Schärfere Maßnahmen 2G, 2G plus, 3G - das kommt auf die Menschen in NRW jetzt zu Auch in NRW steigen die Corona-Neuinfektionen stark an. Gebremst werden sollen sie vor allem durch schärfere Auflagen für Ungeimpfte. Für Kinder und Jugendliche gibt es Ausnahmen. Dorothea Hülsmeier Düsseldorf. Auch Nordrhein-Westfalen wird von der vierten Welle der Corona-Pandemie erfasst. Die Landesregierung sowie die Bund-Länder-Konferenz haben sich auf schärfere Maßnahmen verständigt. Diese betreffen vor allem ungeimpfte Menschen. Wann treten die neuen Regeln in NRW in Kraft?Die verschärften Corona-Regeln sollen in NRW ab nächster Woche umgesetzt werden, kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Freitag an. Es wird damit gerechnet, dass die neue Corona-Schutzverordnung für NRW etwa Mitte der Woche in Kraft treten könnte. Was dürfen ungeimpfte und geimpfte Menschen künftig noch?Flächendeckend soll die sogenannte 2G-Regel umgesetzt werden. Nur geimpfte oder genesene Menschen haben laut Bund-Länder-Beschluss dann noch Zutritt zu Freizeitveranstaltungen, Gastronomie, Hotels sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Weihnachtsmärkten. Dort, wo das Infektionsrisiko besonders hoch ist - etwa in Diskotheken, Clubs und auch bei Karnevalssitzungen - soll 2G plus gelten. Dann müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Bund und Länder hatten am Donnerstag beschlossen, die neuen Regeln an Schwellenwerte bei der Hospitalisierungsrate zu koppeln. Der Wert gibt an, wie viele Corona-Infizierte pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus kamen. Liegt die Rate über drei, tritt 2G in Kraft, bei über sechs kommt 2G plus. In NRW lag die Hospitalisierungsinzidenz am Freitag nach Angaben des Landes bei 4,03. Die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung hatte sich allerdings schon vor der Bund-Länder-Runde auf die Einführung der flächendeckenden 2G- und 2G plus-Regeln verständigt - und zwar ohne Schwellenwerte. Noch ist offen, ob die Maßnahmen in NRW an die Hospitalisierungsrate gekoppelt werden oder unabhängig davon in Kraft treten. Wird es Einschränkungen auch für Kinder und Jugendliche geben?Nein, für Kinder und Jugendliche unter 18 soll die 2G-Regel entfallen, hatte Wüst angekündigt. Ausnahmen soll es laut Bund-Länder-Beschluss auch für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für Menschen, für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt. In NRW bleibt es vorerst auch beim Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht. Das Schulministerium beobachtet die Lage. Was gilt in Bussen, Bahnen und am Arbeitsplatz?In Bussen und Bahnen soll künftig 3G gelten - befördert werden dürfen nur geimpfte, genesene oder getestete Menschen. Wüst kündigte stichprobenartige, aber regelmäßige Kontrollen an. Das heiße, jeder müsse jederzeit damit rechnen, dass kontrolliert werde. Auch am Arbeitsplatz soll die 3G-Regel gelten. Die Arbeitgeber sollen laut Bund-Länder-Beschluss weiterhin mindestens zweimal pro Woche eine kostenlose Testmöglichkeit anbieten. Die Einhaltung der 3G-Regel soll vom Arbeitgeber täglich kontrolliert und dokumentiert werden. Das Handwerk bezweifelt bereits, dass die Vorgaben überall umzusetzen sind. Probleme könnte es etwa bei der Gebäudereinigung oder im Bau geben, wo die meisten Beschäftigten direkt zu den Baustellen fahren. Welche Strafen drohen bei Verstößen?Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss künftig mit 150 Euro Strafe rechnen. Bei gefälschten Corona-Testnachweisen wird das Bußgeld auf bis zu 5.000 Euro verfünffacht. Werden Corona-Tests oder Impfnachweise bei Veranstaltungen oder in Restaurants nicht ordentlich kontrolliert, sind künftig 2.000 Euro fällig. Wo gibt es Auffrischungsimpfungen?Das Land will die Booster-Impfungen massiv beschleunigen. Die Impfzentren wurden allerdings geschlossen. Das Land NRW forderte die die Kommunen stattdessen zur Einrichtung fester Impfstellen auf. Städte und Kreise sollten möglichst wohnortnahe Angebote sicherstellen, die sowohl für Erst- und Zweitimpfungen als auch für Auffrischungsimpfungen aufgesucht werden können. Orte könnten Turnhallen oder auch leerstehende Ladenlokale sein. Der Kreis derjenigen, die impfen dürfen, könnte ausgeweitet werden. Im Gespräch sind etwa Apotheken. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt inzwischen allen Personen ab 18 Jahren die Covid-19-Auffrischimpfung. Drohen wieder generelle Lockdowns und Schulschließungen?In NRW ist die Corona-Lage noch nicht so dramatisch wie etwa in Bayern, wo Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Schließungen von Clubs, Diskotheken und Bars ankündigte und auch Weihnachtsmärkte ausfallen müssen. Mit Blick auf die in NRW geplanten Maßnahmen sagte Wüst bei RTL: „Das ist ein erstes Paket, das vermeiden soll, dass es wieder einen Lockdown gibt." Das novellierte Infektionsschutzgesetz des Bundes sieht zudem vorerst keine Ausgangsbeschränkungen und flächendeckenden Schulschließungen mehr vor. Auch die Ministerpräsidentenkonferenz war sich einig, dass weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche vermieden werden sollen. !function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r
Schärfere Maßnahmen

2G, 2G plus, 3G - das kommt auf die Menschen in NRW jetzt zu

Laut NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, hier bei einer Sitzung im Bundesrat, sollen verschärfte Corona-Regeln in der kommenden Woche landesweit umgesetzt werden. © picture alliance / Fotostand | Fotostand / Reuhl

Düsseldorf. Auch Nordrhein-Westfalen wird von der vierten Welle der Corona-Pandemie erfasst. Die Landesregierung sowie die Bund-Länder-Konferenz haben sich auf schärfere Maßnahmen verständigt. Diese betreffen vor allem ungeimpfte Menschen.

