Anonymer Email-Schreiber erhebt schwere Vorwürfe gegen die Führungsriege des Ludwig-Steil-Hofes Karsten Schulz Espelkamp (nw). Die Vorgänge um die Impfaktion im Ludwig-Steil-Hof im Volkeninghaus und in der psycho-sozialen Rehabilitation ziehen weitere Kreise. In einer E-Mail, die zeitgleich an den Vorsitzenden des Stiftungsrates Kai Abruszat, an den Vorstandsvorsitzenden Stefan Bäumer, an die evangelische Martinskirchengemeinde, an den früheren Espelkamper Bürgermeister Heinrich Vieker und an den Superintendenten Uwe Gryczan sowie an alle Mitarbeitenden des Ludwig-Steil-Hofes ging, werden weitere schwere Vorwürfe vor allem gegen das Verhalten der Führungsriege der Einrichtung erhoben. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft „mit zusätzlichen Informationen“ eingereicht werde. Offensichtlich verfügt der Verfasser beziehungsweise die Verfasserin über ein profundes internes Wissen über die Vorgänge während der Impfaktionen. Es werden mehrere sehr spezifische Fragen gestellt, die diesen Eindruck hinterlassen. Bisher sei allerdings bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld, die für den Kreis Minden-Lübbecke zuständig ist, kein entsprechendes Schreiben angekommen, so die Antwort auf Anfrage der Redaktion. In dem Fragenkatalog der anklagenden Person wird unter anderem auf die Mitarbeiter von Werkstatt, Küche und Verwaltung eingegangen, warum diese vorrangig behandelt worden seien, wo doch gesetzlich geregelt sei, dass ausschließlich Personen der 1. Priorität geimpft werden dürften. In der Mail werden Führungskräfte der Einrichtung benannt, die „angeblich zufällig“ vor Ort gewesen seien und deshalb geimpft wurden. Der Fragesteller schreibt, dass „seines Wissens in der Altenhilfe und der psychosozialen Rehabilitation doch wohl Besuchsverbot besteht“ und die Besucher deshalb gar nicht hätten da sein dürfen. Der Verfasser der E-Mail behauptet außerdem, dass die „komplette Verwaltung, Werkstatt und Küche geimpft wurden“. Er wundert sich, dass nicht die Schulen, Jugendhilfe oder die Berufliche Bildung geimpft wurden. Diese Kollegen stünden doch täglich im engen Kontakt zu den Bewohnern und Klienten. Es werden „Konsequenzen aus dem schamlosen Verhalten“ gefordert. Der Schreiber spricht sogar von Kündigungen, die vom Führungspersonal eingereicht werden sollten. Nur dann könne wieder Ruhe einkehren. Die Autorität hätten alle verloren. Statt einer Unterschrift bezeichnet sich der oder die E-Mail-Schreiber(in) als „Verteidiger ethischer, moralischer und christlicher Grundwerte.“ Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Kai Abruszat, weist auch nach diesem anonymen Schreiben noch einmal auf das am Freitag nach intensiven Gesprächen initiierte Verfahren hin und benennt in diesem Zusammenhang noch einmal den Diakon Peter Dürr als Ombudsmann für alle Mitarbeiter. „Ich muss deshalb auch nicht jedes anonyme Schreiben kommentieren.“ Auf seinen Vorschlag hin habe der Stiftungsrat so entschieden. Er appellierte an alle, ein „respektables Miteinander im Verfahren zu entwickeln“. „Das, was wir jetzt erleben mit den anonymen Schreiben, ist nicht gerechtfertigt“, stellte Abruszat fest. In dem jetzt angestoßenen offenen und offiziellen Verfahren habe jeder Mitarbeiter die Chance und das Recht, ruhig und sachlich „seine Dinge zu platzieren“.

Anonymer Email-Schreiber erhebt schwere Vorwürfe gegen die Führungsriege des Ludwig-Steil-Hofes

Das Volkeninghaus des Ludwig-Steil-Hofes ist eine zentrale Einrichtung der evangelischen Stiftung. Seit Tagen steht die Einrichtung im öffentlichen Fokus. Foto: Heike von Schulz © Heike von Schulz

Espelkamp (nw). Die Vorgänge um die Impfaktion im Ludwig-Steil-Hof im Volkeninghaus und in der psycho-sozialen Rehabilitation ziehen weitere Kreise. In einer E-Mail, die zeitgleich an den Vorsitzenden des Stiftungsrates Kai Abruszat, an den Vorstandsvorsitzenden Stefan Bäumer, an die evangelische Martinskirchengemeinde, an den früheren Espelkamper Bürgermeister Heinrich Vieker und an den Superintendenten Uwe Gryczan sowie an alle Mitarbeitenden des Ludwig-Steil-Hofes ging, werden weitere schwere Vorwürfe vor allem gegen das Verhalten der Führungsriege der Einrichtung erhoben. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass eine Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft „mit zusätzlichen Informationen“ eingereicht werde.

Offensichtlich verfügt der Verfasser beziehungsweise die Verfasserin über ein profundes internes Wissen über die Vorgänge während der Impfaktionen. Es werden mehrere sehr spezifische Fragen gestellt, die diesen Eindruck hinterlassen. Bisher sei allerdings bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld, die für den Kreis Minden-Lübbecke zuständig ist, kein entsprechendes Schreiben angekommen, so die Antwort auf Anfrage der Redaktion.

In dem Fragenkatalog der anklagenden Person wird unter anderem auf die Mitarbeiter von Werkstatt, Küche und Verwaltung eingegangen, warum diese vorrangig behandelt worden seien, wo doch gesetzlich geregelt sei, dass ausschließlich Personen der 1. Priorität geimpft werden dürften. In der Mail werden Führungskräfte der Einrichtung benannt, die „angeblich zufällig“ vor Ort gewesen seien und deshalb geimpft wurden. Der Fragesteller schreibt, dass „seines Wissens in der Altenhilfe und der psychosozialen Rehabilitation doch wohl Besuchsverbot besteht“ und die Besucher deshalb gar nicht hätten da sein dürfen. Der Verfasser der E-Mail behauptet außerdem, dass die „komplette Verwaltung, Werkstatt und Küche geimpft wurden“. Er wundert sich, dass nicht die Schulen, Jugendhilfe oder die Berufliche Bildung geimpft wurden. Diese Kollegen stünden doch täglich im engen Kontakt zu den Bewohnern und Klienten.

Es werden „Konsequenzen aus dem schamlosen Verhalten“ gefordert. Der Schreiber spricht sogar von Kündigungen, die vom Führungspersonal eingereicht werden sollten. Nur dann könne wieder Ruhe einkehren. Die Autorität hätten alle verloren. Statt einer Unterschrift bezeichnet sich der oder die E-Mail-Schreiber(in) als „Verteidiger ethischer, moralischer und christlicher Grundwerte.“

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Kai Abruszat, weist auch nach diesem anonymen Schreiben noch einmal auf das am Freitag nach intensiven Gesprächen initiierte Verfahren hin und benennt in diesem Zusammenhang noch einmal den Diakon Peter Dürr als Ombudsmann für alle Mitarbeiter. „Ich muss deshalb auch nicht jedes anonyme Schreiben kommentieren.“ Auf seinen Vorschlag hin habe der Stiftungsrat so entschieden. Er appellierte an alle, ein „respektables Miteinander im Verfahren zu entwickeln“.

„Das, was wir jetzt erleben mit den anonymen Schreiben, ist nicht gerechtfertigt“, stellte Abruszat fest. In dem jetzt angestoßenen offenen und offiziellen Verfahren habe jeder Mitarbeiter die Chance und das Recht, ruhig und sachlich „seine Dinge zu platzieren“.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales