Hüllhorst/ Rahden 400er-Marke durchbrochen: Inzidenzwert in Hüllhorst auf neuem Höchststand Désirée Winter,Kirsten Tirre Hüllhorst/Rahden. Nachdem die Kommune Hüllhorst am 26. Januar beim Inzidenzwert erstmals die 400er-Marke geknackt hatte, war der Wert in den vergangenen Tagen wieder etwas gesunken. Doch heute Nachmittag teilte der Kreis Minden-Lübbecke die aktuellen Corona-Fallzahlen für das Kreisgebiet mit, die für Hüllhorst 19 Neuinfizierte ausweisen. Damit stieg der Inzidenzwert der Gemeinde auf einen neuen Rekordwert von 414,36. Für Freitag, 29. Januar, meldet der Kreis auf seinem Dashboard damit 121 aktive Corona-Fälle in Hüllhorst. Am Vortag waren es noch 107 Infizierte. Bürgermeister Michael Kasche zeigte sich nachmittags komplett überrascht von der Entwicklung. Durch Nachforschungen konnte Kasche am frühen Abend dann für die Aufklärung des starken Anstiegs sorgen. "Am Donnerstag hat das Gesundheitsamt nochmal im Seniorenheim Benediktuspark getestet. Daher stammen die Zahlen", erklärt Kasche. Bereits Anfang der Woche hat es in dem Seniorenheim einen massiven Corona-Ausbruch mit 19 infizierten Bewohnern und einer Mitarbeiterin gegeben. "Wir wissen nicht, woher der Ausbruch in unserem Haus in Hüllhorst kommt", sagt Michael Manneck, Geschäftsführer der Einrichtung. Er vermute aber, dass das Virus von außen in das Hüllhorster Haus gekommen ist. "In NRW sollen die Seniorenheime alle offen bleiben und die Schnelltests schlagen nicht an, wenn der Virenbefall nur gering ist. Da kann es schnell passieren, dass sich das Virus dann trotz Schutzmaßnahmen ausbreitet." In den Häusern des Benediktusparks werde weiterhin regelmäßig mit Schnelltests getestet. Gerade die Bewohner mit einem positiven PCR-Test sollen verstärkt überprüft werden. Bei einigen der Bewohner, die beim ersten PCR-Test des Gesundheitsamtes positiv waren, schlage der Schnelltest nicht mehr an. "Die Infektiosität der Bewohner geht zurück. Das ist ein gutes Zeichen", so Manneck. Auch gebe es weiterhin keinen einzigen Bewohner mit Symptomen. "Bei uns sind schon alle das erste Mal geimpft. Vielleicht zeigt die Impfung schon Wirkung, sodass die Symptome aus bleiben", vermutet Manneck. Aufgrund des hohen Inzidenzwertes in der Gemeinde Hüllhorst wurde an die Redaktion die Frage eines Lesers herangetragen, warum im Seniorenheim Benediktuspark bislang keine Untersuchung auf eine Viren-Mutation erfolgt sei. Bei den größeren Ausbruchsgeschehen auf einer Station im Lübbecker Krankenhaus sowie in der Senioreneinrichtung Gärtner in Pr. Ströhen waren sogenannte Sequenzierungen, das bedeutet spezielle Untersuchungen, ob es sich um die hochansteckenden Mutationen des Corona-Virus handeln könnte, veranlasst worden. Auf Nachfrage teilt Mirjana Lenz, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke mit, dass die Entscheidungen, ob eine Sequenzierung veranlasst wird, von Seiten der Labore und Ärzte getroffen wird. Die Kriterien für eine derartige Entscheidung würden entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) gefällt. Wie Mirjana Lenz weiter mitteilt, würden aktuell die Vorbereitungen für eine Sequenzierung der Proben der Erkrankten im Benediktuspark getroffen. Die RNA-Proben aus dem Krankenhaus Lübbecke, die im Labor der Charité in Berlin untersucht wurden, wiesen keine Spuren einer neuartigen Virus-Mutation auf. Die Ergebnisse für das Seniorenheim Gärtner in Pr. Ströhen stehen derzeit noch aus. Die Proben wurden bereits vor mehr als einer Woche an die Charité verschickt. Bislang wurden auch nur Proben des Krankenhauses Lübbecke und der Pr. Ströher Senioreneinrichtung in dem Berliner Labor sequenziert. Mirjana Lenz dazu: „Das Referenzlabor der Charité hat eine lange Bearbeitungszeit, daher haben wir bisher wenige Aufträge zur Sequenzierung vergeben." Das Kreisgesundheitsamt leite daher bei größeren Ausbrüchen sofortig Maßnahmen ein, um die Ausbrüche zu begrenzen. „Diese Maßnahmen wirken." Bislang seien Proben für eine Sequenzierung an die Charité gegangen, demnächst würden diese an Labore in Köln gegeben, die in höherer Anzahl Sequenzierungen vornehmen könnten. „Die Mühlenkreiskliniken bieten Zwischenlösung zur Voruntersuchung an, diese werden wir demnächst nutzen", so Lenz. Obwohl noch nicht bekannt ist, ob es sich im Seniorenheim Gärtner um eine mutierte Variante des Virus handle, wurde am Donnerstag die Quarantäne der Einrichtung aufgehoben. Ab Montag können die Bewohner dort wieder Besuch ihrer Angehörigen empfangen. "Wir informieren die Angehörigen schriftlich und teilen ihnen dabei auch die Regeln für die Besuche mit", sagt Geschäftsführer Jürgen Storz. Es werde klar geregelte Besuchszeiten geben. Außerdem werde bei jedem Besucher von geschultem Personal ein Corona-Schnelltest gemacht. Erst dann dürfe das Haus betreten werden. Mit dem Ende der Quarantäne ist auch die Sperre für die Aufnahme neuer Bewohner aufgehoben. "Langsam wird der normale Betrieb wieder anlaufen und wir können neue Bewohner begrüßen. Aber auch das müssen wir erst einmal organisieren", sagt Storz. Nach den jüngsten Entwicklungen hoffe Storz, dass zum Ende der kommenden Woche ein Impftermin feststehe. "Wir müssen jetzt erst einmal eine passende Menge an Impfdosen bestellen. Und dann sollten wir nach einigen Tagen den Termin erfahren."
Hüllhorst/ Rahden