Wann treten die neuen Regeln in NRW in Kraft?
Die verschärften Corona-Regeln sollen in NRW ab nächster Woche umgesetzt werden, kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Freitag an. Es wird damit gerechnet, dass die neue Corona-Schutzverordnung für NRW etwa Mitte der Woche in Kraft treten könnte.

Was dürfen ungeimpfte und geimpfte Menschen künftig noch?
Flächendeckend soll die sogenannte 2G-Regel umgesetzt werden. Nur geimpfte oder genesene Menschen haben laut Bund-Länder-Beschluss dann noch Zutritt zu Freizeitveranstaltungen, Gastronomie, Hotels sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Weihnachtsmärkten. Dort, wo das Infektionsrisiko besonders hoch ist - etwa in Diskotheken, Clubs und auch bei Karnevalssitzungen - soll 2G plus gelten. Dann müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen.

Bund und Länder hatten am Donnerstag beschlossen, die neuen Regeln an Schwellenwerte bei der Hospitalisierungsrate zu koppeln. Der Wert gibt an, wie viele Corona-Infizierte pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus kamen. Liegt die Rate über drei, tritt 2G in Kraft, bei über sechs kommt 2G plus. In NRW lag die Hospitalisierungsinzidenz am Freitag nach Angaben des Landes bei 4,03.

Die schwarz-gelbe NRW-Landesregierung hatte sich allerdings schon vor der Bund-Länder-Runde auf die Einführung der flächendeckenden 2G- und 2G plus-Regeln verständigt - und zwar ohne Schwellenwerte. Noch ist offen, ob die Maßnahmen in NRW an die Hospitalisierungsrate gekoppelt werden oder unabhängig davon in Kraft treten.

Wird es Einschränkungen auch für Kinder und Jugendliche geben?
Nein, für Kinder und Jugendliche unter 18 soll die 2G-Regel entfallen, hatte Wüst angekündigt. Ausnahmen soll es laut Bund-Länder-Beschluss auch für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für Menschen, für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt. In NRW bleibt es vorerst auch beim Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht. Das Schulministerium beobachtet die Lage.

Was gilt in Bussen, Bahnen und am Arbeitsplatz?
In Bussen und Bahnen soll künftig 3G gelten - befördert werden dürfen nur geimpfte, genesene oder getestete Menschen. Wüst kündigte stichprobenartige, aber regelmäßige Kontrollen an. Das heiße, jeder müsse jederzeit damit rechnen, dass kontrolliert werde.

Auch am Arbeitsplatz soll die 3G-Regel gelten. Die Arbeitgeber sollen laut Bund-Länder-Beschluss weiterhin mindestens zweimal pro Woche eine kostenlose Testmöglichkeit anbieten. Die Einhaltung der 3G-Regel soll vom Arbeitgeber täglich kontrolliert und dokumentiert werden. Das Handwerk bezweifelt bereits, dass die Vorgaben überall umzusetzen sind. Probleme könnte es etwa bei der Gebäudereinigung oder im Bau geben, wo die meisten Beschäftigten direkt zu den Baustellen fahren.

Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss künftig mit 150 Euro Strafe rechnen. Bei gefälschten Corona-Testnachweisen wird das Bußgeld auf bis zu 5.000 Euro verfünffacht. Werden Corona-Tests oder Impfnachweise bei Veranstaltungen oder in Restaurants nicht ordentlich kontrolliert, sind künftig 2.000 Euro fällig.

Wo gibt es Auffrischungsimpfungen?
Das Land will die Booster-Impfungen massiv beschleunigen. Die Impfzentren wurden allerdings geschlossen. Das Land NRW forderte die die Kommunen stattdessen zur Einrichtung fester Impfstellen auf. Städte und Kreise sollten möglichst wohnortnahe Angebote sicherstellen, die sowohl für Erst- und Zweitimpfungen als auch für Auffrischungsimpfungen aufgesucht werden können. Orte könnten Turnhallen oder auch leerstehende Ladenlokale sein. Der Kreis derjenigen, die impfen dürfen, könnte ausgeweitet werden. Im Gespräch sind etwa Apotheken. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt inzwischen allen Personen ab 18 Jahren die Covid-19-Auffrischimpfung.

Drohen wieder generelle Lockdowns und Schulschließungen?
In NRW ist die Corona-Lage noch nicht so dramatisch wie etwa in Bayern, wo Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Schließungen von Clubs, Diskotheken und Bars ankündigte und auch Weihnachtsmärkte ausfallen müssen. Mit Blick auf die in NRW geplanten Maßnahmen sagte Wüst bei RTL: „Das ist ein erstes Paket, das vermeiden soll, dass es wieder einen Lockdown gibt." Das novellierte Infektionsschutzgesetz des Bundes sieht zudem vorerst keine Ausgangsbeschränkungen und flächendeckenden Schulschließungen mehr vor. Auch die Ministerpräsidentenkonferenz war sich einig, dass weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche vermieden werden sollen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt


Wir bieten an dieser Stelle weitere externe Informationen zu dem Artikel an. Mit einem Klick können Sie sich diese anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Externe Inhalte

Wenn Sie sich externe Inhalte anzeigen lassen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass möglicherweise personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.
Weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Regionales