Bünde 49-Jähriger in Bünde tot geprügelt: Staatsanwaltschaft geht von Auftragsmord aus Niklas Krämer Bünde. Die Bluttat im Mai in Hüffen hat für Entsetzen gesorgt. Selbst erfahrene Ermittler seien vom Ausmaß der Brutalität schockiert gewesen, hieß es damals aus Polizeikreisen. Nun werden weitere Hintergründe zu dem brutalen Mord bekannt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Auftragstat aus. Ein Moldawier soll die Unbekannten, die einen 49-Jährigen tot prügelten, in der Nacht zum 9. Mai in das Haus an die Pestalozzistraße geschickt haben. Der mutmaßliche Auftraggeber wird nun mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Nach Auskunft von Staatsanwalt Christoph Mackel sind die Personalien des mutmaßlichen Auftraggebers bekannt. Es soll sich um einen Mann aus der Republik Moldau handeln. Die deutschen Behörden haben daher ein Rechtshilfeersuchen an die Republik Moldau gestellt. "Wir wissen aber nicht, wo sich der Mann aktuell aufhält", sagt Mackel. Unklar ist weiterhin die Identität der Tatverdächtigen, die den 49-Jährigen tot geschlagen haben. Wie mehrfach berichtet, waren in der Nacht zum 9. Mai mehrere Personen in das renovierungsbedürftige Haus an der Pestalozzistraße eingedrungen und schlugen auf den 49-jährigen Vater sowie auf seinen Sohn (20) ein. Der 49-Jährige wurde durch die brutale Attacke getötet. Sein Sohn wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ihm sollen beide Arme gebrochen worden sein. Die Täter flüchteten. Die Polizei leitete unverzüglich die Fahndung - unter anderem mit einem Polizeihubschrauber - ein, doch sie blieb erfolglos. Umgehend wurde die Mordkommission "Hüffen" gebildet. Vater und Sohn hatten gefälschte rumänische Pässe Zunächst war die Rede davon, dass es sich bei den Opfern um Rumänen handelte. Wie exklusiv bereits Mitte Juni berichtet, stammen das Mordopfer und der 20-jährige Sohn jedoch nicht aus Rumänien, sondern sind illegal eingereist. Nur: Offiziell bestätigen wollte die Polizei Bielefeld das gegenüber der NW im Sommer nicht. Auf Anfrage hieß es aus der Pressestelle: „Nach Rücksprache mit unseren Ermittlern ist die Staatsangehörigkeit Bestandteil der Ermittlungen." Jede weitere Information würde die Ermittlungen gefährden, heißt es in der E-Mail weiter. Nun aber gibt es die Bestätigung, dass die rumänischen EU-Pässe gefälscht waren. "Sie hatten sich rumänische Pässe besorgt, um in Deutschland arbeiten zu können", erklärt Christoph Mackel. Vater und Sohn würden die moldawische Staatsangehörigkeit haben, kämen aus einer Kleinstadt in der Republik Moldau. "Die beiden haben hier Hilfstätigkeiten angeboten", sagt Mackel. Sie hätten sich bereits einige Wochen vor der Tat in der Gegend aufgehalten. Die gefälschten Pässe sind nach Ansicht der Ermittler das Motiv für das Tötungsdelikt. Denn bei dem mutmaßlichen Auftraggeber handelt es sich um einen sogenannten "Arbeitsvermittler", der moldawische Arbeitskräfte nach Deutschland beziehungsweise in die EU lotst. Wie Mackel berichtet, haben sich jedoch der 49-jährige Vater und sein Sohn selbst einen rumänischen Pass besorgt - ohne zutun des "Arbeitsvermittlers". Dadurch sei dem Mann aus Moldawien wohl die Provision durch die Lappen gegangen. Als er davon Wind bekam, habe er die unbekannten Schläger zum Vater und Sohn geschickt. Mit tödlichem Ausgang. Welche Rolle spielte der Mitbewohner? Während der Ermittlungen ist nun auch ein 21-jähriger Mitbewohner des Vaters und Sohns ins Visier der Fahnder geraten. Er soll dem moldawischen Arbeitsvermittler Hinweise gegeben haben, wo sich die beiden aufhielten. Und er soll den Tätern in der Nacht sogar die Haustür geöffnet haben, wie Mackel erzählt. Nun muss sich der Mitbewohner unter anderem wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vor dem Herforder Schöffengericht verantworten. "Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass der 49-Jährige getötet werden soll", erklärt der Staatsanwalt, warum der Mitbewohner nicht auch wegen Beihilfe zum Mord angeklagt worden ist. Der Prozess findet am Freitag, 22. Oktober, um 9 Uhr vor dem Herforder Schöffengericht statt.
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49-Jähriger in Bünde tot geprügelt: Staatsanwaltschaft geht von Auftragsmord aus

