Bäcker aus OWL nimmt keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr an Martin Hostert Detmold. Er ist es leid: Mickel Biere nimmt keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke mehr an, Hinweisschilder an den Tresen seiner Backstuben weisen die Kunden darauf hin. Die Preise für seine Brötchen hat der Heiligenkirchener Bäcker ab- und aufgerundet. Problem: Gebühren bei den Banken Der Kreishandwerksmeister will mit der Aktion ein Zeichen setzen: „Die Zeit ist reif", sagt er. Aus mehreren Gründen: Die Kunden wollten das Geld ja selbst auch nicht im Portemonnaie haben und glaubten, der Bäcker nähme es gern. „Wir hatten ja auch immer krumme Preise." Aber manche seien mit einem ganzen Haufen Münzen gekommen. „Das dauert ellenlang an der Kasse. Aber wenn wir mal jemandem Kupfergeld, zehn Centstücke statt einem Zehner, zurückgeben, wollen die Kunden es nicht." Biere sieht das so: „Wenn der Gesetzgeber vorschreibt, dass ich 50 Münzen annehmen muss, dann muss der Kunde das auch." Zweiter Grund: „Wir werden das Hartgeld ja kaum noch los. Die Gebühr, die wir zahlen müssen, um gerollte Münzen bei der Bank einzutauschen, ist ja manchmal höher als der Wert des Hartgeldes. Denn selbst die Papierrollen muss ich ja mit einem Euro bezahlen." Die Sparkasse Paderborn-Detmold nimmt seit 2015 jeweils 30 Cent Gebühr pro Rolle, berichtet die Pressestelle. Geschäftskunden könnten mit ihrem Berater Extrakonditionen ausmachen. Ähnlich heißt es von der Verbund-Volksbank: Die Gebühr werde in Abhängigkeit vom Aufwand im Einzelfall berechnet. "Wir ziehen es weiter durch" Für Biere kommt allerdings noch etwa dazu: Die Sparkassenfiliale vor Ort gibt es nicht mehr, er muss das Hartgeld durch halb Detmold fahren, um es eintauschen zu können. „Wir Geschäftsleute sind ja gar nicht mehr in der Lage, unser Hartgeld loszuwerden." Er appelliert an seine Kunden, mit Karten zu bezahlen: „Das ist uns am allerliebsten. Egal mit welchem Kartensystem. Es geht alles." Mickel Biere sieht sich als Vorreiter. „Es werden sicherlich einige folgen." Er verweist auf Holland oder Belgien, wo es ähnliche Regeln lange gebe. „Die Politik redet seit Jahren davon und traut sich nicht ran, die kleinen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Wir probieren es aus." Dass mal jemand Ware über den Tresen schon angenommen habe, aber nicht bezahlen könne, glaube er nicht. „Die Kunden haben das Geld ja, sie wollen die kleinen Münzen bloß nicht haben." Und wie ist die erste Resonanz? „Viele akzeptieren die Münz-Verweigerung, andere regen sich fürchterlich auf. Aber wir ziehen das in jedem Fall weiter durch." Erlaubt ist's jedenfalls Darf ein Betrieb Kupfermünzen verweigern? Ja, hat der Bundesverband deutscher Banken gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung in einem ähnlichen Fall erklärt. Darauf weist Kai Buhrke, Geschäftsführer des Handelsverband OWL, hin. Ein-Euro-Noten und Münzen seien zwar das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland, heißt es dort. „Aber Händler haben die Möglichkeit, die Barzahlung einzuschränken oder auszuschließen. Die Kunden müssen zuvor deutlich und rechtzeitig darauf hingewiesen werden." (function(d, s, id) { var js,ijs=d.getElementsByTagName(s)[0]; if(d.getElementById(id))return; js=d.createElement(s);js.id=id; js.src="//embed.scribblelive.com/widgets/embed.js"; ijs.parentNode.insertBefore(js, ijs); }(document, 'script', 'scrbbl-js'));

Bäcker aus OWL nimmt keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr an

Mickel Biere verspricht: Die Kunden können Brot und Brötchen mit jeder nur denkbaren Art von Karte bezahlen. © Martin Hostert

Detmold. Er ist es leid: Mickel Biere nimmt keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke mehr an, Hinweisschilder an den Tresen seiner Backstuben weisen die Kunden darauf hin. Die Preise für seine Brötchen hat der Heiligenkirchener Bäcker ab- und aufgerundet.

Problem: Gebühren bei den Banken

Der Kreishandwerksmeister will mit der Aktion ein Zeichen setzen: „Die Zeit ist reif", sagt er. Aus mehreren Gründen: Die Kunden wollten das Geld ja selbst auch nicht im Portemonnaie haben und glaubten, der Bäcker nähme es gern. „Wir hatten ja auch immer krumme Preise." Aber manche seien mit einem ganzen Haufen Münzen gekommen. „Das dauert ellenlang an der Kasse. Aber wenn wir mal jemandem Kupfergeld, zehn Centstücke statt einem Zehner, zurückgeben, wollen die Kunden es nicht." Biere sieht das so: „Wenn der Gesetzgeber vorschreibt, dass ich 50 Münzen annehmen muss, dann muss der Kunde das auch."

Zweiter Grund: „Wir werden das Hartgeld ja kaum noch los. Die Gebühr, die wir zahlen müssen, um gerollte Münzen bei der Bank einzutauschen, ist ja manchmal höher als der Wert des Hartgeldes. Denn selbst die Papierrollen muss ich ja mit einem Euro bezahlen." Die Sparkasse Paderborn-Detmold nimmt seit 2015 jeweils 30 Cent Gebühr pro Rolle, berichtet die Pressestelle. Geschäftskunden könnten mit ihrem Berater Extrakonditionen ausmachen. Ähnlich heißt es von der Verbund-Volksbank: Die Gebühr werde in Abhängigkeit vom Aufwand im Einzelfall berechnet.

"Wir ziehen es weiter durch"

Für Biere kommt allerdings noch etwa dazu: Die Sparkassenfiliale vor Ort gibt es nicht mehr, er muss das Hartgeld durch halb Detmold fahren, um es eintauschen zu können. „Wir Geschäftsleute sind ja gar nicht mehr in der Lage, unser Hartgeld loszuwerden." Er appelliert an seine Kunden, mit Karten zu bezahlen: „Das ist uns am allerliebsten. Egal mit welchem Kartensystem. Es geht alles."

Mickel Biere sieht sich als Vorreiter. „Es werden sicherlich einige folgen." Er verweist auf Holland oder Belgien, wo es ähnliche Regeln lange gebe. „Die Politik redet seit Jahren davon und traut sich nicht ran, die kleinen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Wir probieren es aus." Dass mal jemand Ware über den Tresen schon angenommen habe, aber nicht bezahlen könne, glaube er nicht. „Die Kunden haben das Geld ja, sie wollen die kleinen Münzen bloß nicht haben." Und wie ist die erste Resonanz? „Viele akzeptieren die Münz-Verweigerung, andere regen sich fürchterlich auf. Aber wir ziehen das in jedem Fall weiter durch."

Erlaubt ist's jedenfalls

Darf ein Betrieb Kupfermünzen verweigern? Ja, hat der Bundesverband deutscher Banken gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung in einem ähnlichen Fall erklärt. Darauf weist Kai Buhrke, Geschäftsführer des Handelsverband OWL, hin. Ein-Euro-Noten und Münzen seien zwar das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland, heißt es dort. „Aber Händler haben die Möglichkeit, die Barzahlung einzuschränken oder auszuschließen. Die Kunden müssen zuvor deutlich und rechtzeitig darauf hingewiesen werden."

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