Bad Oeynhausen Bauarbeiten auf der A2: Stau-Gefahr länger als gedacht Bad Oeynhausen. Die Weserflutbrücke und Bauarbeiten auf der A2 - für viele Autofahrer ist das eine ohne das andere wohl kaum noch denkbar. Jetzt verzögern sich die Arbeiten auf der Autobahn erneut - danach soll dort aber endgültig Schluss sein mit Verkehrsbeeinträchtigungen. Bis die Baustellen auf der Weserflut- und auch der Weserstrombrücke verschwunden sind, müssen sich Pendler allerdings noch bis voraussichtlich Mitte März 2021 gedulden. Während der Notinstandsetzung der Brücken kamen nämlich immer wieder neue Mängel zutage. "Eigentlich wollten wir Ende September fertig sein, doch viele Probleme sind erst nach dem Beginn der Arbeiten sichtbar geworden", sagt Ariaz Tabrizi, Projektverantwortlicher von Straßen NRW. Denn nachdem diese bereits 2018 notsaniert wurden, bestand nun schon wieder Reparaturbedarf. Und wie schon vor zwei Jahren musste es auch jetzt schnell gehen: "Wir nehmen hier eine Notinstandsetzung vor, das bedeutet, dass Gefahr für die Verkehrsteilnehmer bestand. Bei einer normalen Grundinstandsetzung würde erst eine Ausschreibung stattfinden und man hätte danach etwa sechs Wochen Zeit, um alles zu planen", erklärt Tabrizi. So viel Zeit hatten die Ingenieure nicht, weshalb immer wieder unerwartete Arbeiten dazu kamen. Nachdem die Autobahnmeisterei also Alarm schlug, beauftragte Straßen NRW die Baufirmen, die sich zunächst einmal um die Fugen, sogenannte Übergangskonstruktionen, kümmert. Auf der Weserflutbrücke gibt es zwölf davon, die sich über jedem Brückenpfeiler befinden. Jede zweite und damit insgesamt sechs sind besonders dehnbar. "Vor zwei Jahren mussten diese erneuert werden und damals entschied man sich dafür, etwas Neues auszuprobieren alle Übergangskonstruktionen mit Polyflex-Beton zu füllen. Das hat leider nicht funktioniert", sagt Ariaz Tabrizi. Das alte Material wurde nun aus allen Fugen entfernt. Im nächsten Schritt werden nun 20 Zentimeter dicke Eisenanker angebracht, bevor eine neue XW1-Konstruktion mit besonders robustem Wellenprofil eingefügt wird. In jeder der Fugen wurden nun außerdem Bohrlöcher angefertigt, die später durch ein Rohr ergänzt und als Entwässerung genutzt werden - auch das fehlte in der vorherigen Konstruktion, die in den vergangenen Wochen mithilfe von Hochdruckwasserstrahlern aus der Fahrbahn herausgelöst wurden. Und dies führte auch gleich zum nächsten Problem, das während der Arbeiten entdeckt wurde: Durch Rückstände des im Winter verwendeten Streusalzes ist Wasser mit hohen Chloridwerten in den Beton eingedrungen und hat ihn mürbe und porös gemacht, sodass auch dieser nun stellenweise ersetzt werden muss. Wenn die Übergangskonstruktionen dann fertig sind, wird auch die Deckschicht der Fahrbahn aufgrund von Spurrillen auf den Brücken erneuert. Am Widerlager - dem Übergang zwischen Brückenkonstruktion und Erddamm - muss zudem die Verbindung zwischen der um 1938 gebauten ursprünglichen Weserflutbrücke und dem 1979 hinzugefügten Anbau restauriert werden. "Die vorhandene Platte hat zu viel Spiel, wodurch es immer wieder zu Absackungen kommt", erklärt Ariaz Tabrizi. Die Arbeiten auf der Weserflutbrücke sollen voraussichtlich Mitte November beendet sein - Einschränkungen für die Autofahrer bleiben jedoch. Der Verkehr soll nämlich immer auf sechs Spuren um die Baustelle herum geführt werden. Derzeit sind es zwei in Fahrtrichtung Hannover und vier in Richtung Dortmund. Diese Verteilung wird sich im November umkehren - ein Prozess, der rund zwei Wochen dauert. Anschließend beginnen die Arbeiten auf der Wesersturmbrücke, die etwa bis Januar dauern werden. Nach der dann folgenden Winterpause wird die Verkehrsführung wieder knapp 14 Tage lang umgebaut: Je drei Spuren soll es dann mit gelben Fahrbahnmarkierungen pro Brücke geben, denn auf der jeweils zur anderen Brücke hin gelegenen Seite wird eine Entwässerungsrinne gebaut. "Das ist nötig, da es vor allem in Fahrtrichtung Dortmund immer wieder zu Aquaplaning kommt", so Tabrizi, der für diese Maßnahmen etwa drei bis vier Wochen einplant. Danach aber sollen die Absperrungen verschwinden und der Verkehr ab dem 15. März wieder fließen. Und diese Notinstandsetzung soll dann auch die letzte gewesen sein: "Es ist geplant, dass der neuere Teil der Brücke in zehn bis 15 Jahren abgerissen und neu gebaut wird. Bis dahin halten die Konstruktionen dann hoffentlich", sagt Ariaz Tabrizi. Für das gesamte Projekt investiert Straßen NRW 2,3 Millionen Euro aus Bundesmitteln. 800.000 davon kosten allein die Umbauarbeiten für die Verkehrsführung.
Bad Oeynhausen

