Professorin aus Osnabrück berechnet Spielpläne bei Kabarett-Bundesliga Ohne Mathe läuft in der Bundesliga nichts / Ab Herbst Auftritte in Niedersachsen Von Marie-Luise Braun Osnabrück (lni). Ein Wettbewerb der scharfen Zungen ist die Kabarett-Bundesliga. Hier treten Kabarettisten und Comedians gegeneinander an, die Spielpläne dafür berechnet eine Professorin aus Osnabrück. Auftreten werden die Teilnehmer von Herbst an auch in Niedersachsen und Bremen. Bundesliga? Klar, da geht es um Tore, um Schnelligkeit, um sportliche Leistung. Um Leistung der anderen Art geht es in der Kabarett-Bundesliga. Die Osnabrücker Informatikerin Sigrid Knust hilft dabei, die Spielpläne zu berechnen, damit die Leistung der Wortklauber fair gemessen werden kann.Jeder spielt gegen jeden an jedem Veranstaltungsort. So zeigt es ein Poster in Knusts Büro an der Uni Osnabrück. Bunte Kästchen sind in feiner Regelmäßigkeit über sechs Monate angeordnet. Jede Farbe steht für einen der zwölf Kabarettisten, die vom 8. September an gegeneinander antreten - in zwölf Theatern quer durch die Republik, darunter auch Hannover, Osnabrück, Bremerhaven und Goslar. Hierfür Spielpläne zu erstellen, ist von Hand nahezu unmöglich. Einen passenden Vergleich für die Berechnung zu finden, ist auch nicht leicht: "Es ist ein bisschen wie Sudoku, aber viel komplizierter", erläutert Knust die Anordnung der Spiele. Jeweils zwei Kabarettisten treten pro Abend gegeneinander an.Einer beginnt, nach einer Pause macht der andere weiter. Am Ende bewertet das Publikum ihr Können. Auf dieser Basis wird dann die Tabelle der Liga berechnet. Damit hat Knust aber nichts mehr zu tun: "Das ist dann kein größeres mathematisches Problem mehr." Sigrid Knust kümmert sich darum, dass alle Vorgaben, alle Bedingungen der Liga in Gleichungen formuliert sind.Unbekannte Künstler sind nicht schlechter als PromisDamit füttert sie ihren Computer. "Den Rest der Berechnung erledige ich von Hand." Der Mensch ist also fitter, als der Computer? "Naja, die Kombination macht´s möglich", sagt Knust. 2009 bat der Kabarettist Theo Vagedes die Informatikerin um Hilfe. Damals hatte er gerade die Kabarett-Bundesliga gegründet.Acht Jahre lang stand er selbst als Comedian auf der Bühne. Über das Fach Bewegungstheater an der Sporthochschule Köln war er dazu gekommen, die Nähe zum Sport habe ihn auch auf die Idee zur Liga gebracht, erläutert der Künstler. Für die Teilnahme können sich Kabarettisten bewerben, eine Jury wählt sie aus."Viele, die im sich im Fernsehen präsentieren, sind nicht besser als die, die weniger bekannt sind", sagt Vagedes, der die Veranstaltungen organisiert und moderiert. Die Vergabe der ersten drei Plätze steigt am 7. Juni 2014 im Kabarett Wühlmäuse in Berlin. Der Sieger bekommt Geld und tritt in Theatern auf.

Professorin aus Osnabrück berechnet Spielpläne bei Kabarett-Bundesliga

Osnabrück (lni). Ein Wettbewerb der scharfen Zungen ist die Kabarett-Bundesliga. Hier treten Kabarettisten und Comedians gegeneinander an, die Spielpläne dafür berechnet eine Professorin aus Osnabrück. Auftreten werden die Teilnehmer von Herbst an auch in Niedersachsen und Bremen.

Philipp Scharri ist ein Künstler, der es bereits in die Kabarett-Bundesliga geschafft hat. - © Foto: dpa
Philipp Scharri ist ein Künstler, der es bereits in die Kabarett-Bundesliga geschafft hat. - © Foto: dpa

Bundesliga? Klar, da geht es um Tore, um Schnelligkeit, um sportliche Leistung. Um Leistung der anderen Art geht es in der Kabarett-Bundesliga. Die Osnabrücker Informatikerin Sigrid Knust hilft dabei, die Spielpläne zu berechnen, damit die Leistung der Wortklauber fair gemessen werden kann.

Jeder spielt gegen jeden an jedem Veranstaltungsort. So zeigt es ein Poster in Knusts Büro an der Uni Osnabrück. Bunte Kästchen sind in feiner Regelmäßigkeit über sechs Monate angeordnet. Jede Farbe steht für einen der zwölf Kabarettisten, die vom 8. September an gegeneinander antreten - in zwölf Theatern quer durch die Republik, darunter auch Hannover, Osnabrück, Bremerhaven und Goslar. Hierfür Spielpläne zu erstellen, ist von Hand nahezu unmöglich. Einen passenden Vergleich für die Berechnung zu finden, ist auch nicht leicht: "Es ist ein bisschen wie Sudoku, aber viel komplizierter", erläutert Knust die Anordnung der Spiele. Jeweils zwei Kabarettisten treten pro Abend gegeneinander an.

Einer beginnt, nach einer Pause macht der andere weiter. Am Ende bewertet das Publikum ihr Können. Auf dieser Basis wird dann die Tabelle der Liga berechnet. Damit hat Knust aber nichts mehr zu tun: "Das ist dann kein größeres mathematisches Problem mehr." Sigrid Knust kümmert sich darum, dass alle Vorgaben, alle Bedingungen der Liga in Gleichungen formuliert sind.

Unbekannte Künstler sind nicht schlechter als Promis
Damit füttert sie ihren Computer. "Den Rest der Berechnung erledige ich von Hand." Der Mensch ist also fitter, als der Computer? "Naja, die Kombination macht´s möglich", sagt Knust. 2009 bat der Kabarettist Theo Vagedes die Informatikerin um Hilfe. Damals hatte er gerade die Kabarett-Bundesliga gegründet.

Acht Jahre lang stand er selbst als Comedian auf der Bühne. Über das Fach Bewegungstheater an der Sporthochschule Köln war er dazu gekommen, die Nähe zum Sport habe ihn auch auf die Idee zur Liga gebracht, erläutert der Künstler. Für die Teilnahme können sich Kabarettisten bewerben, eine Jury wählt sie aus.

"Viele, die im sich im Fernsehen präsentieren, sind nicht besser als die, die weniger bekannt sind", sagt Vagedes, der die Veranstaltungen organisiert und moderiert. Die Vergabe der ersten drei Plätze steigt am 7. Juni 2014 im Kabarett Wühlmäuse in Berlin. Der Sieger bekommt Geld und tritt in Theatern auf.

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