Bei einer Polizeikontrolle auf dem Augustaplatz fanden die Beamten berauschende Tabletten und 18,4 Gramm Marihuna bei dem Angeklagten. Der 31-Jährige ist nach eigenen Angaben inzwischen bei den Anonymen Alkoholikern. Ganz ohne Alkohol, sagt er, gehe es aber noch nicht. Er habe aber einen Arbeitsplatz und sein Chef unterstütze ihn bei der Therapie. Die Staatsanwältin geht von einer "alkoholbedingten Enthemmung" an dem Abend aus, schuldunfähig sei der Angeklagte aber nicht. Sie fordert 120 Tagessätze für den Einbruch und beantragt mit Blick auf die letzte Verurteilung eine Gesamtstrafe von 135 Tagessätzen zu 50 Euro (6.750 Euro). Der Richter folgt ihrem Antrag. "Die Tat ist im Grunde nicht zu erklären", sagt der Richter. "Sie leben in geordneten Verhältnissen und sind nicht der typische Einbrecher." Der Angeklagte war mit dem Urteil einverstanden, bedankte sich und wünschte: "Noch einen schönen Tag!"

Betrunkener Einbrecher scheitert an der Kellertür

Ein 31-jähriger Mechaniker hat im Rausch sein E-Bike gesucht, in einem verschlossenen Keller in der Südstadt vermutet und deshalb versucht einzubrechen. © Silas Stein / picture alliance / dpa

Bad Oeynhausen. Die Ausgangssperre in der Coronakrise hat Einbrechern und solchen, die es werden wollen, das Leben schon ziemlich schwer gemacht. Eine weitere Hürde für den gelingenden Einbruch ist offenbar Alkohol. Ein 31-jähriger Mechaniker aus Bad Oeynhausen versuchte im April in einen Keller in der Südstadt reinzukommen, nachdem er bereits die Garage durchsucht hatte. Er scheiterte dann an der Kellertür. Eine aufmerksame Nachbarin entdeckte den Fremden auf dem Grundstück. Und die Polizei griff den Mann wenig später in der Innenstadt auf.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den 31-Jährigen wegen versuchten Diebstahls und Sachbeschädigung vorm Amtsgericht Bad Oeynhausen angeklagt. Die Polizei fand bei dem Mann einen Schraubenzieher. Seine Jacke hatte er weggeworfen, Beute machte er nicht. Der Eigentümer vermisste jedenfalls nichts aus seiner Garage. An der Kellertür entstand allerdings ein Schaden von rund 1.500 Euro.

Vor Gericht versucht der Richter am Montag zu ergründen, was der Angeklagte in der Garage und im Keller eigentlich suchte. So genau könne er das nicht sagen, erwiderte der Mechaniker. Er habe ein Alkoholproblem und habe sich an dem Abend auch mit Tabletten berauscht. "Ich wusste echt gar nichts mehr, außer dass ich bei der Polizei aufgewacht bin." Nachher habe er sich dann zusammengereimt, dass er sein E-Bike vermisste und es ausgerechnet in dem fremden Keller an der Wichernstraße vermutete. Später wurde ihm jedoch klar, dass sein E-Bike gar nicht verschollen war. Das war wohl nur eine Wahnvorstellung im Rausch.

Fahrrad vom Kumpel

Die Polizei erwischte den Mann allerdings später auf einem Fahrrad, das angeblich "einem Kumpel" des Angeklagten gehörte. Die Nachbarin, die den Fremden auf dem Grundstück entdeckte, hat den Angeklagten zuvor mit einem Fahrrad wegfahren sehen. Bei der kurzen Begegnung am Kellereingang bemerkte sie die Alkoholfahne des Angeklagten.

Der Richter hat den Angeklagten erst vor wenigen Wochen wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt. Bei einer Polizeikontrolle auf dem Augustaplatz fanden die Beamten berauschende Tabletten und 18,4 Gramm Marihuna bei dem Angeklagten. Der 31-Jährige ist nach eigenen Angaben inzwischen bei den Anonymen Alkoholikern. Ganz ohne Alkohol, sagt er, gehe es aber noch nicht. Er habe aber einen Arbeitsplatz und sein Chef unterstütze ihn bei der Therapie.

Die Staatsanwältin geht von einer "alkoholbedingten Enthemmung" an dem Abend aus, schuldunfähig sei der Angeklagte aber nicht. Sie fordert 120 Tagessätze für den Einbruch und beantragt mit Blick auf die letzte Verurteilung eine Gesamtstrafe von 135 Tagessätzen zu 50 Euro (6.750 Euro). Der Richter folgt ihrem Antrag. "Die Tat ist im Grunde nicht zu erklären", sagt der Richter. "Sie leben in geordneten Verhältnissen und sind nicht der typische Einbrecher." Der Angeklagte war mit dem Urteil einverstanden, bedankte sich und wünschte: "Noch einen schönen Tag!"

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