Beratungen laufen seit 13 Uhr: Angespannte Stimmung vor Treffen der Kanzlerin mit Länderchefs Berlin (KNA). Die Stimmung unter Verbänden und Lobbyisten ist vor der geplanten Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder spürbar angespannt. Am Mittwochvormittag wurden Forderungen aus dem gesundheitlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereich laut. Der Sorge vor harten Einschränkungen und deren Folgen steht dabei die laute Warnung gegenüber, dass die rasant steigenden Infektionszahlen dringend gebremst werden müssen. Merkel selbst tritt seit Tagen als Mahnerin auf und sucht Berichten zufolge beim Bund-Länder-Treffen eine klare Linie mit bundesweiten Regelungen. Unterstützung kam hierzu von Deutschen Städtetag. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte im SWR, dass die Priorität darauf liege, Kita, Schule und Arbeitsplätze zu sichern. Zugleich solle es mehr Hilfen für die Kultur, Reisebranche und Gastronomie geben. Entscheidend sei es, schnell zu handeln. "Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät." Die Intensivmediziner in Deutschland appellierten selbst eindringlich an die Bevölkerung, alles zu tun, um die Kurve der Covid-19-Infektionen wieder zu senken. Das Deutsche Kinderhilfswerk wandte sich indes an die Bevölkerung, die Interessen der bundesweit rund elf Millionen Schüler bei den Maßnahmen zu beachten. Das Recht auf Bildung müsse gewährleistet bleiben, so das Hilfswerk in Berlin. Der Bund sei gefordert, Länder und Schulträger bei der Offenhaltung von Schulen auch finanziell zu unterstützen. Einen dringenden Appell an die Regierenden richtete die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). Wohnungslose dürften nicht vergessen werden, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke. Es brauche dringend zusätzliche Räumlichkeiten für Beratungen, Tagesaufenthalte, Essensausgaben und Übernachtungsstellen, sonst seien die Kontaktbeschränkungen nicht zu gewährleisten. Aus der Kulturbranche wurden Ängste vor weiteren Einschränkungen hörbar. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, forderte weitere Hilfen für die Branche. "Die Corona-Pandemie bedroht uns alle, und natürlich ist auch der Kulturbereich bereit, Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie notwendig und verhältnismäßig sind", erklärte Zimmermann. Ohne weitere finanzielle Unterstützung seien diese nicht zu stemmen. Der Deutsche Museumsbund appellierte an die Entscheidungsträger, Museen in einer Zeit, in der sie mehr denn je gebraucht würden, nicht zu schließen. In den letzten Monaten hätten die Ausstellungshäuser erfolgreich Abstands- und Hygieneregeln entwickelt und umgesetzt und könnten daher einen sicheren Museumsbesuch in Zeiten von Covid-19 gewährleisten. Pessimistischer zeigte sich der Deutsche Schaustellerbund. Er sieht die Zukunft der Volksfeste in Deutschland gefährdet. Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg forderte daher gezielte staatliche Hilfen für die mehr als 5.000 Schaustellerfamilien. Die staatlichen Überbrückungshilfen reichten nicht aus.

Beratungen laufen seit 13 Uhr: Angespannte Stimmung vor Treffen der Kanzlerin mit Länderchefs

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Horst Seehofer (CSU - l), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, unterhalten sich vor Hendrik Hoppenstedt (M), Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt. © picture alliance/dpa

Berlin (KNA). Die Stimmung unter Verbänden und Lobbyisten ist vor der geplanten Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder spürbar angespannt.

Am Mittwochvormittag wurden Forderungen aus dem gesundheitlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereich laut. Der Sorge vor harten Einschränkungen und deren Folgen steht dabei die laute Warnung gegenüber, dass die rasant steigenden Infektionszahlen dringend gebremst werden müssen. Merkel selbst tritt seit Tagen als Mahnerin auf und sucht Berichten zufolge beim Bund-Länder-Treffen eine klare Linie mit bundesweiten Regelungen. Unterstützung kam hierzu von Deutschen Städtetag.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte im SWR, dass die Priorität darauf liege, Kita, Schule und Arbeitsplätze zu sichern. Zugleich solle es mehr Hilfen für die Kultur, Reisebranche und Gastronomie geben. Entscheidend sei es, schnell zu handeln. "Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät."

Die Intensivmediziner in Deutschland appellierten selbst eindringlich an die Bevölkerung, alles zu tun, um die Kurve der Covid-19-Infektionen wieder zu senken. Das Deutsche Kinderhilfswerk wandte sich indes an die Bevölkerung, die Interessen der bundesweit rund elf Millionen Schüler bei den Maßnahmen zu beachten. Das Recht auf Bildung müsse gewährleistet bleiben, so das Hilfswerk in Berlin. Der Bund sei gefordert, Länder und Schulträger bei der Offenhaltung von Schulen auch finanziell zu unterstützen.

Einen dringenden Appell an die Regierenden richtete die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). Wohnungslose dürften nicht vergessen werden, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke. Es brauche dringend zusätzliche Räumlichkeiten für Beratungen, Tagesaufenthalte, Essensausgaben und Übernachtungsstellen, sonst seien die Kontaktbeschränkungen nicht zu gewährleisten.

Aus der Kulturbranche wurden Ängste vor weiteren Einschränkungen hörbar. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, forderte weitere Hilfen für die Branche. "Die Corona-Pandemie bedroht uns alle, und natürlich ist auch der Kulturbereich bereit, Einschränkungen hinzunehmen, wenn sie notwendig und verhältnismäßig sind", erklärte Zimmermann. Ohne weitere finanzielle Unterstützung seien diese nicht zu stemmen.

Der Deutsche Museumsbund appellierte an die Entscheidungsträger, Museen in einer Zeit, in der sie mehr denn je gebraucht würden, nicht zu schließen. In den letzten Monaten hätten die Ausstellungshäuser erfolgreich Abstands- und Hygieneregeln entwickelt und umgesetzt und könnten daher einen sicheren Museumsbesuch in Zeiten von Covid-19 gewährleisten.

Pessimistischer zeigte sich der Deutsche Schaustellerbund. Er sieht die Zukunft der Volksfeste in Deutschland gefährdet. Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg forderte daher gezielte staatliche Hilfen für die mehr als 5.000 Schaustellerfamilien. Die staatlichen Überbrückungshilfen reichten nicht aus.

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