400er-Marke durchbrochen: Inzidenzwert in Hüllhorst auf neuem Höchststand

Auslöser für den Anstieg in Hüllhorst sind weitere Infektionen im Seniorenheim Benediktuspark. © Désirée Winter

Hüllhorst/Rahden. Nachdem die Kommune Hüllhorst am 26. Januar beim Inzidenzwert erstmals die 400er-Marke geknackt hatte, war der Wert in den vergangenen Tagen wieder etwas gesunken. Doch heute Nachmittag teilte der Kreis Minden-Lübbecke die aktuellen Corona-Fallzahlen für das Kreisgebiet mit, die für Hüllhorst 19 Neuinfizierte ausweisen. Damit stieg der Inzidenzwert der Gemeinde auf einen neuen Rekordwert von 414,36. Für Freitag, 29. Januar, meldet der Kreis auf seinem Dashboard damit 121 aktive Corona-Fälle in Hüllhorst. Am Vortag waren es noch 107 Infizierte. Bürgermeister Michael Kasche zeigte sich nachmittags komplett überrascht von der Entwicklung.

Durch Nachforschungen konnte Kasche am frühen Abend dann für die Aufklärung des starken Anstiegs sorgen. "Am Donnerstag hat das Gesundheitsamt nochmal im Seniorenheim Benediktuspark getestet. Daher stammen die Zahlen", erklärt Kasche. Bereits Anfang der Woche hat es in dem Seniorenheim einen massiven Corona-Ausbruch mit 19 infizierten Bewohnern und einer Mitarbeiterin gegeben.

"Wir wissen nicht, woher der Ausbruch in unserem Haus in Hüllhorst kommt", sagt Michael Manneck, Geschäftsführer der Einrichtung. Er vermute aber, dass das Virus von außen in das Hüllhorster Haus gekommen ist. "In NRW sollen die Seniorenheime alle offen bleiben und die Schnelltests schlagen nicht an, wenn der Virenbefall nur gering ist. Da kann es schnell passieren, dass sich das Virus dann trotz Schutzmaßnahmen ausbreitet."