Bauarbeiten auf der A2: Stau-Gefahr länger als gedacht

Die 1979 gebaute neuere Brücke soll in zehn bis 15 Jahren abgerissen werden. Bis dahin sollen die Sanierungsmaßnahmen halten. © Sara Mattana

Bad Oeynhausen. Die Weserflutbrücke und Bauarbeiten auf der A2 - für viele Autofahrer ist das eine ohne das andere wohl kaum noch denkbar. Jetzt verzögern sich die Arbeiten auf der Autobahn erneut - danach soll dort aber endgültig Schluss sein mit Verkehrsbeeinträchtigungen.

Bis die Baustellen auf der Weserflut- und auch der Weserstrombrücke verschwunden sind, müssen sich Pendler allerdings noch bis voraussichtlich Mitte März 2021 gedulden. Während der Notinstandsetzung der Brücken kamen nämlich immer wieder neue Mängel zutage. "Eigentlich wollten wir Ende September fertig sein, doch viele Probleme sind erst nach dem Beginn der Arbeiten sichtbar geworden", sagt Ariaz Tabrizi, Projektverantwortlicher von Straßen NRW.

Projektverantwortlicher Ariaz Tabrizi zeigt die alten Anker, die ersetzt und zusammen mit der neuen Übergangskonstruktion eingefügt werden. - © Sara Mattana
Projektverantwortlicher Ariaz Tabrizi zeigt die alten Anker, die ersetzt und zusammen mit der neuen Übergangskonstruktion eingefügt werden. - © Sara Mattana

Denn nachdem diese bereits 2018 notsaniert wurden, bestand nun schon wieder Reparaturbedarf. Und wie schon vor zwei Jahren musste es auch jetzt schnell gehen: "Wir nehmen hier eine Notinstandsetzung vor, das bedeutet, dass Gefahr für die Verkehrsteilnehmer bestand. Bei einer normalen Grundinstandsetzung würde erst eine Ausschreibung stattfinden und man hätte danach etwa sechs Wochen Zeit, um alles zu planen", erklärt Tabrizi. So viel Zeit hatten die Ingenieure nicht, weshalb immer wieder unerwartete Arbeiten dazu kamen. Nachdem die Autobahnmeisterei also Alarm schlug, beauftragte Straßen NRW die Baufirmen, die sich zunächst einmal um die Fugen, sogenannte Übergangskonstruktionen, kümmert. Auf der Weserflutbrücke gibt es zwölf davon, die sich über jedem Brückenpfeiler befinden. Jede zweite und damit insgesamt sechs sind besonders dehnbar.

