Herford 32-Jährige stirbt nach Impfung: Familie und Anwältin äußern sich zum Tod Ilja Regier Herford. Fast zwei Monate nach dem Tod von Dana O. hat die Familie nun Gewissheit. Die 32-jährige Psychologin und Herforderin verstarb wenige Tage nach ihrer Impfung mit Astrazeneca am 9. März. Unklar war zunächst, ob es sich um einen Impfschaden oder ein Unglück handelte. Das ist nun geklärt, wie der Kreis mitteilt. Die Ergebnisse des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald zeigten, dass eine Immunreaktion auf den Impfstoff Astrazeneca zum Tod der Frau geführt hat. Es handelt sich um keinen Fall der Sinusvenenthrombose. Dabei wird die Verne verstopft, die das Blut vom Gehirn zurück zum Herzen leitet. Neun Menschen starben daran laut dem Paul-Ehrlich-Institut bereits in Deutschland nach der Impfung mit Astrazeneca. Die Impfe hat bei der 32-Jährigen allerdings dafür gesorgt, dass eine Gerinnungsstörung eine Massenblutung im Gehirn auslöste (Immunthrombozytopenie). "Wir werden den eingetreten Impfschaden mit Todesfolge bei der zuständigen Behörde, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), melden", sagt Erika Leimkühler, Fachanwältin für Medizinrecht. Der LWL könnte dann für das Sterbe- und Bestattungsgeld aufkommen. Eine Klage gegen den schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca oder Ärzte sieht Leimkühler derzeit nicht vor. Das abschließende Ergebnis der Rechtsmedizin Münster hat Petra O., die Mutter der Verstorbenen, genauso erwartet, sagt sie im Gespräch mit der NW. "Für mich ist ihr Verlust eine Katastrophe, etwas Schlimmeres hätte mir nicht passieren können." Besonders weh tue ihr, dass der Tochter die Chance auf das Leben genommen wurde. Als Impfgegnerin betrachte sie sich dennoch nicht. Den Fall der 32-Jährigen macht sie deswegen publik, weil die Nebenwirkungen der Impfstoffe tödliche Folgen haben können und die Risiken nicht außer Acht gelassen werden sollten. "Ich möchte keine Panik schüren, sondern darauf hinweisen, was wirklich mit meiner Tochter geschehen ist." Die Psychologin und Radsportlerin arbeitete in der Rehaklinik Berolina in Löhne und erhielt das Vakzin Ende Februar im Impfzentrum Enger. Die 32-Jährige hatte keine Vorerkrankungen und litt lediglich an Migräne. Nach der Impfung klagte sie mehrere Tage über Kopfschmerzen. Der Psychologin ist nicht klar gewesen, dass die Schmerzen in Verbindung mit der Impfung standen, so die Mutter. Erst nach ihrem Tod häuften sich die Medienberichte über ungewöhnliche Blutgerinnsel und Thrombosen, was zu einem zwischenzeitlichen Impfstopp mit Astrazeneca führte. "Sie gehörte nicht zur Risikogruppe und ließ sich nur impfen, weil sie die Bewohner in der Rehaklinik schützen wollte", sagt ihre Mutter. In dem Zusammenhang betont die Anwältin Leimkühler, dass die Impfungen für die Herdenimmunität wichtig seien: "Das Risiko gerade für Menschen und wie in dem Fall vorwiegend Frauen noch jüngeren Alters, die voll im Leben stehen, im Studium, Beruf oder als Familienmanagerin, darf nicht unterschätzt werden." Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das Mittel von Astrazeneca in Deutschland nur noch für über 60-Jährige. Als das Kreis-Gesundheitsamt über den Fall der Frau informiert worden ist, hat es aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Tod und Impfung umgehend das Landeszentrum Gesundheit (LZG NRW) und das Paul-Ehrlich-Institut informiert. Es wurde von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eine Obduktion veranlasst, die die Todesursache noch nicht endgültig klären konnte, sodass weitere Untersuchungen an der Universität Greifswald notwendig gewesen sind. Indes äußert auch der Kreis sein Beileid. "Wir sind über den Tod der jungen Frau, die mitten aus dem Leben gerissen wurde, tief traurig. Mit der Impfung wollte sie sich selber und vor allem andere Menschen schützen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Wir wünschen ihnen viel Kraft", so Landrat Jürgen Müller. Auch Krisenstabsleiter Markus Altenhöner zeigte sich betroffen und wendete sich zuvor bereits in einem persönlichen Brief an die Mutter: "Der Tod der jungen Frau hat mich und meine Kollegen sehr hart getroffen. Die Planungen und der Betrieb rund um das Impfzentrum erfordern sehr viel Energie. Diese konnte ich daraus ziehen, dass wir vielen Menschen mit der Impfung das Leben gerettet haben." Jetzt sei ein Mensch wegen einer Impfung gestorben. "Das geht nicht spurlos an uns allen vorüber. Aber ich frage mich viel mehr, wie es den Angehörigen gehen muss. Ihnen gilt mein aufrichtiges Beileid".
Herford

32-Jährige stirbt nach Impfung: Familie und Anwältin äußern sich zum Tod

Die Psychologin aus Herford bekam Ende Februar das Vakzin von Astrazeneca. © Symbolbild: Pixabay

Herford. Fast zwei Monate nach dem Tod von Dana O. hat die Familie nun Gewissheit. Die 32-jährige Psychologin und Herforderin verstarb wenige Tage nach ihrer Impfung mit Astrazeneca am 9. März. Unklar war zunächst, ob es sich um einen Impfschaden oder ein Unglück handelte. Das ist nun geklärt, wie der Kreis mitteilt. Die Ergebnisse des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald zeigten, dass eine Immunreaktion auf den Impfstoff Astrazeneca zum Tod der Frau geführt hat.

Es handelt sich um keinen Fall der Sinusvenenthrombose. Dabei wird die Verne verstopft, die das Blut vom Gehirn zurück zum Herzen leitet. Neun Menschen starben daran laut dem Paul-Ehrlich-Institut bereits in Deutschland nach der Impfung mit Astrazeneca. Die Impfe hat bei der 32-Jährigen allerdings dafür gesorgt, dass eine Gerinnungsstörung eine Massenblutung im Gehirn auslöste (Immunthrombozytopenie). "Wir werden den eingetreten Impfschaden mit Todesfolge bei der zuständigen Behörde, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), melden", sagt Erika Leimkühler, Fachanwältin für Medizinrecht. Der LWL könnte dann für das Sterbe- und Bestattungsgeld aufkommen. Eine Klage gegen den schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca oder Ärzte sieht Leimkühler derzeit nicht vor.

Das abschließende Ergebnis der Rechtsmedizin Münster hat Petra O., die Mutter der Verstorbenen, genauso erwartet, sagt sie im Gespräch mit der NW. "Für mich ist ihr Verlust eine Katastrophe, etwas Schlimmeres hätte mir nicht passieren können." Besonders weh tue ihr, dass der Tochter die Chance auf das Leben genommen wurde. Als Impfgegnerin betrachte sie sich dennoch nicht. Den Fall der 32-Jährigen macht sie deswegen publik, weil die Nebenwirkungen der Impfstoffe tödliche Folgen haben können und die Risiken nicht außer Acht gelassen werden sollten. "Ich möchte keine Panik schüren, sondern darauf hinweisen, was wirklich mit meiner Tochter geschehen ist."

Die Psychologin und Radsportlerin arbeitete in der Rehaklinik Berolina in Löhne und erhielt das Vakzin Ende Februar im Impfzentrum Enger. Die 32-Jährige hatte keine Vorerkrankungen und litt lediglich an Migräne. Nach der Impfung klagte sie mehrere Tage über Kopfschmerzen. Der Psychologin ist nicht klar gewesen, dass die Schmerzen in Verbindung mit der Impfung standen, so die Mutter. Erst nach ihrem Tod häuften sich die Medienberichte über ungewöhnliche Blutgerinnsel und Thrombosen, was zu einem zwischenzeitlichen Impfstopp mit Astrazeneca führte. "Sie gehörte nicht zur Risikogruppe und ließ sich nur impfen, weil sie die Bewohner in der Rehaklinik schützen wollte", sagt ihre Mutter.

In dem Zusammenhang betont die Anwältin Leimkühler, dass die Impfungen für die Herdenimmunität wichtig seien: "Das Risiko gerade für Menschen und wie in dem Fall vorwiegend Frauen noch jüngeren Alters, die voll im Leben stehen, im Studium, Beruf oder als Familienmanagerin, darf nicht unterschätzt werden." Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das Mittel von Astrazeneca in Deutschland nur noch für über 60-Jährige.

Als das Kreis-Gesundheitsamt über den Fall der Frau informiert worden ist, hat es aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Tod und Impfung umgehend das Landeszentrum Gesundheit (LZG NRW) und das Paul-Ehrlich-Institut informiert. Es wurde von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eine Obduktion veranlasst, die die Todesursache noch nicht endgültig klären konnte, sodass weitere Untersuchungen an der Universität Greifswald notwendig gewesen sind.

Indes äußert auch der Kreis sein Beileid. "Wir sind über den Tod der jungen Frau, die mitten aus dem Leben gerissen wurde, tief traurig. Mit der Impfung wollte sie sich selber und vor allem andere Menschen schützen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Wir wünschen ihnen viel Kraft", so Landrat Jürgen Müller.

Auch Krisenstabsleiter Markus Altenhöner zeigte sich betroffen und wendete sich zuvor bereits in einem persönlichen Brief an die Mutter: "Der Tod der jungen Frau hat mich und meine Kollegen sehr hart getroffen. Die Planungen und der Betrieb rund um das Impfzentrum erfordern sehr viel Energie. Diese konnte ich daraus ziehen, dass wir vielen Menschen mit der Impfung das Leben gerettet haben." Jetzt sei ein Mensch wegen einer Impfung gestorben. "Das geht nicht spurlos an uns allen vorüber. Aber ich frage mich viel mehr, wie es den Angehörigen gehen muss. Ihnen gilt mein aufrichtiges Beileid".

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