Andere Bürgermeister: „Erschreckend, was da gerade in Espelkamp passiert" Kirsten Tirre,Joern Spreen-Ledebur,Sandra Spieker Lübbecker Land. Der Inzidenzwert in der Stadt Espelkamp lag vor wenigen Tagen bei 800 - ein Rekordwert. Mittlerweile ist er auf 556 gesunken (Stand: 14. Oktober). Die Lage in der Stadt ist auch Thema in den umliegenden Kommunen. Unsere Redaktion hat bei den Rathauschefs im Lübbecker Land nachgefragt, wie sie auf die hohen Inzidenzwerte in Espelkamp blicken und wie sie damit umgehen würden. „Ich finde es erschreckend, was da gerade in Espelkamp passiert und Bürgermeister Henning Vieker hat zurzeit wirklich einen schwierigen Job. Darum beneidet ihn keiner", sagt Michael Kasche, Verwaltungschef in Hüllhorst. „Wenn ich ihn irgendwie unterstützen kann, dann mache ich das. Wir sind ja schließlich eine kommunale Familie." Er wisse ja selbst, wie das sei, wenn in der eigenen Kommune die Inzidenz so hoch sei. Denn blickt man rund zehn Monate zurück, nahm Hüllhorst zeitweise eine Spitzenposition bei den Inzidenzzahlen der elf Städte und Gemeinden im Kreis Minden-Lübbecke ein. Am 26. Januar knackte Hüllhorst erstmals die 400er-Marke. 111 Menschen waren infiziert. Die kreisweite Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt bei 135. Im Juni lag die Inzidenz dann bei null, doch schon im September 2021 war Hüllhorst mit einer Inzidenz von mehr als 300 dann wieder trauriger Spitzenreiter. „Was Espelkamp betrifft, kann ich eigentlich gar nicht so viel dazu sagen, denn aktuell befinden wir uns in Hüllhorst ja selbst auf Platz drei", so Kasche weiter. Er habe die Hoffnung, dass sich die hohen Zahlen auch in seiner Kommune bald wieder stabilisieren würden. Er mache das, was Espelkamp auch mache. Er spreche mit Bürgern vor Ort und Gemeindemitgliedern, betreibe Aufklärung und suche den Austausch. „Immer, wenn ich die Möglichkeit habe mit Menschen zu sprechen, ob beim Einkaufen oder auch bei Veranstaltungen, versuche ich, diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, auch weil sie vielleicht verunsichert sind, von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen." In Stemwede sind die Corona-Zahlen relativ niedrig. Aber auch Bürgermeister Kai Abruszat beobachtet aufmerksam das Geschehen in Espelkamp und im Kreis Minden-Lübbecke. "Ich habe den Eindruck, dass die Krisenstäbe des Kreises und der Stadt sehr gut zusammenarbeiten und alle Anstrengungen unternehmen, die Situation zu meistern", erklärte der Stemweder Bürgermeister. "In einer solchen Lage als Bürgermeister Verantwortung zu tragen, ist eine große Herausforderung. Deshalb hat Henning Vieker auch meinen ausdrücklichen Respekt." Er wolle einen Bürgermeister nicht belehren oder Ratschläge geben, sagte Rahdens Bürgermeister Bert Honsel. "Ich glaube, dass es ein sehr guter Schritt war, dass der Krisenstab und die Stadt miteinander sprachen und Lösungsmöglichkeiten entwickelten." Auch Pr. Oldendorfs Bürgermeister Marko Steiner möchte sich mit Ratschlägen für seinen Amtskollegen zurückhalten. Den Impfaufruf von Henning Vieker würde er jederzeit unterstützen. Die Nebenwirkungen einer Impfung seien überschaubar und jeder Geimpfte zähle, um eine Herdenimmunität zu erreichen, so Steiner. Lübbeckes Verwaltungs-Chef Frank Haberbosch war ebenfalls um ein Statement gebeten worden, äußerte sich aber nicht.

Andere Bürgermeister: „Erschreckend, was da gerade in Espelkamp passiert"

Die hohen Inzidenzwerte in Espelkamp haben unter anderem auch Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Stadt. © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecker Land. Der Inzidenzwert in der Stadt Espelkamp lag vor wenigen Tagen bei 800 - ein Rekordwert. Mittlerweile ist er auf 556 gesunken (Stand: 14. Oktober). Die Lage in der Stadt ist auch Thema in den umliegenden Kommunen. Unsere Redaktion hat bei den Rathauschefs im Lübbecker Land nachgefragt, wie sie auf die hohen Inzidenzwerte in Espelkamp blicken und wie sie damit umgehen würden.

„Ich finde es erschreckend, was da gerade in Espelkamp passiert und Bürgermeister Henning Vieker hat zurzeit wirklich einen schwierigen Job. Darum beneidet ihn keiner", sagt Michael Kasche, Verwaltungschef in Hüllhorst. „Wenn ich ihn irgendwie unterstützen kann, dann mache ich das. Wir sind ja schließlich eine kommunale Familie." Er wisse ja selbst, wie das sei, wenn in der eigenen Kommune die Inzidenz so hoch sei.

Denn blickt man rund zehn Monate zurück, nahm Hüllhorst zeitweise eine Spitzenposition bei den Inzidenzzahlen der elf Städte und Gemeinden im Kreis Minden-Lübbecke ein. Am 26. Januar knackte Hüllhorst erstmals die 400er-Marke. 111 Menschen waren infiziert. Die kreisweite Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt bei 135. Im Juni lag die Inzidenz dann bei null, doch schon im September 2021 war Hüllhorst mit einer Inzidenz von mehr als 300 dann wieder trauriger Spitzenreiter.

„Was Espelkamp betrifft, kann ich eigentlich gar nicht so viel dazu sagen, denn aktuell befinden wir uns in Hüllhorst ja selbst auf Platz drei", so Kasche weiter. Er habe die Hoffnung, dass sich die hohen Zahlen auch in seiner Kommune bald wieder stabilisieren würden. Er mache das, was Espelkamp auch mache. Er spreche mit Bürgern vor Ort und Gemeindemitgliedern, betreibe Aufklärung und suche den Austausch. „Immer, wenn ich die Möglichkeit habe mit Menschen zu sprechen, ob beim Einkaufen oder auch bei Veranstaltungen, versuche ich, diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, auch weil sie vielleicht verunsichert sind, von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen."

In Stemwede sind die Corona-Zahlen relativ niedrig. Aber auch Bürgermeister Kai Abruszat beobachtet aufmerksam das Geschehen in Espelkamp und im Kreis Minden-Lübbecke. "Ich habe den Eindruck, dass die Krisenstäbe des Kreises und der Stadt sehr gut zusammenarbeiten und alle Anstrengungen unternehmen, die Situation zu meistern", erklärte der Stemweder Bürgermeister. "In einer solchen Lage als Bürgermeister Verantwortung zu tragen, ist eine große Herausforderung. Deshalb hat Henning Vieker auch meinen ausdrücklichen Respekt."

Er wolle einen Bürgermeister nicht belehren oder Ratschläge geben, sagte Rahdens Bürgermeister Bert Honsel. "Ich glaube, dass es ein sehr guter Schritt war, dass der Krisenstab und die Stadt miteinander sprachen und Lösungsmöglichkeiten entwickelten."

Auch Pr. Oldendorfs Bürgermeister Marko Steiner möchte sich mit Ratschlägen für seinen Amtskollegen zurückhalten. Den Impfaufruf von Henning Vieker würde er jederzeit unterstützen. Die Nebenwirkungen einer Impfung seien überschaubar und jeder Geimpfte zähle, um eine Herdenimmunität zu erreichen, so Steiner.

Lübbeckes Verwaltungs-Chef Frank Haberbosch war ebenfalls um ein Statement gebeten worden, äußerte sich aber nicht.

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