40.000 Bienen in einem Garten: Imker fangen ausgebüxte Schwärme in Hessisch Oldendorf ein Jens Spickermann Hessisch Oldendorf (szlz). Es war ein interessantes Naturschauspiel, das sich am Pfingstmontag an vier verschiedenen Orten der Stadt Hessisch Oldendorf ereignet hat und einige Schaulustige anzog: Große Bienenschwärme, die offenbar zuvor aus ihrer Behausung ausgebüxt waren, hatten sich in Traubenform an Ästen und Zweigen niedergelassen. Unter anderem an der Hemeringer Lisettenstraße summten plötzlich 30.000 bis 40.000 der Insekten in einem Privatgarten. Anwohner riefen die Hobbyimker Frank und Marvin Sonntag herbei, die die Schwärme wieder einfingen. Dass an nur einem Tag an vier verschiedenen Orten der Stadt plötzlich jeweils drei bis vier Kilogramm Bienen auf Ästen summen, mag wie ein ungewöhnliches Phänomen erscheinen. Frank Sonntag, der selbst 20 Bienenstöcke besitzt, hat dafür aber eine gute Erklärung: Zurzeit stünden die Rapsfelder in voller Blüte, die Bienen könnten mehrere Kilo Nektar pro Tag sammeln. Dadurch könne der Bienenstock zu eng werden, sodass die Temperatur im Inneren zu stark steige und zudem nicht mehr genug Platz für die Brut sei, erklärt Sonntag. Da das plötzlich warme und sonnige Wetter am Pfingstmontag die Temperatur in den Bienenstöcken noch zusätzlich in die Höhe getrieben habe, seien die Königinnen der Völker ausgeflogen und jeweils zwei Drittel der Arbeiterinnen gefolgt. Normalerweise würden dann Kundschafterinnen nach einem neuen Unterschlupf Ausschau halten – beispielsweise in hohlen Bäumen. Solche neuen Nester sind jedoch nicht überall erwünscht; es sei daher die Aufgabe eines Imkers, die ausgerissenen Bienenvölker wieder einzufangen, sagt Sonntag. Dafür sei er mit seinem Sohn Marvin am Montag viermal in Hemeringen und Fischbeck unterwegs gewesen. Doch wie geht man mit einem großen, summenden Haufen stechender Insekten um? Der Bienenschwarm könne einfach in einen Beutel oder Eimer geschüttelt werden – an der Lisettenstraße sei es recht einfach gewesen, einfach den richtigen Ast abzuschneiden, sagt Sonntag. Das Auffangbehältnis müsse etwas feucht sei, damit die Insekten darin nicht überhitzen. Danach habe er die Bienenvölker in vorbereitete Kästen gesetzt, die schon einige Larven eines anderen Volkes enthielten. Diese als „Beuten“ bezeichneten Behältnisse würden von den Bienen dann in der Regel als neue Behausung angenommen. Die ausgebüxten Völker bewahre er nun abseits seiner eigenen Bienen auf, damit sich eventuelle Krankheiten nicht übertragen können, sagt Sonntag. Falls jemand in das Imker-Hobby neu einsteigen wolle, würde er die Bienenstöcke gerne verschenken. An der Lisettenstraße hat die Aktion unter den Anwohnern zur Unterhaltung beigetragen. „Das war so beieindruckend, dass sie die Leute da versammelten“, sagt ein Nachbar. „Das war ein Magnet für alle Anwohner.“ In diesem Fall haben die Sonntags das Grundstück nach Abstimmung mit dem Eigentümer betreten. Ein Imker, dessen eigenes Bienenvolk ungewollt auf Wanderschaft geht, dürfe es aber auch auf fremde Grundstücke verfolgen, ohne die Besitzer um Erlaubnis zu fragen, sagt Sonntag. So sehe es das Bürgerliche Gesetzbuch vor.

40.000 Bienen in einem Garten: Imker fangen ausgebüxte Schwärme in Hessisch Oldendorf ein

Frank Sonntag (links) und sein Sohn Marvin Sonntag haben am Montag an insgesamt vier Orten Bienenvölker eingefangen. Foto: Wolfgang Lüttjen/pr © wolfgang lütjen pr

Hessisch Oldendorf (szlz). Es war ein interessantes Naturschauspiel, das sich am Pfingstmontag an vier verschiedenen Orten der Stadt Hessisch Oldendorf ereignet hat und einige Schaulustige anzog: Große Bienenschwärme, die offenbar zuvor aus ihrer Behausung ausgebüxt waren, hatten sich in Traubenform an Ästen und Zweigen niedergelassen.

Unter anderem an der Hemeringer Lisettenstraße summten plötzlich 30.000 bis 40.000 der Insekten in einem Privatgarten. Anwohner riefen die Hobbyimker Frank und Marvin Sonntag herbei, die die Schwärme wieder einfingen.

Dass an nur einem Tag an vier verschiedenen Orten der Stadt plötzlich jeweils drei bis vier Kilogramm Bienen auf Ästen summen, mag wie ein ungewöhnliches Phänomen erscheinen. Frank Sonntag, der selbst 20 Bienenstöcke besitzt, hat dafür aber eine gute Erklärung: Zurzeit stünden die Rapsfelder in voller Blüte, die Bienen könnten mehrere Kilo Nektar pro Tag sammeln. Dadurch könne der Bienenstock zu eng werden, sodass die Temperatur im Inneren zu stark steige und zudem nicht mehr genug Platz für die Brut sei, erklärt Sonntag. Da das plötzlich warme und sonnige Wetter am Pfingstmontag die Temperatur in den Bienenstöcken noch zusätzlich in die Höhe getrieben habe, seien die Königinnen der Völker ausgeflogen und jeweils zwei Drittel der Arbeiterinnen gefolgt. Normalerweise würden dann Kundschafterinnen nach einem neuen Unterschlupf Ausschau halten – beispielsweise in hohlen Bäumen. Solche neuen Nester sind jedoch nicht überall erwünscht; es sei daher die Aufgabe eines Imkers, die ausgerissenen Bienenvölker wieder einzufangen, sagt Sonntag. Dafür sei er mit seinem Sohn Marvin am Montag viermal in Hemeringen und Fischbeck unterwegs gewesen. Doch wie geht man mit einem großen, summenden Haufen stechender Insekten um?

Der Bienenschwarm könne einfach in einen Beutel oder Eimer geschüttelt werden – an der Lisettenstraße sei es recht einfach gewesen, einfach den richtigen Ast abzuschneiden, sagt Sonntag. Das Auffangbehältnis müsse etwas feucht sei, damit die Insekten darin nicht überhitzen. Danach habe er die Bienenvölker in vorbereitete Kästen gesetzt, die schon einige Larven eines anderen Volkes enthielten. Diese als „Beuten“ bezeichneten Behältnisse würden von den Bienen dann in der Regel als neue Behausung angenommen. Die ausgebüxten Völker bewahre er nun abseits seiner eigenen Bienen auf, damit sich eventuelle Krankheiten nicht übertragen können, sagt Sonntag. Falls jemand in das Imker-Hobby neu einsteigen wolle, würde er die Bienenstöcke gerne verschenken. An der Lisettenstraße hat die Aktion unter den Anwohnern zur Unterhaltung beigetragen. „Das war so beieindruckend, dass sie die Leute da versammelten“, sagt ein Nachbar. „Das war ein Magnet für alle Anwohner.“

In diesem Fall haben die Sonntags das Grundstück nach Abstimmung mit dem Eigentümer betreten. Ein Imker, dessen eigenes Bienenvolk ungewollt auf Wanderschaft geht, dürfe es aber auch auf fremde Grundstücke verfolgen, ohne die Besitzer um Erlaubnis zu fragen, sagt Sonntag. So sehe es das Bürgerliche Gesetzbuch vor.

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