Corona-Schutzimpfung Ärger um Impfberechtigung: Diese Gruppen sind in NRW aktuell an der Reihe Carolin Nieder-Entgelmeier Düsseldorf/Bielefeld. Seit dem 6. Mai haben in NRW auch erste Gruppen der Priorisierungsgruppe 3 Anrecht auf eine Corona-Schutzimpfung. Doch die Ausweitung der Impfberechtigungen sorgt für Verwirrung und Ärger. Viele Berufsgruppen fühlen sich zurückgesetzt, weil sie noch immer keine Impfberechtigung haben und viele Vorerkrankte suchen vergeblich nach Impfterminen. Zudem wissen viele nicht, ob sie überhaupt impfberechtigt sind. Antworten auf die wichtigsten Fragen: Wer ist aktuell in NRW impfberechtigt? Impfberechtigt sind nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums alle Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Vorerkrankung oder ihres Berufs Teil der Priorisierungsgruppen 1 und 2 sind. Sie alle können Termine in Impfzentren über die Kassenärztlichen Vereinigungen buchen. Seit Anfang Mai können auch Teile der Priorisierungsgruppe 3 Impftermine buchen. Folgende Personen sind impfberechtigt: Priorisierungsgruppe 1: über 80-Jährige Personal in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen in Bereichen mit hohem Risiko für Patienten von schweren Covid-19-Krankheitsverlauf Beschäftigte in Impfzentren Beschäftigte und Bewohner in Pflegeinrichtungen sowie dort regelmäßig Tätige Beschäftigte im ambulanten Pflegedienst, im Rettungsdienst, in Hospizen, bei Hospizdiensten und in der Tagespflege niedergelassene Ärzte und Zahnärzte Priorisierungsgruppe 2: über 70-Jährige sowie Personen mit folgenden Vorerkrankungen: Trisomie 21 oder Conterganschädigung nach einer Organtransplantation Demenz, geistige Behinderung oder schwere psychiatrische Erkrankung behandlungsbedürftige Krebserkrankung interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder eine andere, ähnlich schwere chronische Lungenerkrankung Muskeldystrophie oder vergleichbare neuromuskuläre Erkrankungen Diabetes mellitus mit Komplikationen chronische Nierenerkrankung Leberzirrhose oder eine andere chronische Lebererkrankung Personen mit Adipositas, BMI über 40 Personen, die nach ärztlicher Beurteilung ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, Einzelfallentscheidung Personen in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen weitere Beschäftigte in Krankenhäusern Beschäftigte in der ambulanten medizinischen Versorgung Beschäftigte und Betreute in Eingliederungshilfen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Personen, die regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen im Rahmen anerkannter Angebote unterstützen Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur und des öffentlichen Gesundheitsdienstes Grund- und Förderschullehrer und Beschäftigte in Kitas Beschäftigte und Betreute stationärer oder teilstationärer Einrichtungen oder ambulanter Pflegedienste für geistig behinderte Menschen Polizisten in Einsatzhundertschaften und Soldaten im Auslandeinsatz mit hohem Infektionsrisiko Beschäftigte in Testzentren und medizinischen Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko und regelmäßigen Patientenkontakt Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5 oder 4, die zu Hause leben und bettlägerig sind sowie zwei Kontaktpersonen zwei Kontaktpersonen von Schwangeren Eltern von minderjährigen Kindern mit einer Vorerkrankung, die in der Priorisierungsgruppe 2 genannt wird zwei Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die an einer der Vorerkrankungen leiden, die in der Priorisierungsgruppe 2 genannt wird Priorisierungsgruppe 3: Mit Berechtigung für Impfungen in Impfzentren:Beschäftigte im Verkauf im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten Beschäftigte in weiterführenden Schulen Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakt Steuerfahnder, Gerichtsvollzieher, Richter und Staatsanwälte und Beschäftigte in Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörden sowie im ambulanten sozialen Dienst der Justiz Mit Berechtigung für Impfungen bei niedergelassenen Medizinern, wenn alle Patienten der Priorisierungsgruppe 1 und 2 mit Impfungen versorgt sind: über 60-Jährige sowie Menschen mit folgenden Vorerkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen Immundefizienz oder HIV-Infektion Autoimmunerkrankungen rheumatologische Erkrankungen Herzinsuffizienz Arrhythmie Schlaganfall Asthma chronisch entzündliche Darmerkrankung Diabetes mellitus ohne Komplikationen Adipositas mit einem BMI über 30 Bislang ohne Impfberechtigung: Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen arbeiten Beschäftigte bei der Bundeswehr, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Technisches Hilfswerk Beschäftigte in der Justiz und Rechtspflege Beschäftigte im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik deutsche Staatsangehörige, die in internationalen Organisationen tätig sind Wahlhelfer Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen sowie Informationstechnik und Telekommunikationswesen Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Infektionsrisiko tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patienten betreut Wann erhalten weitere Gruppen die Chance auf Impftermine? Auf diese Frage kann das NRW-Gesundheitsministerium derzeit keine Antwort geben. Die vorgesehenen Impftermine für die freigegebenen Berufsgruppen der Priorisierungsgruppe 3 sind nach Angaben eines Sprechers fast ausgebucht. „Damit ist der vom Bund für den Monat Mai zur Verfügung gestellte Impfstoff für Impfzentren vollständig verplant." Das Ministerium verweist auf die Haus- und Fachärzte, die im Mai mehr impfen können. Einsetzen können sie aber hauptsächlich den Impfstoff von Astrazeneca, den Ärzte nach individueller Risikoanalyse seit kurzem auch unter 60-Jährigen verabreichen dürfen. Allerdings lehnen nach wie vor viele, insbesondere über 60-Jährige, den Impfstoff trotz Stiko-Empfehlung für die Altersgruppe 60 Plus ab. Zudem haben sich trotz politischer Freigabe viele Ärzte dafür entschieden, Frauen erst ab dem 40. Lebensjahr mit Astrazeneca zu impfen. Der Impfstoff von Biontech ist weiter sehr knapp. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe konnten niedergelassene Mediziner für diese Woche maximal 36 Impfdosen bestellen. Zudem laufen seit der vergangenen Woche die Zweitimpfungen in den Praxen an. Die Folge: Mit Biontech können Ärzte aktuell kaum noch Erstimpfungen durchführen. Die anderen zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Johnson/Johnson können niedergelassene Mediziner aktuell nicht bestellen. Zudem gilt laut Gesundheitsministerium für Arztpraxen: Müssen niedergelassene Mediziner keine Patienten mehr der Priorisierungsgruppen 1 und 2 mit Impfungen versorgen, dürfen sie Patienten der Priorisierungsgruppe 3 versorgen und danach auch Patienten, die keiner Gruppe angehören. Welche Folgen hat die nur teilweise Öffnung der Priorisierungsgruppe 3? Während sich viele Vorerkrankte der Priorisierungsgruppe 3 fragen, warum sie zugunsten von Steuerfahndern, Wirtschaftsprüfern und anderen Berufsgruppen weiter auf eine Corona-Schutzimpfung warten müssen, ärgern sich viele Berufsgruppen über die Herabstufung durch die Landesregierung. So erklärt der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW: „Unsere Leute stehen für die Grundabsicherung der Gesellschaft ein. Gedrängelt haben wir hinsichtlich einer höheren Einstufung in der Impfreihenfolge nie und werden das auch nicht. Es ist für uns nur unerklärlich und enttäuschend, dass ausgerechnet in NRW – im Logistikland Nr. 1 der Bundesrepublik – Logistiker schlechter gestellt werden", kritisiert Horst Kottmeyer, Verbandsvorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Logistikunternehmens aus Bad Oeynhausen. Beschäftigte im Transport- und Verkehrswesen sind zwar Teil der Priorisierungsgruppe 3, jedoch noch nicht impfberechtigt. Das gilt auch für Landwirte, die in der vergangenen Woche vom Kreis Gütersloh sogar öffentlich dazu aufgerufen wurden, keine Impftermine zu buchen. Der Vorwurf: „Sie blockieren die Impftermine für die impfberechtigten Gruppen." Da Landwirte in vielen Bundesländern bereits impfberechtigt sind, sind auch viele Landwirte in OWL nach der Freigabe der Priorisierungsgruppe 3 in NRW fälschlicherweise davon ausgegangen, dass auch sie nun Impftermine buchen können. „Hier wollte sich niemand unberechtigt einen Termin beschaffen. Hier geht es um die Angst, den Hof und vor allem die Tiere nicht sicher versorgen zu können. Eine Impfung brächte hier ein Stück Sicherheit", erklärt Andreas Westermeyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh. „Wir Landwirte haben Angst, dass bei einer Covid-19-Erkrankung unsere Tiere nicht versorgt werden können. Unsere Tiere sind auf uns angewiesen. Alles Vieh muss täglich versorgt und gefüttert werden und das 365 Tage, auch an Feiertagen und an den Wochenenden." Wie muss die Impfberechtigung nachgewiesen werden? Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung Teil der Priorisierungsgruppen 1 oder 2 sind, müssen die Erkrankung mit einem ärztlichen Attest belegen. Das gilt laut Gesundheitsministerium auch für Vorerkrankte der Priorisierungsgruppe 3, die offiziell noch nicht impfberechtigt sind, allerdings in Arztpraxen geimpft werden können, wenn dort keine Patienten der Priorisierungsgruppen 1 oder 2 mehr mit Impfungen versorgt werden müssen. Zur Vorbereitung auf eine mögliche Freigabe der Vorerkrankten der Priorisierungsgruppe 3 für Termine in Impfzentren fordern viele Betroffene Atteste bei ihren Ärzten an, die jedoch nicht immer ausgestellt werden. Denn viele Ärzte stellen die Atteste erst dann aus, wenn die Vorerkrankten der Priorisierungsgruppe 3 auch für die Impfzentren freigegeben werden. Menschen, die aufgrund ihres Berufs einer der drei Priorisierungsgruppen angehören, benötigen laut KVWL eine Bescheinigung vom Arbeitgeber. Kontaktpersonen von Schwangeren, Pflegebedürftigen sowie vorerkrankten Kindern und Erwachsenen müssen zudem ein Formular ausfüllen. Die Formulare können Betroffene hier herunterladen.
Corona-Schutzimpfung

Ärger um Impfberechtigung: Diese Gruppen sind in NRW aktuell an der Reihe

Ohne Impfberechtigung gibt es keinen Zutritt zu Impfzentren, doch die Regeln in NRW überfordern viele Menschen. © picture alliance

Düsseldorf/Bielefeld. Seit dem 6. Mai haben in NRW auch erste Gruppen der Priorisierungsgruppe 3 Anrecht auf eine Corona-Schutzimpfung. Doch die Ausweitung der Impfberechtigungen sorgt für Verwirrung und Ärger. Viele Berufsgruppen fühlen sich zurückgesetzt, weil sie noch immer keine Impfberechtigung haben und viele Vorerkrankte suchen vergeblich nach Impfterminen. Zudem wissen viele nicht, ob sie überhaupt impfberechtigt sind. Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wer ist aktuell in NRW impfberechtigt?

Impfberechtigt sind nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums alle Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Vorerkrankung oder ihres Berufs Teil der Priorisierungsgruppen 1 und 2 sind. Sie alle können Termine in Impfzentren über die Kassenärztlichen Vereinigungen buchen. Seit Anfang Mai können auch Teile der Priorisierungsgruppe 3 Impftermine buchen. Folgende Personen sind impfberechtigt:

Priorisierungsgruppe 1:

  • über 80-Jährige
  • Personal in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen in Bereichen mit hohem Risiko für Patienten von schweren Covid-19-Krankheitsverlauf
  • Beschäftigte in Impfzentren
  • Beschäftigte und Bewohner in Pflegeinrichtungen sowie dort regelmäßig Tätige
  • Beschäftigte im ambulanten Pflegedienst, im Rettungsdienst, in Hospizen, bei Hospizdiensten und in der Tagespflege
  • niedergelassene Ärzte und Zahnärzte

Priorisierungsgruppe 2:

  • über 70-Jährige sowie Personen mit folgenden Vorerkrankungen:
  • Trisomie 21 oder Conterganschädigung
  • nach einer Organtransplantation
  • Demenz, geistige Behinderung oder schwere psychiatrische Erkrankung
  • behandlungsbedürftige Krebserkrankung
  • interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder eine andere, ähnlich schwere chronische Lungenerkrankung
  • Muskeldystrophie oder vergleichbare neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diabetes mellitus mit Komplikationen
  • chronische Nierenerkrankung
  • Leberzirrhose oder eine andere chronische Lebererkrankung
  • Personen mit Adipositas, BMI über 40
  • Personen, die nach ärztlicher Beurteilung ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, Einzelfallentscheidung
  • Personen in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen
  • weitere Beschäftigte in Krankenhäusern
  • Beschäftigte in der ambulanten medizinischen Versorgung
  • Beschäftigte und Betreute in Eingliederungshilfen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Personen, die regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen im Rahmen anerkannter Angebote unterstützen
  • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur und des öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • Grund- und Förderschullehrer und Beschäftigte in Kitas
  • Beschäftigte und Betreute stationärer oder teilstationärer Einrichtungen oder ambulanter Pflegedienste für geistig behinderte Menschen
  • Polizisten in Einsatzhundertschaften und Soldaten im Auslandeinsatz mit hohem Infektionsrisiko
  • Beschäftigte in Testzentren und medizinischen Einrichtungen mit hohem Infektionsrisiko und regelmäßigen Patientenkontakt
  • Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5 oder 4, die zu Hause leben und bettlägerig sind sowie zwei Kontaktpersonen
  • zwei Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Eltern von minderjährigen Kindern mit einer Vorerkrankung, die in der Priorisierungsgruppe 2 genannt wird
  • zwei Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die an einer der Vorerkrankungen leiden, die in der Priorisierungsgruppe 2 genannt wird

Priorisierungsgruppe 3:

Mit Berechtigung für Impfungen in Impfzentren:
  • Beschäftigte im Verkauf im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten
  • Beschäftigte in weiterführenden Schulen
  • Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakt
  • Steuerfahnder, Gerichtsvollzieher, Richter und Staatsanwälte und Beschäftigte in Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörden sowie im ambulanten sozialen Dienst der Justiz

Mit Berechtigung für Impfungen bei niedergelassenen Medizinern, wenn alle Patienten der Priorisierungsgruppe 1 und 2 mit Impfungen versorgt sind:

  • über 60-Jährige sowie Menschen mit folgenden Vorerkrankungen:
  • behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen
  • Immundefizienz oder HIV-Infektion
  • Autoimmunerkrankungen
  • rheumatologische Erkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • Arrhythmie
  • Schlaganfall
  • Asthma
  • chronisch entzündliche Darmerkrankung
  • Diabetes mellitus ohne Komplikationen
  • Adipositas mit einem BMI über 30

Bislang ohne Impfberechtigung:

  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen arbeiten
  • Beschäftigte bei der Bundeswehr, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Technisches Hilfswerk
  • Beschäftigte in der Justiz und Rechtspflege
  • Beschäftigte im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
  • deutsche Staatsangehörige, die in internationalen Organisationen tätig sind
  • Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen sowie Informationstechnik und Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Infektionsrisiko tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patienten betreut

Wann erhalten weitere Gruppen die Chance auf Impftermine?

Auf diese Frage kann das NRW-Gesundheitsministerium derzeit keine Antwort geben. Die vorgesehenen Impftermine für die freigegebenen Berufsgruppen der Priorisierungsgruppe 3 sind nach Angaben eines Sprechers fast ausgebucht. „Damit ist der vom Bund für den Monat Mai zur Verfügung gestellte Impfstoff für Impfzentren vollständig verplant."

Das Ministerium verweist auf die Haus- und Fachärzte, die im Mai mehr impfen können. Einsetzen können sie aber hauptsächlich den Impfstoff von Astrazeneca, den Ärzte nach individueller Risikoanalyse seit kurzem auch unter 60-Jährigen verabreichen dürfen. Allerdings lehnen nach wie vor viele, insbesondere über 60-Jährige, den Impfstoff trotz Stiko-Empfehlung für die Altersgruppe 60 Plus ab. Zudem haben sich trotz politischer Freigabe viele Ärzte dafür entschieden, Frauen erst ab dem 40. Lebensjahr mit Astrazeneca zu impfen.

Der Impfstoff von Biontech ist weiter sehr knapp. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe konnten niedergelassene Mediziner für diese Woche maximal 36 Impfdosen bestellen. Zudem laufen seit der vergangenen Woche die Zweitimpfungen in den Praxen an. Die Folge: Mit Biontech können Ärzte aktuell kaum noch Erstimpfungen durchführen. Die anderen zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Johnson/Johnson können niedergelassene Mediziner aktuell nicht bestellen.

Zudem gilt laut Gesundheitsministerium für Arztpraxen: Müssen niedergelassene Mediziner keine Patienten mehr der Priorisierungsgruppen 1 und 2 mit Impfungen versorgen, dürfen sie Patienten der Priorisierungsgruppe 3 versorgen und danach auch Patienten, die keiner Gruppe angehören.

Welche Folgen hat die nur teilweise Öffnung der Priorisierungsgruppe 3?

Während sich viele Vorerkrankte der Priorisierungsgruppe 3 fragen, warum sie zugunsten von Steuerfahndern, Wirtschaftsprüfern und anderen Berufsgruppen weiter auf eine Corona-Schutzimpfung warten müssen, ärgern sich viele Berufsgruppen über die Herabstufung durch die Landesregierung.

So erklärt der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW: „Unsere Leute stehen für die Grundabsicherung der Gesellschaft ein. Gedrängelt haben wir hinsichtlich einer höheren Einstufung in der Impfreihenfolge nie und werden das auch nicht. Es ist für uns nur unerklärlich und enttäuschend, dass ausgerechnet in NRW – im Logistikland Nr. 1 der Bundesrepublik – Logistiker schlechter gestellt werden", kritisiert Horst Kottmeyer, Verbandsvorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Logistikunternehmens aus Bad Oeynhausen. Beschäftigte im Transport- und Verkehrswesen sind zwar Teil der Priorisierungsgruppe 3, jedoch noch nicht impfberechtigt.

Das gilt auch für Landwirte, die in der vergangenen Woche vom Kreis Gütersloh sogar öffentlich dazu aufgerufen wurden, keine Impftermine zu buchen. Der Vorwurf: „Sie blockieren die Impftermine für die impfberechtigten Gruppen." Da Landwirte in vielen Bundesländern bereits impfberechtigt sind, sind auch viele Landwirte in OWL nach der Freigabe der Priorisierungsgruppe 3 in NRW fälschlicherweise davon ausgegangen, dass auch sie nun Impftermine buchen können.

„Hier wollte sich niemand unberechtigt einen Termin beschaffen. Hier geht es um die Angst, den Hof und vor allem die Tiere nicht sicher versorgen zu können. Eine Impfung brächte hier ein Stück Sicherheit", erklärt Andreas Westermeyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Gütersloh. „Wir Landwirte haben Angst, dass bei einer Covid-19-Erkrankung unsere Tiere nicht versorgt werden können. Unsere Tiere sind auf uns angewiesen. Alles Vieh muss täglich versorgt und gefüttert werden und das 365 Tage, auch an Feiertagen und an den Wochenenden."

Wie muss die Impfberechtigung nachgewiesen werden?

Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung Teil der Priorisierungsgruppen 1 oder 2 sind, müssen die Erkrankung mit einem ärztlichen Attest belegen. Das gilt laut Gesundheitsministerium auch für Vorerkrankte der Priorisierungsgruppe 3, die offiziell noch nicht impfberechtigt sind, allerdings in Arztpraxen geimpft werden können, wenn dort keine Patienten der Priorisierungsgruppen 1 oder 2 mehr mit Impfungen versorgt werden müssen. Zur Vorbereitung auf eine mögliche Freigabe der Vorerkrankten der Priorisierungsgruppe 3 für Termine in Impfzentren fordern viele Betroffene Atteste bei ihren Ärzten an, die jedoch nicht immer ausgestellt werden. Denn viele Ärzte stellen die Atteste erst dann aus, wenn die Vorerkrankten der Priorisierungsgruppe 3 auch für die Impfzentren freigegeben werden.

Menschen, die aufgrund ihres Berufs einer der drei Priorisierungsgruppen angehören, benötigen laut KVWL eine Bescheinigung vom Arbeitgeber. Kontaktpersonen von Schwangeren, Pflegebedürftigen sowie vorerkrankten Kindern und Erwachsenen müssen zudem ein Formular ausfüllen. Die Formulare können Betroffene hier herunterladen.

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