In den Häusern des Benediktusparks werde weiterhin regelmäßig mit Schnelltests getestet. Gerade die Bewohner mit einem positiven PCR-Test sollen verstärkt überprüft werden. Bei einigen der Bewohner, die beim ersten PCR-Test des Gesundheitsamtes positiv waren, schlage der Schnelltest nicht mehr an. "Die Infektiosität der Bewohner geht zurück. Das ist ein gutes Zeichen", so Manneck.

Auch gebe es weiterhin keinen einzigen Bewohner mit Symptomen. "Bei uns sind schon alle das erste Mal geimpft. Vielleicht zeigt die Impfung schon Wirkung, sodass die Symptome aus bleiben", vermutet Manneck.

Aufgrund des hohen Inzidenzwertes in der Gemeinde Hüllhorst wurde an die Redaktion die Frage eines Lesers herangetragen, warum im Seniorenheim Benediktuspark bislang keine Untersuchung auf eine Viren-Mutation erfolgt sei. Bei den größeren Ausbruchsgeschehen auf einer Station im Lübbecker Krankenhaus sowie in der Senioreneinrichtung Gärtner in Pr. Ströhen waren sogenannte Sequenzierungen, das bedeutet spezielle Untersuchungen, ob es sich um die hochansteckenden Mutationen des Corona-Virus handeln könnte, veranlasst worden.

Auf Nachfrage teilt Mirjana Lenz, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke mit, dass die Entscheidungen, ob eine Sequenzierung veranlasst wird, von Seiten der Labore und Ärzte getroffen wird. Die Kriterien für eine derartige Entscheidung würden entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) gefällt. Wie Mirjana Lenz weiter mitteilt, würden aktuell die Vorbereitungen für eine Sequenzierung der Proben der Erkrankten im Benediktuspark getroffen.

Die RNA-Proben aus dem Krankenhaus Lübbecke, die im Labor der Charité in Berlin untersucht wurden, wiesen keine Spuren einer neuartigen Virus-Mutation auf. Die Ergebnisse für das Seniorenheim Gärtner in Pr. Ströhen stehen derzeit noch aus. Die Proben wurden bereits vor mehr als einer Woche an die Charité verschickt. Bislang wurden auch nur Proben des Krankenhauses Lübbecke und der Pr. Ströher Senioreneinrichtung in dem Berliner Labor sequenziert.

Mirjana Lenz dazu: „Das Referenzlabor der Charité hat eine lange Bearbeitungszeit, daher haben wir bisher wenige Aufträge zur Sequenzierung vergeben." Das Kreisgesundheitsamt leite daher bei größeren Ausbrüchen sofortig Maßnahmen ein, um die Ausbrüche zu begrenzen. „Diese Maßnahmen wirken."

Bislang seien Proben für eine Sequenzierung an die Charité gegangen, demnächst würden diese an Labore in Köln gegeben, die in höherer Anzahl Sequenzierungen vornehmen könnten. „Die Mühlenkreiskliniken bieten Zwischenlösung zur Voruntersuchung an, diese werden wir demnächst nutzen", so Lenz.

Obwohl noch nicht bekannt ist, ob es sich im Seniorenheim Gärtner um eine mutierte Variante des Virus handle, wurde am Donnerstag die Quarantäne der Einrichtung aufgehoben. Ab Montag können die Bewohner dort wieder Besuch ihrer Angehörigen empfangen. "Wir informieren die Angehörigen schriftlich und teilen ihnen dabei auch die Regeln für die Besuche mit", sagt Geschäftsführer Jürgen Storz. Es werde klar geregelte Besuchszeiten geben. Außerdem werde bei jedem Besucher von geschultem Personal ein Corona-Schnelltest gemacht. Erst dann dürfe das Haus betreten werden.

Mit dem Ende der Quarantäne ist auch die Sperre für die Aufnahme neuer Bewohner aufgehoben. "Langsam wird der normale Betrieb wieder anlaufen und wir können neue Bewohner begrüßen. Aber auch das müssen wir erst einmal organisieren", sagt Storz. Nach den jüngsten Entwicklungen hoffe Storz, dass zum Ende der kommenden Woche ein Impftermin feststehe. "Wir müssen jetzt erst einmal eine passende Menge an Impfdosen bestellen. Und dann sollten wir nach einigen Tagen den Termin erfahren."

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales