2G im Einzelhandel beschlossen: Was das für Kunden in OWL bedeutet Lukas Brekenkamp Bielefeld. Shoppen nur noch für Geimpfte und Genesene: Geht es nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz, soll das zeitnah bundesweit gelten. Für den Einzelhandel in OWL ein Schlag ins Gesicht - und eine neue, große Herausforderung. Thomas Kunz ist bedient. Der Geschäftsführer des Einzelhandeslverbands in OWL sagt deutlich: "Wir denken, die 2G-Regelung für Geschäfte ist verfassungsrechtlich nicht tragbar." Schon zuvor wurden im Einzelhandel bundesweit Stimmen laut, die ähnlich argumentierten. Wie der Handelsverband Deutschland, der das sogar mit einem Gutachten stützt. Der Tenor: Die Regelung greife in den geschützten Rechte der Einzelhändler ein.So oder so - in OWL müssen sich die Geschäfte nun darauf einstellen, künftig zu kontrollieren, ob die Kunden tatsächlich geimpft oder genesen sind. "Und das im Weihnachtsgeschäft", beklagt Kunz. Sowieso der wohl wichtigsten Zeit im Jahr für die Geschäfte. Ausnahmen gelten laut Beschlüssen nur für Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Und wie sieht die Kontrolle aus? "Wohl oder übel müssen die Geschäfte zusätzliches Personal bereitstellen, das am Eingang die Nachweise kontrolliert", sagt Kunz. "Wir verstehen nicht, wieso die Pflicht nicht beim Kunden liegt." Sein Vorschlag: Die Besucher der Geschäfte müssen sich über Konsequenzen im Klaren sein, das Ordnungsamt solle stichprobenartig kontrollieren. "Der Aufwand bei 2G ist für die Einzelhändler enorm", betont Kunz. Technische Möglichkeiten? Kaum umsetzbar - und aktuell noch leicht zu umgehen. Immerhin droht den Einzelhändlern eine Strafe, wenn Ungeimpfte doch im Laden shoppen. "Die Sorge der Einzelhändler ist aktuell klar: sie fürchten, dass der Umsatz sinkt. Noch mehr, als sowieso", so der Geschäftsführer.Auch die großen Ketten wappnen sich mittlerweile. Zum Beispiel die Modekette H&M mit mehreren Standorten in OWL. Hier kontrolliert man die entsprechenden Nachweise und den Ausweis am Eingang. Das hat sich offenbar bereits bewährt - in manchen Ländern gilt bereits 2G. Allerdings: Zum Beispiel in Berlin wird von einer niedrigeren Frequenz berichtet - zudem haben sich laut Berichten lange Schlangen vor den Geschäften gebildet. Der Grund: Sie alle mussten warten, bis der entsprechende 2G-Nachweis eingescannt und geprüft wurde. Kunden sollten daher schon vor dem Betreten des Geschäfts ihren Nachweis und Ausweis griffbereit haben, um die Abläufe nicht zu verzögern.Übrigens: Dass die OWL-Geschäfte nun Übergriffe durch Personen fürchten, die an der Geschäftstür abgewiesen werden, sei Thomas Kunz bisher nicht bekannt. Möglich erscheint es aber dennoch, dass es künftig zu so mancher Diskussion kommen kann.

2G im Einzelhandel beschlossen: Was das für Kunden in OWL bedeutet

In Geschäften gilt künftig die 2G-Regelung. © picture alliance/dpa

Bielefeld. Shoppen nur noch für Geimpfte und Genesene: Geht es nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten-Konferenz, soll das zeitnah bundesweit gelten. Für den Einzelhandel in OWL ein Schlag ins Gesicht - und eine neue, große Herausforderung.

Thomas Kunz ist bedient. Der Geschäftsführer des Einzelhandeslverbands in OWL sagt deutlich: "Wir denken, die 2G-Regelung für Geschäfte ist verfassungsrechtlich nicht tragbar." Schon zuvor wurden im Einzelhandel bundesweit Stimmen laut, die ähnlich argumentierten. Wie der Handelsverband Deutschland, der das sogar mit einem Gutachten stützt. Der Tenor: Die Regelung greife in den geschützten Rechte der Einzelhändler ein.

So oder so - in OWL müssen sich die Geschäfte nun darauf einstellen, künftig zu kontrollieren, ob die Kunden tatsächlich geimpft oder genesen sind. "Und das im Weihnachtsgeschäft", beklagt Kunz. Sowieso der wohl wichtigsten Zeit im Jahr für die Geschäfte. Ausnahmen gelten laut Beschlüssen nur für Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken.

Und wie sieht die Kontrolle aus? "Wohl oder übel müssen die Geschäfte zusätzliches Personal bereitstellen, das am Eingang die Nachweise kontrolliert", sagt Kunz. "Wir verstehen nicht, wieso die Pflicht nicht beim Kunden liegt." Sein Vorschlag: Die Besucher der Geschäfte müssen sich über Konsequenzen im Klaren sein, das Ordnungsamt solle stichprobenartig kontrollieren. "Der Aufwand bei 2G ist für die Einzelhändler enorm", betont Kunz. Technische Möglichkeiten? Kaum umsetzbar - und aktuell noch leicht zu umgehen. Immerhin droht den Einzelhändlern eine Strafe, wenn Ungeimpfte doch im Laden shoppen. "Die Sorge der Einzelhändler ist aktuell klar: sie fürchten, dass der Umsatz sinkt. Noch mehr, als sowieso", so der Geschäftsführer.

Auch die großen Ketten wappnen sich mittlerweile. Zum Beispiel die Modekette H&M mit mehreren Standorten in OWL. Hier kontrolliert man die entsprechenden Nachweise und den Ausweis am Eingang. Das hat sich offenbar bereits bewährt - in manchen Ländern gilt bereits 2G. Allerdings: Zum Beispiel in Berlin wird von einer niedrigeren Frequenz berichtet - zudem haben sich laut Berichten lange Schlangen vor den Geschäften gebildet. Der Grund: Sie alle mussten warten, bis der entsprechende 2G-Nachweis eingescannt und geprüft wurde. Kunden sollten daher schon vor dem Betreten des Geschäfts ihren Nachweis und Ausweis griffbereit haben, um die Abläufe nicht zu verzögern.

Übrigens: Dass die OWL-Geschäfte nun Übergriffe durch Personen fürchten, die an der Geschäftstür abgewiesen werden, sei Thomas Kunz bisher nicht bekannt. Möglich erscheint es aber dennoch, dass es künftig zu so mancher Diskussion kommen kann.

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