"Vor zwei Jahren mussten diese erneuert werden und damals entschied man sich dafür, etwas Neues auszuprobieren alle Übergangskonstruktionen mit Polyflex-Beton zu füllen. Das hat leider nicht funktioniert", sagt Ariaz Tabrizi. Das alte Material wurde nun aus allen Fugen entfernt. Im nächsten Schritt werden nun 20 Zentimeter dicke Eisenanker angebracht, bevor eine neue XW1-Konstruktion mit besonders robustem Wellenprofil eingefügt wird. In jeder der Fugen wurden nun außerdem Bohrlöcher angefertigt, die später durch ein Rohr ergänzt und als Entwässerung genutzt werden - auch das fehlte in der vorherigen Konstruktion, die in den vergangenen Wochen mithilfe von Hochdruckwasserstrahlern aus der Fahrbahn herausgelöst wurden.

Und dies führte auch gleich zum nächsten Problem, das während der Arbeiten entdeckt wurde: Durch Rückstände des im Winter verwendeten Streusalzes ist Wasser mit hohen Chloridwerten in den Beton eingedrungen und hat ihn mürbe und porös gemacht, sodass auch dieser nun stellenweise ersetzt werden muss. Wenn die Übergangskonstruktionen dann fertig sind, wird auch die Deckschicht der Fahrbahn aufgrund von Spurrillen auf den Brücken erneuert. Am Widerlager - dem Übergang zwischen Brückenkonstruktion und Erddamm - muss zudem die Verbindung zwischen der um 1938 gebauten ursprünglichen Weserflutbrücke und dem 1979 hinzugefügten Anbau restauriert werden. "Die vorhandene Platte hat zu viel Spiel, wodurch es immer wieder zu Absackungen kommt", erklärt Ariaz Tabrizi.

Die Arbeiten auf der Weserflutbrücke sollen voraussichtlich Mitte November beendet sein - Einschränkungen für die Autofahrer bleiben jedoch. Der Verkehr soll nämlich immer auf sechs Spuren um die Baustelle herum geführt werden. Derzeit sind es zwei in Fahrtrichtung Hannover und vier in Richtung Dortmund. Diese Verteilung wird sich im November umkehren - ein Prozess, der rund zwei Wochen dauert. Anschließend beginnen die Arbeiten auf der Wesersturmbrücke, die etwa bis Januar dauern werden.

Nach der dann folgenden Winterpause wird die Verkehrsführung wieder knapp 14 Tage lang umgebaut: Je drei Spuren soll es dann mit gelben Fahrbahnmarkierungen pro Brücke geben, denn auf der jeweils zur anderen Brücke hin gelegenen Seite wird eine Entwässerungsrinne gebaut. "Das ist nötig, da es vor allem in Fahrtrichtung Dortmund immer wieder zu Aquaplaning kommt", so Tabrizi, der für diese Maßnahmen etwa drei bis vier Wochen einplant.

Danach aber sollen die Absperrungen verschwinden und der Verkehr ab dem 15. März wieder fließen. Und diese Notinstandsetzung soll dann auch die letzte gewesen sein: "Es ist geplant, dass der neuere Teil der Brücke in zehn bis 15 Jahren abgerissen und neu gebaut wird. Bis dahin halten die Konstruktionen dann hoffentlich", sagt Ariaz Tabrizi.

Für das gesamte Projekt investiert Straßen NRW 2,3 Millionen Euro aus Bundesmitteln. 800.000 davon kosten allein die Umbauarbeiten für die Verkehrsführung.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales