Angeklagter aus Bad Oeynhausen legt Geständnis im Totschlags-Prozess ab Nils Middelhauve Bad Oeynhausen/Bielefeld (nw). „Sie war meine Besucherin. Jetzt ist sie tot.“ Mit diesen Worten meldete sich in der Nacht auf den 25. Mai ein Mann per Notruf bei der Feuerwehr in Minden. Bei dem Anrufer handelte es sich um den 48 Jahre alten Valentin S. aus Bad Oeynhausen. Vor dem Bielefelder Landgericht räumte er nun ein, in jener Nacht eine 36 Jahre alte flüchtige Bekannte mit einem Messer getötet zu haben. In der Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts, vor der sich Valentin S. nun wegen des Verdachts des Totschlags verantworten muss, legte der Angeklagte über eine Erklärung seines Verteidigers Jerrit Schöll ein Geständnis ab. Er habe, so hieß es in der Erklärung, in den vergangenen fünf Jahren bis zu seiner Festnahme lediglich stundenweise gearbeitet. Dies habe dazu geführt, dass er des Öfteren tagsüber schon Alkohol getrunken habe. So auch am 24. Mai dieses Jahres. In den Abendstunden traf Valentin S. demnach gemeinsam mit einem Bekannten in der Nähe seiner an der Brüderstraße gelegenen Wohnung auf das spätere Opfer. Er habe die Frau, die eine Weinflasche in der Hand hielt, lediglich vom Sehen gekannt, ließ er vor Gericht erklären. Zu dritt seien sie dann in seine Wohnung gegangen, um dort weiterzutrinken. Irgendwann sei auch noch die Tochter der Frau hinzugestoßen. Schließlich verließen der Bekannte des Angeklagten und die Tochter des Opfers die Wohnung jedoch. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dies auf Aufforderung von Valentin S. geschah. Dieser ließ seinen Verteidiger jedoch erklären, dass beide unabhängig voneinander jeweils zu sich nach Hause gegangen seien. „Die Stimmung war gut“, teilte S. über seinen Verteidiger mit. Als er jedoch von einem Toilettengang zurückgekehrt sei, habe er gesehen, dass die Frau einen seiner Schränke durchsucht habe. Als er sie darauf angesprochen habe, habe sie versucht, ihn zu küssen. Als der Angeklagte nicht auf die Annäherungsversuche eingegangen sei, sei die Stimmung plötzlich umgeschlagen: Die 36-Jährige habe ihn beleidigt, geschubst und bespuckt. Dies sei der Moment gewesen, in dem S. die Fassung verloren habe. „Ich griff nach einem in der Wohnung befindlichen Messer. Wie ich genau zugestochen habe, weiß ich nicht mehr. Plötzlich lag sie auf dem Boden. Ich wusste nicht, wie das passieren konnte. Ich war völlig überfordert“, ließ er über seinen Verteidiger erklären. Nach der Tat rief S. um 0.45 Uhr die Feuerwehrzentrale in Minden an und ließ sich im Folgenden in seiner Wohnung von der Polizei festnehmen. Valentin S. hatte mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 23 Zentimetern mehrmals offenbar gezielt in die Leber und den Hals der Frau gestochen und geschnitten. Die 36-Jährige war binnen kurzer Zeit in der Wohnung des Angeklagten verblutet. Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt.

Angeklagter aus Bad Oeynhausen legt Geständnis im Totschlags-Prozess ab

Gleich am ersten Verhandlungstag legte Angeklagte Valentin S. (links) über eine Erklärung seines Verteidigers Jerrit Schöll (rechts) ein Geständnis ab. Foto: Wolfgang Rudolf © Wolfgang Rudolf

Bad Oeynhausen/Bielefeld (nw). „Sie war meine Besucherin. Jetzt ist sie tot.“ Mit diesen Worten meldete sich in der Nacht auf den 25. Mai ein Mann per Notruf bei der Feuerwehr in Minden. Bei dem Anrufer handelte es sich um den 48 Jahre alten Valentin S. aus Bad Oeynhausen. Vor dem Bielefelder Landgericht räumte er nun ein, in jener Nacht eine 36 Jahre alte flüchtige Bekannte mit einem Messer getötet zu haben.

In der Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts, vor der sich Valentin S. nun wegen des Verdachts des Totschlags verantworten muss, legte der Angeklagte über eine Erklärung seines Verteidigers Jerrit Schöll ein Geständnis ab.

Er habe, so hieß es in der Erklärung, in den vergangenen fünf Jahren bis zu seiner Festnahme lediglich stundenweise gearbeitet. Dies habe dazu geführt, dass er des Öfteren tagsüber schon Alkohol getrunken habe. So auch am 24. Mai dieses Jahres. In den Abendstunden traf Valentin S. demnach gemeinsam mit einem Bekannten in der Nähe seiner an der Brüderstraße gelegenen Wohnung auf das spätere Opfer.

Er habe die Frau, die eine Weinflasche in der Hand hielt, lediglich vom Sehen gekannt, ließ er vor Gericht erklären. Zu dritt seien sie dann in seine Wohnung gegangen, um dort weiterzutrinken. Irgendwann sei auch noch die Tochter der Frau hinzugestoßen. Schließlich verließen der Bekannte des Angeklagten und die Tochter des Opfers die Wohnung jedoch.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dies auf Aufforderung von Valentin S. geschah. Dieser ließ seinen Verteidiger jedoch erklären, dass beide unabhängig voneinander jeweils zu sich nach Hause gegangen seien. „Die Stimmung war gut“, teilte S. über seinen Verteidiger mit. Als er jedoch von einem Toilettengang zurückgekehrt sei, habe er gesehen, dass die Frau einen seiner Schränke durchsucht habe. Als er sie darauf angesprochen habe, habe sie versucht, ihn zu küssen. Als der Angeklagte nicht auf die Annäherungsversuche eingegangen sei, sei die Stimmung plötzlich umgeschlagen: Die 36-Jährige habe ihn beleidigt, geschubst und bespuckt.

Dies sei der Moment gewesen, in dem S. die Fassung verloren habe. „Ich griff nach einem in der Wohnung befindlichen Messer. Wie ich genau zugestochen habe, weiß ich nicht mehr. Plötzlich lag sie auf dem Boden. Ich wusste nicht, wie das passieren konnte. Ich war völlig überfordert“, ließ er über seinen Verteidiger erklären. Nach der Tat rief S. um 0.45 Uhr die Feuerwehrzentrale in Minden an und ließ sich im Folgenden in seiner Wohnung von der Polizei festnehmen.

Valentin S. hatte mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 23 Zentimetern mehrmals offenbar gezielt in die Leber und den Hals der Frau gestochen und geschnitten. Die 36-Jährige war binnen kurzer Zeit in der Wohnung des Angeklagten verblutet. Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt.

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