B 239 - Die Bundesstraße des Schreckens Elena Ahler un,rank Hartmann Lübbecke (nw). Am frühen Donnerstagmorgen sind auf der B 239 in Höhe der Barre-Brauerei zwei Lastwagen frontal zusammengestoßen. Einer der beiden Fahrer erlitt dabei leichte Verletzungen und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der andere blieb unverletzt. Neben der Polizei waren auch Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie eine Rettungswagenbesatzung zum Unfallort ausgerückt. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war der 23-jährige Fahrer eines Sattelzugs aus Bremen gegen 5.30 Uhr auf der Bundesstraße 239 bergauf unterwegs, als das Fahrzeug nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort kam es zur Kollision mit dem Sattelzug eines 39-Jährigen aus Bünde. Die beiden Führerhäuser verkeilten sich bei dem Aufprall ineinander, aber nur der 23-Jährige erlitt leichte Blessuren. Warum der Bremer Sattelzug auf die andere Fahrspur kam, ist noch nicht geklärt. Ob der 23-Jährige während der Fahrt möglicherweise abgelenkt gewesen sei, sei Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am späten Vormittag mit. Und weiter: „Die Beamten stellten die Zugmaschine sowie das Handy des Fahrers sicher." Die durch den Unfall notwendig gewordene Straßensperrung auf dem Abschnitt zwischen Horsts Höhe und der Kreuzung B 65/B 239 verursachte der Polizei zufolge „erhebliche Probleme im Berufsverkehr". Ursache für die Sperrung war unter anderem, dass bei dem Unfall erhebliche Mengen an Betriebsstoffen wie beispielsweise Öl aus den beiden Fahrzeugen ausgetreten waren und sich breitflächig auf der abschüssigen Straße ausgebreitet hatten. Darüber hinaus waren andere Fahrzeuge durch die schmierige Flüssigkeit gefahren. Daher wurde eine Spezialfirma zur Reinigung der Straße angefordert. Da auch der Abtransport der beiden Lastwagen Zeit in Anspruch nahm, dauerte die Straßensperrung bis in die Mittagsstunden an. Um kurz nach 12 Uhr meldete die Reinigungsfirma, dass sie ihre Arbeit beendet hatte. Was sich gestern morgen auf der B 239 abgespielt hat, ist kein Einzelfall, sondern wiederholt sich im Abstand von einigen Monaten seit Jahren – auf Lübbecker, aber auch auf Hüllhorster Seite in Oberbauerschaft. Zur Erinnerung: ´ Ende Januar 2020 verursacht der Frontalzusammenstoß zwischen einem BMW und einem Lkw-Gespann in der Nähe der Barre-Brauerei Stau in beide Richtungen. Der 33-jährige Autofahrer aus Lübbecke wird schwer, der 52-jährige Fahrer des 40-Tonners aus dem Raum Bad Nenndorf wird leicht verletzt. ´ Im Mai 2019 muss die Berliner Straße aufgrund eines Verkehrsunfalls für drei Stunden komplett gesperrt werden. Eine 83-jährige BMW-Fahrerin kollidiert bei einem Überholmanöver frontal mit einem Škoda. Alle vier Unfallbeteiligten werden schwer verletzt. ´ Ein laut Polizei offenbar missglückter Fahrstreifenwechsel führt im Juli 2019 zu einer Kollision zweier Autos auf der B 239 in Richtung Horsts Höhe. Dabei erleidet ein 31-jähriger BMW-Fahrer aus Hiddenhausen leichte Verletzungen. Es ließen sich diverse weitere Beispiele aufführen: mit Fußgängern, Radlern, Auto- und Lkw-Fahrern. Und manch ein Vorfall, besonders einer mit tödlichem Ausgang, gibt den Fachleuten bis heute Rätsel auf. Trotzdem wurde das besonders unfallträchtige Teilstück der B 239 bis heute nicht zu einem „Unfallschwerpunkt" erklärt. Und wird es auch nicht, darin sind sich Sven Johanning von Straßen NRW, Malte Brosent von der örtlichen Verkehrsbehörde und der Lübbecker Polizei-Chef Frank Meyer einig. Warum nicht, erklärt Meyer so: „Die Unfallursachen sind ganz unterschiedlich". Er zählt Übermüdung auf, Handynutzung, Alkohol und überhöhte Geschwindigkeit. Das habe mit der Strecke nichts zu tun: „Die Unfälle hätten auch woanders passieren können. Wir haben also nichts, an das wir rangehen könnten." Auf den „sehr guten Zustand" der Straße weist Sven Johanning hin und nennt 17.450 Fahrzeuge, die auf der B 239 im Schnitt täglich in beide Richtungen durch Lübbecke fahren. Dadurch ergebe sich allein statistisch ein erhöhtes Unfallrisiko, sagt er wie auch Malte Brosent. Wachleiter Meyer ist noch etwas anderes wichtig: „Die meisten fahren vernünftig." Rätselhaft Ein Kommentar von Frank Hartmann Beste Straßenqualität, Geschwindigkeitsbegrenzung, Kriechspur für Lkw, Ampel, durchgezogener Mittelstreifen, stationärer Blitzer hinter dem Ortseingang, mobile Tempokontrollen vor und hinter Barre – was noch? Was bitte könnten die zuständigen Behörden noch anordnen, um die Sicherheit auf dem Lübbecker Teilstück der B 239 zwischen der Bergertorstraße und Oberbauerschaft zu erhöhen? Es wäre schlimm genug, wenn nur die Unfallverursacher sich verletzen würden. Aber leider kommen oft auch andere zu Schaden. Solange manche Autofahrer davon träumen, zu beiden Seiten von Horsts Höhe Formel-1-Legende Michael Schumacher bergauf überholen zu können und solange andere Fahrer sich von ihrem Smartphone oder sonst was ablenken lassen, wenn sie auf der Berliner Straße unterwegs sind, werden wir weiterhin regelmäßig Unfälle auf dieser Strecke erleben. Und meistens wird die Ursache lauten: Mensch.

B 239 - Die Bundesstraße des Schreckens

Die Kollision zweier Sattelzüge in Höhe der Brauerei Barre am frühen Donnerstagmorgen sorgte über mehrere Stunden für erhebliche Verkehrsstörungen. Foto: Polizei Minden-Lübbecke © Polizei Minden-Lübbecke

Lübbecke (nw). Am frühen Donnerstagmorgen sind auf der B 239 in Höhe der Barre-Brauerei zwei Lastwagen frontal zusammengestoßen. Einer der beiden Fahrer erlitt dabei leichte Verletzungen und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der andere blieb unverletzt. Neben der Polizei waren auch Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie eine Rettungswagenbesatzung zum Unfallort ausgerückt.

Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war der 23-jährige Fahrer eines Sattelzugs aus Bremen gegen 5.30 Uhr auf der Bundesstraße 239 bergauf unterwegs, als das Fahrzeug nach links auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort kam es zur Kollision mit dem Sattelzug eines 39-Jährigen aus Bünde. Die beiden Führerhäuser verkeilten sich bei dem Aufprall ineinander, aber nur der 23-Jährige erlitt leichte Blessuren.

Warum der Bremer Sattelzug auf die andere Fahrspur kam, ist noch nicht geklärt. Ob der 23-Jährige während der Fahrt möglicherweise abgelenkt gewesen sei, sei Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei am späten Vormittag mit. Und weiter: „Die Beamten stellten die Zugmaschine sowie das Handy des Fahrers sicher."

Die durch den Unfall notwendig gewordene Straßensperrung auf dem Abschnitt zwischen Horsts Höhe und der Kreuzung B 65/B 239 verursachte der Polizei zufolge „erhebliche Probleme im Berufsverkehr".

Ursache für die Sperrung war unter anderem, dass bei dem Unfall erhebliche Mengen an Betriebsstoffen wie beispielsweise Öl aus den beiden Fahrzeugen ausgetreten waren und sich breitflächig auf der abschüssigen Straße ausgebreitet hatten. Darüber hinaus waren andere Fahrzeuge durch die schmierige Flüssigkeit gefahren. Daher wurde eine Spezialfirma zur Reinigung der Straße angefordert.

