Bahn schließt Reisezentrum in Bückeburg Karsten Klaus Bückeburg. Gerüchte zum „Aus“ für das Reisezentrum der Deutsche Bahn AG gab es schon länger, diese wurden nun von einer Bahn-Sprecherin bestätigt: Die Bahn wird das Reisezentrum im Bückeburger Bahnhof im nächsten Jahr schließen. Derzeit stellen dort an sechs Tagen in der Woche zwei Mitarbeiter Fahrkartenverkauf und Beratung sicher – sie sollen nach Auskunft der Pressestelle ein neues Jobangebot innerhalb der DB erhalten. Hintergrund der Schließung ist die Neuvergabe des S-Bahn-Betriebs in der Region um Hannover. Betroffen ist auch die S 1 von Hannover nach Minden und zurück, die stündlich in Bückeburg hält. Die Ausschreibung für den Betrieb hat die Transdev Hannover GmbH gewonnen, ein Schwesterunternehmen der Nord-West-Bahn. DB Regio kam nicht erneut zum Zuge. Die Umstellung erfolgt im Juni kommenden Jahres. Bereits im Jahr 2015 hatte die Westfalenbahn als Betreiber die Regional-Express-Linien von Braunschweig über Hannover nach Rheine (RE 60) und Bielefeld (RE 70) übernommen. Somit wird ab Sommer nächsten Jahres fahrplanmäßig kein Zug der DB mehr in Bückeburg halten. Und damit entfalle auch die Grundlage zum Betrieb des Reisezentrums, so die Deutsche Bahn. Zum „Vertriebsverpflichtenden an dem Standort Bückeburg“ werde Transdev. Für alle anderen Anbieter gebe es im Umkreis von 500 Metern ein Verkaufsverbot für Fahrkarten des Landestarifs Niedersachsen und des Verbundtarifs Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Das Geschäft mit Fahrkarten des Fernverkehrs allein lohnt sich für die Bahn AG in Bückeburg nicht. Fahrkarten könnten auch weiterhin online oder über die App DB Navigator, verbleibende Automaten vor Ort oder Agenturen erworben werden, so die Pressestelle. In der Vergangenheit waren immer wieder Bahnreisende an den Automaten „gescheitert“. Gerade ältere Menschen wussten daher das Serviceangebot des Reisezentrums besonders zu schätzen. Sie werden bedauern, dass es am Bahnhof bald keine persönliche Beratung und keinen persönlichen Fahrkartenverkauf mehr gibt. Das sieht auch Annika Fauth so. Die Fachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung: „Wir waren richtig froh, dass es bisher dieses Serviceangebot noch gab.“ Die Schließung des Reisezentrums werde wohl zu einer weiteren Verödung des Bahnhofs führen. Das wiederum mache wohl eine Wiederbelebung des Kiosks und der Gastronomie noch schwieriger als bisher schon. Der Ausschuss für Kultur und Tourismus hatte sich bereits mehrfach mit dem schlechten Service am Bahnhof beschäftigt. Kritisiert wurde insbesondere, dass Kiosk und Gaststätte und damit auch die Toiletten weiterhin geschlossen seien und sich die Bahn scheinbar auch nicht besonders aktiv um eine Wiedervermietung bemühe. Man habe in dieser Sache fast aufgegeben, meint Fauth. Alle Vorstöße bei der Bahn AG seien bisher ins Leere gelaufen. Erschwert würden die Kontakte auch dadurch, dass es bei der Bahn völlig unterschiedliche Zuständigkeiten gebe, zum Beispiel für Sauberkeit am Bahnhof, Immobilienmanagement oder Vertrieb. Vor einigen Monaten hatte der zukünftige Bürgermeister Axel Wohlgemuth – damals noch als Kandidat – Aufsehen mit seiner Idee erregt, im Bahnhof ein Kulturzentrum einzurichten. Mit diesem Vorschlag war Wohlgemuth auch an die Bahn herangetreten. Wie er auf Nachfrage mitteilte, habe die Bahn auch geantwortet: Man sei derzeit nicht bereit, den Bahnhof zu verkaufen. Außerdem sei auf hohe Brandschutzauflagen verwiesen worden. Wohlgemuth betonte aber, dass das Thema Bahnhof auf der Agenda bleibe, wenn er sein Amt als Bürgermeister angetreten habe.

