Bar, Lampe und Logo: Hannes Altmann fertigt Kunstwerke aus Jägermeister-Flaschen Arne Hildebrandt Nienburg (harke). Seine mit grünem Licht durchflutete Flaschentheke ist das reinste Kunstobjekt. Aus knapp Hundert 0,7-Liter-Jägermeisterflaschen hat der Nienburger Hannes Altmann (25) eine Bar gebaut, die einmalig ist. Seine „Jägerbar“, wie er sie bezeichnet, ist nicht das einzige Designobjekt aus Kräuterlikörflaschen, wie die Lokalzeitung Die Harke berichtet. Ob Thekenlampe oder Schirmlampen, auch dafür hat er die grünen Jägermeisterflaschen verbaut. Damit nicht genug. Aus 199 grünen 0,02-Liter-Jägermeisterflaschen bildete er das Jägermeisterlogo nach und lässt es mit LED-Lampen leuchten. Hirschkopf aus 199 MiniflaschenDer ein Meter große Hirschkopf hängt neben der Bar im Büro seiner Wohnung an der Wand. Seine Kreativität kennt keine Grenzen. Sein neustes Projekt: Zurzeit baut Hannes Altmann den Jägermeisterschriftzug nach. Wieder aus Jägermeisterflaschen, versteht sich. Die altdeutsche Schrift ist dabei eine weitere Herausforderung. Zu den grünen dickwandigen Glasflaschen hat Hannes Altmann einen besonderen Bezug. „Früher war Jägermeister ein Altherrengesöff. Heute ist es hip“, weiß er. „Auf Abipartys war der Kräuterlikör mehr gefragt als Wodka“, erzählt der ehemalige Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. Der 25-Jährige erinnert sich an eine Abi-Party an der Rolle. „Da gab es jede Menge Jägermeister mit Promo-Artikeln: Sonnenbrillen, Armbänder, Aufkleber, Kühlbehälter.“ Barkeeper hinter Jägermeisterflaschen Seit 2015 arbeitet Hannes Altmann dort, wo die Jägermeisterflaschen hergestellt werden. Der 25-Jährige ist Prozessoptimierer bei Ardagh Glass in Nienburg. Mit einem dualen Studium fing er dort 2015 an. Vor einigen Wochen hat er seinen Master in Qualitätsmanagement gemacht. Vor rund fünf Jahren begann Hannes Altmann Jägermeisterflaschen zu sammeln. Ein Freund, der in Göttingen studiert, half ihm dabei. Die Thekenlampe aus fünf mit LED-Birnen ausgestatteten 0,7-Literflaschen war sein erstes Barobjekt. Als Halterung dient ein Kupferrohr. Die Flaschen befestigte Hannes Altmann mit Muffen. „Die Thekenlampe war fertig, jetzt fehlte noch die Theke“, blickt er zurück. Ein Büro mit Bar, Musikanlage und Dartscheibe an der Wand – und er als Barkeeper: „Das wäre doch was. Da kann man gut feiern.“ Nachdem er seine Freundin Lisa überzeugt hatte, fertigte er eine Skizze der Bar an. 1,55 Meter lang, 40 Zentimeter breit und 1,13 Meter hoch sollte sie sein. „Man will sich ja auch davor hinstellen, quatschen und trinken.“ Die Jägermeisterflaschen gaben die Maße vor. „Die bauchigen, eckigen Flaschen sind wie ein Baustein“, erklärt Hannes Altmann. LED-Birnen bringen Flaschen zum LeuchtenSieben Flaschen nebeneinander, 14 übereinander bilden die Theke. Die Flaschen klebte Hannes Altmann mit Heißkleber auf Winkelprofile, die er an einer Spanplatte angeschraubt hat. Damit die grünen Flaschen kräftig leuchten, verlegte er zuvor LED-Streifen – insgesamt 20 Meter. Glühbirnen dürfen es nicht sein. „Die werden zu heißt, die Flaschen könnten platzen.“ Auf der Barkeeperseite hat Hannes Altmann Borten für Gläser angebracht. Eine Zapfanlage stellte er in einer Ecke der Bar auf. „Der Kräuterlikör wird schließlich bei minus 18 Grad eingeschenkt“, erklärt der Kenner. Rund 120 Kilo wiegt das Designobjekt. Der letzte schwierige Akt war der Transport von seinem Elternhaus in der Stadtmitte, wo er die Bar baute, zu seiner Wohnung in der Alpheide. Für das Jägermeisterlogo musste er 199 genau 17 Millimeter dicke Löcher in die Holzplatte bohren. In diese drückte er die Hälse von 199 Mini-Jägermeisterflaschen. Das Logo hatte er zuvor maßstabsgerecht am Computer aufgezeichnet, damit die Proportionen stimmen. „Es dauerte Wochen, bis die Skizze fertig war“, sagt Hannes Altmann. Eine LED-Lichterkette an der Rückwand lässt die Fläschchen in kräftigem Grün leuchten. Ein Dutzend Schirmlampen hat er außerdem gebaut. Der Clou: Auf der dicken Jägermeisterflasche ist ein orangefarbener Schirm angebracht – ähnlich der Markenfarbe. Der Jägermeisterschriftzug wird zwei Meter lang und 45 Zentimeter hoch. Auch dafür will der Tüftler 0,02-Liter Jägermeisterflaschen verwenden. „Dafür brauche ich wieder Unsummen.“ Noch arbeitet er an der Skizze. „Mal gucken, wie es wird. Es ist viel Arbeit mit viel Leidenschaft“, sagt er. Was ihn an dem Kräuterlikör auch fasziniert: „Jägermeister wird in Wolfenbüttel hergestellt und die Flaschen werden in Nienburg gefertigt. Es ist ein rein regionales Produkt.“ Seine handgefertigten Kunstwerke aus Jägermeisterflaschen zeigt Hannes Altmann auf Instagram. Über 100 Follower hat er schon.

Bar, Lampe und Logo: Hannes Altmann fertigt Kunstwerke aus Jägermeister-Flaschen

Hannes Altmann schenkt Kräuterlikör an seiner Flaschenbar aus. © Arne Hildebrandt

Nienburg (harke). Seine mit grünem Licht durchflutete Flaschentheke ist das reinste Kunstobjekt. Aus knapp Hundert 0,7-Liter-Jägermeisterflaschen hat der Nienburger Hannes Altmann (25) eine Bar gebaut, die einmalig ist. Seine „Jägerbar“, wie er sie bezeichnet, ist nicht das einzige Designobjekt aus Kräuterlikörflaschen, wie die Lokalzeitung Die Harke berichtet. Ob Thekenlampe oder Schirmlampen, auch dafür hat er die grünen Jägermeisterflaschen verbaut. Damit nicht genug. Aus 199 grünen 0,02-Liter-Jägermeisterflaschen bildete er das Jägermeisterlogo nach und lässt es mit LED-Lampen leuchten.

Hirschkopf aus 199 Miniflaschen

Der ein Meter große Hirschkopf hängt neben der Bar im Büro seiner Wohnung an der Wand. Seine Kreativität kennt keine Grenzen. Sein neustes Projekt: Zurzeit baut Hannes Altmann den Jägermeisterschriftzug nach. Wieder aus Jägermeisterflaschen, versteht sich. Die altdeutsche Schrift ist dabei eine weitere Herausforderung.

Zu den grünen dickwandigen Glasflaschen hat Hannes Altmann einen besonderen Bezug. „Früher war Jägermeister ein Altherrengesöff. Heute ist es hip“, weiß er. „Auf Abipartys war der Kräuterlikör mehr gefragt als Wodka“, erzählt der ehemalige Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. Der 25-Jährige erinnert sich an eine Abi-Party an der Rolle. „Da gab es jede Menge Jägermeister mit Promo-Artikeln: Sonnenbrillen, Armbänder, Aufkleber, Kühlbehälter.“

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Patrick Schwemmling

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Barkeeper hinter Jägermeisterflaschen

Seit 2015 arbeitet Hannes Altmann dort, wo die Jägermeisterflaschen hergestellt werden. Der 25-Jährige ist Prozessoptimierer bei Ardagh Glass in Nienburg. Mit einem dualen Studium fing er dort 2015 an. Vor einigen Wochen hat er seinen Master in Qualitätsmanagement gemacht.