Da auch der Abtransport der beiden Lastwagen Zeit in Anspruch nahm, dauerte die Straßensperrung bis in die Mittagsstunden an. Um kurz nach 12 Uhr meldete die Reinigungsfirma, dass sie ihre Arbeit beendet hatte.

Was sich gestern morgen auf der B 239 abgespielt hat, ist kein Einzelfall, sondern wiederholt sich im Abstand von einigen Monaten seit Jahren – auf Lübbecker, aber auch auf Hüllhorster Seite in Oberbauerschaft. Zur Erinnerung:

´ Ende Januar 2020 verursacht der Frontalzusammenstoß zwischen einem BMW und einem Lkw-Gespann in der Nähe der Barre-Brauerei Stau in beide Richtungen. Der 33-jährige Autofahrer aus Lübbecke wird schwer, der 52-jährige Fahrer des 40-Tonners aus dem Raum Bad Nenndorf wird leicht verletzt.

´ Im Mai 2019 muss die Berliner Straße aufgrund eines Verkehrsunfalls für drei Stunden komplett gesperrt werden. Eine 83-jährige BMW-Fahrerin kollidiert bei einem Überholmanöver frontal mit einem Škoda. Alle vier Unfallbeteiligten werden schwer verletzt.

´ Ein laut Polizei offenbar missglückter Fahrstreifenwechsel führt im Juli 2019 zu einer Kollision zweier Autos auf der B 239 in Richtung Horsts Höhe. Dabei erleidet ein 31-jähriger BMW-Fahrer aus Hiddenhausen leichte Verletzungen.

Es ließen sich diverse weitere Beispiele aufführen: mit Fußgängern, Radlern, Auto- und Lkw-Fahrern. Und manch ein Vorfall, besonders einer mit tödlichem Ausgang, gibt den Fachleuten bis heute Rätsel auf.

Trotzdem wurde das besonders unfallträchtige Teilstück der B 239 bis heute nicht zu einem „Unfallschwerpunkt" erklärt. Und wird es auch nicht, darin sind sich Sven Johanning von Straßen NRW, Malte Brosent von der örtlichen Verkehrsbehörde und der Lübbecker Polizei-Chef Frank Meyer einig.

Warum nicht, erklärt Meyer so: „Die Unfallursachen sind ganz unterschiedlich". Er zählt Übermüdung auf, Handynutzung, Alkohol und überhöhte Geschwindigkeit. Das habe mit der Strecke nichts zu tun: „Die Unfälle hätten auch woanders passieren können. Wir haben also nichts, an das wir rangehen könnten."

Auf den „sehr guten Zustand" der Straße weist Sven Johanning hin und nennt 17.450 Fahrzeuge, die auf der B 239 im Schnitt täglich in beide Richtungen durch Lübbecke fahren. Dadurch ergebe sich allein statistisch ein erhöhtes Unfallrisiko, sagt er wie auch Malte Brosent.

Wachleiter Meyer ist noch etwas anderes wichtig: „Die meisten fahren vernünftig."

Rätselhaft

Ein Kommentar von Frank Hartmann

Beste Straßenqualität, Geschwindigkeitsbegrenzung, Kriechspur für Lkw, Ampel, durchgezogener Mittelstreifen, stationärer Blitzer hinter dem Ortseingang, mobile Tempokontrollen vor und hinter Barre – was noch?

Was bitte könnten die zuständigen Behörden noch anordnen, um die Sicherheit auf dem Lübbecker Teilstück der B 239 zwischen der Bergertorstraße und Oberbauerschaft zu erhöhen? Es wäre schlimm genug, wenn nur die Unfallverursacher sich verletzen würden. Aber leider kommen oft auch andere zu Schaden.

Solange manche Autofahrer davon träumen, zu beiden Seiten von Horsts Höhe Formel-1-Legende Michael Schumacher bergauf überholen zu können und solange andere Fahrer sich von ihrem Smartphone oder sonst was ablenken lassen, wenn sie auf der Berliner Straße unterwegs sind, werden wir weiterhin regelmäßig Unfälle auf dieser Strecke erleben. Und meistens wird die Ursache lauten: Mensch.

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