Mitarbeiter der Spurensicherung untersuchen das Haus in Hüffen nach dem Tötungsdelikt. © Gerald Dunkel

Bünde. Die Bluttat im Mai in Hüffen hat für Entsetzen gesorgt. Selbst erfahrene Ermittler seien vom Ausmaß der Brutalität schockiert gewesen, hieß es damals aus Polizeikreisen. Nun werden weitere Hintergründe zu dem brutalen Mord bekannt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Auftragstat aus. Ein Moldawier soll die Unbekannten, die einen 49-Jährigen tot prügelten, in der Nacht zum 9. Mai in das Haus an die Pestalozzistraße geschickt haben. Der mutmaßliche Auftraggeber wird nun mit einem europäischen Haftbefehl gesucht.

Nach Auskunft von Staatsanwalt Christoph Mackel sind die Personalien des mutmaßlichen Auftraggebers bekannt. Es soll sich um einen Mann aus der Republik Moldau handeln. Die deutschen Behörden haben daher ein Rechtshilfeersuchen an die Republik Moldau gestellt. "Wir wissen aber nicht, wo sich der Mann aktuell aufhält", sagt Mackel. Unklar ist weiterhin die Identität der Tatverdächtigen, die den 49-Jährigen tot geschlagen haben.

Wie mehrfach berichtet, waren in der Nacht zum 9. Mai mehrere Personen in das renovierungsbedürftige Haus an der Pestalozzistraße eingedrungen und schlugen auf den 49-jährigen Vater sowie auf seinen Sohn (20) ein. Der 49-Jährige wurde durch die brutale Attacke getötet. Sein Sohn wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Ihm sollen beide Arme gebrochen worden sein. Die Täter flüchteten. Die Polizei leitete unverzüglich die Fahndung - unter anderem mit einem Polizeihubschrauber - ein, doch sie blieb erfolglos. Umgehend wurde die Mordkommission "Hüffen" gebildet.

Vater und Sohn hatten gefälschte rumänische Pässe

Zunächst war die Rede davon, dass es sich bei den Opfern um Rumänen handelte. Wie exklusiv bereits Mitte Juni berichtet, stammen das Mordopfer und der 20-jährige Sohn jedoch nicht aus Rumänien, sondern sind illegal eingereist. Nur: Offiziell bestätigen wollte die Polizei Bielefeld das gegenüber der NW im Sommer nicht. Auf Anfrage hieß es aus der Pressestelle: „Nach Rücksprache mit unseren Ermittlern ist die Staatsangehörigkeit Bestandteil der Ermittlungen." Jede weitere Information würde die Ermittlungen gefährden, heißt es in der E-Mail weiter.

Nun aber gibt es die Bestätigung, dass die rumänischen EU-Pässe gefälscht waren. "Sie hatten sich rumänische Pässe besorgt, um in Deutschland arbeiten zu können", erklärt Christoph Mackel. Vater und Sohn würden die moldawische Staatsangehörigkeit haben, kämen aus einer Kleinstadt in der Republik Moldau. "Die beiden haben hier Hilfstätigkeiten angeboten", sagt Mackel. Sie hätten sich bereits einige Wochen vor der Tat in der Gegend aufgehalten.

Die gefälschten Pässe sind nach Ansicht der Ermittler das Motiv für das Tötungsdelikt. Denn bei dem mutmaßlichen Auftraggeber handelt es sich um einen sogenannten "Arbeitsvermittler", der moldawische Arbeitskräfte nach Deutschland beziehungsweise in die EU lotst. Wie Mackel berichtet, haben sich jedoch der 49-jährige Vater und sein Sohn selbst einen rumänischen Pass besorgt - ohne zutun des "Arbeitsvermittlers". Dadurch sei dem Mann aus Moldawien wohl die Provision durch die Lappen gegangen. Als er davon Wind bekam, habe er die unbekannten Schläger zum Vater und Sohn geschickt. Mit tödlichem Ausgang.

Welche Rolle spielte der Mitbewohner?

Während der Ermittlungen ist nun auch ein 21-jähriger Mitbewohner des Vaters und Sohns ins Visier der Fahnder geraten. Er soll dem moldawischen Arbeitsvermittler Hinweise gegeben haben, wo sich die beiden aufhielten. Und er soll den Tätern in der Nacht sogar die Haustür geöffnet haben, wie Mackel erzählt. Nun muss sich der Mitbewohner unter anderem wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vor dem Herforder Schöffengericht verantworten. "Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass der 49-Jährige getötet werden soll", erklärt der Staatsanwalt, warum der Mitbewohner nicht auch wegen Beihilfe zum Mord angeklagt worden ist. Der Prozess findet am Freitag, 22. Oktober, um 9 Uhr vor dem Herforder Schöffengericht statt.

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