Bankräuber muss ins Gefängnis: Geldscheine auf der Flucht verloren Karsten Schulz Espelkamp/Bielefeld. Im ersten Fortsetzungstermin am Montag in Sachen spektakulärer Frotheimer Bankeinbruch brauchte das Bielefelder Landgericht nicht lange, um den Urteilsspruch zu fällen. Da keine Zeugen mehr vernommen werden mussten, hörte sich das Gericht nur noch das Plädoyer des Verteidigers und das des Staatsanwaltes an, um schließlich, nach eingehender Beratung, zu einem Urteilsspruch zu gelangen. So verhängte das Bielefelder Landgericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gegen den 52-jährigen Zamir O. (Name geändert) aus Düsseldorf. Er wurde der Beihilfe zu einem Diebstahl mit Tatbestand der Sachbeschädigung überführt. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das gab Landgerichts-Pressesprecher Guiskard Eisenberg am Montag bekannt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch Selten war der Ausspruch „Das Geld liegt auf der Straße" wahrer, so begann der Polizeibericht über den Vorfall, der sich Ende Januar an einem frühen Sonntagmorgen in Frotheim ereignete. Bei einem Einbruch in die Filiale der dortigen Volksbank hatten die Täter zahlreiche Geldscheine unmittelbar vor der Bank fallen lassen, ehe sich zumindest einer der Einbrecher mit der Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes und der alarmierten Polizei eine Verfolgungsjagd lieferte. Der Fahrer des Fluchtwagens wurde erwischt. Er musste sich jetzt vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Weitere an dem Einbruch beteiligte Täter befinden sich offenbar noch auf freiem Fuß – und werden sich vermutlich über das verlorene Geld weiter ärgern. Aufgefallen war der Einbruch in dem Geldinstitut an der Lohhorststraße um 4 Uhr morgens, als die Mitarbeiterin eines Wachdienstes bei ihrer routinemäßigen Überprüfung der Bank auf ein offenes Fenster stieß. Als die Frau nach dem Rechten schauen wollte, bemerkte sie, wie eine dunkel gekleidete Person losrannte, in einen in der Nähe abgestellten Mercedes sprang und in Richtung Diepenauer Straße davonfuhr. Mitarbeiterin von Sicherheitsdienst nahm Verfolgung auf Geistesgegenwärtig nahm die Frau mit ihrem Wagen die Verfolgung auf und alarmierte die Polizei, die sich ihrerseits an die Fersen des Flüchtenden heftete – und das mit Erfolg. Bereits um 4.15 Uhr gelang es einer Streifenwagenbesatzung, den Wagen knapp sechs Kilometer entfernt in Gehlenbeck zu stoppen und den 51-jährigen Fahrer festzunehmen. Am 19. Juni musste er sich zum ersten Mal vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Dort schilderte die Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes einen Arbeitseinsatz, den sie so bald nicht vergessen wird. Die Staatsanwaltschaft geht von folgendem Geschehen aus: In der Nacht auf den 26. Januar begab sich Zamir O. mit mindestens zwei weiteren Männern in einem Mercedes zu einer an der Lohhorststraße gelegenen Bankfiliale. Die Täter kletterten mit Hilfe einer Leiter auf das Dach des Gebäudes, wo sie Ziegel zur Seite legten, Folien und Deckenplatten beseitigten und so in den Technikraum der Bank gelangten. Mit einem Spreizgerät öffneten sie den Tresor sowie einen Geldautomaten und entnahmen das Geld. Sachschaden von mehr als 70.000 Euro Darüber hinaus verursachten sie einen Sachschaden von rund 74.000 Euro. Durch das Fenster des Küchenraums entkamen sie schließlich aus dem Gebäude. Doch hatten es die Täter beim Verlassen des Hauses offenbar sehr eilig: Zwar erbeuteten sie rund 290.000 Euro Bargeld, ließen jedoch etwa 15.000 Euro sowie Werkzeuge am Tatort zurück – vermutlich, weil sie gestört wurden. In der Verhandlung vor der II. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld erklärte Verteidiger Klaus Kirchner für seinen Mandanten, dass dieser in jener Nacht weder jemanden zu der Bank gefahren habe noch sich in oder auf dieser aufgehalten habe. Zamir O. habe mit der Sache nichts zu tun. Weder sei bei der Festnahme noch bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung Geld gefunden worden, das aus dem Diebstahl stammen könne. Auch seien in der Bank keinerlei DNA-Spuren von O. gefunden worden. Freispruch, so lautete das Urteil des Anwaltes am Schluss seines Plädoyers. Das sah das Gericht anders.

Bankräuber muss ins Gefängnis: Geldscheine auf der Flucht verloren

Bei ihrer Flucht verloren die Täter zahlreiche Geldscheine. © Polizei Minden-Lübbecke

Espelkamp/Bielefeld. Im ersten Fortsetzungstermin am Montag in Sachen spektakulärer Frotheimer Bankeinbruch brauchte das Bielefelder Landgericht nicht lange, um den Urteilsspruch zu fällen. Da keine Zeugen mehr vernommen werden mussten, hörte sich das Gericht nur noch das Plädoyer des Verteidigers und das des Staatsanwaltes an, um schließlich, nach eingehender Beratung, zu einem Urteilsspruch zu gelangen.

So verhängte das Bielefelder Landgericht eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gegen den 52-jährigen Zamir O. (Name geändert) aus Düsseldorf. Er wurde der Beihilfe zu einem Diebstahl mit Tatbestand der Sachbeschädigung überführt. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das gab Landgerichts-Pressesprecher Guiskard Eisenberg am Montag bekannt.

Die Verteidigung plädierte auf Freispruch

Selten war der Ausspruch „Das Geld liegt auf der Straße" wahrer, so begann der Polizeibericht über den Vorfall, der sich Ende Januar an einem frühen Sonntagmorgen in Frotheim ereignete. Bei einem Einbruch in die Filiale der dortigen Volksbank hatten die Täter zahlreiche Geldscheine unmittelbar vor der Bank fallen lassen, ehe sich zumindest einer der Einbrecher mit der Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes und der alarmierten Polizei eine Verfolgungsjagd lieferte.

Der Fahrer des Fluchtwagens wurde erwischt. Er musste sich jetzt vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Weitere an dem Einbruch beteiligte Täter befinden sich offenbar noch auf freiem Fuß – und werden sich vermutlich über das verlorene Geld weiter ärgern. Aufgefallen war der Einbruch in dem Geldinstitut an der Lohhorststraße um 4 Uhr morgens, als die Mitarbeiterin eines Wachdienstes bei ihrer routinemäßigen Überprüfung der Bank auf ein offenes Fenster stieß. Als die Frau nach dem Rechten schauen wollte, bemerkte sie, wie eine dunkel gekleidete Person losrannte, in einen in der Nähe abgestellten Mercedes sprang und in Richtung Diepenauer Straße davonfuhr.

Mitarbeiterin von Sicherheitsdienst nahm Verfolgung auf

Geistesgegenwärtig nahm die Frau mit ihrem Wagen die Verfolgung auf und alarmierte die Polizei, die sich ihrerseits an die Fersen des Flüchtenden heftete – und das mit Erfolg. Bereits um 4.15 Uhr gelang es einer Streifenwagenbesatzung, den Wagen knapp sechs Kilometer entfernt in Gehlenbeck zu stoppen und den 51-jährigen Fahrer festzunehmen. Am 19. Juni musste er sich zum ersten Mal vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Dort schilderte die Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes einen Arbeitseinsatz, den sie so bald nicht vergessen wird.

Die Staatsanwaltschaft geht von folgendem Geschehen aus: In der Nacht auf den 26. Januar begab sich Zamir O. mit mindestens zwei weiteren Männern in einem Mercedes zu einer an der Lohhorststraße gelegenen Bankfiliale. Die Täter kletterten mit Hilfe einer Leiter auf das Dach des Gebäudes, wo sie Ziegel zur Seite legten, Folien und Deckenplatten beseitigten und so in den Technikraum der Bank gelangten. Mit einem Spreizgerät öffneten sie den Tresor sowie einen Geldautomaten und entnahmen das Geld.

Sachschaden von mehr als 70.000 Euro

Darüber hinaus verursachten sie einen Sachschaden von rund 74.000 Euro. Durch das Fenster des Küchenraums entkamen sie schließlich aus dem Gebäude. Doch hatten es die Täter beim Verlassen des Hauses offenbar sehr eilig: Zwar erbeuteten sie rund 290.000 Euro Bargeld, ließen jedoch etwa 15.000 Euro sowie Werkzeuge am Tatort zurück – vermutlich, weil sie gestört wurden.

In der Verhandlung vor der II. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld erklärte Verteidiger Klaus Kirchner für seinen Mandanten, dass dieser in jener Nacht weder jemanden zu der Bank gefahren habe noch sich in oder auf dieser aufgehalten habe. Zamir O. habe mit der Sache nichts zu tun. Weder sei bei der Festnahme noch bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung Geld gefunden worden, das aus dem Diebstahl stammen könne. Auch seien in der Bank keinerlei DNA-Spuren von O. gefunden worden. Freispruch, so lautete das Urteil des Anwaltes am Schluss seines Plädoyers. Das sah das Gericht anders.

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