Bad Oeynhausen: Weitere Mieter verlassen City-Center Heidi Froreich Bad Oeynhausen (nw). Nach dem Teehaus und Hörgeräte Allen verlässt mit dem Immobilienbüro Stemmer ein weiterer Mieter das City-Center. Auch Michael Bretall wird seine Schmuckgeschäfte bald in neuen Räumen tätigen. Ganz andere Pläne hat Herbert Krumme. Auch er hat für seine Backmanufaktur zum Jahresende eine Kündigung erhalten. Das City-Center wurde verkauft, der neue Eigentümer, die IG Real Estate Asset Kappa GmbH, will das Gebäude abreißen und einen Neubau errichten (wir berichteten). In der Koblenzer Straße 10 wird Dirk Stemmer ab 1. September seine Kunden bei Haus- und Grundstücksangelegenheiten beraten. Mit über 100 Quadratmetern steht ihm dort doppelt so viel Platz zur Verfügung. Den habe er, so Stemmer zwar nicht dringend benötigt, dafür weise der neue Standort aber einen großen Vorteil auf. Er liege zwar auf Löhner Stadtgebiet, ist aber nur wenige Hundert Meter entfernt und sei verkehrtstechnisch gut zu erreichen. Michael Bretall verlässt das City-Center einen Monat später als Stemmer – und wird auch danach weiter Gold, Schmuck und Uhren an- und verkaufen. „Ich bleibe in Bad Oeynhausen“, sagt er, will seine neue Geschäftsadresse aber noch nicht verraten. Ali Shandiz ist dagegen weiter auf der Suche. „Die meisten Räumlichkeiten sind zu teuer“, bilanziert der Inhaber der Textilstickerei seine bislang erfolglosen Bemühungen. Gern wäre er Hörgeräte-Akustikerin Melanie Allen ins gegenüberliegende Lenné Karree gefolgt, doch das habe sich auch aus finanziellen Gründen als unrealistisch erwiesen. Derzeit habe er zwei konkrete Standorte noch zur Auswahl. Beide haben allerdings aus seiner Sicht einen Nachteil: Sie befinden sich am Stadtrand. Auch Selma Atila würde gern mit ihrem Bekleidungsgeschäft Viktoria Moden ins Lenné Karree umziehen, hat aber mittlerweile ebenfalls von diesem Plan Abstand genommen: „Die Miete ist für mich zu hoch“. Eine Alternative hat sie derzeit noch nicht gefunden, hofft stattdessen auf eine Fristverlängerung: „Vielleicht wird der Mietvertrag ja doch noch um ein Jahr verlängert“. Ähnlich sieht das Wolfgang Schulze. Er führt seit 1980 ein Geschäft für Lotto, Tabakwaren und Zeitschriften. Das will er auch in Zukunft tun und eben weiter am alten Standort. „Ich suche nichts Neues“, sagt er und weist ebenfalls darauf hin, dass er ja noch Hoffnung auf Aufschub hege. Ob es Grund für diese Hoffnung gibt, lässt sich derzeit nicht erkennen, der neue Eigentümer ließ bislang entsprechende Anfragen unbeantwortet. Die Kreisverwaltung geht auf Nummer sicher: „Wir werden in Kürze neue Räume für die Pflegeberatung mieten“, teilt Pressesprecherin Mirjana Lenz mit. Wo sich die befinden, will sie vor Unterzeichnung des Vertrages nicht mitteilen, fest steht allerdings: „Wir bleiben in Bad Oeynhausen“. Herbert Krumme hat hingegen nicht nur mit dem City-Center, sondern auch mit dem Standort Bad Oeynhausen abgeschlossen. Im Dezember 2018 hat der Bäckermeister im City-Center die „City-Backmanufaktur“ eröffnet – und damit gleich in zweifacher Hinsicht Neuland betreten. Im Shop wird ganz auf Selbstbedienung gesetzt – und es ist die erste Filiale, die Krumme in Bad Oeynhausen eröffnet. Am 31. September wird die nun wieder geschlossen. „Ich konzentriere mich jetzt ganz auf Löhne und den Kreis Herford“, kündigt der Inhaber der seit über 100 Jahren in Löhne ansassigen „Naturbäckerei“ an. Eine Ausnahme gilt nur für seinen neuen Lieferservice – der macht natürlich an der Ortsgrenze nicht Halt. Während Krumme vorzeitig das City-Center verlässt, will Mariola Standke so lange wie möglich bleiben. „Ich habe Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt, mein Mietvertrag läuft bis 2022“, sagt die Inhaberin der Salz-Grotte. Im September 2007 hatte sie den Betrieb, in dem man sich in stark salzhaltiger Luft entspannen kann, eröffnet. Mehr als 50.000 Euro habe sie damals in die Einrichtung investiert – eine solch große Summe wolle und könne sie nicht noch einmal aufbringen. Die Schließung der Salz-Grotte falle ihr zwar schwer, werde sie aber nicht zum Nichtstun zwingen: „Ich habe mir rechtzeitig ein zweites berufliches Standbein geschaffen“. Die 51-jährige ist Diplom-Pädagogin und hat mittlerweile eine Vollzeit-Stelle. Standke: „Trotz Kündigung werde ich keine neue Salz-Grotte eröffnen“.

Bad Oeynhausen: Weitere Mieter verlassen City-Center

Das Bad Oeynhausener City-Center weist immer mehr leerstehende Gebäude auf. © Foto: Heidi Froreich

Bad Oeynhausen (nw). Nach dem Teehaus und Hörgeräte Allen verlässt mit dem Immobilienbüro Stemmer ein weiterer Mieter das City-Center. Auch Michael Bretall wird seine Schmuckgeschäfte bald in neuen Räumen tätigen. Ganz andere Pläne hat Herbert Krumme. Auch er hat für seine Backmanufaktur zum Jahresende eine Kündigung erhalten. Das City-Center wurde verkauft, der neue Eigentümer, die IG Real Estate Asset Kappa GmbH, will das Gebäude abreißen und einen Neubau errichten (wir berichteten).

In der Koblenzer Straße 10 wird Dirk Stemmer ab 1. September seine Kunden bei Haus- und Grundstücksangelegenheiten beraten. Mit über 100 Quadratmetern steht ihm dort doppelt so viel Platz zur Verfügung. Den habe er, so Stemmer zwar nicht dringend benötigt, dafür weise der neue Standort aber einen großen Vorteil auf. Er liege zwar auf Löhner Stadtgebiet, ist aber nur wenige Hundert Meter entfernt und sei verkehrtstechnisch gut zu erreichen.

Michael Bretall verlässt das City-Center einen Monat später als Stemmer – und wird auch danach weiter Gold, Schmuck und Uhren an- und verkaufen. „Ich bleibe in Bad Oeynhausen“, sagt er, will seine neue Geschäftsadresse aber noch nicht verraten.

Ali Shandiz ist dagegen weiter auf der Suche. „Die meisten Räumlichkeiten sind zu teuer“, bilanziert der Inhaber der Textilstickerei seine bislang erfolglosen Bemühungen.

Gern wäre er Hörgeräte-Akustikerin Melanie Allen ins gegenüberliegende Lenné Karree gefolgt, doch das habe sich auch aus finanziellen Gründen als unrealistisch erwiesen. Derzeit habe er zwei konkrete Standorte noch zur Auswahl. Beide haben allerdings aus seiner Sicht einen Nachteil: Sie befinden sich am Stadtrand.

Auch Selma Atila würde gern mit ihrem Bekleidungsgeschäft Viktoria Moden ins Lenné Karree umziehen, hat aber mittlerweile ebenfalls von diesem Plan Abstand genommen: „Die Miete ist für mich zu hoch“. Eine Alternative hat sie derzeit noch nicht gefunden, hofft stattdessen auf eine Fristverlängerung: „Vielleicht wird der Mietvertrag ja doch noch um ein Jahr verlängert“.

Ähnlich sieht das Wolfgang Schulze. Er führt seit 1980 ein Geschäft für Lotto, Tabakwaren und Zeitschriften. Das will er auch in Zukunft tun und eben weiter am alten Standort. „Ich suche nichts Neues“, sagt er und weist ebenfalls darauf hin, dass er ja noch Hoffnung auf Aufschub hege. Ob es Grund für diese Hoffnung gibt, lässt sich derzeit nicht erkennen, der neue Eigentümer ließ bislang entsprechende Anfragen unbeantwortet. Die Kreisverwaltung geht auf Nummer sicher: „Wir werden in Kürze neue Räume für die Pflegeberatung mieten“, teilt Pressesprecherin Mirjana Lenz mit. Wo sich die befinden, will sie vor Unterzeichnung des Vertrages nicht mitteilen, fest steht allerdings: „Wir bleiben in Bad Oeynhausen“.

Herbert Krumme hat hingegen nicht nur mit dem City-Center, sondern auch mit dem Standort Bad Oeynhausen abgeschlossen. Im Dezember 2018 hat der Bäckermeister im City-Center die „City-Backmanufaktur“ eröffnet – und damit gleich in zweifacher Hinsicht Neuland betreten. Im Shop wird ganz auf Selbstbedienung gesetzt – und es ist die erste Filiale, die Krumme in Bad Oeynhausen eröffnet. Am 31. September wird die nun wieder geschlossen. „Ich konzentriere mich jetzt ganz auf Löhne und den Kreis Herford“, kündigt der Inhaber der seit über 100 Jahren in Löhne ansassigen „Naturbäckerei“ an. Eine Ausnahme gilt nur für seinen neuen Lieferservice – der macht natürlich an der Ortsgrenze nicht Halt.

Während Krumme vorzeitig das City-Center verlässt, will Mariola Standke so lange wie möglich bleiben. „Ich habe Widerspruch gegen die Kündigung eingelegt, mein Mietvertrag läuft bis 2022“, sagt die Inhaberin der Salz-Grotte. Im September 2007 hatte sie den Betrieb, in dem man sich in stark salzhaltiger Luft entspannen kann, eröffnet. Mehr als 50.000 Euro habe sie damals in die Einrichtung investiert – eine solch große Summe wolle und könne sie nicht noch einmal aufbringen.

Die Schließung der Salz-Grotte falle ihr zwar schwer, werde sie aber nicht zum Nichtstun zwingen: „Ich habe mir rechtzeitig ein zweites berufliches Standbein geschaffen“. Die 51-jährige ist Diplom-Pädagogin und hat mittlerweile eine Vollzeit-Stelle. Standke: „Trotz Kündigung werde ich keine neue Salz-Grotte eröffnen“.

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