So leuchtet das aus 199 kleinen Jägermeistermeisterflaschen gebaute Logo. - © Hannes Altmann
So leuchtet das aus 199 kleinen Jägermeistermeisterflaschen gebaute Logo. - © Hannes Altmann

Vor rund fünf Jahren begann Hannes Altmann Jägermeisterflaschen zu sammeln. Ein Freund, der in Göttingen studiert, half ihm dabei. Die Thekenlampe aus fünf mit LED-Birnen ausgestatteten 0,7-Literflaschen war sein erstes Barobjekt. Als Halterung dient ein Kupferrohr. Die Flaschen befestigte Hannes Altmann mit Muffen. „Die Thekenlampe war fertig, jetzt fehlte noch die Theke“, blickt er zurück. Ein Büro mit Bar, Musikanlage und Dartscheibe an der Wand – und er als Barkeeper: „Das wäre doch was. Da kann man gut feiern.“

Die aus Jägermeisterflaschen gebaute Thekenlampe vor der Installation. - © Hannes Altmann
Die aus Jägermeisterflaschen gebaute Thekenlampe vor der Installation. - © Hannes Altmann

Nachdem er seine Freundin Lisa überzeugt hatte, fertigte er eine Skizze der Bar an. 1,55 Meter lang, 40 Zentimeter breit und 1,13 Meter hoch sollte sie sein. „Man will sich ja auch davor hinstellen, quatschen und trinken.“ Die Jägermeisterflaschen gaben die Maße vor. „Die bauchigen, eckigen Flaschen sind wie ein Baustein“, erklärt Hannes Altmann.

Eine Tischlampe mit Jägermeisterflasche. - © Hannes Altmann
Eine Tischlampe mit Jägermeisterflasche. - © Hannes Altmann

LED-Birnen bringen Flaschen zum Leuchten

Sieben Flaschen nebeneinander, 14 übereinander bilden die Theke. Die Flaschen klebte Hannes Altmann mit Heißkleber auf Winkelprofile, die er an einer Spanplatte angeschraubt hat. Damit die grünen Flaschen kräftig leuchten, verlegte er zuvor LED-Streifen – insgesamt 20 Meter. Glühbirnen dürfen es nicht sein. „Die werden zu heißt, die Flaschen könnten platzen.“

Auf der Barkeeperseite hat Hannes Altmann Borten für Gläser angebracht. Eine Zapfanlage stellte er in einer Ecke der Bar auf. „Der Kräuterlikör wird schließlich bei minus 18 Grad eingeschenkt“, erklärt der Kenner. Rund 120 Kilo wiegt das Designobjekt. Der letzte schwierige Akt war der Transport von seinem Elternhaus in der Stadtmitte, wo er die Bar baute, zu seiner Wohnung in der Alpheide.

Für das Jägermeisterlogo musste er 199 genau 17 Millimeter dicke Löcher in die Holzplatte bohren. In diese drückte er die Hälse von 199 Mini-Jägermeisterflaschen. Das Logo hatte er zuvor maßstabsgerecht am Computer aufgezeichnet, damit die Proportionen stimmen.

„Es dauerte Wochen, bis die Skizze fertig war“, sagt Hannes Altmann. Eine LED-Lichterkette an der Rückwand lässt die Fläschchen in kräftigem Grün leuchten. Ein Dutzend Schirmlampen hat er außerdem gebaut. Der Clou: Auf der dicken Jägermeisterflasche ist ein orangefarbener Schirm angebracht – ähnlich der Markenfarbe.

Der Jägermeisterschriftzug wird zwei Meter lang und 45 Zentimeter hoch. Auch dafür will der Tüftler 0,02-Liter Jägermeisterflaschen verwenden. „Dafür brauche ich wieder Unsummen.“ Noch arbeitet er an der Skizze. „Mal gucken, wie es wird. Es ist viel Arbeit mit viel Leidenschaft“, sagt er. Was ihn an dem Kräuterlikör auch fasziniert: „Jägermeister wird in Wolfenbüttel hergestellt und die Flaschen werden in Nienburg gefertigt. Es ist ein rein regionales Produkt.“

Seine handgefertigten Kunstwerke aus Jägermeisterflaschen zeigt Hannes Altmann auf Instagram. Über 100 Follower hat er schon.

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