Bahn schließt Reisezentrum in Bückeburg

Der Bahnhof Bückeburg verliert 2022 mit der Schließung des Reisezentrums weiter an Bedeutung. Fotos: Klaus

Bückeburg. Gerüchte zum „Aus“ für das Reisezentrum der Deutsche Bahn AG gab es schon länger, diese wurden nun von einer Bahn-Sprecherin bestätigt: Die Bahn wird das Reisezentrum im Bückeburger Bahnhof im nächsten Jahr schließen. Derzeit stellen dort an sechs Tagen in der Woche zwei Mitarbeiter Fahrkartenverkauf und Beratung sicher – sie sollen nach Auskunft der Pressestelle ein neues Jobangebot innerhalb der DB erhalten.

Hintergrund der Schließung ist die Neuvergabe des S-Bahn-Betriebs in der Region um Hannover. Betroffen ist auch die S 1 von Hannover nach Minden und zurück, die stündlich in Bückeburg hält. Die Ausschreibung für den Betrieb hat die Transdev Hannover GmbH gewonnen, ein Schwesterunternehmen der Nord-West-Bahn. DB Regio kam nicht erneut zum Zuge. Die Umstellung erfolgt im Juni kommenden Jahres. Bereits im Jahr 2015 hatte die Westfalenbahn als Betreiber die Regional-Express-Linien von Braunschweig über Hannover nach Rheine (RE 60) und Bielefeld (RE 70) übernommen.

Somit wird ab Sommer nächsten Jahres fahrplanmäßig kein Zug der DB mehr in Bückeburg halten. Und damit entfalle auch die Grundlage zum Betrieb des Reisezentrums, so die Deutsche Bahn. Zum „Vertriebsverpflichtenden an dem Standort Bückeburg“ werde Transdev. Für alle anderen Anbieter gebe es im Umkreis von 500 Metern ein Verkaufsverbot für Fahrkarten des Landestarifs Niedersachsen und des Verbundtarifs Großraum-Verkehr Hannover (GVH).

Das Geschäft mit Fahrkarten des Fernverkehrs allein lohnt sich für die Bahn AG in Bückeburg nicht. Fahrkarten könnten auch weiterhin online oder über die App DB Navigator, verbleibende Automaten vor Ort oder Agenturen erworben werden, so die Pressestelle. In der Vergangenheit waren immer wieder Bahnreisende an den Automaten „gescheitert“. Gerade ältere Menschen wussten daher das Serviceangebot des Reisezentrums besonders zu schätzen. Sie werden bedauern, dass es am Bahnhof bald keine persönliche Beratung und keinen persönlichen Fahrkartenverkauf mehr gibt.

Das sieht auch Annika Fauth so. Die Fachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung: „Wir waren richtig froh, dass es bisher dieses Serviceangebot noch gab.“ Die Schließung des Reisezentrums werde wohl zu einer weiteren Verödung des Bahnhofs führen. Das wiederum mache wohl eine Wiederbelebung des Kiosks und der Gastronomie noch schwieriger als bisher schon.

Der Ausschuss für Kultur und Tourismus hatte sich bereits mehrfach mit dem schlechten Service am Bahnhof beschäftigt. Kritisiert wurde insbesondere, dass Kiosk und Gaststätte und damit auch die Toiletten weiterhin geschlossen seien und sich die Bahn scheinbar auch nicht besonders aktiv um eine Wiedervermietung bemühe. Man habe in dieser Sache fast aufgegeben, meint Fauth. Alle Vorstöße bei der Bahn AG seien bisher ins Leere gelaufen. Erschwert würden die Kontakte auch dadurch, dass es bei der Bahn völlig unterschiedliche Zuständigkeiten gebe, zum Beispiel für Sauberkeit am Bahnhof, Immobilienmanagement oder Vertrieb.

Vor einigen Monaten hatte der zukünftige Bürgermeister Axel Wohlgemuth – damals noch als Kandidat – Aufsehen mit seiner Idee erregt, im Bahnhof ein Kulturzentrum einzurichten. Mit diesem Vorschlag war Wohlgemuth auch an die Bahn herangetreten. Wie er auf Nachfrage mitteilte, habe die Bahn auch geantwortet: Man sei derzeit nicht bereit, den Bahnhof zu verkaufen. Außerdem sei auf hohe Brandschutzauflagen verwiesen worden. Wohlgemuth betonte aber, dass das Thema Bahnhof auf der Agenda bleibe, wenn er sein Amt als Bürgermeister angetreten habe.

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